Wiedersehen empfohlen: GSI Göteborg

Ich habe gerade gesehen, dass im ZDF die erste Staffel von GSI Göteborg wiederholt wird. Und zwar immer donnerstags ab dem 10. April, um 00:45 Uhr.

Als Schwedenkrimi-Fan kann ich diese Serie um den Ermittler Johan Falk (Jakob Eklund), der nach fünf Jahren bei Europol in seine Heimatstadt Göteborg zurückkehrt, sehr empfehlen. Die Arbeitsmethoden der Sondereinheit GSI sind nämlich recht fragwürdig – und Johan Falk kommt natürlich schnell dahinter. Als engagierter und integrer Polizist kann er das nicht gut finden. Andererseits – die GSI ist erstaunlich erfolgreich im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Das ist das Spezialgebiet der GSI. Das Geheimnis des Erfolgs ist Frank Wagner (Joel Kinnaman), den GSI-Mann Tommy Ridders als Informanten in der kriminellen Szene von Göteborg aufgebaut hat – allerdings kommt Tommy bei einem Schusswechsel ums Leben.

Frank wendet sich daraufhin an Johan Falk – der nicht so recht weiß, was er von der ganzen Sache halten soll. Die Serie ist insgesamt durchaus eine Kritik an dieser Vorgehensweise der schwedischen Polizei, die zum Teil auch sehr junge und unerfahrene V-Leute eingesetzt haben soll. Einige davon sollen wegen ihrer Tätigkeit als Informanten nach ihrer Enttarnung umgebracht worden sein.

Die Figur des Frank Wagner ist an den V-Mann Peter Rätz angelehnt, der einige Jahre lang als Informant für die schwedische Polizei die Hells Angels infiltriert hat und nach seiner Enttarnung mit seiner Familie ins Ausland fliehen musste. Doch bis es für Frank Wagner soweit ist, muss er noch zwei Staffeln lang seinen Kopf für die GSI hin halten – spannender als ein Durchschnittstatort ist jede Folge dieser Serie allemal. Und natürlich ein absolutes Muss für alle Joel-Kinnaman-Fans. Ja, und Jakob Eklund ist natürlich auch nicht schlecht.

Sreenshot: GSI Göteborg Frank Wagner

Sreenshot: GSI Göteborg Frank Wagner: Erst mal gut zureden 1

Sreenshot: GSI Göteborg Frank Wagner

Sreenshot: GSI Göteborg Frank Wagner: Erst mal gut zureden 2

Sreenshot: GSI Göteborg Frank Wagner

Sreenshot: GSI Göteborg Frank Wagner: Und dann die besseren Argumente haben

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Morgen hör‘ ich auf

Seit bekannt wurde, dass das ZDF ein deutsches Breaking Bad produzieren möchte, wird auf den einschlägigen auf Serien- und Film- und Medienseiten im Internet reichlich gelästert.

Und ich muss gestehen, dass ich die dort geäußerten Befürchtungen teile, dass das ZDF selbst aus einem so starken und faszinierenden Stoff wie der Verwandlung des im Leben bisher mäßig erfolgreichen Chemielehrers Walter White in einen skrupellosen Drogenbaron eine höchstens mittelmäßige Serie machen wird. Es reicht hat nicht, eine gute Vorlage zu nehmen, und die einfach nachzumachen oder schlimmer noch – sie zu „schlanden“. Denn auf deutsche Fernsehverhältnisse übertragene Serien funktionieren in der Regel nicht, egal wie originell und schmissig die Vorlage war. Was hatte beispielsweise Kanzleramt noch mit The West Wing zu tun? Genau, gar nichts. Das war wieder deutsches Fernsehen in all seinem Elend, das irgendwie kritisch und pädagogisch wertvoll sein will, gleichzeitig aber vergisst, dass es eigentlich unterhalten soll, was durchaus auf eine intelligente Art geschehen darf, die man dem deutschen Publikum aber nicht zutraut. Warum sonst fehlen in keinem Tatort diese minutenlangen Sequenzen, in denen der eine Ermittler dem anderen noch einmal erklärt, was wir gerade über den Fall wissen?

Das muss nicht sein – die geschulten Serienseher, die sich den guten echten Stoff aus dem Internet saugen, sind sogar in der Lage, komplexe, intelligente Serien in Fremdsprachen zu verfolgen, wenn man sie ihnen im deutschen Fernsehen vorenthält. Insofern ist es mehr als überfällig, diesem Publikum, das ja ebenfalls jeden Monat fast 18 Euro Rundfunkbeitrag abdrückt, zur Abwechslung auch mal mit einer guten Serie zu überraschen. Und nein, wir wollen nicht noch eine SOKO und noch ein starkes Team und auf keinen Fall noch eine Kommissarin mit oder ohne Babybauch. Insofern ist Morgen hör‘ ich auf schon ein brauchbarer Ansatz, und allzu eng an die Vorlage soll sich der als Mini-Serie angelegte Versuch ja auch nicht halten. Beim ZDF wird es ein arbeitsloser Grafiker sein, der Falschgeld druckt, um seine Familie über Wasser zu halten und nicht mehr aussteigen kann, nachdem die Mafia auf ihn aufmerksam geworden ist.

