Die Brücke – Transit in den Tod Staffel 2:

Nach dem ich als echter Die-Brücke-Fan ja nicht nur das Original, sondern sämtliche Remakes (The Bridge – America bzw. The Tunnel) gesehen habe, freue ich mich jetzt natürlich sehr, dass es endlich wieder los geht: Die zweite Staffel der dänisch-schwedischen Krimi-Serie läuft endlich im ZDF. Und auch dieses Mal ist die spektakulär lange Öresund-Brücke, die Kopenhagen und Malmö verbindet, der Ort, an dem das Verbrechen seinen Anfang nimmt.

Und das, nachdem dieses eigentlich sehr triste Ding, das nichts als eine lange Straße bzw. Schienenstrecke über die Ostsee ist, der Ort war, an dem nicht nur das rätselhafte erste Verbrechen der ersten Staffel inszeniert wurde, sondern auch das letzte Verbrechen des fanatischen Täters scheiterte: Der dänische Kommissar Martin Rohde (Kim Bodnia) sollte die Geisel erschießen, um das Leben seines Sohnes zu retten. Aber der Wahrheitsterrorist log: August war schon tot. Und die schwedische Kommissarin Saga Norén (Sofia Helin), die das als einzige schon wusste, streckte Martin nieder, um zu verhindern, dass er zum Mörder würde.

Screenshot Die Brücke 2: Sage weiß, dass mehr dran ist

Screenshot Die Brücke 2: Sage weiß, dass mehr dran ist

Ein Jahr und einen Monat später läuft ein Frachtschiff gegen einen Pfeiler der Brücke. An Bord sind fünf junge Menschen, angekettet im Laderaum und in gesundheitlich schlechtem Zustand. Weil zwei der Jugendlichen aus Dänemark stammen, setzt Saga sich in ihren alten Porsche und fährt nach Kopenhagen. Sie ahnt, dass es sich um mehr als um einen Vermissten-Fall handelt und erinnert sich offenbar gern an die Zusammenarbeit mit Martin. Denn sie hätte ihn auch einfach anrufen können. Oder eine E-Mail schreiben. Aber zwischenmenschliche Kommunikation ist nicht so ihr Ding. Jedenfalls nicht so, wie andere kommunizieren würden.

Screenshot Die Brücke 2: Martin freut sich, Saga zu sehen.

Screenshot Die Brücke 2: Martin freut sich, Saga zu sehen.

Martin ist nach dem Tod seines Sohnes grau geworden, freut sich aber, Saga zu sehen. Und nicht nur das, er will ihr bei ihren Ermittlungen helfen. Man hat ihn nach dem schrecklichen Ereignissen im vergangenen Jahr auf einen ruhigen Posten versetzt, damit er sich erholen kann. Aber als Martin Saga sieht, wird ihm klar, dass er eigentlich viel lieber wieder ins richtige Leben zurück will. Er will nicht geschont werden, er will einfach wieder behandelt werden wie jeder andere auch, und genau das beginnt er, jetzt einzufordern. Und Sagas spröde Art hilft ihm dabei, auch wenn sie inzwischen versucht, Martins Ratschläge aus der ersten Staffel zu befolgen – was Martin natürlich merkt: „Nur weil Sie inzwischen das Lügen gelernt haben, heißt das nicht, dass Sie gut darin sind!“ quittiert er ihre nett gemeinten Versuche.

Screenshot Die Brücke 2: Saga und Martin in Aktion.

Screenshot Die Brücke 2: Saga und Martin in Aktion.

Aber der Fall lässt auch wenig Raum für Nettigkeiten: Eine Gruppe von Umweltterroristen hat die Jugendlichen auf dem Frachter mit Lungenpest infiziert und ist dabei, eine Menge Menschen zu vergiften: Menschen sterben nach dem Verzehr von unkorrekt produziertem Obst, von ökologisch zweifelhaften Riesengarnelen oder Rindfleisch. Alles, was eine schlechte Öko- und Korrektness-Bilanz hat, wird potenziell gefährlich. Keine Frage, das Ganze erinnert doch sehr an The East. Ich vermisse schon jetzt Figuren wie den Sozialarbeiter Stefan, der im Wunsch, den Schwachen und Benachteiligten zu helfen, zum Mörder wird oder den zwielichtigen karrieregeilen Journalisten Daniel.

Die Jungs und Mädels von der Ökoterror-Front haben mich noch nicht so richtig überzeugt – sie sind auch viel weniger nett zueinander als die Anarchos aus The East. Natürlich sind so richtige Terroristen, die über Leichen gehen, nie nette Menschen – aber hier wird ja nicht mal der Versuch gemacht, die Terroristen auch nur ambivalent zu zeichnen. Das ist schon ziemlich enttäuschend, obwohl ich durchaus guten Willens bin, mir anzusehen, wie es weiter geht.

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