Mad Men: Zurück zur alten Coolness

Die ersten Staffeln von Mad Men fand ich grandios: Hemmungslos rauchen, saufen, ja, und auch ein bisschen arbeiten – und das in diesem abgefahrenen Design der frühen 60er Jahre! Als Mensch, der Ende der 60er geboren wurde und in den hässlichen 80er Jahren erwachsen werden musste, hatte ich immer einen Faible für die 60er.

Da war einerseits alles so unglaublich elegant. Und gleichzeitig alles so unglaublich in Aufruhr – endcool, wie man später gesagt hätte. Die 80er dagegen waren mintgrün und anthrazit und dann diese unsäglichen Fledermausärmel! Und diese Frisuren! Und diese ganzen Rasierklingen und Sicherheitsnadeln! Die Welt ist hässlich und wir wollen hässlich sein! Aus dieser Perspektive waren die durchaus unvollkommenen 60er total heile Welt.

Gleichzeitig ist diese 60er-Serie aber so eindeutig ihre eigene Satire, dass man gleich weiß, dass es natürlich nicht toll gewesen sein kann: Frauen gehören hinter die Schreibmaschine oder ins Bett, aber nicht ins eigene Eckbüro mit Außenfenstern und dem eigenen Namen samt Titel an der Tür.

Ich hätte so gern mit Peggy Olson angestoßen, als sie mit einem ordentlichen Drink diesen Aufstieg nach unendlich viel Arbeit für ihren unglaublich selbstbezogenen, aber ihr gegenüber dann letztlich doch halbwegs fairen Chef Don Draper geschafft hat. Das eigene Büro mit Außenfenster und Vorzimmerdame! (Warum eigentlich kein Vorzimmerboy?!)

Aber so in Staffel 5 und 6 fing mich an, dieser ganze Privatscheiß zu nerven, mit dem man als Zuschauer mehr und mehr behelligt wurde – mich interessierten halt ganz andere Sachen. Aber inzwischen habe ich mich damit ausgesöhnt – der Auftakt zur letzten Staffel ist dermaßen schweinecool, dass Don Draper und Konsorten jetzt einfach machen können, was sie wollen – im Vergleich zu anderen Serien (außer dem schwer erreichbaren Breaking Bad) ist Mad Men in Sachen Coolness einfach wegweisend.

Wobei ich natürlich darauf hinweisen muss, dass es leider auch der Kontrast zu dem schwachen Finalauftakt von True Blood ist (völlig anderes Genre, aber ja auch cool und Satire), der mich jetzt so überschwänglich macht. Ich muss halt erstmal weiter sehen.

Aber bis dahin hier ein paar Eindrücke. Ich liebe nun mal dieses 60er-Jahre-Design und die 60er-Jahre-Coolness. Bei Mad Men kann man total darin schwelgen. Und wenn Don Draper jetzt systematisch dekonstruiert wird, kann ich sehr gut damit leben, denn der Typ ist eh das komplette Arschloch. Aber eben ein sehr, sehr cooles Arschloch. Den Auftakt, wie Megan ihn, den Super-Alpha-Leitwolf schlechthin, mal eben zum Beifahrer macht, fand ich extrem vielversprechend. Hoffentlich bleibt das so.

Screenshot Mad Men Staffel 7 - Time Zones: Don Draper (Jon Hamm)

Screenshot Mad Men Staffel 7 – Time Zones: Don Draper (Jon Hamm)

Screenshot Mad Men Staffel 7 - Time Zones: Don Draper (Jon Hamm)

Screenshot Mad Men Staffel 7 – Time Zones: Don Draper (Jon Hamm)

Screenshot Mad Men Staffel 7 – Time Zones: Don Draper (Jon Hamm)

Screenshot Mad Men Staffel 7 – Time Zones: Don Draper (Jon Hamm)

Screenshot Mad Men Staffel 7 - Time Zones: Megan Draper (Jessica Paré)

Screenshot Mad Men Staffel 7 – Time Zones: Megan Draper (Jessica Paré)

Screenshot Mad Men Staffel 7 - Time Zones: Megan Draper (Jessica Paré)