Mal sehen – vielleicht wird es ja gar nicht so schlimm. Ein Remake muss nicht zwingend schlecht sein. In der letzten Zeit habe ich einige US-Versionen skandinavischer Serien gesehen, etwa The Bridge America oder The Killing, die erstaunlich gut funktioniert haben. Wobei die in den USA natürlich wissen, wie man gute Serien macht, deshalb schaffen sie es auch, aus guten Vorlagen richtig gute US-Versionen zu machen.

Wobei mir natürlich besser gefallen würde, wenn man sich nicht mit der Neuverfilmung einer guten Vorlage begnügen würde – man kann auch das beste Pferd zuschanden reiten, wenn man es zu oft laufen lässt: Beim dritten Brücke-Remake The Tunnel war dann zumindest bei mir als Zuschauer die Luft raus, irgendwann ist auch die ambitionierteste Neuverfilmung einer altbekannten Geschichte nicht mehr spannend.

Es ist ja nicht so, dass es hierzulande keine interessanten Stoffe gäbe. Im Gegenteil, es gibt Stoffe ohne Ende. Und selten, leider viel zu selten, wagen sich die deutschen Fernsehsender auch mal an eine zeitgemäße Umsetzung solcher Stoffe heran, wie der SWR im Jahr 2010 mit der Mini-Serie Alpha 0.7 – Der Feind in dir, die davon handelt, wie der Staat in die Köpfe der Menschen schauen will. Leider war die Serie alles in allem dann doch nicht so gut, wie ich nach dem durchaus gelungenen ersten Teil erwartet hatte. Ich hatte halt tatsächlich davon geträumt, dass das deutsche Fernsehen mal so etwas auf die Reihe kriegen würde wie die Kanadier mit der Sci-Fi-Serie Regenesis geschafft haben – aber das war natürlich zu viel verlangt. Doch gemessen an dem, was einem von den Öffentlich-Rechtlichen sonst zugemutet wird, war das vergleichsweise ordentlich. Auf jeden Fall hat der SWR mit Alpha 0.7 einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht, mal etwas Anderes auszuprobieren. Wenn man sich das öfter trauen würde, kämen sicherlich irgendwann auch gute und vielleicht sogar richtig gute Serien dabei heraus.

Aus meiner Reihe Lieblingsfilme: Winterschläfer

Mit seinem Film Winterschläfer hat Tom Tykwer im Jahr 1997 den Heimatfilm neu definiert: Winterschläfer ist ein grandioses Bergdrama, in dem es um schicksalhafte Verstrickung und um Schuld geht. Im Mittelpunkt stehen die Krankenschwester Laura (Marie-Lou Sellem), die Übersetzerin Rebecca (Floriane Daniel), der Filmvorführer Rene (Ulrich Matthes), der Skilehrer Marco (Heino Ferch), der der Freund von Rebecca (und ein ziemliches Arschloch) ist und der Bauer Theo (Josef Bierbichler). Ihre Wege kreuzen sich in einem verschneiten kleinen Winterurlaubsort in den bayrischen Alpen. Laura (bevorzugt in Grün) und Rebecca (bevorzugt in Rot) leben dort zusammen in einem mit Kuriositäten aller Art vollgestopften alten Haus, das Laura von einer Tante geerbt hat.

Screenshot Winterschläfer

Screenshot Winterschläfer

In der Nähe des Ortes wohnt Theo mit seiner Familie. Es läuft nicht gut für Theo, der Hof wirft nicht genug ab und jetzt ist auch noch das Pferd krank. Er will es zum Tierarzt bringen und bemerkt nicht, wie sich seine Tochter in den Anhänger schleicht. Sie fürchtet, sicherlich nicht zu unrecht, dass Lissy sonst nicht wieder kommen wird.

Währenddessen fährt Marco mit seinem Alfa Romeo (der eigentlich einer anderen Freundin gehört) bei Rebecca vor – die ihn so sehnsüchtig begrüßt, dass er die Schlüssel im Zündschloss stecken lässt. Wenig später kommt Rene vorbei, der gerade eine durchzechte Nacht im Sleepers hinter sich hat und in seinem Dusel beschließt, mit dem schicken Flitzer eine Spritztour zu machen.

