Reminder: Deutschland 83

Ab morgen gibt es Deutschland 83 auch im deutschen Fernsehen, deshalb hier die Erinnerung daran – denn die Serie ist echt nicht schlecht. RTL lässt sie sogar in der Primetime laufen, also Donnerstag 20:15 Uhr ist Deutschland-83-Zeit.

Schade nur, dass zur gleichen Zeit auf arte die ebenfalls interessante Serie Occupied ausgestrahlt wird, da fällt mir die Wahl nicht schwer, zumal ich Werbeunterbrechungen nicht ertrage. Aber Deutschland 83 habe ich ja ohnehin schon gesehen – und praktischerweise hat Sundance die deutsche Originalversion gebracht: DDR-Held erobert die USA.

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Screenshot von rtl.de

 

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Crossing Lines: Verbrechen ohne Grenzen

Was einheimische Serien-Produktionen angeht, bin ich zugegebenermaßen ziemlich skeptisch, insbesondere, wenn Privatsender damit auf Zuschauerfang gehen. Insofern ist Crossing Lines völlig an mir vorbei gegangen, als die Serie auf Sat1 für ordentliche Quoten gesorgt hat – und ab morgen gibt es auf Sat1 die dritte Staffel davon, was auch der Aufhänger für diesen Artikel ist.

Wobei es zumindest die ersten beiden Staffeln von Crossing Lines aber seit einer Weile auch auf Netflix gibt (und bei Amazon Prime auch, soweit ich weiß) – und somit ohne nervige Werbeunterbrechungen. Also habe ich einmal reingeschaut. Und siehe da, die Serie um eine europäische Sondereinheit, die im Auftrag des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag grenzüberschreitende Verbrechen untersucht, ist gar nicht so übel.

Crossing Lines - die Hauptdarsteller via serienjunkies.de

Crossing Lines – die Hauptdarsteller via serienjunkies.de

Im Grunde ist es wie Arne Dahl, nur ohne Schweden. Wobei die Serie um die schwedische Spezialeinheit ja auch international ausgerichtet ist, genau wie die Johan-Falk-Krimis (GSI Göteborg) – gerade dieser Trend gefällt mir sehr gut. Crossing Lines auch international ausgerichtet und somit kein typisches Sat1-Produkt, sondern eine Gemeinschaftsproduktion von Sat1, dem französischen Sender TF1 und dem US-Sender NBC, was diese Serie durchaus interessant macht.

Mit dem kanadischen Schauspieler Donald Sutherland, der den IStGH-Richter Michel Dorn spielt, ist auch ein international bekanntes Zugpferd an Bord, das jüngeren Zuschauern vor allem als grausamer Präsident Snow aus den Hunger-Games-Filmen bekannt sein dürfte. Chef der internationalen Ermittler-Truppe ist Major Louis Daniel (Marc Lavoine) von der französischen Polizei, dazu kommen die französische Ermittlerin mit fotografischem Gedächtnis Anne-Marie San (Moon Dailly), der Computerfreak Sebastian Berger (Thomas Wlaschiha) von der Kripo Berlin, die italienische Mafia-Spezialisin Eva Vittoria (Gabriella Pession), die Britin Sienna Pride (Genevieve O’Reilly) von Scotland Yard und der irische Waffenspezialist Tommy MacConnnel (Richard Flood) aus Belfast. Und last but not least hat Louis seinen alten Freund Carl Hickman (William Fichtner) vom NYPD überzeugt, ebenfalls mitzumachen, obwohl Hickman wegen einer schweren Verletzung seiner rechten Hand nicht mehr im Dienst ist und seine Tage nur übersteht, weil er sehr starke Schmerzmittel nimmt.