Screenshot Mad Men Staffel 7 – Time Zones: Megan Draper (Jessica Paré)

Screenshot Mad Men Staffel 7 - Time Zones: Megan Draper (Jessica Paré)

Screenshot Mad Men Staffel 7 – Time Zones: Megan Draper (Jessica Paré)

Screenshot Mad Men Staffel 7 - Time Zones: Don (Jon Hamm) and Megan Draper (Jessica Paré)

Screenshot Mad Men Staffel 7 – Time Zones: Don (Jon Hamm) and Megan Draper (Jessica Paré)

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True Blood Staffel 7: Blutiger Auftakt

Endlich fließt wieder Blut, und das von Anfang an gleich in Strömen – aber ich war von der ersten Folge der finalen Staffel von True Blood so enttäuscht, dass ich eine Weile gebraucht habe, um mich wieder einzukriegen und diese Kritik hier zu schreiben. Die sechste Staffel endete ja sehr düster mit dem Herannahen einer durstigen Meute aus Hep-V-infizierten Vampiren, die sämtliche Einwohner von Bon Temps bedrohen.

Genau da setzt die Handlung in der neuen Folge Jesus Gonna Be There ein, so dass es gleich mit einem gigantischen Blutbad losgeht: Gerade während der Party, die Sam Merlotte, der neue Bürgermeister von Bon Temps, Vampir Bill und Arlene, die Sams Restaurant übernommen hat, gemeinsam ausrichten, um die Menschen von Bon Temps zu überzeugen, dass ihre Rettung nur darin bestehen kann, dass sie jeweils einem Vampir ihrer Wahl ihr sauberes Blut anbieten und als Ausgleich dafür von ihrem Vampir-Partner vor den bösen, kranken Vampiren beschützt werden, fallen die Hep-V-Vampire über die Einwohner her. Dabei werden viele Menschen und Vampire umgebracht – leider auch Neuvampirin Tara, weshalb es gleich einen Grund für tiefe Trauer und allerlei Schuldzuweisungen gibt. Einige Menschen werden von den kranken Vampirmonstern auch verschleppt, um später verzehrt zu werden, darunter Arlene und Holly.

Nach dieser Eskalation der Gewalt bildet sich natürlich umgehend eine aggressive Bürgerwehr, die Jagd auf alle möglichen Vampire macht und von irgendwelchen Abkommen mit Vampiren nichts mehr wissen will.

Weil Andy Bellefleurs Feen-Tocher Adilyn zuhause bleiben musste, wacht vor dem Haus Vampirin Jessica, um Adilyn zu beschützen – sie fühlt sich schlecht, weil sie sich nicht beherrschen konnte und Adilyns drei Feenschwestern leergetrunken hat. Das Feenblut ist einfach zu köstlich. Andy hat Adilyn streng verboten, Jessica ins Haus zu bitten – aber als der Morgen anbricht und Jessica draußen ausharrt, um einen Hep-V-Vampir daran zu hindern, von der leckeren Adilyn zu trinken, bittet Adilyn Jessica doch ins Haus, weil sie nicht will, dass die Vampiren in der Sonne verbrennt. Jessica gerät zwar in Versuchung, kann sich aber beherrschen, während der schreckliche Hep-V-Träger draußen verbrennt.

Jessica erfährt, dass Tara den wahren Tod gestorben ist.

Jessica erfährt, dass Tara den wahren Tod gestorben ist.

Derweil befreien Andy und Bill Arlene und Holly aus dem Keller der Fangbanger-Bar, Jason Stackhouse darf nach monatelanger Entsagung endlich Sex mit seiner streng katholischen Vampirfreundin Violet haben, Jessicas hübscher neuer Vampir-Lover wird der Beschützer von Lafayette, der um Tara trauert und Taras zu Gott bekehrte Alkoholiker-Mama gibt Sookie Stackhouse (Anna Paquin) die Schuld an allem, genau wie alle anderen Einwohner von Bon Temps, weil ja irgendwer an diesem ganzen Schlamassel schuld sein muss. Dabei will Sookie doch einfach nur helfen – auch wenn sie gerade Stress mit ihrem neuen Freund Alcide hat, aus dessen Denkorgan ebenfalls ein paar hässliche Gedanken entwichen sind.

