La La Land – Herzschmerz, aber richtig

„Nee, das sind ja mehr als zwei Stunden Zeitverschwendung“, erklärte mein Freund kategorisch, „den Film musst du dir allein ansehen!“ Was ich dann auch tat – und wie ich erwartet hatte, sind die 128 Minuten La La Land kein bisschen Zeitverschwendung. Das schreibe ich, obwohl ich kein großer Fan von Musical-Filmen bin und sonst auch nicht viel für romantische Komödien übrig habe. La La Land ist auch eher eine nostalgische Satire auf RomComs, Musicals und die Traumfabrik von Hollywood – genau das ist der Witz daran.

Schon die Anfangssequenz macht klar, dass es hier um ganz großes Kino geht: Es gibt einen der notorischen Dauerstaus, mit denen sich die dynamische Individualverkehrsgesellschaft ad absurdum führt: Die Bewohner von Los Angeles stehen mit ihren Autos pro Jahr im Durchschnitt 81 Stunden im Stau und halten damit den US-Rekord – was in La La Land dazu genutzt wird, um eine epische Tanznummer daraus zu machen: Nachdem eine Autofahrerin einfach singend aus ihrem durch den endlosen Stau auf dem Highway nutzlosen Gefährt aussteigt und über Autobahn und Fahrzeuge tanzt, gibt es kein Halten mehr und nach und nach machen alle mit, inklusive einer Band, die zuvor in einem Lastwagen verborgen war. Das alles ist zwar völlig sinnfrei, macht aber Spaß und ist die perfekte Einstimmung auf alles, was folgt.

La La Land: Emma Stone und Rain Gosling

La La Land: Emma Stone und Rain Gosling

Eine dermaßen übertriebene Hollywood-Tanznummer macht klar, dass der Film von hinten bis vorn nicht ernst gemeint sein kann – wir sind hier eher in der Kategorie von Hail Caesar (in dem es eine wahnsinnig gute Tanzszene mit Channing Tatum als Matrose gibt), nur ohne George Clooney, Sandalen, die Coens und verschrobene Kommunisten. Dafür aber mit Ryan Gosling und Emma Stone, die auf dem Weg sind, ein echtes Hollywood-Traumpaar zu werden, vielleicht nicht wie Ginger Rogers und Fred Astaire, obwohl sie hier auch tanzen, eher cool und launisch wie Lauren Bacall und Humphrey Bogart. Jedenfalls wäre das meine Präferenz.

Mia (Stone) und Sebastian (Gosling) sind eben keine hoffnungslosen Träumer, wie ich in einer anderen Kritik las, die gern zitiert wird, sondern im Gegenteil ziemlich illusionslose Realisten – Mia ist eine ziemlich begabte, aber total unbekannte Schauspielerin, die leider auch niemanden kennt, der  ihr irgendwo eine entscheidende erste Rolle verschaffen könnte, Sebastian ist ein sehr guter Jazz-Pianist, der was Jazz betrifft, einen sehr expliziten Musikgeschmack hat, mit dem er bei seinem derzeitigen Arbeitgeber einfach nicht landen kann. Die beiden tun trotzdem, was sie tun müssen: Zu jedem blöden Vorsprechen bzw. Vorspielen gehen, in der Hoffnung, doch einen Fuß in die Tür zu kriegen und ansonsten gehen sie ihren öden Brotjobs nach, denn Geld verdienen muss man ja, gerade in Los Angeles. Dem La La Land, in dem Träume wahr werden – wenn auch nur die Träume der wenigen, die es schaffen, ihre persönlichen Traum zu leben. Und auch das geht nicht immer gut aus.

Die beiden laufen sich immer wieder mal über den Weg – aber wie in jedem guten Skript braucht es auch in La La Land Missverständnisse, Konfusion, Probleme. Und natürlich eine vernünftige Struktur, die sich hier an die Jahreszeiten hält, beginnend mit Winter. Und wie das so ist: Im Frühling schmilzt das Eis, im Sommer ist das Leben leicht und schön, im Herbst beginnen erneut die Schwierigkeiten und nun ja, es wird wieder Winter, was dann quasi der Epilog ist.

Aber zum Anfang zurück: Mia bedient in der Betriebskantine von Warner Bros, und hat damit all das, was wofür sie leben will, schmerzhaft dicht vor der Nase, nur dass sie eben unsichtbar ist und nicht dazu gehört. Sebastian, der Bud Powell und Thelonious Monk verehrt, muss Weihnachtslieder für ein gelangweiltes Publikum spielen und sich später als Keyboarder in einer Coverband, die auf Parties spielt, durchschlagen. So trifft er auch Mia wieder, die natürlich auch überall hin geht, wo sie möglicherweise jemanden trifft, der hilfreich sein kann. Aber es läuft an dem Tag für beide nicht gut – auf der Suche nach ihren Autos, die irgendwo geparkt sein müssen, treffen sie sich wieder, passend zum Sonnenuntergang. Und das führt ebenfalls zu einer tollen Tanzszene – Mia hat ihre Stepdance-Schuhe in der Handtasche dabei, was auch ein netter Gag ist – und dann gibt es einen minutenlangen Take ohne Schnitt, das ist einfach klasse. Doch, eigentlich mag ich Tanzfilme. Sie müssen nur gut sein.

Und wie das dann so kommen muss: Mia und Sebastian werden ein Paar und bestärken sich gegenseitig, ihre jeweiligen Projekte voran zu treiben – natürlich verstehen sie einander: Sie wollen einfach das tun, in dem sie gut sind. Obwohl Mia anfangs damit kokettiert, dass sie Jazz hassen würde, mag sie doch die Musik, die Sebastian spielt und redet ihm zu, seinen Traum vom eigenen Jazzclub zu verwirklichen, sie entwirft sogar ein Logo dafür.

Sebastian wiederum erklärt Mia, dass sie nicht länger für blöde Rollen vorsprechen solle, sondern sich besser selbst eine gute Rolle auf den Leib schreiben solle – wie wäre es mit einem eigenen Theaterstück? Verrückt – aber warum eigentlich nicht? Mia beginnt, ein eigenes Stück zu schreiben. (Und nebenbei, Brit Marling zum Beispiel fährt ganz gut mit dieser Strategie, nur schreibt sie Drehbücher und nicht Stücke) Doch wie das so ist – neben der Beziehung gibt es jede Menge Verpflichtungen und in unserer Konkurrenzgesellschaft ist es schwer, beides unter einen Hut zubekommen.

Und so kommt es, wie es kommen muss – Sebastian bekommt das Angebot, in einer Cross-Over-Jazz-Band, die eigentlich Musik macht, die er gar nicht so gut findet, Karriere zu machen – aber eben mit dem Preis, dass er dann die nächsten Jahre mit eben dieser Band auf Tour ist. Mia hingegen schreibt ihr eigenes Stück, produziert es selbst und spielt die einzige Rolle – aber geht damit wirtschaftlich unter.