Winterschläfer: Rebecca und Laura

Winterschläfer: Rebecca und Laura – Bild via http://www.tomtykwer.de/

Auf der winterlichen Landstraße wird Theo durch das Funkgerät seiner Söhne ablenkt, das unter den Autositz gefallen ist – er kann gerade noch die Kollision mit dem entgegenkommenden Sportwagen verhindern. Sein Wagen überschlägt sich, der Pferdeanhänger kippt um. Rene kommt mit dem Alfa Romeo von der Straße ab und landet in einer Schneewehe. Er kann sich unverletzt aus dem Wagen befreien und geht unter Schock nach Hause. An den Unfall kann er sich später nicht mehr erinnern – wie auch an vieles andere nicht, denn Rene hat seit einem Unfall Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis. Deshalb hat er ständig eine Kamera dabei und fotografiert alles, um sich später erinnern zu können. Aber ausgerechnet jetzt hat er kein Bild gemacht.

Screenshot Winterschläfer: Theo und seine Tochter

Screenshot Winterschläfer: Theo und seine Tochter

Als Theo wieder zu sich kommt, kann er sich nur noch an ein kurioses Detail erinnern, das er nicht einordnen kann. Er erschießt das verletzte Pferd und findet seiner Tochter im Schnee, die aus dem Anhänger geschleudert wurde und schwer verletzt ist. Die Ärzte kämpfen in dem kleinen Krankenhaus des Ortes noch um ihr Leben, sie stirbt aber nach einigen Tagen im Koma. Theo ist entschlossen, den Fahrer des Wagens zu finden, der den Tod seiner Tochter verschuldet hat. Während seine Familie den Hof aufgeben muss und in ein kleineres Haus umzieht, wird die Suche nach dem Mörder seiner Tochter zu seiner Passion.

Der nichtsahnende Rene verliebt sich unterdessen in die Krankenschwester Laura, die nebenbei auch noch in einer Laiengruppe Theater spielt. Die Aufführung des Theaterstücks geht gründlich schief, weil die Hauptdarstellerin Laura völlig neben der Spur ist. Nur wenige Stunden zuvor musste sie bei der Operation von Theos Tochter assistieren, obwohl sie dafür noch gar nicht ausgebildet ist.

Rebecca dagegen ist mit ihrer Beziehung mit dem eifersüchtigen und egoistischen Marco unzufrieden – insbesondere, als Marco auch noch bei ihr und Laura einziehen will, um Geld zu sparen. Marco fängt etwas mit Nina an, einer seiner Skischülerinnnen.

Screenshot Winterschläfer: Rene und Marco

Winterschläfer: Rene und Marco – Bild via http://www.tomtykwer.de/

Nachdem es einige Tage lang Tauwetter gegeben hat, findet Theo den Alfa Romeo – und kommt durch die im Wagen liegenden Papiere auf Marco. Theo kann ja nicht wissen, dass nicht Marco, sondern Rene den Wagen gefahren hat. Für Theo ist Marco der Schuldige. Theo versucht, Marco ausfindig zu machen und erfährt, dass er mit Nina auf dem Berg Ski fahren ist. Die beiden sind in dichten Nebel geraten und haben sich verloren. Während Marco auf der Suche nach Nina ist, die einen Abhang hinuntergestürzt ist und sich dabei verletzt hat, trifft er auf Theo, der seinen Hund auf ihn hetzt. Marco erschlägt den Hund in Notwehr und flüchtet vor Theo, der ihm hinterher brüllt: „Du hast sie getötet!“

Marco glaubt daraufhin, dass Theo Nina gefunden habe und er schuld an ihrem Tod sei. Tatsächlich hat sich Nina aber nur am Arm verletzt und zufällig das Haus von Theos Familie gefunden. Dort wird wie von Theos Frau versorgt – wovon aber weder Theo noch Marco etwas wissen. Verzweifelt schnallt sich Marco seine Skier an und fährt los – jetzt kommt eine rasante Abfahrt und Marcos schier endloser Sturz ins Leere – im Kino war das damals ein echter Schocker, ich kann mich noch erinnern, wie ich auf wackeligen Beinen aus der Vorstellung gewankt bin, auch wenn es als versöhnliches Ende nach Marcos Tod noch die Geburt des Kindes von Laura und Rene gibt.

Screenshot Winterschläfer: Marcos Sturzflug

Screenshot Winterschläfer: Marcos Sturzflug

Für mich ist Winterschläfer der beste Film von Tom Tykwer – er ist melancholisch und subtil, findet großartige Bilder und verweigert sich üblichen Gut-Böse-Zuordnungen von Handlungen und Charakteren. Es ist ja auch im wahren Leben nicht so einfach. Für den Sog, den die Geschichte entwickelt, sorgen nicht nur die Bilder, sondern auch die fantastische Film-Musik – vom nervösen, aber gleichzeitig mitreißenden Grundton des Titelstücks von Reinhold Heil über sentimentalen Gitarrenrock („Untitled #1“ von der erstaunlich unbekannten amerikanischen Band Spain) bis hin zu den etwas spröden Hymnen des estnischen Komponisten Arvo Pärt, dessen „Fratres“ nicht nur zu der Landschaft aus Fels und Eis, sondern auch zu den widersprüchlichen Emotionen passen.