Alles in allem war dieser Staffelauftakt als Fortsetzung des letzten Teils irgendwie okay, aber der drive fehlt noch total und besonders lustig war das Ganze leider auch nicht. Einziger Lichtblick war Pam, die wie so cool und bösartig ist wie eh und je unterwegs ist – als Lady Go Fuck Yourself spielt sie ein paar Partien Russisches Roulette, um die nötigen Mittel für ihre Suche nach ihrem Erschaffer Eric (Alexander Skarsgård) aufzutreiben, der nach wie vor verschwunden ist. Bei mir hat sich das True-Blood-Fieber jedenfalls noch nicht wieder eingestellt, weshalb ich dann gleich die erste Folge der neuen Staffel von Mad Men hinterher sehen musste. Dazu demnächst mehr auf diesem Bildschirm.

House of Cards: Weiterhin nichts zu lachen

Nachdem es erstaunlich lange gedauert hat, bis ich mich durchringen konnte, die zweite Staffel von House of Cards fertig zu sehen, muss ich sagen, dass ich sie alles in allem dann doch ziemlich gut fand – man muss allerdings eine Abstriche machen.

Die einzigartige Mischung aus berechnender Ehrlichkeit, gespieltem Patriotismus und der typisch underwoodschen Chuzpe, mit der Frank am Ende seinen Präsidenten ausspielt – das hat mich dann doch überzeugt. Niemand spielt den allesversengenden Zynismus der Macht so konsequent und charmant wie Kevin Spacey. Wobei schon klar ist, dass er ohne den Engel aus Stahl an seiner Seite nicht so weit gekommen wäre. Robin Wright als Claire Underwood ist natürlich auch großartig – streckenweise fand ich sie noch überzeugender als ihren Mann. Vor allem, weil sie sich erlaubt, zumindest noch ansatzweise unter dem zu leiden, was sie tut – auch wenn sie mit ihren Manipulationen letztlich genauso raffiniert, ja eigentlich sogar deutlich subtiler vorgeht als ihr Ehemann. Immerhin weint sie noch ein paar heimliche Tränen, wenn sie ihre Züge gesetzt hat, weil sie weiß, dass nun wieder Opfer fällig werden, die andere für sie und ihren Mann bringen müssen.

Screenshot: House of Cards, USA 2014

Screenshot: House of Cards, USA 2014 – Frank und Claire Underwood

Alles in allem ist schon enttäuschend, dass Frank die ganze Serie über einfach nur ein abgewichster Superbösewicht ist, der keinerlei menschlichen Regungen mehr zu verspüren scheint – hier sind die weiblichen Charaktere deutlich spannender. Denn auch Franks Nachfolgerin als Fraktionsführerin, Jackie Sharp (Molly Parker), ist nicht ohne – sie ist genauso durchtrieben wie die harten Jungs, mit denen sie zu tun hat. Und letztlich muss sie noch härter als sie sein, um sich durchzusetzen. Hier ist aber wenigstens die Frage spannend, ob sie hart genug sein wird, um sich mit ihren abweichenden Ansichten durchzusetzen – bei Frank ist das ja ohnehin klar.

Das nervt – auch dass beispielsweise der Mord an Zoe Barnes letztlich nur ihren ehemaligen Kollegen Lucas Goodwin (Sebastian Arcelus) belastet, der zu immer verzweifelteren Methoden greift, um irgendwelche Beweise zu finden. Das kann natürlich nicht gut ausgehen, und es geht denkbar schlecht für Lucas aus. Und auch Franks Leib- und Magenspezialisten in Sachen Hausmannskost, Freddy Hayes (Reg E. Cathey), erlebt nach dem Aufschwung seines Spare-Ribs-Ladens durch die plötzliche Prominenz seines Vorzugsgastes einen hässlichen Absturz – wer Franks Wege kreuzt, kann nur als Verlierer enden, selbst, wenn er nie die Absicht hatte, gegen diesen Übermacher anzutreten. Das ist einerseits konsequent, andererseits dann doch auch ziemlich öde: Wenn es überhaupt keine Möglichkeit für die anderen gibt, auch mal einen Stich zu machen, und sei es nur versehentlich, dann bleibt für den Zuschauer überhaupt keine Möglichkeit, sich auch mal klammheimlich mit wem anders mitzufreuen. Das ist es, was ich an dieser Serie vermisse: Es gibt einfach nichts zu lachen.

