Crossing Lines: Verbrechen ohne Grenzen

Was einheimische Serien-Produktionen angeht, bin ich zugegebenermaßen ziemlich skeptisch, insbesondere, wenn Privatsender damit auf Zuschauerfang gehen. Insofern ist Crossing Lines völlig an mir vorbei gegangen, als die Serie auf Sat1 für ordentliche Quoten gesorgt hat – und ab morgen gibt es auf Sat1 die dritte Staffel davon, was auch der Aufhänger für diesen Artikel ist.

Wobei es zumindest die ersten beiden Staffeln von Crossing Lines aber seit einer Weile auch auf Netflix gibt (und bei Amazon Prime auch, soweit ich weiß) – und somit ohne nervige Werbeunterbrechungen. Also habe ich einmal reingeschaut. Und siehe da, die Serie um eine europäische Sondereinheit, die im Auftrag des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag grenzüberschreitende Verbrechen untersucht, ist gar nicht so übel.

Crossing Lines - die Hauptdarsteller via serienjunkies.de

Crossing Lines – die Hauptdarsteller via serienjunkies.de

Im Grunde ist es wie Arne Dahl, nur ohne Schweden. Wobei die Serie um die schwedische Spezialeinheit ja auch international ausgerichtet ist, genau wie die Johan-Falk-Krimis (GSI Göteborg) – gerade dieser Trend gefällt mir sehr gut. Crossing Lines auch international ausgerichtet und somit kein typisches Sat1-Produkt, sondern eine Gemeinschaftsproduktion von Sat1, dem französischen Sender TF1 und dem US-Sender NBC, was diese Serie durchaus interessant macht.

Mit dem kanadischen Schauspieler Donald Sutherland, der den IStGH-Richter Michel Dorn spielt, ist auch ein international bekanntes Zugpferd an Bord, das jüngeren Zuschauern vor allem als grausamer Präsident Snow aus den Hunger-Games-Filmen bekannt sein dürfte. Chef der internationalen Ermittler-Truppe ist Major Louis Daniel (Marc Lavoine) von der französischen Polizei, dazu kommen die französische Ermittlerin mit fotografischem Gedächtnis Anne-Marie San (Moon Dailly), der Computerfreak Sebastian Berger (Thomas Wlaschiha) von der Kripo Berlin, die italienische Mafia-Spezialisin Eva Vittoria (Gabriella Pession), die Britin Sienna Pride (Genevieve O’Reilly) von Scotland Yard und der irische Waffenspezialist Tommy MacConnnel (Richard Flood) aus Belfast. Und last but not least hat Louis seinen alten Freund Carl Hickman (William Fichtner) vom NYPD überzeugt, ebenfalls mitzumachen, obwohl Hickman wegen einer schweren Verletzung seiner rechten Hand nicht mehr im Dienst ist und seine Tage nur übersteht, weil er sehr starke Schmerzmittel nimmt.

Hickman weiß selbst sehr gut, dass er dienstunfähig ist, hat aber noch eine persönliche Mission zu erledigen, weshalb er überhaupt in Europa ist und auf einem Rummelplatz in Amsterdam Müll aufsammelt. Als die Sondereinheit jedoch den Auftrag erhält, eine mysteriöse Mordserie zu untersuchen, der in vier europäischen Hauptstädten vier unbekannte Frauen zum Opfer gefallen sind, lässt sich Carl darauf ein, Louis in diesem Fall zu unterstützen. Man kann sich schon denken, wie das ausgeht – einerseits spürt Carl, dass er wieder in seinem Element ist, andererseits ist eine Kollegin seinetwegen fast drauf gegangen, weil er seine Schmerzmittelabhängikeit nicht richtig im Griff hat. Aber Carl sieht natürlich auch ein, dass es wegen der internationalen Verstrickungen des modernen Verbrechens für die Einheit ganz praktisch ist, einen US-Amerikaner im Boot zu haben.

Von der Erzählweise her ist Crossing Lines eher klassisch angelegt, es gibt verschiedene Fälle, die zu lösen sind, es handelt sich also nicht um einen Ein-Fall-Mehrteiler, bei dem jeweils eine ganze Staffel einem einzigen Fall gewidmet ist. Wobei es auch viele folgenübergreifende Handlungsstränge gibt, so erfährt man erst nach mehreren Teilen, warum Carl Hickman überhaupt in Amsterdam ist oder dass Sebastian Berger in Berlin einen Sohn hat. Und auch in der Beziehung von Louis und Rebecca Daniel gibt es eine interessante Entwicklung, die mit Rebeccas Tätigkeit für den internationalen Strafgerichtshof zu tun hat – und nicht mit der ihres Mannes, wie man erst vermutet. Ja, doch, Crossing Lines kommt zwar nicht auf die vorderen Plätze meiner ewigen Serien-Bestenliste, aber ansehen schadet nicht.

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