Hickman weiß selbst sehr gut, dass er dienstunfähig ist, hat aber noch eine persönliche Mission zu erledigen, weshalb er überhaupt in Europa ist und auf einem Rummelplatz in Amsterdam Müll aufsammelt. Als die Sondereinheit jedoch den Auftrag erhält, eine mysteriöse Mordserie zu untersuchen, der in vier europäischen Hauptstädten vier unbekannte Frauen zum Opfer gefallen sind, lässt sich Carl darauf ein, Louis in diesem Fall zu unterstützen. Man kann sich schon denken, wie das ausgeht – einerseits spürt Carl, dass er wieder in seinem Element ist, andererseits ist eine Kollegin seinetwegen fast drauf gegangen, weil er seine Schmerzmittelabhängikeit nicht richtig im Griff hat. Aber Carl sieht natürlich auch ein, dass es wegen der internationalen Verstrickungen des modernen Verbrechens für die Einheit ganz praktisch ist, einen US-Amerikaner im Boot zu haben.

Von der Erzählweise her ist Crossing Lines eher klassisch angelegt, es gibt verschiedene Fälle, die zu lösen sind, es handelt sich also nicht um einen Ein-Fall-Mehrteiler, bei dem jeweils eine ganze Staffel einem einzigen Fall gewidmet ist. Wobei es auch viele folgenübergreifende Handlungsstränge gibt, so erfährt man erst nach mehreren Teilen, warum Carl Hickman überhaupt in Amsterdam ist oder dass Sebastian Berger in Berlin einen Sohn hat. Und auch in der Beziehung von Louis und Rebecca Daniel gibt es eine interessante Entwicklung, die mit Rebeccas Tätigkeit für den internationalen Strafgerichtshof zu tun hat – und nicht mit der ihres Mannes, wie man erst vermutet. Ja, doch, Crossing Lines kommt zwar nicht auf die vorderen Plätze meiner ewigen Serien-Bestenliste, aber ansehen schadet nicht.

Deutschland 83 – ein Zwischenbericht

Von Deutschland 83 habe ich mittlerweile den 5. Teil Cold Fire gesehen – und die Dinge spitzen sich weiter zu. Martin musste bereits in Northern Wedding seine erste Leiche im Wald begraben – und auch wenn er die NATO-Sekretärin Linda nicht selbst umgebracht hat, so hat er sie doch, genau wie ihm aufgetragen wurde, in seine Mission verwickelt. Als Linda dann entdeckt hat, dass ihr Geliebter ostdeutscher Spion ist, blieb gar keine andere Wahl – Genosse Tischbier, der in Bonn eine Tarnidentität als Politikprofessor hat, musste Martin vor der Enttarnung retten, in dem er Linda überfuhr.

Screenshot  Deutschland 83

Screenshot Deutschland 83

Screenshot  Deutschland 83

Screenshot Deutschland 83

Martin hat jetzt eigentlich die Schnauze voll – aber so wie sich die Dinge entwickeln, bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als weiterhin zu funktionieren, obwohl er eigentlich nur noch aussteigen will. Seine kranke Mutter ist kollabiert, und Martin ist der einzige infrage kommende Spender für die Niere, die Ingrid gend drinbraucht. Also muss er schleunigst nach Ostberlin geschmuggelt werden.

Screenshot  Deutschland 83

Screenshot Deutschland 83

Natürlich sind die Ossis pragmatisch und geben ihm auch noch eine Tasche mit wichtigen Utensilien mit, die er unterwegs übergeben soll: Guten Bohnenkaffee für die Chefs ganz oben und zwei rote Dosen mit entkoffeiniertem Kaffee. „Wie – Kaffee ohne Kaffee?“ fragt Martin – „Genau, damit man gut schlafen kann!“

Screenshot  Deutschland 83

Screenshot Deutschland 83

Es liegt auf der Hand, dass es sich nicht um Kaffee handeln kann – nachdem Martin die Dosen wie angewiesen in Westberlin am Ku’damm übergeben hat, gibt es eine gewaltige Detonation: Der Anschlag auf das Kulturinstitut Maison de France, der Westberlin am 25. August 1983 erschütterte. Geplant von dem deutschen Terroristen Johannes Weinrich, der als rechte Hand des legendären Terroristen Carlos der Schakal galt. Auf das Konto des venezolanischen Terroristen Ilich Ramírez Sánchez gehen zahlreiche weitere Anschläge, die insgesamt mehr als 20 Todesopfer forderten.

