Zu viel ist zu viel: Die Brücke mit Tunnelblick

Was zweimal funktioniert, kann man auch noch ein drittes Mal ausprobieren – aber ganz ehrlich: in diesem Fall würde ich nicht sagen, dass alle guten Dinge drei sind.
Mit The Tunnel wurde die skandinavische Krimiserie Die Brücke – Transit in den Tod ein weiteres Mal verfilmt, dieses Mal allerdings ist der Euro-Tunnel zwischen England und Frankreich der Ort des Verbrechens. Und weil mir sowohl das Original, als auch die US-Adaption The Bridge America sehr gut gefallen haben, musste ich mir das alles noch einmal reinziehen, dieses Mal halt zweisprachig auf Englisch und Französisch.

Capitaine Elise Wassermann und Detective Karl Roebuck im Tunnel

Capitaine Elise Wassermann und Detective Karl Roebuck im Tunnel – Screenshot von http://tbivision.com/mipcom/2013/09/mipcom-hot-pick-the-tunnel/152022/

Und ja, es ist einerseits wieder alles wohlbekannt und doch wieder ganz eigen. Und ja, ich finde Clémence Poésy als Capitaine Elise Wassermann und Stephen Dillane als Detective Karl Roebuck auch wieder sehr gut und völlig überzeugend. Die Elise Wassermann der Clémence Poésy kommt der Saga Norén aus dem Original noch näher als die Sonja Cross von Diane Kruger, wobei natürlich die Frage ist, ob das wirklich so gut ist. Aber diese ebenso arrogante wie berechtigte Gewissheit, dass es außer ihr selbst niemanden gibt, der den Job ähnlich gut erledigen könnte wie Elise bzw. Saga – das ist immer wieder cool. Und auch, wie irritiert die Mitmenschen jedes Mal wieder sind, wenn jemand nicht kapiert, dass man halt nicht immer und überall die Wahrheit sagen sollte. Mir gefallen auch die speziellen Reibereien zwischen den Franzosen und den Briten, da gibt es ja viel Potenzial und auch sonst ist alles wieder herrlich düster, trostlos und gemein.

Ja, eigentlich gefällt mir überhaupt alles wieder sehr gut – theoretisch, denn bedauerlicherweise kenne ich die Geschichte schon zu gut, um The Tunnel noch genießen zu können – ich weiß ja, was passieren wird, auch wenn einige Details geändert wurden. Es ging mir dann doch nur noch darum zu sehen, wie sie es denn dieses Mal gemacht haben und ja, sie haben es wieder ziemlich gut gemacht. Leider muss ich sagen, denn die Abnutzung ist spürbar. Es ist halt nicht mehr so spannend, eine Krimiserie anzusehen, die eben auch auf Spannung hin konstruiert wurde, wenn man schon weiß, wie es am Ende ausgeht. Und besonders schade ist das, weil sie eigentlich gut gemacht ist – nur eben nicht mehr neu. Insofern wäre es vielleicht ganz gut, wenn man sich für das nächste britisch-französische Serienprojekt einfach mal eine neue Geschichte ausdenken würde.

Wer Die Brücke – Transit in den Tod nicht kennt und/oder The Bridge America noch nicht gesehen hat, ist mit The Tunnel auf jeden Fall auch sehr gut bedient. Denn wie gesagt, die Geschichte ist an sich ist vielschichtig und spannend, da gibt es nichts dran auszusetzen und auch diese Serie ist sehr gut und mit Liebe zum Detail gemacht, auch wenn mir hier die Titelmusik nicht besonders gefallen hat – aber ich fand auch die vom Original nicht so toll. Was die Musik angeht, ist erstaunlicherweise die US-Version mein Favorit, obwohl gerade die US-Serien sonst oft musikalisch nicht mein Fall sind.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s