Okay, Das Parfum findet ich auch grandios, der Film spielt aber als internationale Produktion ohnehin in einer anderen Liga, genau wie The International, von dem ich aber ein wenig enttäuscht war, oder Der Wolkenatlas, von dem ich immer noch nicht sicher bin, ob das nun ganz großes Kino ist oder doch nur ein Sammelsurium angerissener Geschichten, von denen ich bei jeder einzelnen zu gern gewusst hätte, wie sie denn weiter gegangen wäre.

Bei Winterschläfer bin ich mir dagegen völlig sicher: Das ist einer der richtig guten deutschen Filme der 90er Jahre.

True Blood – Warten auf Staffel 7

Jetzt habe ich alles an True Blood gesehen, was verfügbar ist. Sechs Staffeln, das ist schon richtig Arbeit – und wie so oft bei Serien, die länger laufen, sind die Staffeln durchaus unterschiedlich, so dass man sie entsprechend besser oder schlechter finden kann. Wobei ich in diesem Fall sagen muss, dass ich nicht finde, dass es schlechter wird. Bei Dexter beispielsweise fand ich ja, dass die Geschichte sich von der ersten über die zweite und dritte bis zu vierten Staffel steigert und dann abfällt – die fünfte Staffel war noch okay, aber die sechste wurde dann langsam schlimm, die siebte habe ich nur noch ausgehalten, weil ich dachte, dass es ja irgendwann wieder besser werden muss, was aber leider nicht eintrat, so dass ich erleichtert war, dass des nach der achten dann wirklich vorbei war – wobei das Ende ja auch reichlich unbefriedigend blieb. Im Grunde war die ganze letzte Staffel ja nur noch das Ringen der Autoren um ein halbwegs erträgliches Ende.

True Blood 6: Jessica überzeugt Bill, Sookie vor Warlow zu retten

Screenshot True Blood 6: Jessica überzeugt Bill, Sookie vor Warlow zu retten


Screenshot True Blood 6: Feenvampir hin oder her - Sookie ist nicht von Warlow überzeugt

Screenshot True Blood 6: Feenvampir hin oder her – Sookie ist nicht von Warlow überzeugt

Ich hoffe doch sehr, dass uns das in der siebten Staffel True Blood erspart bleibt. Denn ich muss ehrlich sagen, dass mir die sechste Staffel wieder besser gefallen hat als die fünfte – insbesondere das Blutbad gegen Ende geht völlig okay – das sind halt die echten Vampire! Und dass die auch mal einen Ausflug in die Sonne machen dürfen geht, geht ebenfalls okay, dann hat dieses ganze Feengedöns endlich einen Sinn und zum Glück wird ja auch Bill wieder normal, nach diesem ganzen religiösen Wahnsinn. Dexter Morgan ist ja auch fast religiös geworden in der sechsten Staffel. Warum geht so etwas bei den Amis nicht ohne Religion?!

Screenshot True Blood 6: Alcide, Sookie und Bill realisieren, was auf sie zukommt.

Screenshot True Blood 6: Alcide, Sookie und Bill realisieren, was auf sie zukommt.


Aber bei True Blood ist es immerhin eine perverse, archaische Vampir-Religion, die sich dann auch als Schwindel oder nein, sie funktioniert ja irgendwie, genau wie zuvor auch die Magie der Mänade in der zweiten Staffel oder die Hexerei von Jesus und Antonia in der vierten Staffel, auch wenn das wiederum ganz gegensätzliche schwarze Magie ist. Aber am Ende ist diese ganze Magie zwar mächtig, aber eben nicht allmächtig. Es geht nicht um den wahren Glauben – der wird ja immer wieder persifliert, was ich ganz symphatisch finde.
Screenshot True Blood 6: Hep-V-infizierte und sehr blutdurstige Vampire

Screenshot True Blood 6: Hep-V-infizierte und sehr blutdurstige Vampire bedrohen die Bewohner von Bon Temps