Aber Ironie des Schicksals – eine Produzentin, die Sebastian kennt, hat Mias Stück gesehen und ist begeistert – auch wenn sonst kaum jemand es gesehen hat. Sebastian kann Mia, die aufgeben will und zu ihren Eltern nach Boulder City, Nevada, zurückgezogen ist, überzeugen, zu einem weiteren Vorsprechen zu gehen. Natürlich wird das ihr Durchbruch – auch wenn sie jetzt erst einmal nach Paris gehen muss. Und Mia macht Sebastian klar, dass dieses Projekt, bei dem er gerade mit macht, doch nicht das ist, was er eigentlich wollte. Aber sie verlieren sich aus den Augen – sie sind zu sehr damit beschäftigt, ihre jeweiligen Karrieren voranzutreiben. Wie das Leben so spielt.

Fünf Jahre später ist Mia eine anerkannte und etablierte Schauspielerin – mit ihrem Ehemann und der kleinen Tochter macht sie einen Abstecher nach Los Angeles. Und wie so oft, stehen sie im Stau – Mia ist dafür, dass sie einfach abbiegen und etwas anderes tun. Sie landen in einem Jazz-Club, in dem Mia das Seb’s-Logo erkennt, das sie für Sebastian entworfen hat. Und tatsächlich, später kommt Sebastian auf die Bühne und spielt – er hat also auch seinen Traum verwirklicht.

Die beiden erkennen einander – und im Schnelldurchlauf gibt es den Film, der ihr beider Leben hätte sein können, wenn nur, ach wenn –

Doch, genau das ist großes Kino. Das Spiel mit den Möglichkeiten, aber jeder weiß, dass das Leben nicht so ist. Und auch der Film weiß das bzw. seine Macher. Und auch wenn man seinen Traum lebt, ist das Leben eben Leben und kein Traum. Mit allen Härten und Konsequenzen. Es kommt eben immer anders. Selbst, wenn das, was man erwartet hat, entgegen aller Wahrscheinlichkeit eintritt. La La Land ist kein Film für Träumer. Es ist ein Film für alle, die Filme übers Filmemachen lieben. Die mit kitschiger Ironie klar kommen, nicht gegen Jazz und Musical allergisch sind und zwei Stunden und acht Minuten Zeit haben. Für die kann La La Land ein Riesenspaß sein. Obwohl, die sieben Golden Globes, die La La Land kürzlich abgesahnt hat – das war wohl eher eine Verzweiflungstat, wenn auch eine nachvollziehbare. Mir gehen ja selbst die ganzen Superheldenmovies und Thriller auf die Nerven. La La Land ist halt mal wieder was anders.

Aber sieben Golden Globes?! Total Übertrieben. Aber Jimmy Fallon’s Cold Open für die Golden Globes versteht eigentlich nur, wenn man den Anfang von La La Land gesehen hat.

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Emmy Awards 2016: Diversität und Monokultur

Weil ich ja leider nachts schlafen muss, um tagsüber für meinen Job fit zu sein, konnte ich mir die Verleihung der 68. Emmy Awards heute erst als Feierabend-Event reinziehen – ohne Werbung zwischendurch waren es etwas über zwei Stunden, das kann man schon aushalten, auch wenn sich alle Preisträger bei Cast, Crew und Familie bedanken müssen (immerhin in wechselnder Reihenfolge), was dann irgendwann doch langweilig wird, genau wie die unvermeidlichen Politwitze: Donald Trump hat eine ganze Reihe von RL-Memes gesetzt, denen man einfach nicht entkommen kann. Make the Emmys Great Again. Make Television Great Again. And somehow we make the Mexicans pay for that. And so on.

Nichtsdestotrotz war Jimmy Kimmel gut in Form, und alles in allem ist der Abend ja gut ausgegangen: Rami Malek hat den Emmy als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie gewonnen, was mich natürlich sehr freut, wobei für mich auch okay gewesen wäre, wenn Bob Odenkirk ihn für Better Call Saul bekommen hätte. Und klar, auch die anderen waren alle sehr gut, aber Mr. Robot ist nun mal die beste der hier nominierten Serien, auch wenn Better Call Saul nur knapp dahinter liegt.

68. Primetime Emmy Awards: Rami Malek gewinnt als bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie (Mr. Robot)

68. Primetime Emmy Awards: Rami Malek gewinnt als bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie (Mr. Robot)

Ich denke, dass hier durchaus eine Rolle gespielt haben könnte, dass Rami Malek der einzige nicht eindeutig weiße männliche Schauspieler unter den Nominierten in dieser Kategorie war – was seiner Performance keinen Abbruch tut, denn Rami Malek ist einfach der beste denkbare Elliot Alderson. Aber so betont divers, wie sich die Emmys dieses Mal gegeben haben, liegt der Verdacht nahe – und das kritisiere ich ausdrücklich nicht: Vor wenigen Jahren noch hätte ein arabisch-stämmiger Schauspieler vermutlich gar keine Chance gehabt, eine Hauptrolle in einer stylischen, coolen, sehr ambitionierten US-amerikanischen Primetime-Serie zu spielen.

Unter den Nominierten waren insgesamt durchaus zahlreiche Afroamerikaner, so hat beispielsweise Courtney B. Vance den Emmy als beste Hauptdarsteller in einer Mini-Serie gewonnen oder Sterling K. Brown den als bester Nebendarsteller, die beste weibliche Nebendarstellerin in der Kategorie war Regina King. Und natürlich sind auch die Master-of-None-Autoren (und Darsteller) Aziz Ansar und Alan Yang Vertreter von Minderheiten – wobei der aus Taiwan stammende Alan Young bei seiner Dankesrede für den Emmy als bester Autor einer Comedy-Serie daran erinnert hat, dass es ungefähr genauso viele Amerikaner ostasiatischer wie italienischer Herkunft gibt – was sich aber in der Film- und Fernsehgeschichte der USA bisher nicht niedergeschlagen habe, im Gegensatz zu den Italienern mit ihren ikonischen Mafia-Dramen. Und er forderte die asiatischen Eltern auf, ihren Kindern Kameras statt Geigen in die Hand zu geben – dann hätten sie vielleicht auch mal eine Chance.

Primetime Emmy Awards 2016: Susanne Bier gewinnt für die beste Regie in einer Mini-Serie (The Night Manager)

Primetime Emmy Awards 2016: Susanne Bier gewinnt für die beste Regie in einer Mini-Serie (The Night Manager)

Und insofern geht natürlich auch total in Ordnung, dass Jeffrey Tambor einen Emmy für seine Darstellung von Moira Pfefferman in Transparent wieder eine Auszeichung bekommen hat – und der gleichzeitig betonte, dass es hoffentlich das letzte Mal sei, dass er als Mann für die Darstellung einer Transgenderfrau herhalten musste, lieber solle man doch den echten Transgenders eine Chance geben.

Passend dazu hat Jill Soloway, die einen Emmy für die beste Regie in einer Comedy-Serie – eben Transparent – bekommen hat, die Kleiderordnung für Frauen souverän missachtet: Die Kombination von Bluse (mit Schleife) und Blazer war gewagt, aber total misslungen, rausgerissen haben das nur die roten Sportschuhe. Vor der Verweigerung der üblichen Highheels habe ich echt Respekt – mir ist ohnehin ein Rätsel wie andere Frauen Folterwerkzeuge mit 8 bis 10 Zentimeter Absatzlänge (oder gar mehr) einen Arbeitstag oder Abend am Fuß ertragen können. Wenn die Schuhe sehr gut gepolstert sind, kann ich das auch mal für ein paar Stunden ab, aber laufen in dem Sinne geht damit einfach nicht. Es gibt so vieles, was Frauen sowieso immer noch aushalten müssen – warum dann auch noch unbequeme Schuhe?! Männer tun sich das doch auch nicht an!