Screenshot: House of Cards, USA 2014

Screenshot: House of Cards, USA 2014

Normalerweise habe ich geradezu eine Allergie gegen dieses ganze „Man-muss-auch-immer-das-Positive-sehen“-Zeug. Im Gegenteil: Es kann gar nicht schlecht genug laufen. Deshalb mag ich ja auch diese ganzen skandinavischen Serien und Filme, in denen die Wendung zum Schlimmstmöglichen mit bewundernswerter Konsequenz zelebriert wird. Aber bei House of Cards wird das ohne jeden Humor durchgezogen. Es gibt null Humor – nicht einmal schwarzen. Alle sind entweder ohnehin maßlos verdorben, böse und zynisch oder wenigstens total verzweifelt, aber auf jeden Fall verlieren sie. Und das ist einfach schlimm, weil auf Dauer langweilig. Da können sich die Drehbuchschreiber noch so raffinierte Winkelzüge ausdenken – mangelnde Komplexität der Handlung kann man der Serie wirklich nicht vorwerfen.

Aber die handelnden Charaktere könnten durchaus ein bisschen komplexer sein. Nichts gegen menschliche Schwächen, die auch hier ausführlich benutzt werden, um Gegner zu Fall zu bringen. Aber zu den menschlichen Schwächen gehört ja auch, dass der Mensch gelegentlich gut sein möchte – okay, in Falle von Doug Stamper (Michael Kelly) gibt es ein Beispiel, wo der Versuch, dieses Gutsein auszuleben, mal wieder konsequent schief geht – in dem Doug die ehemalige Prostituierte Rachel (Rachel Prosnahan) nicht wie befohlen diskret aus dem Weg räumt, sondern versucht, ihr ein neues Leben zu ermöglichen, macht er Rachel nicht unbedingt glücklich. Es hätte natürlich besser laufen können, wenn Doug sie einfach in Ruhe gelassen hätte. Aber er hatte natürlich ja seine eigene Agenda. Und Rachel spielt leider nicht wie erwartet mit. Als eine der wenigen Überraschungen schafft sie es immerhin, sich in der letzten Folge aus der erdrückenden Protektion ihres zweifelhaften Gönners zu befreien, in dem sie ihn mit einem Stein niederschlägt (erschlägt?) und mit seinem Auto abhaut. Aber vermutlich wird auch das nicht lange gut gehen. Es kann gar nicht. Aber auf welche Weise es nicht gut gehen kann, werden wir aber erst in der dritten Staffel erfahren.

Screenshot: House of Cards, USA 2014

Screenshot: House of Cards, USA 2014: Frank hat es geschafft

Tropa de Elite: Alternativen zum FIFA-Terror

Wem der ganze WM-Rummel schon jetzt auf die Nerven geht, hat durchaus Möglichkeiten, sich dem Gastgeberland Brasilien auch auf andere Art und Weise zu nähern. Zum Beispiel, in dem man sich den Film Tropa de Elite ansieht, der 2008 auf der Berlinale den Goldenen Bären gewann. Es handelt sich um einen quasi dokumentarischen Film über die Polizei-Einheit BOPE, eine Elite-Einheit der Militär-Polizei von Rio de Janeiro.

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite


Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Regisseur José Padilha (inzwischen wohl eher bekannt für sein Robocop-Remake) wollte eigentlich einen Dokumentar-Film über die Arbeit dieser Sondereinheit drehen – allerdings wollte keiner der von ihm interviewten Angehörigen der BOPE gefilmt werden. Auch wäre es zu gefährlich gewesen, Einsätze dieser Truppe life zu filmen. Also beschloss Padilha, ein Dokumentar-Spiel daraus zu machen, in dem Schauspieler die BOPE-Einsätze nachspielen sollten. Auch das erwies sich als nicht ungefährlich – als Polizist verkleidet in den Favelas von Rio de Janeiro herum zu laufen, ist auch in Begleitung eines Filmteams ein Risiko – außerdem wurde aller Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz das Auto mit den Waffen gestohlen.

