Das Ende ist nah: Dexter

Am Sonntag geht es wieder los: die achte und letzte Staffel von Dexter wird in den USA ausgestrahlt. Das Finale der siebten Staffel war die erfolgreichste Episode, die der Kabel-TV-Anbieter Showtime bisher produziert hat – 2,75 Millionen Zuschauer sahen sich die Erstaustrahlung in den USA an, mit Wiederholungen und der Bereitstellung auf anderen Plattformen kam die siebte Staffel des Serienkillerdramas auf gut sechs Millionen Zuschauer pro Folge. Gar nicht zu reden von den rekordverdächtigen illegalen Downloadzahlen, die Dexter regelmäßig erreicht – aber was will man denn machen, wenn man nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich Jahre warten muss, bis man diese Serie legal in seinem Land ansehen darf?!

Wenn die Serien-Produzenten der Welt nicht in der Lage sind, Geschäftsmodelle anzubieten, die dem Internet-Zeitalter angemessen sind, etwa in dem sie eine Möglichkeit schaffen, die Fans aus aller Welt per Internet zeitnah an ihrem begehrten Produkt teilhaben zu lassen, dann müssen sie sich nicht wundern, dass diese andere Mittel und Wege finden, es sich zu verschaffen. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäß, die Leute, die ja vom ersten Tag an die Diskussion über die Fortsetzung ihre geliebte Serie per Internet verfolgen können, noch ewig warten zu lassen, bis sie mitreden können. Nee Leute, so nicht.

Screenshot Dexter

Screenshot Dexter von der Seite sho.com

Aber was macht Dexter so beliebt? Zum einen die paradoxe Umkehrung klassischer Polizei- oder Verbrecher-Serien. Es ist ja nicht so, dass noch niemand auf die Idee gekommen wäre, einen Serienkiller zur Hauptperson zu machen. Allerdings ist der Serienkiller Dexter Morgan ein wirklich netter Typ und dann sieht er auch noch so aus wie Michael C. Hall (den ich als schwulen Bestatter in der wunderbaren Serie Six Feet Under schon großartig fand): Alle mögen ihn und keiner käme auf die Idee, dass er hinter seiner freundlichen Fassade ein so schreckliches Geheimnis verbirgt: Er zieht nachts los und bringt Menschen um. Er kann nicht anders. Und weil er tagsüber als Forensiker für die Polizei von Miami arbeitet, weiß er genau, wie er es anstellen muss, nicht erwischt zu werden. Außerdem hält sich Dexter an strenge Prinzipien – er bringt nur Verbrecher um, die durch die Maschen der Justiz geschlüpft sind. Und da ist er sehr gewissenhaft: Erst wenn er sichere Beweise dafür hat, dass sein potenzielles Opfer tatsächlich selbst ein Mörder ist, schreitet er zur Tat.

Das andere ist der Mix aus mehr oder weniger skurrilen Figuren, mit denen Dexter umgeben ist – angefangen bei seinem toten Vater Harry, der ihm immer wieder erscheint, und mit dem er sich berät, wenn er in Schwierigkeiten ist, über seine Schwester Debra (Jennifer Carpenter), die ebenfalls Polizistin ist, eine sehr gute und ehrgeizige Polizistin sogar, die aber immer wieder an die falschen Typen gerät, bis hin zu seinem väterlichen Freund Angel, Polizist mit Herz und kubanischem Migrationshintergrund und dem Forensiker-Kollegen Vince Masuka, der den ganzen Tag an Sex denkt. Ganz anders als Dexter, der sich dafür nicht die Bohne interessiert, sein Leben ist schließlich so schon anstrengend genug.

Natürlich fällt es Dexter zunehmend schwer, in dieser Umgebung nicht aufzufallen, denn seine Freunde vom Mordderzernat sind schließlich nicht blöd. Allerdings sind sie dermaßen von Dexters freundlicher und gewissenhafter Art eingenommen, dass sie bestimmte Dinge einfach ausblenden. Und so wird es vor allem dann brenzlig, wenn neue Kollegen ins Team kommen oder gar das FBI anrückt. Und deshalb baut sich über verschiedenen Staffeln eine immense Spannung auf, wie Dexter es dieses Mal wieder schafft, der drohenden Enttarnung zu entgehen.

Leider ist auch dieser Bogen irgendwann überspannt – und nachdem in der siebten Staffel nicht nur Dexters Schwester Debra endlich herausgefunden hat, dass ihr Bruder der von ihrem Dezernat seit Jahren gesuchte Massenmörder ist, sondern auch seine Chefin Captain Maria LaGuerta, ist nun das Ende abzusehen. Die überaus spannende Frage bleibt aber: Wie wird Dexter zur Strecke gebracht? Bekommt er seine dunkle Seite in den Griff oder gibt er auf? Oder beides? Anzunehmen ist, dass die Serienmacher von Showtime es für das Finale noch einmal richtig krachen lassen. Nächste Woche wissen wir mehr.

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