Wo wir aber gerade bei Frauen sind: Mich hat natürlich auch der Emmy für Susanne Bier gefreut, die als beste Regisseurin einer Miniserie den Preis für ihre Arbeit mit The Night Manager bekam. Es gibt ja nun wirklich nicht viele weibliche Regisseurinnen und noch weniger international anerkannte – aber vielleicht ändert sich das ja nun auch langsam mal. Wobei mich dann doch schon wieder ein bisschen genervt hat, dass Veep mit Emmys förmlich überhäuft worden ist. Ja, eine Comedyserie über eine erste weibliche US-Präsidentin ist schon lustig, und die Entschuldigung von Julia Louis-Dreyfus für das eigenartige politische Klima in den USA – eigentlich hätten sie ja eine Comedy-Serie machen wollen, nun sei Veep aber leider eine Dokuserie über den traurigen alltäglichen Wahnsinn – fand ich auch total sympathisch – aber ab und zu hätte in Sachen Comedy auch mal eine andere Serie irgendwas gewinnen können, so ging Silicon Valley komplett leer aus.

Genau wie bei den Dramaserien, wo Game of Thrones wieder so ziemlich alles abgeräumt hat: ja, das ist gewiss eine grandiose Serie, aber für alle, die es nicht so mit Drachen und epischen Schlachten haben, gibt es auch noch ziemlich gutes Fernsehen – so fällt mir gerade auf, dass es nicht eine einzige Nominierung für Halt and Catch Fire gab, was auch eine ziemlich gute Serie ist. Oder für Manhattan. Und tolle Serien wie Fargo oder Better Call Sauldie ebenfalls nominiert waren, konnten dieses Mal keinen Blumentopf gewinnen. Und bei den Mini-Serien war es nicht besser, da hat The People vs. O. J. Simpson fast alles andere platt gemacht.

Wobei, ich muss zugeben, dass es sympathische Ausreißer gab, etwa den Emmy für die beste männliche Gast-Rolle, der an Peter Scolari ging, der in Girls Hannahs Vater spielt oder für Margo Martindale, die sozusagen das weibliche Pendant in The Americans gab. Insofern sind auch die Emmys längst noch nicht so ausgewogen und perfekt, wie sie sich gerade feiern. Aber immerhin schon sehr viel weiter als die Oscars – was auch ständig betont wurde. Jimmy Kimmel hat das in löblich kritischer Selbstanalyse ja während der Show definiert:“Was wir hier in Hollywood noch mehr schätzen als Vielfalt, ist, uns selbst dafür zu feiern, wie sehr wir Vielfalt schätzen.“ Das ist aber genau die Selbstreflexion, zu der das Fernsehen bereits in der Lage ist. Mal sehen, wann das in der Kino-, äh Blockbusterindustrie denn ankommt.

Brooklyn Nine-Nine: The Law. Without The Order.

Erfreut nahm ich zur Kenntnis, dass Netflix jetzt unter anderem auch die zweite Staffel von Brooklyn Nine-Nine im Programm hat. Das ist zwar keine Serie, von der ich behaupten würde, dass man sie unbedingt gesehen haben müsste, aber ich gestehe, dass ich – nach anfänglicher Fassungslosigkeit darüber, dass dermaßen alberne Cop-Serien überhaupt existieren – irgendwie dann doch hängengeblieben bin. Und nicht nur das: Ich habe mir die restlichen Folgen mit zunehmenden Vergnügen fast am Stück reingezogen. Der Humor in Brooklyn Nine Nine ist auf den zweiten Blick deutlich subtiler, als er auf den ersten Blick daher kommt. Das erklärt vermutlich auch die erstaunlich vielen Preise, mit denen Brooklyn Nine-Nine überschüttet wurde – darunter ein Golden Globe als beste Comedy-Serie.

Eigentlich hatte ich reingeschaut, weil ich neugierig war, was Stephanie Beatriz sonst noch so macht, die mir aus Short Time 12 in Erinnerung geblieben war. Was wiederum ist ein Film ist, den es sich unbedingt anzusehen lohnt. In Brooklyn 99 spielt sie Detective Rosa Diaz, eine sehr abweisende und furchteinflößende Polizistin, die sowohl Verbrecher, als auch ihre Kollegen auf Distanz hält und zu beeindruckenden Wutausbrüchen neigt (für diese Rolle bekam sie einen Imagen Award als beste Nebendarstellerin). Nur Idioten haben keine Angst vor ihr.

Etwa Detective Jake Peralta (Andy Samberg), die unglaublich erfolgreiche, aber auch hoffnungslos alberne Hauptfigur der Serie: Für ihn ist sein Job ein Kinderspiel – und das im eigentlich Sinne. Er nimmt dieses Spiel wahnsinnig ernst und will der Beste darin sein. Um dieses Ziel zu erreichen, findet er immer wieder unkonventionelle, aber effektive Wege, seine Fälle zu lösen. Er hat eine sensationelle Aufklärungsquote, treibt aber Kollegen und Vorgesetzte regelmäßig in den Wahnsinn, weil er eben ein Kindskopf ist und zwanghaft Blödsinn macht.

Was für eine Comedy ja auch okay ist,  obwohl das genau der Punkt ist, der mich an diesem Genre nervt: Ich hasse es, wenn Leute ständig so tun, als ob sie blöd sind. Denn die meisten sind das sowieso, ohne dass es auch nur einen Funken lustig ist. Warum müssen sich also die Intelligenteren ständig zum Affen machen? Gut, in dem Punkt bin ich vermutlich genau so eine Spaßbremse wie Captain Ray Holt – aber dazu kommen wir gleich.

Denn irgendwie funktioniert Brooklyn Nine-Nine für mich – Peraltas Kollegin Amy Santiago (Melissa Fumero) ist das komplette Gegenteil ihres albernen Konkurrenten: Santiago ist eine ehrgeizige Musterschülerin, die ständig allen beweisen muss, dass sie die Beste ist und sich immer exakt an die Regeln hält – auf ihre Art ist sie also auch total albern. Als einziges Mädchen, das sich zuhause gegen eine ganze Reihe Brüder durchsetzen musste, neigt sie dazu, sich ständig als die Superharte darstellen zu müssen – was wirklich lächerlich ist, denn das ist in dieser Truppe eindeutig Rosa. Aber Rosa macht einfach ihren Job, sie muss niemandem etwas beweisen.