Screenshot  Deutschland 83

Screenshot Deutschland 83

Screenshot  Deutschland 83

Screenshot Deutschland 83

Aber das weiß Martin jetzt alles nicht, er sieht nur, wie Verletzte um Hilfe rufen und ist entsprechend entsetzt. Er erkennt den Mann wieder, dem er die roten Dosen übergeben hat und verfolgt den Attentäter – hier gibt es eine sehr schön gefilmte Hatz durch die Berliner U-Bahn. In einem Tunnel auf einem Nebengleis stellt er ihn schließlich. Bei der folgenden Prügelei muss Martin ziemlich was einstecken, aber er schafft es, seinen Gegner zu überwältigen. Und er geht noch einen entscheidenden Schritt weiter: Er lässt den ohnmächtigen Verletzten auf den U-Bahn-Gleisen liegen.

Screenshot  Deutschland 83

Screenshot Deutschland 83

So richtig gut in den Kram passt den ostdeutschen Genossen dieser Anschlag allerdings nicht – was, wenn die Amerikaner das als Kriegserklärung auffassen, falls eine Beteiligung der Stasi an dem Anschlag nachgewiesen werden kann? Sie versuchen sich gegenseitig zu beruhigen – die armenische Terrorgruppe Asala stecke dahinter, und wenn die Amis jetzt unruhig würden, machten sie vielleicht Fehler, was wiederum gut für die Aufklärung sei – denn die Amerikaner planen einen Angriff, soviel sei klar. Jetzt gelte es herauszufinden, wann.

Screenshot  Deutschland 83

Screenshot Deutschland 83

Aber auch Alex Edel, der Sohn des Generals, macht eine interessante Entwicklung durch – zum einen outet er sich als schwul und verbringt eine Nacht mit Tischbier, zum anderen lässt er sich von Tischbier politisch agitieren. Aber während Tischbier ihm empfiehlt, dass er auf seinem Posten bei der Bundeswehr zurückkehren soll, um das System von innen zu verändern, haut Alex lieber ab und taucht in der Sanyassin-Kommune seiner Schwester unter. Hier eckt er allerdings gleich wieder an, weil er das ganze Liebe-ist-der-Schlüssel-Geschwafel nicht ertragen kann.

Screenshot  Deutschland 83

Screenshot Deutschland 83


„Hass ist ein viel stärkeres Gefühl!“ schleudert er den anderen entgegen und erklärt, dass man nichts erreichen könne, wenn man nicht bereit sei, für sein Ziele zu kämpfen – am Ende der Folge sehen wir, dass er sich in der Botschaft der DDR bereit erklärt, künftig für die andere Seite zu arbeiten – hiermit sind also interessante Konflikte für die verbleibenden Teile vorprogrammiert. Bislang kann Deutschland 83 also einlösen, was ich mir nach den ersten beiden Teilen davon versprochen habe.

Screenshot  Deutschland 83

Screenshot Deutschland 83

Deutschland 83: DDR-Held erobert die USA

Deutsche Serien – das ist ein schwieriges, in der Regel frustrierendes Thema, wenn man sich an richtig gute internationale Serienkost gewöhnt hat. Und aktuelle deutsche Serien über deutsche Geschichte – deutsch-deutsche noch dazu – ist quasi hoffnungslos: Mehrteiler wie Weissensee oder Tannbach mögen vielleicht als noch Spitzenprodukte des schlechten Geschmacks in die deutsch-deutsche Serien-Geschichte eingehen, werden ansonsten aber hoffentlich schnell vergessen.

Entsprechend erstaunt war ich also, als ich hörte, das die ersten beiden Teile der deutsch-deutschen Serie Deutschland 83 mit erstaunlich positiver internationaler Resonanz auf der Berlinale gelaufen sind und derzeit in den USA im Original mit englischen Untertiteln gezeigt werden – zwar nur auf dem Spartensender Sundance, der zu AMC gehört – aber eben AMC, genau, das sind die, die Mad Men gemacht haben, Breaking Bad und Better Call Saul. Also Experten für richtig gute, innovative Serien.

