Hellfjord: Verschlafenes Nest als Vorhölle für Stadtpolizisten

Als Freundin schräger Serien aus Skandinavien komme ich natürlich auch an Hellfjord nicht vorbei. Wer so nette, beschauliche Sachen wie den Tatortreiniger bereits für skurril hält, könnte allerdings leicht überfordert sein. Also nichts gegen den Tatortreiniger, ich finde Bjarne Mädel als Schotty auch ganz prima, aber der Tatortreiniger ist ja in der letzten Zeit überall dermaßen gelobt worden, dass ich mir das an dieser Stelle sparen kann. Leider spart der NDR auch hier mal wieder am falschen Ende, aber auch das ist eine andere Geschichte, über die ein anderes Mal lamentiert werden kann.

Polizist Salmander im Dienst. Noch lebt sein Pferd.

Polizist Salmander im Dienst. Noch lebt sein Pferd. Bild via http://www.prosiebenfun.de/serien/hellfjord/

Also zurück Hellfjord. Held der Geschichte der Polizist Salmander (Zahid Ali), „Salamander ohne a“. Während des Norwegischen Staatsfeiertags bekommt sein Polizeipferd einen Schwächeanfall. Streng nach Lehrbuch leitet er das Ableben seines Tieres ein. Das ist gar nicht so einfach – nachdem er das Magazin seiner Dienstpistole verschossen hat, nimmt er einem Musiker sein Blasinstrument weg und erschlägt es, schließlich überfährt er das Tier sicherheitshalber noch mit einem dafür requirierten Privatauto. Natürlich macht die blutige Geschichte riesige Schlagzeilen, so dass eine Entlassung aus dem Dienst die logische Folge ist – allerdings gibt es dummerweise eine dreimonatige Kündigungsfrist. Bis dahin soll Salmander in Hellfjord eingesetzt werden, einem Nest irgendwo kurz vorm Nordpol. Salmander hofft, dass er sich in diesen drei Monaten in Hellfjord bewähren könnte, aber sein Vorgesetzter versichert ihm, dass das nicht passieren wird.

Hellfjord ist tatsächlich ein Hort merkwürdiger Gestalten, die das Seeungeheuer, das in den Gewässern des Fjordes sein Unwesen treiben soll, mit Schafsköpfen füttern und das einzige Dorf in Norwegen, wo jeder raucht. Lensmann Kobba (Stieg Frode Henriksen), der Salmander in Empfang nimmt, sieht allerdings keinen Zusammenhang zwischen diesem Laster und der erhöhten Lungenkrebsrate. Das Durchschnittsalter der Dorfbewohner liegt im fortgeschrittenen Renteneintrittsalter und als einzigen Arbeitgeber gibt es die Fischfabrik Hellfisk, die von einem Schweden geleitet wird, der Bosse Nova heißt.

Natürlich lassen die Alteingesessenen den Neuankömmling Salmander spüren, dass sie seine Anwesenheit für völlig überflüssig halten. Aber ein Arbeiter aus der Fischfabrik tot aufgefunden wird, kann sich Salmander endlich als Ermittler austoben. Im Hals des Toten steckt ein Handy, an dem der Mann erstickt ist…

Weil die Serie mit sieben halbstündigen Folgen sehr übersichtlich ist, wird hier jetzt nicht mehr verraten. Der US-Pay-TV-Sender Showtime hat schon eine Adaption der norwegischen Vorlage angedroht, so dass man sich jetzt besser beeilen sollte, sich das Original anzusehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s