Who am I – Kein System ist sicher

Vor ein paar Tagen bin ich im Zuge anderer Recherchen über einen Trailer zu Who am I gestolpert und erinnerte mich daran, dass ich diesen Film ja unbedingt sehen wollte, wenn er ins Kino kommt. Ich weiß nicht mehr, warum ich das im Herbst 2014 irgendwie nicht auf die Reihe gekriegt habe – doch inzwischen habe ich das nachgeholt und mir Who am I – Kein System ist sicher angesehen.

Und ja, das ist schon ein vergleichsweise guter Film aus deutscher Produktion. Einige Sachen, insbesondere, was das Hacking und die Motivation der Hauptfigur Benjamin Engel angeht, sind mir zwar dann doch zu flach bzw. zu plakativ – aber es handelt sich schließlich um einen Kinofilm, der auf ein Massenpublikum abzielt, insofern sollte ich hier nicht allzu strenge Maßstäbe anlegen – zumal Who am I das deutsche  Kinopublikum tatsächlich erreicht hat: Immerhin war Who am I der erfolgreichste deutsche Kinofilm seit den beiden Schimanski-Krimis, die in den 80ern im Kino gelaufen sind. Obwohl gerade diese Schimankis auch nicht so wahnsinnig gut waren. Aber wir hatten ja nüscht anderes.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Benjamin Engel (Tom Schilling)

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Benjamin Engel (Tom Schilling)

Zurück zu Who am I. Dieser Film wirkt in erster Linie über seine Stars, und es sind eine ganze Menge an Bord: Tom Schilling spielt den unscheinbaren Hacker Benjamin, der nur am Computer ein Held und im wahren Leben ein Versager ist: Eine Null unter Einsen, wie er sich selbst beschreibt. In der Schule wurde er nicht mal verprügelt, weil keiner ihn wahrgenommen hat – was aber gleichzeitig auch seine Superkraft ist: Benjamin ist für die meisten Menschen unsichtbar. Das kann auch Vorteile haben.

Elyas M’Barek ist Max, Benjamins gut aussehendes und erfolgreiches Alter ego. Max ist ein charmanter Draufgänger, der all das hat, was Benjamin fehlt – auch wenn er gemessen an Benjamin das reinste Script-Kiddie ist. Doch dafür hat er ja seine Crew, zu der neben Benjamin auch der Software-Experte Stefan (Wotan Wilke Möhring) gehört, der immer auf der Suche nach Schwachstellen in Code und nach dem ultimativen Kick ist, und der paranoide Hardware-Freak Paul (Antoine Monot Jr alias TechNick).

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Benjamin (Tom Schilling)

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Benjamin (Tom Schilling)

Hannah Herzsprung spielt Marie – Benjamins unerreichbare Jugendliebe, die er nun zufällig wieder trifft – die letztlich zum Auslöser für die verhängnisvollen Ereignisse wird, die Benjamin mit einem schlecht vorbereiteten Hack auslöst, weil er ihr imponieren will. Benjamin träumt seit seiner Schulzeit davon, Marie zu erobern, zu heiraten und für immer mit ihr glücklich zu werden – nur hat Marie von all dem nie etwas bemerkt. Deswegen lässt er sich jetzt dazu hinreißen, die Fragen für Maries Bachelor-Prüfung vom Uni-Server zu stehlen – er wird aber erwischt und zu Sozialarbeit verknackt. Dort trifft er Max.

Dann ist auch noch die großartige Trine Dyrholm dabei – sie verkörpert die dänische Europol-Ermittlerin Hanne Lindberg, die als Cybercrime-Expertin schon seit mehreren Jahren versucht, der gefährlichen Hackercrew FR13NDS das Handwerk zu legen. Die FR13NDS haben Verbindungen zur russischen Cybermafia – und die vier Jungs um Max, die sich zur Hacktivistengruppe CLAY zusammengeschlossen haben, geraten durch eine Aktion, mit der sie die Aufmerksamkeit ihres Idols MRX erregen wollen, sowohl ins Visier der russischen Hacker als auch von Europol. Der legendäre MRX, der in jedes System eindringen kann, hat mit sich mit respektlosen Aktionen auch über die Hacker-Szene hinaus einen Namen gemacht. Aber er nimmt CLAY nicht ernst, was die Jungs natürlich nicht auf sich sitzen lassen wollen – und sie beschließen den BND zu hacken.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher

Das ist ein interessantes Setting – und zugleich macht mich das etwas… ratlos, denn, wie die Leser meines Blogs wissen, bin ich ein großer Mr.-Robot-Fan. Und gerade weil ich diese Serie so gut finde, bin ich nun erstaunt, wie viele Parallelen sich in Who am I finden. Vermutlich haben sich Baran bo Odar und Sam Esmail für ihre Recherchen in denselben IRC-Channels herumgetrieben.

