True Detective – Zwischenstand

In „Who Goes There“ hat True Detektive quasi zum Bergfest noch mal ganz schön zugelegt – was auch gut war, denn dieses ganze Kirchen- und Familienzeug ist mir dann doch etwas auf die Nerven gegangen. Inzwischen hat sich, wie zu erwarten war, der angestrengt optimistische Marty als der eigentliche Problembär entpuppt. Mit seinen blöden Frauengeschichten hat er sich ganz schön ins Abseits manövriert. Und wenn auch nicht alles so schlecht war, wie seine Frau Maggie glauben will, so versteht man sie doch – irgendwie geschieht es dem selbstgerechten Arschloch einfach recht, dass seine Koffer gepackt im leeren Haus stehen. Aber allein der Wutanfall, den er deshalb bekommt, ist sehenswert.

Dafür läuft der chronische Misanthrop Rusty zur Hochform auf, als er sich – zu einem natürlich inoffiziellen – Undercovereinsatz entschließt, um an den dringend tatverdächtigen Methkoch Reggie Ledoux heran zu kommen. Er ist in seiner schrägen Art total gut organisiert und wirkt in seinen Handlungen völlig rational und überzeugend, obwohl er lauter irre Sachen macht: Drogen aus der Asservatenkammer klauen, sich in eine brutale Rockergang einschleusen und dann noch drauf zu setzen, dass der mental völlig marode Marty ihn da wieder rausholt.

Interessant auch, dass er den Bullen bei der Befragung weiterhin etwas anderes erzählt – auch Jahre später will er darüber nicht reden. Mal sehen, was daraus noch wird. Jedenfalls durfte man gespannt sein, wie diese Aktion aus geht – Rust muss dabei nicht nur jede Menge Drogen konsumieren, so dass man im Verlauf der Folge Angst bekommt, dass er irgendwann einfach umkippt, sondern mit den Iron Crusaders als auch ein Drogenversteck in einem Armenviertel ausräumen, was natürlich spannend ist und mit allerlei Geballer einhergeht – eine grandioses Finale für die vierte Folge übriges, in dem ziemlich viel gleichzeitig passiert, was für eine TV-Produktion schon ziemlich großes Kino ist. Aber am Ende geht es gerade noch so gut, Marty ist rechtzeitig zur Stelle.

Womit wir zur fünften Folge kommen, in „The Secret Fate“ finden Marty und Rust das Versteck des durchgeknallten Reggie, der natürlich nicht im Traum daran gedacht hat, mit einem dahergelaufenen Gangmitglied Geschäfte zu machen. Auf dem mit Sprengfallen und ähnlichen Fiesheiten verminten Gelände entdeckt Marty ein Verließ mit zwei halbtoten Kindern, woraufhin er dem bereits gefesselt auf dem Boden knienden Reggie den Kopf weg schießt. Reggies sinistrer Kumpan versucht abzuhauen, jagt sich dabei aber selbst in die Luft. Daraufhin inszeniert Rust eine gewaltige Ballerei, damit die beiden Toten zu erklären sind und die beiden rufen endlich Verstärkung und Krankenwagen.

Rust und Marty haben einen Drogenkoch und Mörder zur Strecke gebracht und zwei Kindern das Leben gerettet – keine Frage, jetzt sind sie Helden. Jetzt könnte doch eigentlich alles wieder gut werden – und es sieht auch erst mal so aus: Maggie ist bereit, sich wieder mit Marty zu versöhnen, jedenfalls darf er mit den Kindern Rollschuhlaufen gehen. Und Rust versinkt erstaunlicherweise nicht im Drogenrausch, sondern arbeitet weiter und findet eine Freundin, alles scheint wieder in Ordnung zu sein. Die beiden Vernehmer hören aber schon heraus, dass es das nicht gewesen sein konnte. „What happened?“ fragen sie Marty. Und Marty antwortet lakonisch: „Reality.“

Ja, ist halt nicht so einfach mit der Realität. Vor allem, wenn sie so mysteriös daher kommt, wie in diesem Fall, der immer weitere Kreise zieht – inzwischen bis ins Jahr 2002, in dem ein Mann festgenommen wird, der im Drogenrausch zwei Menschen umgebracht hat und merkwürdige Dinge über einen gelben König erzählt – und dass die Polizei den Mörder von Dora Lang nie geschnappt hätte. Kurze Zeit später wird er tot in seiner Zelle gefunden. Und die Bullen im Jahr 2012 sind offenbar der Ansicht, das Rust für den aktuellen Ritualmord verantwortlich sein könnte. Aber so einfach ist es bestimmt nicht, denn Rust scheint etwas wirklich großem auf der Spur gewesen zu sein…

Jedenfalls ich bin jetzt endgültig überzeugt, dass True Detektive eine wirklich gute Serie ist – und es kann noch besser werden! Inzwischen bekomme ich jedesmal, wenn ich die Titelmusik höre, eine Gänsehaut, obwohl das eigentlich nicht unbedingt meine Musik ist. Aber sie passt einfach perfekt zu der Serie. Schade, dass es in drei Folgen schon wieder vorbei sein wird. Aber ich bin jetzt erstmal wahnsinnig gespannt darauf, wie es weiter geht!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s