Natürlich gibt es das ganze Christenbrimborium auch noch – und zwar in mehr und sehr viel weniger sympathischen Ausführungen. Auch das gefällt mir insgesamt ganz gut: Religion ist mächtig – und zwar egal welche – aber am Ende geht es für die Entgleisten immer schlecht aus. Und Entgleiste gibt es überall. Aber auch Widerstand gegen den religiösen Wahnsinn. Und in dem Punkt wird mir Eric Northman immer symphatischer – auch wenn er zwischenzeitlich behext wird und hier und da Gefühlsverwirrungen hat, bleibt er sich als einziger treu und macht bei diesem ganzen Lilith-Supervampir-Weltherrschafts-Wahn am Ende nicht mit, sondern ist letztlich der Einzige, der normal bleibt. Allerdings als Vampir, nicht als Mensch. Das geht für die Menschen zwar erstmal nicht so gut aus, aber vor allem für die durchgeknallten Vampire nicht, die nach der Weltherrschaft streben. Letztlich rettet Eric ja beide Arten – auch wenn er das vielleicht gar nicht beabsichtigt hat. Deshalb konnte ich auch nicht fassen – nein, nein, nein:

Screenshot True Blood 6: Der Vampir von Welt hat immer ein gutes Buch parat

Screenshot True Blood 6: Der Vampir von Welt hat immer ein gutes Buch parat

Screenshot True Blood 6: Und sieht auch beim Sonnenbaden gut aus.

Screenshot True Blood 6: Und sieht auch beim Sonnenbaden im hohen Norden noch gut aus.

Screenshot True Blood 6: Das darf nicht sein! Nicht Eric!

Screenshot True Blood 6: Das darf nicht sein! Fataler Badeunfall. Aber bitte nicht Eric!

Wie zur Hölle soll denn die letzte Staffel funktionieren, wenn mein Lieblingsvampir nicht mehr da bei ist?!

Es geht weiter: Real Humans 2

Inzwischen bin ich so versessen auf schwedische bzw. skandinavische Serien, dass ich nicht mehr darauf warten kann, bis sie endlich im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden. Es hieß ja Anfang des Jahres, dass die zweite Staffel von Real Humans im Januar auf arte ausgestrahlt werden sollte, aber leider stimmte das nicht. Jetzt habe ich gesehen, dass Real Humans 2 tatsächlich ab dem 4. April donnerstags auf arte zu sehen sein wird. Unbedingt merken und ansehen oder aufzeichnen! Real Humans lohnt sich auf jeden Fall.

Screenshot Real Humans 2

Screenshot Real Humans 2
Kontrolle in der U-Bahn

Ich musste nämlich schon mal ein bisschen vorsehen und der Anfang der neuen Staffel ist sehr vielversprechend. Nicht nur, dass die Hubots sich selbst inzwischen als „Kinder Davids“ und damit irgendwie als die besseren Menschen zu definieren beginnen, es ist auch ein Virus unterwegs, der zu gefährlichen Fehlfunktionen von Hubots führen kann. Allerdings zeigt allein der Umgang mit dem Virus-Check, dass Hubot nicht gleich Hubot ist: Während Familienvater Hans Engman keine Skrupel hat, den nicht besonders sympathischen, aber absolut praktischen Altenpflege-Hubot Vera mit einer leicht entwürdigenden Prozedur per Virensuchgerät zu scannen, gibt er dem hübschen Hubot Mimi den Scanner selbst in die Hand und bittet sie freundlich darum, sich bei Gelegenheit doch mal zu checken, ob alles in Ordnung ist. Dabei hat Mimi eigentlich gar keine Funktion, sie ist einfach da. Was Vera ganz offensichtlich ein wenig eifersüchtig macht. Aber steht es Haushaltshubots überhaupt zu, solche Gefühle zu entwickeln?! Sie haben einfach ihre Aufgabe zu erfüllen, dafür wurden sie gebaut und bezahlt.

Screenshot Real Humans 2 Vera

Screenshot Real Humans 2
Vera

Screenshot Real Humans 2 Mimi

Screenshot Real Humans 2
Mimi


Mimi bittet schließlich Tobbe, den Sohn des Hauses, ihr bei dem Viren-Scan zu helfen. Dumm nur, dass Tobbe sich sexuell zu Hubots hingezogen fühlt – aber wie die Psychologin ja in der ersten Staffel bereits festgestellt hat: Das ist angeboren, Tobbe kann nichts dafür. Ach ja, hoch lebe das tolerante Schweden. Und so hilft Tobbe Mimi gern, auch wenn sie ihn nicht erhören wird. Immerhin findet Tobbes Schwester Mathilda es irgendwie cool, dass ihr Bruder so schräg drauf ist. Sie bringt eine Freundin mit nach Hause, die so tut, als sie ein Hubot wäre. Ja, soweit ist es schon – einige Menschen treiben ihre Zuneigung zu Hubots soweit, dass sie sich selbst als Hubots ausgeben. Wobei das ihre Chancen nicht nur auf dem Arbeitsmarkt durchaus verbessert. Aber Tobbe kommt schnell dahinter und ist verletzt.
Screenshot Real Humans 2 Kinder finden niedergemetzelte Hubots