Also wurde ich neugierig und habe jetzt doch in Deutschland 83 reingesehen. Ja, und obwohl die Serie in Deutschland demnächst auf RTL gezeigt werden soll, ist sie eben keine dieser typischen RTL-Serien. Sondern erstaunlich gut. Aber warum sollte RTL seinem Publikum nicht auch ab und zu zwischen Castingsshows und Kakerlaken etwas richtig Gutes bieten, verdient haben die Zuschauer das allemal. Abzuwarten bleibt, wie sie Deutschland 83 dann tatsächlich finden.

Screenshot Deutschland 83 - Martin (Jonas Nay): Telefonieren in der Vor-Handy-Ära  via sundance.tv

Screenshot Deutschland 83 – Martin (Jonas Nay) Spionage ist ein gefährliches Geschäft via sundance.tv

Man kann natürlich auch auf Sat1 The Americans anschauen, dass ist auch eine 80er-Jahre-Retro-Spionage-Serie, die gar nicht schlecht, aber meiner Ansicht nach leider auch nicht so richtig gut ist: Das Politische an sich spielt in The Americans eine erstaunlich geringe Rolle, dabei könnte man auch am Kapitalismus und am Gesellschaftssystem in den USA nun wirklich einiges kritisieren. Das tun die russischen Top-Spione aber erstaunlicherweise so gut wie gar nicht – sie ziehen zwar mit vollem Einsatz ihren Mission durch, als Motivation werden aber nur irgendwelche Klischees angedeutet, was mir die Serie schon verleidet, obwohl sie gut gemacht ist.

Aber nach dem, was ich gesehen habe, ist Deutschland 83 in diesem Punkt besser – für mich persönlich, die 1983 als Teenie in der Mittelstufe erlebt und durchlitten hat, ist Deutschland 83 emotional natürlich auch viel näher: Der Stern publizierte im Jahr 83 die Hitler-Tagebücher, die sich später als dreiste Fälschung entpuppten, die rätselhafte Seuche AIDS tauchte in Titelgeschichten auf und Friedensbewegung konnte Millionen Menschen mobilisieren, die gegen die Nachrüstung im Zuge des Nato-Doppelbeschlusses von 1979 demonstrierten.

Screenshot Deutschland 83 - Martin (Jonas Nay) und Annett (Sonja Gerhardt) via sundance.tv

Screenshot Deutschland 83 – Martin (Jonas Nay) und Annett (Sonja Gerhardt)
via sundance.tv

Ich erkenne so ziemlich jede Einblendung echter Nachrichten-Sendungen in der Serie wieder – damals gab es ja ohnehin nicht mehr als drei Fernsehprogramme, heute und Tagesschau waren Pflicht, darüber redete man am nächsten Tag in der Frühstückspause.

Aber es ist nicht nur meine persönliche Erinnerung an jene Zeit, die mit dieser Serie wieder herauf beschworen wird – das war ja auch keine schöne Zeit: Es war die Hochzeit des kalten Kriegs und wir hatten damals völlig zu recht Angst, dass es jederzeit mit uns vorbei sein konnte: Die Supermächte USA und UdSSR richteten die Sprengköpfe ihrer Mittelstreckenraketen ja eben auf deutsche Ziele aus – wäre der kalte Krieg heiß geworden, wäre Deutschland das atomare Schlachtfeld gewesen. Hier wäre kein Stein auf dem anderen geblieben und vermutlich nicht nur Europa auf lange Zeit unbewohnbar. Einer der Hits von 1983 war Two Minute Warning von Depeche Mode – zwei Minuten Vorwarnzeit, bevor das atomare Inferno unser aller Leben auslöscht. Das traf das Lebensgefühl vieler. Wir kritzelten No Future auf unsere Jeansjacken – und wir wussten warum.

Screenshot Deutschland 83 - Martin (Jonas Nay) und Annett (Sonja Gerhardt) via sundance.tv

Screenshot Deutschland 83 – Martin (Jonas Nay) und Lenora (Maria Schrader)
via sundance.tv

Aber Deutschland 83 beschwört eben nicht nur diese Weltuntergangsstimmung, sondern ist streckenweise sogar ziemlich witzig. Martin Rauch (Jonas Nay) ist eben nicht der top ausgebildete Superspion, sondern eher eine Verlegenheitslösung: Weil sich gerade eine günstige Gelegenheit ergibt, wird er als MfS-Spion in den Westen einschleust – worauf er eigentlich gar keine Lust hat. Er will nicht in den Westen. Er will zuhause bleiben, bei seiner kranken Mutter und seiner schönen blonden Freundin Annett (Sonja Gerhardt).