Natürlich ist die Story von Mr. Robot deutlich komplexer und, genau das hat mir gefallen, das ganze Hacking wird weitgehend akkurat ausgeführt. Aber die Grundidee vieler Hacks ist schon in Who am I zu sehen. Etwa als Benjamin sich von Max überreden lässt, bei ihm und seiner Crew mitzumachen und er ihm deshalb seine Methode erklärt: „Menschen sind leichtgläubig und konfliktscheu.“ Er setzt auf Social Engineering. Benjamin fragt erstaunt: „Du hackst Menschen?!“ Max erklärt: „Menschen sind die besten Sicherheitslücken!“ Das ist auch eine Grunderkenntnis von Elliot Alderson in Mr. Robot. Und wie sich herausstellt, ist Benjamin ebenfalls ziemlich gut darin, Menschen zu hacken.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Benjamin (Tom Schilling)

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Benjamin (Tom Schilling)

Allerdings gibt es schon einen signifikanten Unterschied: Benjamin Engel ist kein besonders politischer Typ. Er will, anders als Elliot Alderson in Mr. Robot, nicht die Welt retten, auch wenn Benjamin ständig Superman zitiert. Sein Mantra ist eher: „Die Welt braucht keinen Retter. Auch wenn sie ständig nach einem ruft.“ Benjamin hackt, weil er es kann. Und weil er eine Freundin haben will und nicht weiß, wie er das anders hinkriegen soll. Seine Hacks haben keine politische Dimension im eigentlichen Sinne, zwar ärgert CLAY die NBD, die leicht als NPD zu erkennen ist und macht aus dem Verlauf der DAX-Kurve in den Nachrichten eine Hand mit ausgestreckten Stinkefinger – aber es geht nur um den Spaß und nicht um die Idee, wirklich etwas zu verändern, was ich dann wieder schade finde – für den naiven Benjamin ist das alles ein Spiel, dessen Regeln er ziemlich lange nicht kapiert. Elliot hingegen weiß sehr viel mehr über die Welt und wie er sie gern hätte. Er hackt, weil er mit der Gesellschaft nicht zufrieden ist und etwas verändern will.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Marie (Hannah Herzsprung)

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Marie (Hannah Herzsprung)

Trotzdem hat Benjamin einiges mit Elliot gemeinsam (oder umgekehrt, Who am I kam ja vor Mr. Robot heraus): Er hat früh seine Eltern verloren – seinen Vater kennt er nicht, der ist schon vor seiner Geburt nach Frankreich abgehauen, und seine Mutter hat sich umgebracht, als er acht Jahre alt war. Benjamin war immer anders als die anderen, er hat Schwierigkeiten, sich mitzuteilen und er medikamentiert sich selbst – allerdings ist seine Droge nicht Morphium, sondern Ritalin. Er nimmt mehr davon, als gut für ihn ist und steigert sich in Wahnvorstellungen hinein. Wohin das führt, lässt sich auch schon ahnen: In Benjamins Zimmer hängt unter anderem ein Fight-Club-Plakat.