Screenshot Real Humans 2 Kinder finden niedergemetzelte Hubots


Für andere dagegen ist es ein Sport, Hubots zu verletzen – es handelt sich schließlich nicht um Menschen. Im Hub Battle Land beispielsweise kann man Paintball gegen Hubots spielen – diese haben extra eine neue Software aus Deutschland bekommen, mit der sie, wenn sie getroffen werden, sogar besonders eindrucksvoll „sterben“ – sie schrecken angstvoll zurück, zappeln herum und schreien vor Schmerz, um das Spiel für die Menschen reizvoller zu machen. Sie sterben beklemmend menschlich. Nach dem Spiel kann man sie allerdings per Fernbedienung aufwecken und in Startposition zurückbeordern. Ein Mordspaß für die einen, einträgliches Geschäft für die anderen.
Screenshot Real Humans 2 Bea

Screenshot Real Humans 2 Bea


Und die Anti-Hubot-Bewegung Äkta Människor (Echte Menschen) ist natürlich auch weiterhin aktiv, sie rekrutiert jungen Menschen, die es lieber mit anderen echten Menschen halten und kann bei den nächsten Wahlen mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Reichstag einziehen. Während die einen für die Gleichberechtigung der Hubots kämpfen, bekämpfen die Leute von Äkta Människor lieber die Hubots selbst. Die Argumente kennt man ja schon auswendig: Die Hubots nehmen den echten Menschen die Arbeitsplätze weg, Gott will, dass Menschen nur Beziehungen mit echten Menschen eingehen und nicht mit Hubots und überhaupt, das ganze Hubot-Sein ist Sünde, pervers und einfach von hinten bis vorne falsch. Gut, dass Hubots keine Kinder bekommen können. Aber was, wenn sie erst einmal welche adoptieren dürfen?!

Ich bin sehr gespannt, welche Fragen noch gestellt und vor allem, welche Antworten darauf gefunden werden – die Serie geht auf jeden Fall genauso stark weiter, wie die erste Staffel geendet hat.

Screenshot Real Humans 2 - Bea redet Mimi ins Gewissen

Screenshot Real Humans 2 – Bea redet Mimi ins Gewissen

Die Brücke – Transit in den Tod Staffel 2:

Nach dem ich als echter Die-Brücke-Fan ja nicht nur das Original, sondern sämtliche Remakes (The Bridge – America bzw. The Tunnel) gesehen habe, freue ich mich jetzt natürlich sehr, dass es endlich wieder los geht: Die zweite Staffel der dänisch-schwedischen Krimi-Serie läuft endlich im ZDF. Und auch dieses Mal ist die spektakulär lange Öresund-Brücke, die Kopenhagen und Malmö verbindet, der Ort, an dem das Verbrechen seinen Anfang nimmt.

Und das, nachdem dieses eigentlich sehr triste Ding, das nichts als eine lange Straße bzw. Schienenstrecke über die Ostsee ist, der Ort war, an dem nicht nur das rätselhafte erste Verbrechen der ersten Staffel inszeniert wurde, sondern auch das letzte Verbrechen des fanatischen Täters scheiterte: Der dänische Kommissar Martin Rohde (Kim Bodnia) sollte die Geisel erschießen, um das Leben seines Sohnes zu retten. Aber der Wahrheitsterrorist log: August war schon tot. Und die schwedische Kommissarin Saga Norén (Sofia Helin), die das als einzige schon wusste, streckte Martin nieder, um zu verhindern, dass er zum Mörder würde.

Screenshot Die Brücke 2: Sage weiß, dass mehr dran ist

Screenshot Die Brücke 2: Sage weiß, dass mehr dran ist

Ein Jahr und einen Monat später läuft ein Frachtschiff gegen einen Pfeiler der Brücke. An Bord sind fünf junge Menschen, angekettet im Laderaum und in gesundheitlich schlechtem Zustand. Weil zwei der Jugendlichen aus Dänemark stammen, setzt Saga sich in ihren alten Porsche und fährt nach Kopenhagen. Sie ahnt, dass es sich um mehr als um einen Vermissten-Fall handelt und erinnert sich offenbar gern an die Zusammenarbeit mit Martin. Denn sie hätte ihn auch einfach anrufen können. Oder eine E-Mail schreiben. Aber zwischenmenschliche Kommunikation ist nicht so ihr Ding. Jedenfalls nicht so, wie andere kommunizieren würden.

Screenshot Die Brücke 2: Martin freut sich, Saga zu sehen.

Screenshot Die Brücke 2: Martin freut sich, Saga zu sehen.

