Wenn Pflanzen tanzen: Guardians of the Galaxy

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich mir zwei Stunden Film ansehen würde, in dem ein genmanipulierter Waschbär und ein (zugegebenermaßen äußerst liebevoll animierter) Haufen Holz Hauptrollen spielen. Aber ich habe es jetzt doch getan und muss zugeben, dass ich mich köstlich amüsiert habe. Obwohl ich mit Marvel-Comics sonst eher nichts anfangen kann – abgesehen vom Asterix-Pflichtprogramm kenne ich in diesem Genre nicht sehr viel, obwohl ich weiß, dass es auch grafisch unglaublich niveauvolle bandes dessinées gibt. Aber ich habs halt eher mit klassischen Romanen, beim Lesen brauche ich keine Bilder.

Aber als Film ist das natürlich gleich ganz anders und Guardians of the Galaxy ist dermaßen gaga, dass der aus Prinzip schon wieder gut ist. Mich erinnert bei dem Film einiges an Firefly oder Defiance – und das sind Sci-Fi-Serien, die ich zwar nicht herausragend, aber doch ganz gut finde.

Guradians of the Galaxy - offizielles Filmfoto

Guradians of the Galaxy – offizielles Filmfoto

Guardians of the Galaxy ist eben auch ganz gut, wenn auch als Science-Fiction-Abenteuer nicht herausragend – aber beliebig oft kann man Blade Runner, Dark Star oder Star Wars (die ersten drei Teile) halt nicht wiederholen. Und das sage ich, obwohl der Soundtrack zu Guardians of the Galaxy zu einem Großteil aus 80er-Jahre-Songs besteht, die ich schon damals eher blöd fand. Dabei gibt es durchaus brauchbare 80er-Jahre-Musik, die ich bis heute höre – aber dieses ganze Footloose-Zeug gehört definitiv nicht dazu. Oh ja, es gab schreckliche Tanzfilme in den 80ern – dafür aber ziemlich gute Sciencefiction-Klamotten wie Zurück in die Zukunft (leider auch mit schlechter 80er-Jahre-Musik). Zu Tanzfilmen der 2010er kann ich dagegen wenig sagen, weil mir keine einfallen (ist dieses Genre am Ende endlich ausgestorben?), aber eine gute Sci-Fi-Klamotte ist für das Jahr 2014 auf jeden Fall dabei!

Die Geschichte ist recht simpel und schnell erzählt: Die Mutter des kleinen Peter Quill stirbt 1988 an Krebs – und der Junge wird von Außerirdischen entführt. 26 Jahre später ist Peter ein Ravanger geworden, ein Trickser, Betrüger und Plünderer, der sich Star Lord nennt und mit einer Bande von Yondu Udonta durch den Weltraum tourt. Von der Erde hat er nur noch seinen antiken Walkman und eine nicht weniger antike Kassette mit Lieblingsliedern, die seine Mutter für ihn aufgenommen hat. Ein lustiges Gerät in seinem Raumschiff ist infolgedessen auch ein gigantischer Retro-Kassettenrekorder als Herzstück seiner Musikanlage.

Eines Tages klaut Peter als Auftragsräuber eine merkwürdige Metallkugel, den Orb – und wird von nun an von ganz fiesen Typen verfolgt, die es ebenfalls auf den Orb abgesehen haben. Ihr Chef ist ein gewisser Ronan, ein Möchtegern-Darth-Vader, mit dem allerdings auch nicht zu spaßen ist. Er gehört zu den Kree, ein Volk aus Weltraum-Wikingern – inklusive Thorshammer für den Chef. Ronan hat zwei Adoptiv-Töchter, die Cyborgs Gamora und Nebula, beide sind ziemlich verkorkst und extrem tödlich. Gamora wird losgeschickt, um den Orb zu beschaffen. Außerdem sind die Kopfgeldjäger Rocket (der mutierte Waschbär) und Groot (der Holzhaufen) hinter Peter her.

Am Ende landen Peter, Gamora, Rocket und Groot im Knast und treffen dort auf Drax. Drax ist ein imposant tätowierter Muskelhaufen, der ebenfalls noch eine Rechnung mit Ronan offen hat – den Fünf gelingt die Flucht aus dem Kyln und fortan sind sie als Guardians of the Galaxy unterwegs, denn sie wissen inzwischen, dass der Orb ein Spezialgefäß ist, das einen unglaublich mächtigen Infinity-Stein birgt, der wahnsinnig viel Energie aus dem Urknall des Universums enthält und in den falschen Händen unvorstellbare Zerstörung anrichten kann. Gamora überzeugt die anderen, dass der Infinity-Stein dem Nova Corps übergeben werden muss, der einzigen halbwegs vertrauenswürdigen Großmacht in der Galaxy (Glenn Close spielt übrigens Nova Prime, die Regentin des Nova Corps).

Das geht freilich nicht ohne Komplikationen ab, aber am Ende gewinnt das Gute und die Solidarität – so wie sich die Kampfflieger von Nova Corps zu einem gigantischen Netz gegen das Horrorschiff der Kree zusammentun (und dabei größtenteils zerstört werden), umschließt auch Groot seine Freunde in einem Kokon aus Zweigen, die er aus sich heraus wachsen lässt – zuvor hat er mit „Wir sind Groot“ endlich den einzigen Satz abgewandelt, den er immer wieder sagt, weil er eben nur diesen Satz sagen kann: „Ich bin Groot!“

Damit rettet Groot seine Freunde samt des Infinity-Steins. Und, klare Sache, seine Freunde retten ein Zweiglein aus der Asche und pflanzen in einem Blumentopf einen neuen Groot, der zur bisher niedlichsten Tanzszene einer Pflanze in einem Hollywood-Film gut gewesen sein dürfte. Wenn das nichts ist…

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3 Gedanken zu „Wenn Pflanzen tanzen: Guardians of the Galaxy

    • Das stimmt, insbesondere für den Awesome-Mix von Peters Mama. Vermutlich bin ich auf 80er gekommen, weil in bekannten Tanzfilmen der 80er gern auf olle Kamellen zurückgegriffen wird. Die Musik zu Dirty Dancing beispielsweise ist ja aus den 50ern… das ist alles so letztes Jahrtausend, dass man bei den Jahrzehnten schon mal durcheinander kommen kann. Vor allem wenn man selbst langsam auf die 50 zugeht ;o)

      • Sorry, wollte eigentlich nicht so ärzend besserwisserisch rüberkommen. Das stimmt, der Soundtrack zu Dirty Dancing ist schon cool, wobei gewisse Songs herrlich 80s sind und so charmant deplatziert wirken.

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