BROOKLYN NINE-NINE: From Emmy Award-winning writer/producers of "Parks and Recreation" and starring Emmy Award winners Andy Samberg (third from L) and Andre Braugher (C), BROOKLYN NINE-NINE is a new single-camera workplace comedy about what happens when a hotshot detective (Samberg) gets a new Captain (Braugher) with a lot to prove. The new single-camera workplace comedy BROOKLYN NINE-NINE premieres this fall on FOX. Also pictured L-R: Melissa Fumero, Terry Crews, Stephanie Beatriz, Joe Lo Truglio and Chelsea Peretti. ©2013 Fox Broadcasting Co. Cr: Beth Dubber/FOX

BROOKLYN NINE-NINE: From Emmy Award-winning writer/producers of „Parks and Recreation“ and starring Emmy Award winners Andy Samberg (third from L) and Andre Braugher (C), BROOKLYN NINE-NINE is a new single-camera workplace comedy about what happens when a hotshot detective (Samberg) gets a new Captain (Braugher) with a lot to prove. The new single-camera workplace comedy BROOKLYN NINE-NINE premieres this fall on FOX. Also pictured L-R: Melissa Fumero, Terry Crews, Stephanie Beatriz, Joe Lo Truglio and Chelsea Peretti. ©2013 Fox Broadcasting Co. Cr: Beth Dubber/FOX

Santiago und Peralta jedoch stehen im ständigen Wettstreit, wer mehr Fälle lösen kann, was ein Running Gag der Serie ist. Peraltas bester Freund ist Detective Charles Boyle (Joe Lo Truglio), ein wirklich lieber und fleißiger Bulle, der aber leider ziemlich tollpatschig ist – immer wieder geschehen ihm peinliche Missgeschicke, was besonders ärgerlich ist, da er heimlich in Rosa verliebt ist und wahnsinnig gern mal mit ihr ausgehen würde – wenn er nur nicht so eine Angst vor ihr hätte.

Ihr gemeinsamer  Vorgesetzter ist Sergeant Terry Jeffords (Terry Crews), ein hünenhafter Mann, der vor einiger Zeit bei einem Einsatz überreagiert hat und sich seit dem fürchtet, eine Waffe zu benutzen. Deshalb muss er derzeit im Innendienst arbeiten – was ihm auch ganz gelegen kommt. Denn seit er eine kleine Tochter hat, findet er die Polizeiarbeit eigentlich zu gefährlich für einen verantwortungsvollen Vater.

Und dann hat die Abteilung mit Captain Ray Holt (Andre Braugher) gerade einen neuen Chef bekommen. Trotz seiner ausgezeichneten Arbeit hat er lange auf eine Beförderung warten müssen – ein schwuler schwarzer Bulle ist auch heutzutage in New York für viele noch gewöhnungsbedürftig. Aber als die Knallchargentruppe von Brooklyn Nine-Nine einen neuen Chef braucht, bekommt er endlich seine überfällige Chance. Captain Holt ist zu Peraltas Entsetzen und Santiagos Entzücken absolut humorlos und ein Freund der strikten Befolgung von Vorschriften. Aber er ist auch sehr kultiviert und fair: Wer gute Arbeit macht, wird belohnt, wer Unsinn macht, bestraft. Captain Holt ist einer, der immer sein Wort hält.

Und dann ist da noch die Sekretärin Gina Linetti, die zwar nicht mit überragenden Fähigkeiten, dafür aber mit einem robusten Selbstbewusstsein gesegnet ist. Sie ist eine, die sämtliche Fragen für das rosa Tortenstückchen bei Trivial Pursuit beantworten könnte und sie tanzt sehr gern. Sie ist so etwas wie die gute Seele des Reviers, allerdings eine, die gnadenlos auf ihren eigenen Vorteil optimiert. Aber ganz ehrlich: Wer tut das nicht? Gemeinsam löst die Crew von Brooklyn Nine-Nine nicht nur eine ganze Reihe kniffliger Fälle, sondern auch jede Menge anderer Probleme, mit denen sie zu kämpfen hat, teils durch idiotische Dienstvorschriften, teils durch idiotisches Verhalten bedingt. Und dann gibt es ja noch den öden Alltag, der irgendwie überlebt werden muss. Aber das wird mit dieser Serie bedeutend einfacher – ich freue mich auf die dritte Staffel. Und die vierte wird in den USA am 20. September starten.

Musik in Serie: Mozart in New York

In meinem Blog sind Drama- und Krimiserien hoffnungslos überrepräsentiert, vermutlich, weil mir die meisten Familien- und Comedyserien einfach zu blöd sind. Und definitiv nicht lustig genug – ich kapiere einfach nicht, was beispielsweise an OITNB dermaßen witzig sein soll. Obwohl es ja durchaus Netflix-Serien gibt, die ich richtig gut finde. Noch weniger verstehe ich, warum The Bing Bang Theory ein so durchschlagender Erfolg ist, dass es gefühlt jeden Tag irgendwo im Fernsehen läuft – ich glaube, Pro 7 lässt das als Endlosschleife laufen, weil es sonst einfach nichts gibt, was ähnliche Quoten erreicht. Dabei ist die Geschichte eigentlich nichts anderes als das gnadenlose Durchexerzieren sämtlicher Vorurteile, die es über Nerds und Blondinen gibt – da ist eigentlich nichts neu und auch nichts gut dran, auch wenn ich im Grunde nichts dagegen habe, dass mit Stereotypen und Vorurteilen gespielt wird.

Damit komme ich zu meiner aktuellen Neuentdeckung: Mozart in The Jungle. Diese Amazon-Original-Serie ist im Grunde auch eine Nerdserie, in der sämtliche Vorurteile und Stereotypen durchgespielt werden, die es über professionelle Musiker gibt – es handelt sich um eine Serie über die New Yorker Symphoniker, einem altehrwürdigen Klangkörper, dem ein junges aufstrebendes Genie neues Leben einhauchen will.

Mozart In The Jungle: Gael García Bernal als Rodrigo De Sousa Bild: amazon.com

Mozart In The Jungle: Gael García Bernal als Rodrigo De Sousa Bild: amazon.com

Rodrigo De Sousa (Gael Garcia Bernal) heißt der junge Wilde, der als Wunderkind schon früh zu Ruhm und Ehre gelangt ist und trotzdem noch eine hippieske Lebensfreude an den Tag legt. Die Ironie der Geschichte ist, dass ausgerechnet sein Vorgänger Thomas Pembridge (Malcolm McDowell), ein Stardirigent alter Schule mit entsprechenden Allüren, den Jungen entdeckt hat, der nun den Ast absägt, auf dem Thomas es sich gemütlich machen wollte. Denn auch die New Yorker Symphoniker sind keine staatliche Institution, sondern ein Geschäft, das nur funktioniert, wenn sich immer wieder großzügige Sponsoren finden, die sich in der Rolle eines Förderers der schönen Künste gefallen. Das ist nicht so einfach – und bei aller Verehrung für den großen Maestro stehen alle auf das unkonventionelle junge Genie.

Gleichzeitig versucht die junge Oboistin Hailey Rutledge (Lola Kirke, ihre große Schwester Jemima Kirke spielt die Lebenskünstlerin Jessa in Girls) , den Fuß in die Tür zu einer Karriere in der klassischen Musik zu bekommen – ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen. Haileys Welt kennen wir aus der Serie Girls: Im Moloch New York gestrandete Möchtegern-Künstlerinnen, die sich an falschen Lebensentwürfen, anstrengenden Beziehungen und einem gnadenlosen Alltag abarbeiten, in dem man jeden Monat irgendwie Miete zahlen muss, auch wenn man nur eine Stelle als unbezahlte Praktikantin bekommt.

