Homeland: The Tradition of Hospitality

Jetzt hat es mich doch wieder gepackt: Mit der zweiten Folge der fünften Staffel hat das alten Homeland-Feeling wieder eingesetzt, das mir über die dritte Staffel abhanden gekommen ist – ich will jetzt wirklich wissen, wie es weiter geht. The Tradition of Hospitality ist zwar mitunter ziemlich unsubtil, dafür aber herrlich finster – es ist auf niemanden Verlass und so ziemlich jeder spielt ein dreckiges Spiel.

Nur Carrie nicht, interessanterweise, sie – wie immer – ist unfassbar loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber. Sie zieht wirklich alle Register, um ihren Job gut zu machen, eben für die Sicherheit von Otto Düring zu garantieren – und lässt sich nicht darauf ein, auch guten alten Kollegen von der CIA irgendwelche Insider-Tipps zu geben. Was diese um so mehr dazu veranlasst, zu glauben, dass Carrie und Saul ihr bewährtes Spiel spielen – bestimmt hat Saul Carrie bei der Düring Foundation platziert, um irgendein ganz großes Rad zu drehen.

Screenshot Homeland Staffel 5 - Brandenburger Tor

Screenshot Homeland Staffel 5 – Brandenburger Tor

Aber wie wir wissen, ist es dieses Mal wirklich anders. Oder nicht…? Carrie hat jedenfalls wieder keinen einfachen Job: Sie hat es zwar geschafft, für Düring eine offizielle Einladung für seinen Besuch in dem Flüchtlingscamp im Libanon zu bekommen, aber vor Ort gibt es weitere Schwierigkeiten: Offenbar sind sich die Chefs der Milizen vor Ort untereinander nicht einig: Zwar hat der eine Hisbollah-Chef gegen ein Schutzgeld für Dürings Sicherheit garantiert, aber der andere weiß davon nichts – Carrie muss also wieder einiges regeln. Und sie ist auch nur halbwegs erfolgreich – eine Stunde bekommt sie für den Rucksack voll Geld. Aber eine Stunde ist besser als nichts.

Otto Düring kann sein Rede vor den Flüchtlingen und einen Scheck über 10 Millionen Euro in die Kamera halten – und er verspricht auch, weitere Geldgeber zu finden, damit aus diesem Camp ein gutes Beispiel für alle wird, die Kinder sollen zur Schule gehen, die Leute versorgt und die Kranken geheilt werden, junge Menschen eine Ausbildung bekommen und die Älteren weitergebildet werden – damit sie nach dem Krieg in Syrien ihr Land wieder aufbauen können. Ach ja, super Idee, wir brauchen einfach einen Otto Düring!

Aber natürlich geht etwas schief- oder fast, Carrie als Sicherheitsexpertin rettet Otto Düring natürlich vor dem Anschlag, der auf dem Rückweg auf ihn verübt wird. Derweil geht aber auch zuhause in Deutschland einiges schief: Durch jene Veröffentlichung eines geheimen Dokuments durch Laura Sutton ist die illegale Zusammenarbeit zwischen CIA und BND aufgeflogen – der BND übt nun Druck auf Laura aus, weil er die Quelle wissen will. Aber als gute Journalistin wird Laura eher sterben als ihre Quelle preiszugeben.

Der BND agiert, wie Geheimdienste das in der Regel tun – er setzt sich über geltendes Recht hinweg und tut, was er für richtig und angemessen hält. Wie das in der Öffentlichkeit ankommt, ist letztlich scheißegal – denn Geheimdienste machen eh, was sie wollen und letztlich spielt kaum eine Rolle, was die Medien darüber berichten: Wenns um die nationale Sicherheit geht, sind alle Mittel recht.

Das ist beim BND nicht anders als bei der CIA. Und wir wissen das – gelegentlich wird darüber ja ganz offiziell berichtet. Was aber nichts an der Praxis ändert. Insofern sehe ich Homeland auch eher als vergleichsweise ehrlichen Zustandsbericht, nicht aber als Kritik an diesen Zuständen: letztlich wirbt Homeland um Verständnis für alle Seiten – man kann die Protagonisten auf Seiten der Geheimdienste genauso verstehen, wie die auf der anderen Seite, die ja auch ihre Gründe haben. Immerhin das ist schon mal nicht schlecht: Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ mehr: Die Leute machen einfach ihren Job.

Und das ist auch wieder ekelhaft, wenn ich so darüber nachdenke. Immerhin machen die Leute in Homeland ihre Jobs jeweils gut – natürlich auch die dreckigen Jobs. So will sich die CIA-Chefin in Berlin nicht von Saul absägen lassen und intrigiert ihrerseits gegen ihn: sein Kopf sei doch viel wertvoller, wenn die Deutschen wegen dieser Geheimdienstäffäre denn unbedingt Köpfe rollen lassen wollen. Quinn hingegen geht weiterhin seinem Killerjob nach und killt eine Frau, die junge Mädchen für den IS anwirbt.

Carrie macht ihren Job, indem sie in Beirut bleibt, um herauszufinden, wer das Attentat auf Düring verübt hat. Und als sie in ihr Hotelzimmer zurück kommt, findet sie einen Hisbollah-Kämpfer vor, der ihr den Rucksack mit dem Geld zurück gibt – Araber-Ehre. Das mit dem Schutz hat nicht geklappt, daher gibt es das Schutzgeld zurück. Und Carrie bekommt noch eine entscheidende Information: Der Anschlag galt gar nicht Otto Düring. Er galt ihr.

Und als Sahnehäubchen obenauf bekommt Quinn am Ende einen neuen Auftrag: Der Name seines nächsten Opfers ist Mathison.

Und ja, es macht mir schon Spaß, dass so viel Deutsch gesprochen wird – und eben nicht dieses Deutsch, wie die Amis sich das vorstellen, sondern eben richtig, von echten deutschen Schauspielern gesprochen. Ich habe keine Ahnung, wie das dem US-Publikum gefällt, aber mir gefällt es. Und ich verstehe auch deren Englisch viel besser 🙂

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s