Aufgewachsen ist Benjamin bei seiner Oma, die aber nun unter fortgeschrittenem Alzheimer leidet – er kümmert sich um sie, so gut er kann – und er darf dafür in ihrem Haus wohnen, was schon mal nicht schlecht ist, zumal es sich in den Schnitten im Film zufolge irgendwo in Berlin Mitte befinden muss, wo es garantiert keine solchen Häuser gibt. Kleine Detailkritik am Rande: Gerade weil mich begeistert, das Berlin quasi eine Hauptrolle in dem Film spielt, finde ich es besonders ärgerlich, dass es auch wieder diese vielen Unplausibilitäten gibt. Etwa, wenn Benjamin und Max mit der U-Bahn im lindgrün gekachelten U-Bahnhof Berlin Alexanderplatz ankommen, dann aber, wenn sie die Treppe hochgehen, plötzlich  am S-Bahnhof Potsdamer Platz sind. Klar, die neuen Hochhäuser am Potsdamer Platz  sind cooler als die Plattenbauten um den Alexanderplatz – aber blöd finde ich das doch. Ich hasse das auch in allen anderen Filmen und Serien, die angeblich in Berlin (oder anderen Orten, die ich kenne) spielen. Auch Homeland war da nicht gänzlich korrekt – die haben zwar original in der S-Bahn gedreht, aber die angezeigten Bahnhöfe entsprechen nicht dem realen Fahrplan für die angeblich genutzte Linie.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Max (Elyas M'barei) erklärt Benjamin (Tom Schilling) Social Engineering

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Max (Elyas M’barei) erklärt Benjamin (Tom Schilling) Social Engineering

Zurück zu den Parallelen: Es gibt in Who am I auch eine Szene, die mich an Elliots Beichte bei seiner Psychologin Krista erinnert, nämlich als Benjamin Hanne Lindberg, als sie ihn verhört, erzählt, was er alles über sie weiß, weil er sie gehackt hat. Benjamin kennt ihre intimsten Geheimnisse, nicht nur ihre Sozialversicherungsnummer und ihre Konten in Dänemark und Deutschland, er weiß auch, dass sie während des Studiums, das sie als Jahrgangsbeste abgeschlossen hat, ein Fehlgeburt hatte und keine Kinder mehr bekommen kann. Hanne ist schockiert und fasziniert zugleich – sie ist es auch, die Benjamin später mit einer nicht weniger schockierenden Wahrheit über ihn selbst konfrontiert.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Hacker bei der Arbeit

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Hacker bei der Arbeit

Es gibt sogar einen Bill Harper – auch wenn er in Who am I eine sie ist und Gerdi heißt. Die vier Jungs von CLAY wühlen sich auf der Suche nach einer Sicherheitslücke, die ihnen Zugang zum BND verschaffen kann, durch das Altpapier, dessen Abtransport aus dem BND-Gebäude sie beobachtet haben. Max findet, was sie brauchen: Eine Geburtstagskarte mit niedlichen Kätzchen, mit der die lieben Kollegen vom BND jene Gerdi bedacht haben. Wie sich herausstellt, ist Gerdi für die Putzkolonne zuständig, und damit auch für die Sicherheitsausweise, mit denen die Raumpflegekräfte ins Gebäude kommen. Anhand der Karte können die Hacker genug über Gerdi herausfinden, um ihr eine Phishing-Mail zukommen zu lassen, die Gerdi unmöglich als solche erkennen kann. Damit kommen sie an die entscheidenden Daten, mit denen sie sich Zutritt zum Gebäude verschaffen können. Das ist zwar weniger subtil wie in Mr. Robot – die Szene in Steel Mountain, in der Elliot Bill auseinandernimmt, um Zutritt zu der entscheidenden Ebene zu erlangen, ist Psychoterror pur. Das gibt es in Who am I nicht. Aber die Grundidee ist doch erstaunlich ähnlich.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Hacker bei der Arbeit II

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Hacker bei der Arbeit II

Mit dem erfolgreichen BND-Hack hat Benjamin aber auch einen entscheidenden Fehler gemacht: Um MRX zu beweisen, dass er wirklich im System war, lässt er ihm Daten aus einer verschlüsselten Partition eines BND-Servers zukommen, die er zufällig entdeckt hat. Das war gegen die Verabredung, nichts mitgehen zu lassen. Kurz darauf wird die Leiche des Hackers Krypton im Wald gefunden – ich vermute hier eine Referenz an den historischen Hacker Karl Koch, dessen Leiche ebenfalls in einem Waldstück gefunden wurde.