Nur ist Hailey aber tatsächlich ziemlich begabt und mit Leidenschaft bei der Sache, was auch Rodrigo erkennt – er macht Hailey, die als professionelle Instrumentalistin im Haifischbecken der Symphoniker noch keine Chance hat, zu seiner persönlichen Assistentin – Hailey wird schlecht bezahltes Mädchen für alles, dafür ist sie aber ganz nah dran an ihrem Lebenstraum. Also lernt sie, wie man Mate-Tee richtig zubereitet und steht rund die Uhr zur Verfügung, um ihren Meister auf Zuruf an die eigenartigsten Orte zu kutschieren.

Screenshot Mozart In The Jungle: Gael García Bernal als Rodrigo De Sousa: Ouvertüre 1812 von Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Screenshot Mozart In The Jungle: Gael García Bernal als Rodrigo De Sousa: Ouvertüre 1812 von Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Aber auch für die Veteranen ist es nicht so einfach – das ständige Üben, der stressige Lebensrhythmus eines Berufsmusikers, der genau dann arbeiten muss, wenn die anderen sich amüsieren gehen, all das hinterlässt Spuren – der eine hat inzwischen Kniescheiben aus Titan, die andere spritzt sich einen bedenklichen Medikamentencocktail gegen die chronische Sehnenscheidenentzündigung. Und dann sind da natürlich die ständigen Grabenkämpfe – der Gewerkschaftler besteht auf die Einhaltung der Pinkelpausen, gleichzeitig kämpfen die Musiker gegen eine Schlechterstellung bei der Krankenversicherung, an der die Orchestermanagerin bei den Neuen sparen will. Wo fängt Solidarität an, und wo hört sie auf? Die Frage stellt sich mittlerweile doch in so ziemlich jedem Betrieb für jede Belegschaft – das ist bei einem klassischen Orchester mit Weltruf keineswegs anders.

Genau das ist es auch, was mir gefällt, es geht eben nicht nur um abgedrehte Künstler und ihren verschobenen Blick auf die Welt, sondern um handfeste Probleme, mit denen jeder, der auf Lohnarbeit angewiesen ist, umgehen muss, sogar anerkannte Musikgenies mit Weltruhm. Hier gibt es auch immer wieder die Parallele zu Wolfgang Amadeus, der ja eben auch Geld verdienen musste und seine ganze wunderschöne Musik nicht nur so zum Spaß geschrieben hat. Trotzdem verlangen alle ganz selbstverständlich, dass sich die wahren Künstler mit heroischer Selbstausbeutung ihrer Kunst und damit der Erbauung und dem Vergnügen der anderen zu widmen hätten. Warum ist das eigentlich so?! Das fragen sich auch Hailey und ihr Freund, der eigentlich Tänzer werden will, aber irgendwann die Nase voll davon hat, sich nicht einmal regelmäßig vernünftige Mahlzeiten leisten zu können und ständig Angst vor der nächsten Verletzung zu haben. Man kann auch mit weniger Stress mehr Geld verdienen – aber was wird dann aus der Kunst?

Gleichzeitig wird die Kunst, in dem Fall die klassische Musik, als etwas gefeiert, das Grenzen überwinden und Menschen zusammenbringen kann – meine Lieblingsstelle bisher ist, als Rodrigo seine Musiker zu einer Konzertprobe irgendwo auf einem brachliegenden Grundstück zitiert, wo sie vollkommen überrascht und unvorbereitet vor den zunehmend interessierten Bewohnern der umliegenden Sozialwohnungsblocks die Ouvertüre 1812 von Tschaikowski spielen – die Musiker kennen dieses Stück sehr gut und sind auch ohne Noten und Vorbereitung total bei der Sache – aber, so bemerkt der gewerkschaftliche organisierte Orchesterrat: „Rodrigo, du weißt schon, dass das ein Auftritt war und keine Probe?“

„Ja, das war ein Auftritt und sogar ein ziemlich guter!“ sagt Rodrigo begeistert und räumt ein, dass er zwar ungenehmigt gewesen wäre, aber auch ungefesselt und sonst noch einiges un-. Es entwickelt sich eine spontane Nachbarschaftsparty mit den Musikern und der interessierten Nachbarschaft – aber irgendwelche Spielverderber haben die Bullen gerufen. Die lösen die Party schließlich auf und nehmen die Ruhestörer mit. Den Bullen vom NYPD ist scheißegal, ob das die New Yorker Symphoniker sind oder randalierende Kids. Also muss die ohnehin schon ständig am Nervenzusammenbruch entlangschrammende Orchestermanagerin Gloria ihre Stars aus dem Knast auslösen.

Doch es gibt noch einige andere Höhepunkte, und vor allem in der letzten Folge orchestriert Rodrigo ein versöhnliches Ende, nachdem er sich in den Kopf gesetzt hatte, ausgerechnet seine geniale, aber leider auch völlig durchgeknallte Ex-Frau Anna Maria als Solo-Violinistin zu besetzen, was wie erwartet grandios schief geht: Anna Maria bringt es einfach nicht über sich, vor diesen bourgeoisen Schlappschwänzen, vor diesen reichen, aber total bornierten Untoten zu spielen. Sie bricht nach wenigen Takten ab und lässt Rodrigo nach einer saftigen Publikumsbeschimpfung stehen.

Mozart In The Jungle: Hailey Rutledge (Lola Kirke, mit Oboe) und Cynthia Taylor (Saffron Barrows)

Mozart In The Jungle: Hailey Rutledge (Lola Kirke, mit Oboe) und Cynthia Taylor (Saffron Barrows)

Doch der hatte schon einen Plan B vorbereitet, eigentlich vor allem für Hailey, die von seiner ersten Oboistin Betty übel schikaniert wird, was Rodrigo jetzt wieder gut machen will: Er lässt alle Musiker für das große Eröffnungskonzert für die neue Spielsaison mit einer Limousine abholen – und Bettys Limousine fährt sie gepflegt ins New Yorker nirgendwo, so dass sie ihren Auftritt verpasst. Also muss die zweite Oboe zur ersten aufrücken und Hailey bekommt ihre verdiente Chance, sich mit diesen ungeplanten Einsatz als professionelle Oboistin zu beweisen – der umsichtige Rodrigo hat dafür gesorgt, dass ihre Freundin und Mitbewohnerin Lizzie rechtzeitig mit ihrem Instrument zur Stelle ist. Jetzt fehlt nur noch die Solo-Geige – Rodrigo beschließt, selbst Geige zu spielen, aber für das Solo sei er nicht gut genug – also bekommt die verbitterte erste Geige im Orchester ihre Chance.

Nun fehlt allerdings ein Dirigent. Doch zum Glück ist ja Thomas Pembridge in Saal, der von seiner Geliebten Cynthia, die Cellistin im Orchester ist, in Kuba aufgespürt und nach Hause geholt wurde. Natürlich fühlt er sich geschmeichelt und in der Lage, das Violin-Konzern Sibelius zu dirigieren. So wird der Abend nach dem verpatzten Auftakt doch noch ein Erfolg und die erste Staffel von Mozart in The Jungle entpuppt sich als modernes Großstadtmärchen mit grandiosem Happy End. Das ist zwar nicht unbedingt realistisch, aber wunderschön und man hat genau wie Lizzie und der Musik-Blogger Bradford Sharpe am Ende des Konzerts Tränen der Rührung in den Augen. Ein paar Minuten heile Welt finde ich total in Ordnung – Mozart in The Jungle ist wirklich eine erfrischende Abwechslung.

