Die Gespenster des Krieges mit Robert Pattinson

Wie versprochen gibt es nun die Kritik von The Haunted Airman. Dieses BBC-Drama aus dem Jahr 2006 dürfte die erste große Rolle für Robert Pattinson gewesen sein, nachdem er als Cedric Diggory bereits einen Auftritt in Harry Potter und der Feuerkelch (also dem vierten der Potter-Filme) hatte – leider fällt der sympathische Cedric dem unendlich bösen Lord Voldemort zum Opfer. Aber ein Opfer ist Toby Jugg auch – ein Opfer des 2. Weltkriegs.

Bei einem Einsatz über Deutschland – es ist einer der der verheerenden Angriffe auf die Stadt Dresden – wird der Bomberpilot Toby Jugg abgeschossen und schwer verwundet. Wir erfahren nicht, auf welche Weise er überlebt und was aus seinen Kameraden wird. Jedenfalls landet er schließlich, von der Hüfte abwärts gelähmt, einem abgelegenen Sanatorium in Wales. Dort soll er seine körperlichen und seelischen Beschwerden auszukurieren. Offenbar hat seine Tante Julia (Rachael Stirling) sich darum gekümmert, die Tobys einzige noch lebende Verwandte ist.

Screenshot von A Haunted Airman: Bomber-Pilot Toby Juggs (Robert Pattinson)

Screenshot von A Haunted Airman: Bomber-Pilot Toby Juggs (Robert Pattinson)

Im Sanatorium wird der Offizier der Royal Air Force freundlich empfangen und von der Krankenschwester Sally Grant (Melissa Lloyd) in den Tagesablauf eingewiesen. Es gibt kriegsbedingt keinen Strom, der Generator bleibt wegen Treibstoffmangel aus, und sämtlichen Taschenlampen wurden konfisziert – so ist das alte walisische Gemäuer abends nur spärlich durch Petroleumlampen und Kerzen beleuchtet.

Eine derart düstere Atmosphäre ist der Heilung von Tobys Trauma nicht gerade förderlich – er leidet unter Albträumen und schrecklichen Visionen, die ihn allmählich an seinem Verstand zweifeln lassen. Auch die Behandlungsmethoden seines Psychiaters Dr. Burns (Julian Sands) erscheinen ihm rätselhaft – ebenso wie dessen Absichten.

Screenshot von A Haunted Airman: Toby (Robert Pattinson) und Tante Julie (Rachael Stirling)

Screenshot von A Haunted Airman: Toby (Robert Pattinson) und Tante Julie (Rachael Stirling)

Dr. Burns versucht, ihm mit Hilfe seiner Tante Julia den Weg zurück in ein normales Leben zu ebnen. Die Genesung gestaltet sich jedoch schwierig – zum einen verfolgt Dr. Burns eigene Absichten mit Julia, der man nicht verdenken kann, dass sie lieber etwas mit dem Arzt anfängt, der ja auch altermäßig besser zu ihr passt. Sie bekommt durchaus mit, dass ihr Neffe für sie schwärmt, und geht zum Teil auch auf seine Schwärmerei ein, weil sie denkt, dass sie Toby damit helfen kann, ins normale Leben zurück zu finden. Aber weil Dr. Burns Tobys Liebesbriefe an Julia zensiert bzw. gar nicht zustellen lässt, ist Julia nicht klar, in welchem Zustand Toby wirklich ist.

Toby ist tief traumarisiert, keine Frage, nicht nur seine Verletzung und die daraus folgende Behinderung machen ihm das Leben schwer: Ein junger Mensch, der an den Rollstuhl gefesselt ist, das ist immer traurig und Schwester Sally stellt bei ihrem Patienten immer mehr Degenerationserscheinungen fest, was auch keine schöne Sache ist. Sie versucht, Toby zu helfen so gut sie kann, aber ihre Möglichkeiten sind sehr begrenzt.

Screenshot von A Haunted Airman: Toby (Robert Pattinson) mit Schwester Sally (Melissa Lloyd).

Screenshot von A Haunted Airman: Toby (Robert Pattinson) mit Schwester Sally (Melissa Lloyd).

Es ist auch nicht nur Tobys Körper, der ihm zu schaffen macht – er redet mit Dr. Burns auch über seine Einsätze, und dass er dazu beigetragen hat, viele Menschenleben auszulöschen – natürlich ist ihm als Bomber-Pilot klar, was er für einen Job hatte: Er hat dazu beigetragen, dass Männer, Frauen und Kinder in den Städten, die er bombardiert hat, verbrannt sind und er leidet darunter, Krieg hin oder her. Irgendwie begreift er das, was ihm zugestoßen ist, auch als Strafe für das, was er getan hat. Gegen die er sich als junger Mensch, der einfach leben will, aber auch wieder auflehnt – Toby würde gern weiterleben, weiß aber nicht, wie. Und so steigert er sich in seine Schwärmerei für seine Tante – er will eine neue Beziehung zu ihr, nicht als Neffe, sondern als Mann. Aber gerade das ist aufgrund seiner Behinderung extrem schwierig.

Screenshot von A Haunted Airman: Toby (Robert Pattinson) und Dr. Burns (Julian Sands)

Screenshot von A Haunted Airman: Toby (Robert Pattinson) und Dr. Burns (Julian Sands)

Toby gerät in eine Abwärtsspirale aus Schmerzen, Ängsten und Gewissensbissen, die ihn immer tiefer in Verzweiflung treiben – wobei er sich wirklich bemüht, nicht endgültig verrückt zu werden. Aber hilflos, wie er ist, kann er sich nicht gegen die Dinge wehren, die im Dunkeln lauern. Und da lauert einiges, vor allem sieht Toby immer wieder große schwarze Spinnen, vor denen er Angst hat.

Und bei seinem Arzt kann man sich auch nicht sicher sein, welche Motive er eigentlich verfolgt – schließlich hat er selbst was mit der attraktiven Julia angefangen. Sie ist es schließlich, die den unausgesprochenen Konflikt zwischen Toby und Dr. Burns ausbaden muss…

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