Benjamin schnallt jetzt, dass es wirklich ernst wird und er die ganze Sache unterschätzt hat: Für ihn ging es bisher nur darum, sich und der Welt zu beweisen, dass er ein Superheld im Cyberspace ist, ein cooler Hacker, der überall reinkommt, wo er reinkommen will. Aber jetzt ist jemand umgebracht worden – bei Kryptons Leiche wird ein Teil jener Daten gefunden, die Benjamin beim BND geklaut hatte. Darin befand sich unter anderem die Information, dass Krypton ein V-Mann für den BND war. Damit war sein Todesurteil besiegelt – die Friends verstehen nämlich keinen Spaß. Benjamin hat es jetzt mit der russischen Cyber-Mafia zu tun. MRX hat die Daten den Russen zukommen lassen – und die haben kurzen Prozess gemacht. Damit haben wir die Dark Army von Who am I – und MRX ist ein Art Whiterose.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Hacker bei der Arbeit III: Die Geburtstagskarte für Gerdi vom BND

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Hacker bei der Arbeit III: Die Geburtstagskarte für Gerdi vom BND

Aber Europol ist auch völlig nicht blöd, die haben ihrerseits eine Hackerin engagiert, die in Berlin verdächtige Cyber-Aktivitäten entdeckt. Benjamin zwar wird immer paranoider, er kommuniziert nur noch von öffentlichen Computerterminals aus, etwa der an der Humbold-Universität. Aber die Fahnder kommen ihm trotzdem auf die Spur. Er entgeht seinen Häschern nur dank seiner eingangs erwähnten Superkraft – er versteckt sich einfach unter einem Tisch in der Bibliothek und wird übersehen. CLAY will nun an MRX ran, um zu beweisen, dass MRX und nicht CLAY für den Tod von Krypton verantwortlich ist.

Dazu konstruieren sie ein „schwangeres Pferd“ – einen Trojaner im Trojaner, mit dem es möglich ist, einen Zugang ins System von Europol zu bekommen – gleichzeitig will Benjamin damit die Identität von MRX herausfinden. Aber der fällt nicht darauf rein, im Gegenteil, er hat Benjamin eine Falle gestellt und nun dessen Identität ermittelt.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher

Benjamin ist nun nirgends mehr sicher und muss untertauchen. Die Aufräum-Sequenz der CLAY-Hacker erinnert dann eher an Breaking Bad – CLAY entsorgt sämtliche Computerteile im Säurebad, und nicht per Bohrmaschine und Mikrowelle. Und er muss noch dringender als bisher herausfinden wer MRX ist und dafür sorgen, dass in der Szene bekannt wird, dass MRX Krypton ans Messer geliefert hat und nicht er. Benjamin schafft es am Ende aber wieder, auch bei Europol jemanden zu finden, der leichtgläubig und konfliktscheu genug ist, ihn hereinzulassen.

Benjamin kehrt nach seinem erfolgreichen Hack in das Hotel zurück und findet seine Mitstreiter tot vor. Er ist verzweifelt und will einfach wieder Benjamin sein, ein harmloser, unsichtbarer Typ. Aber natürlich ist es viel zu spät. Aber es gibt es eine glückliche Wendung – Marie taucht bei Benjamin auf, sie hat erfahren, dass jemand versucht hat, den Uniserver zu hacken, um die Prüfungsfragen für Rechtswissenschaften zu stehlen: Ihr ist sofort klar, dass Benjamin das für sie getan haben muss. Der bietet ihr an, mit ihm abzuhauen – wohin sie auch immer wolle. Sie will nach Kopenhagen: „Von allen Orten der Welt willst du unbedingt nach Kopenhagen?“ fragt Benjamin ungläubig. Aber warum eigentlich nicht – Dänemark ist das Land mit der höchsten Lebensqualität und hat hervorragende Restaurants, wenn man sie sich leisten kann. Das sollte für einen begnadeten Hacker nicht das Problem sein.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Max (Elyas M'Barek), Benjamin (Tom Schilling), Stefan (Wotan Wilke Möhring) und Paul (Antoine Monot Jr.)

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Max (Elyas M’Barek), Benjamin (Tom Schilling), Stefan (Wotan Wilke Möhring) und Paul (Antoine Monot Jr.)

Derweil hat Benjamin auch eine Falle für MRX ausgeheckt – damit kann er seinen Gegenspieler lokalisieren und seinen Standort den Ermittlungsbehörden in den USA mitteilen: Es handelt sich um einen Hacker aus New York. Benjamin stellt sich der Polizei fordert in ein Zeugenschutzprogramm zu kommen – aber bei Europol wird schnell bemerkt, dass es da Löcher in seine Geschichte gibt, die größer sind als ein Todesstern. Hanne Lindberg kommt Benjamin schließlich auf die Schliche, sie hat seine Vorgeschichte recherchiert und findet heraus, dass Benjamin seine Psyche in mehrere Persönlichkeiten aufgespalten hat: Er ist CLAY, und zwar jeder der vier.