Mein Tipp für alle, die nach einer unterhaltsamen Serie suchen, die keineswegs die Augen vor dem hässlichen und anstrengendem Alltag verschließt, aber sowohl ihren Protagonisten als den Zuschauern den einen oder anderen glücklichen Moment gönnt. Vielleicht gehe ich auch mal wieder in ein klassisches Konzert…

Preacher – Gebete um eine gute Serie wurden erhört!

Einen Serientipp hab ich noch vor meiner Sommerpause: Preacher.

Auch hier war ich erst skeptisch, weil Comic-Verfilmungen häufig nicht mein Ding sind – aber seit Jessica Jones bin ich in der Richtung deutlich aufgeschlossener, auch wenn vieles von dem ganzen Marvelzeugs weiterhin keine große Begeisterung bei mir auslöst. Andererseits habe ich ja durchaus was für schräge Fantasy-Serien übrig, True Blood beispielsweise fand ich ganz fantastisch.

Preacher - das Ensemble Bild: amc.com

Preacher – das Ensemble Bild: amc.com

Um ein ähnliches Kaliber handelt es sich bei Preacher – damit hat AMC doch mal wieder einen echten Knaller produziert. Es geht ziemlich zur Sache, man hat den Eindruck, dass Quentin Tarantino, David Lynch und die Jungs von Monty Python sich zusammengesetzt hätten, um gemeinsam eine Serie zu machen – tatsächlich stecken aber Evan Goldberg, Seth Rogen und Sam Catlin dahinter, die eine Comic-Geschichte von Garth Ennis und Steve Dillon verfilmt haben. Es geht – wie der Titel schon vermuten lässt – um einen eher mäßig begabten Prediger, der in einem gottverlassenen Nest im ländlichen Texas versucht, ein besserer Mensch zu werden.

Jesse Custer (Dominic Cooper) Bild: amc.com

Jesse Custer (Dominic Cooper) Bild: amc.com

Jesse Custer (Dominic Cooper) tut mit seinem neuen Job Buße für seine dunkle Vergangenheit. Die ihn in Form seiner Ex Tulip O’Hare (Ruth Negga) aber immer wieder einholt. Tulip ist eine extrem begabte Verbrecherin, die will, dass Jesse ihr bei einem Job hilft, den sie alleine nicht durchziehen kann. Aber Jesse hat dem Verbrechen abgeschworen und will nun zu den Guten gehören. Was ihm nicht leicht gemacht wird. Erst recht nicht, das Cassidy (Joseph Gilgun) auftaucht, ein irischer Vampir, der nach einer ausschweifenden Party an Bord eines Privatjets aus dem Flugzeug gesprungen ist, das er samt der dazugehörenden Mannschaft komplett verwüstet hat.

Cassidy hat keine Ahnung, wo er sich befindet, findet aber Gefallen an Jesse, der ausgerechnet heute Abend beschlossen hat, dass es manchmal auch nachhaltiger Gewaltanwendung bedarf, um etwas Gutes zu bewirken – er verprügelt einen gewalttätigen Ehemann, nachdem dessen Sohn ihn schon mehrfach um Hilfe gebeten hat. Zusammen landen sie im Knast, wo sie mal in Ruhe reden können.

Cassidy (Joseph Gilgun) Bild: amc.com

Cassidy (Joseph Gilgun) Bild: amc.com

Eins ist klar, diese Serie ist nichts für zartbesaitete, gleich am Anfang explodiert ein von einem geheimnisvollen außerirdischen Wesen heimgesuchter afrikanischer Prediger vor seiner Gemeinde, nachdem er sich für den Propheten hält. Überhaupt explodieren immer wieder falsche Propheten, so erfährt man nebenbei auf einem Fernsehschirm, dass Tom Cruise gerade explodiert ist. Das ist zwar nicht besonders subtil, aber Spaß macht es trotzdem. Genau wie es Spaß macht, Tulip zuzuschauen, wie sie ein paar böse Jungs erledigt, die es auf sie abgesehen hatten.

Nach einer rasanten Crashfahrt durch ein Maisfeld stopft sie dem Oberbösewicht noch mit einem finalen Maiskolben das Maul. Den beiden Kindern, die zufällig dabei zusehen, erklärt sie, dass das ein echt böser Mensch war. Und dann bringt sie ihnen bei, wie man aus den Hausmitteln, die sich auf der heruntergekommenen Ranch eines Schwarzbrenners so anfinden, eine Bazooka baut und dass man sich besser versteckt, wenn Erwachsene Verstecken spielen wollen. Die beiden vernachlässigten Gören – die Mutter ist tot, der Vater auf Arbeit – sind begeistert von der Show, die Tulip liefert – jede Wette, vor allem das Mädchen hat etwas fürs Leben gelernt: Frauen dürfen, können und müssen stark sein. Verdammt stark.

Tulip (Ruth Negga) Bild: amc.com

Tulip (Ruth Negga) Bild: amc.com

Auch sonst gibt es ein Sammelsurium an schrägen Gestalten, vom opportunistischen Sheriff über unkaputtbare Vampirjäger, die Cassidy immer wieder ausspüren, obwohl er sie immer wieder umbringt. Dann gibt es Eugene, den Sohn des Sheriffs, der versucht hat, sich umzubringen, in dem er sich mit einer Schrotflinte in den Mund geschossen hat und nun wie ein Arschloch aussieht, die masochistische Frau des bösen Mannes, dem Jesse den Arm brechen musste und so weiter und so fort. Und schließlich ist da auch noch die alleinerziehende Emily (Lucy Griffith), die sich als Kellnerin durchschlägt und ansonsten um die Organisation der Gemeinde kümmert – und irgendwie scheint sie eine Schwäche für Jesse zu haben. Vermute ich jetzt mal – ich habe erst zwei Folgen gesehen, bin auf den Rest aber sehr gespannt.

Emily Woodrow (Lucy Griffith) Bild: amc.com

Emily Woodrow (Lucy Griffith) Bild: amc.com

Allein die visuelle Aufbereitung ist das Ansehen wert – wer die Bildersprache von Breaking Bad mag, wird auch von der dieser Serie angetan sein – allein dieses marode Gotteshaus auf seinem kläglichen Hügel inmitten der texanischen Prärie ist so beklagenswert, wie die Menschen, die dort die sonntägliche Predigt ihres Predigers über sich ergehen lassen – der natürlich am besten ist, wenn er gerade nicht predigt. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wohin das alles führen soll – religiöse Menschen könnten sich möglicherweise in ihren Gefühlen verletzt fühlen. Was ich auf jeden Fall als Pluspunkt für Preacher werte. Mal sehen, wie es ausgeht.

Girls: Die Serie der Generation Praktikum

Weil ich gerade eine Ankündigung für die fünfte Staffel von Girls gesehen habe, die ab dem 5. Juni auf Sky laufen wird, nehme ich das einmal zum Anlass, meinen ohnehin längst überfälligen Eintrag zu Girls zu schreiben. Girls ist nämlich eine dieser Mädchen-Serien, mit denen ich eigentlich nichts anfangen kann. Dachte ich.