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Der Film erzählt die Geschiche von Capitão Nascimento, der Leiter eines Einsatzkommandos der BOPE ist. Anlässlich des Papstbesuchs in Brasilien 1997 erhält seine Einheit den Auftrag, in den Favelas von Rio aufzuräumen – ein extrem unangenehmer Auftrag. Nascimento würde lieber aus eigener Tasche ein Hotelzimmer für den heiligen Vater in einem ruhigeren Stadtteil bezahlen, aber so kann man dem Papst natürlich nicht kommen. Nascimento leidet ohnehin schon an Panikattacken und kann die brutalen Einsätze nur noch mithilfe seiner Beruhigungspillen überstehen. Und dann ist auch noch seine Frau schwanger, die ihn überreden will, seinen gefährlichen Job aufzugeben. Nascimento bittet um seine Entlassung, die ihm wird aber nur gewährt, wenn er persönlich einen Nachfolger auswählt. Keine einfache Aufgabe unter diesen Umständen.

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

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Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Die Jugendfreunde Neto und Matias, beide aus Überzeugung Polizisten geworden, kommen mit der Korruption in ihren Polizei-Einheiten nicht klar und bewerben sich deshalb für die Elitetruppe. Sie müssen in einem extrem harten Auswahlverfahren ihre Ausdauer und ihre ehrenhaften Motive unter Beweis stellen. Matias, der neben seinem Dienst in der Polizei an der Universität von Rio Jura studiert, wird durch seine ehrenamtliche Arbeit in den Favelas zur einer Bedrohung für den von lokalen Banden kontrollierten Drogenhandel mit den Oberschichtskindern an Matias Universität. Deshalb will ihn der Bandenchef Baiano aus dem Weg räumen. Matias kapiert einfach nicht, dass er nicht gleichzeitig die Welt verbessern und für Recht und Ordnung sorgen kann.

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite: Capitão Nascimento

Die Aktion des Gangsters misslingt jedoch und an Stelle von Matias wird sein Freund Neto angeschossen. Er stirbt später im Krankenhaus. Danach kennt das Einsatzkommando nur noch ein Ziel: Baiano zur Strecke zu bringen. Schließlich wird er von der BOPE aufgespürt und angeschossen. Nascimento überlässt es Matias, Baiano mit einer Schrotflinte zu erschießen. Dieser rächt damit seinen Freund und Nascimento hat endlich einen würdigen Nachfolger gefunden. Aber mit Matias Idealen ist es nun auch für immer vorbei…

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite

Alles in allem ein krasser Stoff – aber wie sollte es in einer Gesellschaft, die dermaßen gespalten ist wie die brasilianische, auch anders sein. Insofern verwundert es auch nicht, dass die fußballbegeisterten Massen in Brasilien lieber ihre alternativen Feste feiern, weil von der FIFA-WM ohnehin nur die reiche Elite profitiert. Die Wohngebiete der Armen wurden für den Bau neuer Stadien planiert – aber ins Stadion kommen nur diejenigen, die die absurden Preise für die Karten zahlen können. Während die aktuelle WM das teuerste Turnier aller Zeiten wird, bricht die Infrastruktur des Landes an vielen Orten einfach zusammen – es fehlt an allem, Kanalisation, Gesundheitsversorgung, Schulen, bezahlbarem öffentlichen Verkehr.

Insofern ist Tropa de Elite durchaus ein Lehrstück – auch wenn die relevanten Leute in Brasilien offenbar nichts daraus lernen wollten. Warum auch. Sie haben ja das Geld und das Sagen. Und zum Glück kucken die Leute eh lieber Fußball.

Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite


Screenshot Tropa de Elite

Screenshot Tropa de Elite Matias

The Blacklist

Das wird ein toller Serien-Sommer – am 22. Juni kommt die 7. und letzte Staffel von True Blood und am 1. August gibt es die 4. und ebenfalls finale Staffel von The Killing. Und dann kann man sich schon langsam auf das Breaking-Bad-Spinoff Better Call Saul freuen.

Bis dahin kann man die Zeit nicht nur mit Helix, sondern auch mit The Blacklist herum bringen. Die NBC-Serie, die hierzulande auf RTL läuft, hat zwar keine besonders guten Kritiken bekommen – sie sei uninspiriert, vorhersehbar und fühle sich bereits beim ersten Sehen an wie eine Wiederholung. Das stimmt sogar, denn in erster Linie feiert Hauptdarsteller James Spader (bekannt aus Boston Legal) als vielgesuchter Superverbrecher Raymond „Red“ Reddington seine Arroganz und sich selbst. Aber ich finde das durchaus unterhaltsam.

Screenhot The Blacklist: Reddington (James Spader) stellt sich.

Screenhot The Blacklist: Reddington (James Spader) stellt sich.

Red am marschiert gleich am Anfang der ersten Folge ins FBI-Hauptquartier und stellt sich selbst. Er hat nämlich eine Agenda und er will die US-Ermittlungsbehörden sozusagen die Drecksarbeit machen lassen. Weil er so ziemlich alle Verbrecherkönige und Topterroristen der Welt kennt – das scheint in illustrer Verein zu sein, in dem Red selbst die Platin-Mitgliedskarte hat – bietet er sein Wissen und seine hervorragenden Verbindungen als Gegenleistung für Immunität und ein paar Extras an, von denen die Betonköpfe an den entscheidenden Stellen erst noch überzeugt werden müssen. Aber natürlich werden sie nach und nach überzeugt, schließlich können mit Reddingtons Hilfe eine Menge grässlicher Verbrechen verhindert werden.

Screenhot The Blacklist: Raymond "Red" Reddington (James Spader).

Screenhot The Blacklist: Raymond „Red“ Reddington (James Spader).

Da verzeiht man ihm sogar seinen Spleen, nur mit Agent Elizabeth Keen (Megan Boone) reden zu wollen, die gerade ihren ersten Tag als Profilerin beim FBI hat. Dass dieser Spleen irgendwas mit Keens Vergangenheit zu tun haben muss und auch mit ihrem unglaublich lieben und fürsorglichen Gatten (Ryan Eggold) irgendwas nicht stimmen kann, liegt auf der Hand. Aber bevor Elizabeth über sich selbst und ihren Mann Dinge herausfindet, von denen sie nie etwas wissen wollte, muss sie natürlich für Reddington allerlei Verbrecher und Terroristen zur Strecke bringen. Was sie auch irgendwie hinkriegt, obwohl sie noch ganz neu beim FBI ist. Da ist es kein Wunder, dass der altgediente Kollege Donald (Diego Klattenhoff) ziemlich eifersüchtig wird. Was ihm aber nichts nützt, außerdem darf er gelegentlich auch mal ran und zeigen, wie ein Mann Schmerz erträgt.

Ja, so richtig toll ist das alles nicht, aber zur Überbrückung der Zeit, bis es wieder was richtig Gutes in Serie gibt, durchhaus tauglich. „Verheimlichen Sie mir etwa etwas?“ – „Da kann ich Sie beruhigen – ich verheimliche Ihnen immer etwas!“

Screenhot Boston Legal: So kennt man James Spader - hier als Alan Shore.

Screenhot Boston Legal: So kennt man James Spader – hier als Alan Shore.

Helix: Gepflegter Katastrophen-Grusel im ewigen Eis

Als großer Fan des Wissenschaftlerteams um Dr. David Sandström, das in der kanadischen Serie ReGenesis im Labor von NorBAC gegen gefährliche Seuchen, rätselhafte Krankheiten und mysteriöse Vorfälle alle Art zu kämpfen hatte, komme ich natürlich auch nicht an der aktuellen Science-Fiction-Serie Helix vorbei. Wobei mich ehrlich gesagt ein bisschen irritiert hat, dass ausgerechnet der engagierte Lokal-Politiker Darren Richmond aus The Killing jetzt Dr. David Sandström sein soll. Natürlich ist Billy Campbell als Dr. Alan Farragut total in Ordnung – aber Peter Outerbridge als Dr. David Sandström hat natürlich Maßstäbe gesetzt.