Martin ist nach dem Tod seines Sohnes grau geworden, freut sich aber, Saga zu sehen. Und nicht nur das, er will ihr bei ihren Ermittlungen helfen. Man hat ihn nach dem schrecklichen Ereignissen im vergangenen Jahr auf einen ruhigen Posten versetzt, damit er sich erholen kann. Aber als Martin Saga sieht, wird ihm klar, dass er eigentlich viel lieber wieder ins richtige Leben zurück will. Er will nicht geschont werden, er will einfach wieder behandelt werden wie jeder andere auch, und genau das beginnt er, jetzt einzufordern. Und Sagas spröde Art hilft ihm dabei, auch wenn sie inzwischen versucht, Martins Ratschläge aus der ersten Staffel zu befolgen – was Martin natürlich merkt: „Nur weil Sie inzwischen das Lügen gelernt haben, heißt das nicht, dass Sie gut darin sind!“ quittiert er ihre nett gemeinten Versuche.

Screenshot Die Brücke 2: Saga und Martin in Aktion.

Screenshot Die Brücke 2: Saga und Martin in Aktion.

Aber der Fall lässt auch wenig Raum für Nettigkeiten: Eine Gruppe von Umweltterroristen hat die Jugendlichen auf dem Frachter mit Lungenpest infiziert und ist dabei, eine Menge Menschen zu vergiften: Menschen sterben nach dem Verzehr von unkorrekt produziertem Obst, von ökologisch zweifelhaften Riesengarnelen oder Rindfleisch. Alles, was eine schlechte Öko- und Korrektness-Bilanz hat, wird potenziell gefährlich. Keine Frage, das Ganze erinnert doch sehr an The East. Ich vermisse schon jetzt Figuren wie den Sozialarbeiter Stefan, der im Wunsch, den Schwachen und Benachteiligten zu helfen, zum Mörder wird oder den zwielichtigen karrieregeilen Journalisten Daniel.

Die Jungs und Mädels von der Ökoterror-Front haben mich noch nicht so richtig überzeugt – sie sind auch viel weniger nett zueinander als die Anarchos aus The East. Natürlich sind so richtige Terroristen, die über Leichen gehen, nie nette Menschen – aber hier wird ja nicht mal der Versuch gemacht, die Terroristen auch nur ambivalent zu zeichnen. Das ist schon ziemlich enttäuschend, obwohl ich durchaus guten Willens bin, mir anzusehen, wie es weiter geht.

Battleship: In God We Trust, All Others We Track

Verfilmungen von Spielen haben mich noch nie interessiert, schon weil ich die gängigen Computerspiele nicht spiele – für mich ist der Computer in erster Linie ein Recherche-Instrument, eine Schreibmaschine und ja, auch Fernseher-Ersatz. Aber kein Spielzeug. Ich spiele höchsten mal Brettspiele, dann aber auch weniger um des Spielens willen als vielmehr wegen der sozialen Interaktion. Aber als ich hörte, dass der US-Spiele-Hersteller Hasbro 200 Millionen Dollar in die Hand genommen hat, um das altbekannte Spiel „Schiffe versenken“ zu verfilmen, wurde ich doch neugierig. Schiffe versenken kenne ich noch gut aus langweiligen Schulstunden. Und ja, die Besetzungsliste gab auch einen Ausschlag.

Battleship gehört jedenfalls nicht zu den ganz schlechten Alien-Filmen, von denen ich bereits einige nicht bis zu Ende ansehen konnte. Aber auch nicht zu den guten – alles in allem ist der Streifen ungefähr so gaga wie sich bei den bereits erwähnten Eckdaten erwarten lässt. Immerhin ist der Film wenigstens witzig, so ist auf den Terminals zur Navigation und Zielerfassung der Slogan „In God Ie Trust All Others We Track“ zu lesen – und der Film kam noch vor den Snowden-Enthüllungen in die Kinos. Damit hat er den ganz schlechten Alien-Filmen wie The Darkest Hour oder Independance Daysaster schon einiges voraus. Allein der Anfang, wie der nutzlose kleine Bruder (Taylor Kitsch) des wackeren Marine-Offiziers Stone Hopper (Alexander Skarsgård) beim Versuch, eine Frau zu beeindrucken, maximalen Sachschaden verursacht, weil er ihr einen Chicken-Burrito besorgen will und der Imbiss schon geschlossen hat – köstlich. Dass die umworbene Blondine (Brooklyn Decker) auch noch die Tochter von Admiral Shane (Liam Neeson) und somit von Stones Vorgesetzten ist, bringt den großen Bruder so auf die Palme, dass er den kleinen quasi an den Haaren in die Marine schleift, damit er ihn künftig unter Aufsicht hat.