Schließlich entschuldigt sich Benjamin bei Hanne: Es wäre nicht richtig gewesen, dass er sie gehackt hätte und es tue ihm wirklich leid. Aber das ist nur die Vorbereitung für Benjamins Meisterhack – er muss Hanne jetzt nämlich noch einmal in ihrer aktuellen Position, als Ermittlerin bei Europol, hacken, um aus der ganzen Sache rauszukommen. Aber so, dass sie sich nicht manipuliert fühlt: Hanna soll Benjamin nämlich Zugang zu dem Polizeicomputer gewähren, auf dem sich die Daten für das Zeugenschutzprogramm befinden, in das Benjamin gern kommen würde, aber wegen seiner psychischen Erkrankung nicht hineindarf.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Europol-Eimittlerin Hanne Lindberg (Trine Dyrholm)

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Europol-Eimittlerin Hanne Lindberg (Trine Dyrholm)

Keine Frage, am Ende kommt Benjamin auch hier wieder ans Ziel – und ist schließlich mit einer neuen Identität auf dem Weg nach Kopenhagen – gemeinsam mit Marie. Und Max, Paul und Stefan, die ihm zum größten Social Engineering-Projekt aller Zeiten gratulieren.

Mein Fazit: Alles in allem ist Who am I ein gelungener Hacker-Film – wobei ich außer 23 – Nichts ist wie es scheint auch keinen weiteren guten Hacker-Film kenne. Mal abgesehen von Dokumentationen, da gibt es einige, aber hier reden wir ja über Spielfilm. Deshalb ist der Vergleich mit Mr. Robot auch ein bisschen unfair – das ist zwar die einzige wirklich gute Hacker-Serie, die ich kenne, aber eben eine, die einfach neue Maßstäbe setzt.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher: Paul (Antoine Monot Jr.), Stefan (Wotan Wolke Möhring), Max (Elyas M'Barek), Benjamin (Tom Schilling) und Marie (Hannah Herzsprung)

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher: Paul (Antoine Monot Jr.), Stefan (Wotan Wolke Möhring), Max (Elyas M’Barek), Benjamin (Tom Schilling) und Marie (Hannah Herzsprung)

Who am I setzt meiner Ansicht zwar keine neuen Maßstäbe in Sachen Hackerfilm, dazu ist mir die Geschichte, obwohl eine ganze Menge guter Ideen darin sind und der Plot zum Ende hin eigentlich immer besser wird, dann doch etwas zu einfach, was vor allem an den schon sehr eindimensionalen Charakteren liegt. Natürlich erklärt sich das vor allem aus der Tatsache, dass jeder der Jungs von CLAY am Ende nur eine Facette von Benjamins Persönlichkeit ist. Aber auch die anderen Personen bleiben blaß, selbst Marie, obwohl für den Film natürlich plausibel ist, dass sie Benjamin plötzlich mit anderen Augen sieht, als sie erfährt, dass er den Unicomputer gehackt hat, um ihre Prüfungsfragen für Rechtswissenschaften herauszufinden. Im Grunde ist Hanne Lindberg – abgesehen von Benjamin selbst – die interessanteste Person in diesem Film. Sie ist die einzige, die Benjamin versteht und deshalb geht sie auf den Deal ein, den er ihr anbietet: Er liefert ihr MRX und damit die FR13NDS, sie verhilft ihm zur Flucht und einer neuen Identität, auch wenn sie dafür ihre Karriere aufs Spiel setzt. Insofern ist dann auch wieder logisch, dass Benjamin und Marie ausgerechnet in die Heimat von Hanne Lindberg gehen, um ein neues Leben anzufangen.

Screenshot Who am I - Kein System ist sicher

Screenshot Who am I – Kein System ist sicher

Trotzdem macht der Film großen Spaß, er hat Tempo und bietet eine originelle Bildsprache – heute ging die Nachricht herum, dass Baran bo Odar die Regie bei der ersten Serie, die Netflix in Deutschland produzieren will, übernehmen wird. Wenn er sich da genauso austoben kann wie bei Who am I, könnte das ein neuer Hit werden. Ich bin gespannt.

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