Wie ReGenesis überhaupt einige Maßstäbe gesetzt hat. Die Erstausstrahlung von ReGenesis in Kanada liegt mittlerweile fast 10 Jahre zurück, die Serie wurde als Cross-Platform-Project konzipiert, bei dem die Zuschauer per Internet und E-Mail eingebunden wurden – bereits bevor es die jetzt dominierenden sozialen Netzwerke Facebook oder Twitter gab. In Deutschland wurden allerdings nur die ersten beiden Staffeln auf arte ausgestrahlt, Staffel 3 und 4 haben es gar nicht erst bis ins deutsche Fernsehen geschafft.

Screenshot Regenesis - Dr. David Sandström (Peter Outerbridge)

Screenshot Regenesis – Dr. David Sandström (Peter Outerbridge)


Screenshot Regenesis - Dr. David Sandström (Peter Outerbridge)

Screenshot Regenesis – Dr. David Sandström (Peter Outerbridge)


Screenshot Regenesis - Lilith Sandström (Ellen Page)

Screenshot Regenesis – Lilith Sandström (Ellen Page)

Aber wie dem auch sei, wir sind jetzt bei Helix. Während ReGenesis noch weitgehend dem klassischen Serien-Schema folgte, dass es pro Folge einen verzwickten Fall gibt, den es zu lösen gilt – wobei es natürlich schon eine übergeordnete Handlung gibt, die sich durch die Staffeln zieht, schließlich hat Dr. Sandström auch private Probleme, unter anderem mit seiner pubertierenden Tochter (grandioses Debüt für Ellen Page als Lilith Sandström), ist Helix von vornherein als „Ein-Fall-Mehrteiler“ angelegt – hier geht es um einen sehr mysteriösen Fall, der sich über die komplette Staffel erstreckt. Allerdings geht es hier weniger um die Wissenschaft – ReGenesis war ja geradezu als Lehrstück über moderne Biowissenschaft angelegt und Dr. Sandström konnte den darin weniger bewanderten Figuren in der Serie (und damit den Zuschauern) seine neuesten Erkenntnisse immer sehr anschaulich mit einfachen Worten erklären.

Bei Helix wird viel weniger erklärt und dafür mehr gefragt – das Mystery-Element ist schon sehr dominant. Und natürlich gibt es auch jede Menge Suspense – für meinen Geschmack zu viel davon, denn wenn um jeden Preis Spannung erzeugt wird, dient das in der Regel nur dazu, inhaltliche Schwächen zu überspielen und genau das ist hier auch der Fall.

Screenhot Helix: Dr. Farragut (Bill Campbell) und Dr. Julia Walker (Kyra Zagorksy)

Screenhot Helix: Dr. Farragut (Bill Campbell) und Dr. Julia Walker (Kyra Zagorksy)

Andererseits ist es auch wieder egal, denn die meisten Serien-Seher sind weder Mediziner, noch Biowissenschaftler und interessieren sich ohnehin weniger für die wissenschaftlichen Finessen als für die handfeste Handlung, die alles in allem funktioniert – für das authentische Science-Fiction-Feeling sorgt der Umstand, dass das Team von Dr. Alan Farragut, der für die real existierenden Centers for Disease Control and Prevention (CDC) arbeitet, zu einer Forschungsstation in der Antarktis gerufen wird. Die Aufgaben der CDC entsprechen in etwa denen des deutschen Robert-Koch-Instituts, sie sind für den Schutz der öffentlichen Gesundheit zuständig – vor allem für die Seuchenbekämpfung.