Ich habe bisher noch jede Serie gezielt vermieden, deren Titel irgendeine Kombination mit „Girls“ enthält und auch von Sex and the City habe ich mir nur aus wissenschaftlichem Interesse ein, zwei Teile angesehen. Eben weil ich heraus finden wollte, was denn nun eigentlich dieses grandiose Etwas daran gewesen sein soll, weshalb plötzlich angeblich alle Sex and the City sehen wollten. Ich habe es nicht herausgefunden.

Girls: Jessa (Jemima Kirke), Hannah (Lena Dunham) und Shoshanna (Zosia Mamet) Bild: HBO

Girls: Jessa (Jemima Kirke), Hannah (Lena Dunham) und Shoshanna (Zosia Mamet) Bild: HBO

Ganz anders nun Girls – in der autobiografisch inspirierten Serie von Lena Dunham geht es ebenfalls um vier Freundinnen und ihren Alltag in New York, aber Hannah (Lena Dunham), Marnie (Allison Williams), Shoshanna (Zosia Mamet) und Jessa (Jemima Kirke) sind deutlich jünger als die Protagonistinnen aus Sex and the City und sehr viel weniger erfolgreich – Über das vergebliche Bemühen der Generation Praktikum wäre ein treffender Untertitel zu Girls. Die vier Mitzwanzigerinnen teilen sich in Brooklyn ein Apartment und versuchen auf die eine oder andere Weise, irgendwie irgendwo einen Fuß in die Tür zu bekommen, nachdem sie sich so lange wie nur möglich auf Kosten ihrer Eltern durchgewurschtelt haben.

Die Handlung setzt damit ein, dass Hannahs Eltern ihre Tochter besuchen, um ihr mitzuteilen, dass sie ihr nun zwei Jahre nach Hannahs Collegeabschluss endlich den Geldhahn zudrehen werden – langsam sei ja wohl an der Zeit, dass sie auf eigenen Füßen stehe. Hannah versucht, Schriftstellerin zu werden und absolviert neben ihrem unfertigen Buchprojekt seit längerer Zeit ein unbezahltes Praktikum bei einem Verleger, der sie auch prompt vor die Tür setzt, als sie für ihren Ganztagsjob eine Bezahlung verlangt: „Glauben Sie wirklich, dass Sie bei mir nichts mehr lernen können?!“ fragt er, als Hannah ihm mitteilt, dass sie sich es nun einfach nicht mehr leisten könne, den ganzen Tag unentgeltlich zu arbeiten.

Girls: Hannah (Lena Dunham) Bild: HBO

Girls: Hannah (Lena Dunham) Bild: HBO

Ähnlich sieht es bei den anderen aus, Marnie hat es vergleichsweise gut getroffen und arbeitet als Assistentin in einer Galerie, Shoshanna studiert noch, sie ist Jessas naive, aber ehrgeizige Cousine , die als einzige der vier ernsthaft und zielstrebig das Projekt verfolgt, erwachsen zu werden und etwas aus sich zu machen. Jessa ist nicht nur äußerlich das Gegenteil von Shoshanna – die attraktive Langhaarblondine ist selbst im Vergleich zu Hannah und Marnie atemberaubend unzuverlässig, verantwortungslos und selbstbezogen – aber trotzdem eine liebenswerte Lebenskünstlerin, die ständig in fernen Ländern unterwegs ist und damit auch die Träume der anderen stellvertretend für sie mit auslebt. Und selbstverständlich gibt es kaum einen Kerl, der sich nicht in Jessa verliebt.

Denn natürlich gibt es in Girls auch Männer, etwa Adam (Adam Driver), Hannahs Freund, falls man ihn so bezeichnen möchte, er antwortet nie auf Hannahs SMS, drapiert sie aber in eigenartigen Stellungen auf das Sofa in seiner werkstattartigen Wohnung, um Sex mit ihr zu haben, wenn sie bei ihm vorbei kommt. Man fragt sich, warum Hannah das einfach so klaglos mitmacht – aber genau das ist ja das, was an dieser Serie überhaupt immer wieder so schmerzt: Hannah tut ständig haarsträubende Dinge, weil sie so angestrengt damit beschäftigt ist, zu werden, wer sie ist, wie sie ihren Eltern erklärt hat. Nur hat sie keinen Plan, wer sie eigentlich ist oder gar sein will – auf jeden Fall aber etwas anderes.

Girls: Adam (Adam Driver) und Hannah (Lena Dunham) Bild: HBO

Girls: Adam (Adam Driver) und Hannah (Lena Dunham) Bild: HBO

Den Tanz um das eigene Ego betreiben Hannah und ihre Freundinnen dabei so ernsthaft, wie man nur erwarten kann, in einer Gesellschaft, die Individualismus und Selbstverwirklichung zur ersten Bürgerpflicht verklärt hat. Aber weil eben diese Gesellschaft gleichzeitig sämtliche Bemühungen, genau das zu erreichen, nachhaltig untergräbt – denn es gibt diese ganzen Jobs ja gar nicht, in denen man sein Ding machen und gleichzeitig damit Geld verdienen könnte – sind sie alle von vorn herein zum Scheitern verurteilt. Und gerade Hannah scheitert geradezu besessen vor sich hin und das mit immer aufs neue bestürzenden Varianten der Selbstsabotage.

Und das, obwohl die Ansprüche der Mädels an das Leben erschreckend unambitioniert, ja von geradezu bedrückender Bescheidenheit sind: Sie träumen nicht davon, jobmäßig irgendwann das große Los zu ziehen oder gar durch einen Mr. Right von der Drangsal eines Brotjobs erlöst zu werden, sondern davon, eine aushaltbare Arbeit zu bekommen, die Miete weiterhin zahlen zu können, einen Freund zu finden, der ihnen nicht total auf die Nerven geht, sondern gelegentlich da ist, wenn man ihn braucht. Und ja, eines Tages so zu werden, dass sie selbst mit sich klar kommen und nicht mehr in irgendwelche Zwangsstörungen flüchten zu müssen – zumindest in diesem Punkt leben alle vier eine gewisse Individualität aus.

Girls: Marnie (Allison Williams), Hannah (Lena Dunham) und Adam (Adam Driver) Bild: HBO

Girls: Marnie (Allison Williams), Hannah (Lena Dunham) und Adam (Adam Driver) Bild: HBO

Mit Girls geht es mir wie mit The Office (dem britischen Original) – man kann eigentlich gar nicht hinsehen und beißt sich vor lauter Fremdscham in die Faust, weil es eben gar nicht lustig ist, was man da zu sehen bekommt: Eine erstaunlich treffende Karikatur peinlicher Alltagssituationen aller Art, die man aus dem eigenen Erleben nur zu gut kennt. Die Schonungslosigkeit, mit der sich Lena Dunham, die nicht nur Hauptdarstellerin, sondern auch Drehbuchautorin und Regisseurin der HBO-Serie ist, immer wieder bloßstellt, ist durchaus bewundernswert, auch wenn ich mich gleichzeitig frage, warum sie das eigentlich tut.