Battleship: In God We Trust All Others We Track

Battleship: In God We Trust All Others We Track Bild via
http://ywpop.tistory.com/

Wobei Alex sich zwar einige Zeit zusammen nimmt, aber wie zu erwarten nicht gerade durch Disziplin auffällt, weshalb er eigentlich gefeuert werden soll – wenn seine Einheit nicht gerade im Rahmen des internationalen RIMPAC-Manövers im Pazifik unterwegs wäre und die Erde nicht gerade von den ersten fünf Schiffen einer Alieninvasion erreicht würde.

Zum Glück sind die Aliens nicht so auf Zack, dass sie unbemerkt landen würden, im Gegenteil, eins ihrer Schiffe stürzt ab und die Wrackteile verursachen weltweit aufsehenserregende Schäden, so dass die Menschen gewarnt sind. Die (für meinen Geschmack viel zu menschenähnlichen, hier waren die mysteriös unsichtbaren Energiefresser in The Darkest Hour deutlich besser) Aliens wollen eine Radarstation auf Hawaii übernehmen, um mit ihren Artgenossen im All zu kommunizieren. Sie spannen einen undurchdringlichen Schutzschirm über die restlichen Schiffe – die natürlich über beeindruckende Transformerqualitäten verfügen – und sind somit mit irdischen Mitteln nicht mehr angreifbar. Abgesehen von den paar Schiffen jener Manöver-Flotte, die zufällig innerhalb des Schutzschildes gelandet sind, natürlich. Zufällig handelt es sich dabei ausgerechnet um die USS Sampson unter dem Kommando von Stone Hopper, die Myōkō unter dem Befehl des Japaners Nagata und die John Paul Jones mit Alex Hopper an Bord, der es inzwischen immerhin zum Lieutenant gebracht hat.

Die blonde Admiralstochter ist übrigens Physiotherapeutin, die sich – genau, ausgerechnet auf jener Insel mit der Radarstation – um versehrte Veteranen kümmert. Als die Aliens angreifen, macht sie grade mit einem verbitterten Kriegsversehrten einen Spaziergang, der beide Beine verloren hat und und lernen soll, mit seinen Prothesen umzugehen. Wegen seiner künstlichen Beine wird er noch für einen Cyborg gehalten. Aber er wird die ihm zufallende Aufgabe als alter Soldat natürlich vorbildlich lösen – die Aliens dürfen die Radar-Station nicht rechtzeitig in Betrieb nehmen, um ihr Signal per Satellit nach Hause senden zu können.

Auf dem Wasser nehmen die Stone-Brüder den Kampf auf – nur wird leider ausgerechnet das Schiff des erfahrenen großen Bruders recht bald versenkt, so dass der junge Heißsporn Alex Kommando übernehmen muss. Und der ist entschlossen, den Aliens so richtig einen vor den Latz zu knallen, womit er das Leben der Restmannschaft aufs Spiel setzt. Glücklicherweise ist der Japaner Nagata noch unter den Überlebenden, der Alex beibringen kann, wie man Schiffe versenken richtig spielt. Denn die ganzen raffinierten elektronischen Ortungsssysteme an Bord sind ausgefallen – aber zum Glück gibt es ja noch das Tsunami-Warnsystem NOAA, mit dem anhand der Wasserverdrängung der jeweiligen Standort der feindlichen Schiffe ermittelt werden kann – und aus diesen Bewegungsprofilen lässt sich wiederum berechnen, wo der nächste Schuss hingehen muss. Das klappt ein, zwei mal auch ganz gut, aber um den Aliens so richtig einen vor den Bug zu geben, braucht es keinen kleinen Zerstörer, sondern ein richtiges Schlachtschiff – gut, dass mit der USS Missouri ein solches als Museumsstück im nächsten Hafen liegt. Auch das ist natürlich wieder nichts als ein guter Witz, aber die Opas vom Museumsverein machen das alte Streitross in Rekordzeit gefechtsfähig – die gute alte analoge Technik funktioniert halt auch nach 70 Jahren noch. Keine Frage, es gelingt mit viel Mühe und Glück, das Alienschiff, das die Energie für den Schutzschirm liefert zu zerstören und dann kann die RIMPAC-Flotte den Rest erledigen.

Wenn man an dick aufgetragenen Geballer-Filmen Vergnügen findet, kann man in den gut zwei Stunden mit Battleship schon eine Menge davon haben – für 200 Millionen Dollar sollte man das aber auch erwarten können. Ansonsten ist der Film frei von jedem Anspruch und die Verherrlichung von Militär und Marine ist durchaus ernst gemeint, wobei man es natürlich auch totkomisch finden kann, wie Liam Neeson ohne seinem Gesicht allzu viel Regung zuzumuten, den knorrigen Supersoldaten gibt. Ach ja, Rihanna spielt auch mit, was aber nicht stört, weil sie nur schießt und nicht singt.