Screenhot Helix: Dr. Farragut (Bill Campbell)

Screenhot Helix: Dr. Farragut (Bill Campbell)

Auf der Forschungsstation eines privaten Pharma-Konzerns gibt es einen Ausbruch einer unerklärlichen Seuche. Weil das US-Militär den Notruf aufgefangen hat, ist es mit an Bord, was noch zu interessanten Verwicklungen führen wird. Aber hauptsächlich ist das Team vom CDC gefordert. Es ist wie auf einem Raumschiff: Die Umwelt aus Eis und Dunkelheit ist extrem lebensfeindlich, keiner kann draußen länger überleben. Und konsequenterweise gibt es immer wieder Szenen, die einen an Klassiker wie Alien oder Solaris erinnern – das Team vom CDC weiß weder, womit es hier zu tun hat, noch kennt es sich auf der Station aus. Überall tauchen mysteriöse Hinweise auf, dass schreckliche Dinge geschehen sein müssen – und die Wissenschaftler der Station sind entweder krank und verzweifelt oder wenig kooperativ. Und manche sind auch beides.

Screenhot Helix: Ein infiziertes Versuchstier

Screenhot Helix: Ein infiziertes Versuchstier

Gemeinerweise ist die mysteriöse Infektion nicht nur ausgesprochen aggressiv – die Leichen einiger Opfer zerfallen atemberaubend schnell – sie macht in der Inkubationszeit seltsame Dinge mit den Infizierten. Diese halluzinieren lebhaft vor sich hin – und so gibt es immer wieder Sequenzen, die nur in der Vorstellung der jeweiligen Protagonisten statt finden – die Grenzen zwischen dem, was man glaubt zu sehen, und dem, was die Infizierten halluzinieren, verschwimmen. Aber in einer Umgebung, in der eh kaum etwas normal ist, wird es immer schwieriger, das Reale und die Halluzination zu unterscheiden. Insbesondere, wenn jeder danach trachtet, sich beweisen zu wollen, dass er nicht infiziert, sondern normal ist. Denn Dr. Farragut muss die schwere Entscheidung treffen, die Infizierten in einer lange nicht mehr benutzen Ebene der Station zu isolieren – wer dort mit den bereits Erkankten eingeschlossen wird, stirbt mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn es dem noch gesunden Team nicht gelingt, schnell ein Gegenmittel zu finden. Doch schon mit dem Test, ob jemand infiziert ist oder nicht, geht einiges schief. Und dann ist auch nicht klar, was der Stationsleiter Dr. Hatake eigentlich für ein Spiel spielt…

Screenhot Helix: Das CDC-Team rätselt

Screenhot Helix: Das CDC-Team rätselt


Das gefällt mir alles ziemlich gut, zumindest vom Konzept her. Die Umsetzung überzeugt mich nicht immer, aber noch bin ich nicht durch. Mal sehen, was diese Staffel noch an Überraschungen bereit hält. Für Freunde des gepflegten klaustrophobischen Katastrophen-Grusels ist diese Serie ein Muss.

Screenhot Helix: Kein Zweifel - hier muss etwas Schreckliches passiert sein...

Screenhot Helix: Kein Zweifel – hier muss etwas Schreckliches passiert sein…

Noch ein paar Eindrücke vom neuen Robocop

Anlässlich der Tatsache, dass heute der neue Robocop auf DVD und Blu-ray verfügbar ist, gibt es hier noch ein paar Screenshots. Wie ich den Film fand, habe ich ja im Februar schon geschrieben.

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman)

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman)

Screenshot Robocop, USA 2014. Die Polizei in Detroit ist nicht effektiv genug.

Screenshot Robocop, USA 2014. Die Polizei in Detroit ist nicht effektiv genug.

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman)

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman) stellt zu viele Fragen.

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman)

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman) und sein Partner Lewis (Michael K. Williams) bei der Verbrechensbekämpfung.

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman) an Dr. Norton (Gary Oldman)

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman) und Dr. Norton (Gary Oldman)

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman)

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman) hat noch nicht begriffen, was mit ihm los ist.

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman)

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman) findet alles im Labor so erschreckend real.

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman)

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman) – auch der Robocop wird in China gebaut…

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman)

Screenshot Robocop, USA 2014: Alex Murphy (Joel Kinnaman) landet im Reisfeld. Wenn der Robocop nicht pariert, wird er abgeschaltet.