Oder nein, in dem Fall eigentlich nicht, denn das ist mittlerweile tatsächlich ihr Job, der ihr auch herzlich gegönnt sei, denn sie macht ihn nun wirklich gut. Insofern ist sie wirklich die Stimme einer Generation, die ihre Protagonistin Hannah vermeintlich sein könnte. Einer Generation, die wirklich nichts zu lachen hat. Aber für gute Comedyserien braucht man halt richtig harten Stoff – und die vier schenken sich nichts, sondern exerzieren die verschiedenen Stadien ihrer Freundschaft und ihres Zusammen- und Sich-Auseinanderlebens  genauso gnadenlos durch, wie sie von ihren Mitmenschen behandelt werden: Knallhart auf die eigenen Bedürfnisse optimierend und dann doch maßlos enttäuscht, wenn sich heraus stellt, dass sich die jeweilige Bedürfnislage keineswegs harmonisch gestaltet, sondern unvereinbare Interessen aufeinanderprallen. Irgendwer heult am Ende immer. Aber so ist es nun mal, das Leben. Und Girls ist eine erfrischend ehrliche Serie darüber.

Girls: Hannah (Lena Dunham), Shoshanna (Zosia Mamet), Jessa (Jemima Kirke) und Marnie (Allision Williams) Bild: HBO

Girls: Hannah (Lena Dunham), Shoshanna (Zosia Mamet), Jessa (Jemima Kirke) und Marnie (Allision Williams) Bild: HBO

The Brink – Serie am Abgrund

Genau wie man nicht die ganze Zeit liebevoll zusammengestellte Speisen aus hochwertigen Edelzutaten zubereiten und essen kann, sondern ab und zu auch einfach mal schnell was zusammen manscht – und das am Ende auch noch heimlich lecker findet, gibt es auch bei der Serienkost junk food für zwischendurch, wenn man mal keine Lust auf komplexes Drama hat. Eins meiner dirty little pleasures der letzten Zeit war The Brink.

Obwohl man von HBO eigentlich hochwertige Serienkost gewöhnt ist, können die auch anders – The Brink ist eine Polit-Klamotte über insgesamt drei Knallchargen, die aus Versehen fast den dritten Weltkrieg anzetteln und den einzigen intelligenten, aber deshalb auch völlig unterschätzten US-Politiker, der das gerade noch so verhindern kann. Der erste Reflex, wenn man so etwas hört, ist hierzulande die bange Frage, ob man über solche Dinge überhaupt Witze machen darf – weshalb es in Deutschland weder richtig gute Politik- , noch gute Comedy-Serien gibt. Deshalb hält man etwa beim ZDF so etwas wie die heute Show für lustig, während wirklich intelligente Satire wie das Schmähgedicht von Jan Böhmenmann, was eigentlich ein kurzweiliges Referat über die eigentlich verbotene Schmähkritik ist, prompt nicht nur zensiert, sondern auch noch strafrechtlich verfolgt wird.

the-brink

Dabei darf man nicht nur Witze über idiotische Politiker und deren Politik machen – man muss es sogar! Und je unkorrekter, desto besser. Allerdings heißt das nicht, dass unkorrekte Witze über geopolitische Krisen automatisch eine gute Serie ergeben: The Brink ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Aber die Serie ist eben auch nicht dermaßen schlecht.

Worum es überhaupt geht: Alex Talbot (Jack Black) ist ein nicht besonders wichtiger Angestellter der US-Botschaft in Islamabad, Pakistan. Der will eigentlich nur Marihuana kaufen und gerät mit seinem Fahrer Rafi (Asif Mandvi) in einen politischen Umsturz, durch den der irre General Zaman (Iqbal Theba) an die Macht kommt. Damit bekommt der gefährliche Irre auch Zugriff auf das Atomwaffenarsenal Pakistans – und Zamans fixe Idee ist, eine Atomrakete auf Tel Aviv abzufeuern. (Die Pakistanis haben sich aber meines Wissens nicht getraut, den US-Botschafter einzubestellen, um ihm die Leviten zu lesen.)

Alex sieht seine große Chance gekommen: Er will das weiße Haus vor der Gefahr warnen und faxt vom Faxgerät des Onkel von Rafi, der ein bekannter Psychiater ist, ein vernichtendes psychiatrisches Gutachten über General Zaman nach Washington. Dort gibt es eine Krisensitzung und eine zu erwartende Konstellation: US-Präsident Julian Navarro (Esai Morales) ist ein opportunistischer Idiot, natürlich gibt es verbissene Militärs, deren Denken noch immer im kalten Krieg verhaftet ist und eine smarte Assistentin (Maribeth Monroe), die immer wieder die Situation retten muss. Und dann gibt es auch noch durchgeknallte Kampfpiloten, die schon mal die Drohnen von Verbündeten abschießen, wenn sie die falschen Pillen eingeworfen haben und sich dann auch noch selbst abschießen lassen, weshalb sie gerettet werden müssen.

Alex Talbot (Jack Black) und United States Secretary of State Walter Larson (Tim Robbins)

Alex Talbot (Jack Black) und United States Secretary of State Walter Larson (Tim Robbins)

Im Grunde wurde wohl versucht, so etwas wie Homeland oder House of Cards in lustig zu machen, was aber nicht wirklich gelungen ist. Denn sowohl Homeland als auch House of Cards sind ja jeweils schon auf der Kippe zur Satire, wenn man genau hinschaut: Jede Menge auf die Spitze getriebener Klischees, die aber ohne mit der Wimper zu zucken durchhalten werden, was letztlich dann auch die Qualität dieser Serien ausmacht: Weil sie sich trotz sämtlicher Übertreibungen und Zuspitzungen noch vollkommen ernst nehmen, geht der Zuschauer weiterhin mit – man weiß ja, dass das jetzt Fernsehen ist.

Oder man hofft das viel mehr, denn immer wieder überholt die Realität die Fiktion – man muss sich nur mal den Vorwahlkampf in den USA ansehen. So etwas hätten Drehbuchautoren bestimmt nicht gewagt sich auszudenken – das gibt es nur im wahren Leben.

Diese Kurve kriegt The Brink allerdings nicht und bleibt deshalb zu oft in billigem Slapstick stecken, obwohl schon eine Menge guter Ideen zumindest zu ahnen sind. Aber Polit-Comedy ist eine schwierige Sache, mir fällt da spontan nichts wirklich Gutes ein – wobei das britische Original von House of Cards ist ja wohl eine Polit-Comedy. Hierzulande wurde so etwas ähnliches mit MdB Eichwald versucht – was übrigens auch gar nicht so schlecht ist. Aber eben auch nicht so richtig gut.

Was daran liegen mag, dass die Idee zu The Brink von Ally-McBeal– und Weeds-Autor Roberto Benabib und seinem Bruder Kim Benabib kommt, das sind Serien, die durchaus ihre Fans haben, die ich aber bestenfalls auch nur so mittelhalbgut finde, weshalb ich da auch nur aus wissenschaftlichem Interesse reingezappt und mich ziemlich schnell nach anderem Stoff umgesehen habe – The Brink habe ich dagegen wirklich Folge für Folge angesehen, das war dann doch eher mein Fall. Aber es gibt ja auch nur eine Staffel. Das kann auch ein Vorteil sein.

Die Bruchpiloten Lieutenant Commander Zeke "Z-Pak" (Pablo Schreiber) und Lieutenant Glenn "Jammer" Taylor (Eric Ladin)

Die Bruchpiloten Lieutenant Commander Zeke „Z-Pak“ (Pablo Schreiber) und Lieutenant Glenn „Jammer“ Taylor (Eric Ladin)