Martin ist NVA-Soldat und guter Sozialist, der westdeutschen Studenten an der Grenze die billig im Osten eingekauften Bücher abnimmt, weil sie ihr Geld nicht zum vorschriftsmäßigen Kurs umgetauscht haben: Wer gegen die Gesetze der DDR verstößt, schadet dem Sozialismus. Aber als die Studenten auf die Frage, wer am Ende gewinnen wird – die Kapitalisten, die nur an sich selbst denken, oder die Sozialisten, die an einem Strang ziehen, damit es allen Menschen besser geht, die richtige Antwort geben, lässt Martin die Wessis laufen. „Aber der Shakespeare bleibt hier! Den Marx könnt ihr mitnehmen, da lernt ihr vielleicht noch was!“

Screenshot Deutschland 83 Alex Edel (Ludwig Trepte) und Martin/Moritz (Jonas Nay)  via sundance.tv

Screenshot Deutschland 83 Alex Edel (Ludwig Trepte) und Martin/Moritz (Jonas Nay) via sundance.tv

Natürlich wird auch bei Deutschland 83 tief in die Klischee-Kiste gegriffen. Aber es trifft in diesem Fall eben nicht nur die DDR, sondern auch die Wests und ihre Verbündeten. Natürlich sind die Zonis skrupellos und gemein, insbesondere die Stasi-Kader Lenora Rauch (grandios: Maria Schrader) und Walter Schweppenstette (Sylvester Groth), die den jungen Martin brutal ins kalte Wasser werfen – nicht ohne ihm vorher die Finger zu brechen, weil das ist einzige Detail, das nicht mit dem Profil des jungen Wessie-Offiziers Moritz Stamm übereinstimmt, als der Martin in die Bundeswehr eingeschleust wird: Er kann nicht Klavier spielen.

Screenshot Deutschland 83 – Martin (Jonas Nay): Telefonieren in der Vor-Handy-Ära via sundance.tv

Er kann auch sonst einiges nicht, aber er bemüht sich – und es gibt immer ein paar echte Stasi-Topagenten in seiner Nähe, die aufpassen, dass er nicht allzu viel falsch macht. Und wenn doch etwas schiefläuft, Schadensbegrenzung betreiben. Natürlich tauchen reichlich Probleme auf – so befinden sich die geheimen NATO-Unterlagen, die Martin aus dem Safe von General Jackson klaut, nicht in einem herkömlichen Ordner, dessen Inhalt Martin wie inzwischen geübt heimlich abfotografieren könnte, sondern auf so einem viereckigen Plaste-Dings, einem, wie heißt das doch gleich? Floppy-Disk. Es für muss also erstmal ein IBM-Rechner beschafft werden, damit die Kollegen in der Analyse das Teil überhaupt lesen und auswerten können. Auch für die Stasi keine triviale Aufgabe.

Screenshot Deutschland 83 - das Floppy-Problem Schweppenstette (Sylvester Groth, Mitte) und Lenora (Maria Schrader) via sundance.tv

Screenshot Deutschland 83 – das Floppy-Problem Schweppenstette (Sylvester Groth, Mitte) und Lenora (Maria Schrader)
via sundance.tv

Und dann hat General Wolfgang Edel (Ulrich Noethen) eine Sohn, der zwar die für ihn vorgesehene Pflichtkarriere als Offizier durchzieht, sich aber eigentlich zur Friedensbewegung gezogen fühlt. Alex Edel nervt es, dass dieser Moritz Stamm sich genauso anhört wie sein Vater. Moritz ist eindeutig der bessere Soldat – aber wenn Alex wüsste, warum! Denn wenn es darum geht, die Welt, oder doch zumindest die DDR zu retten, wächst Martin immer wieder über sich hinaus und schafft Dinge, die er sich selbst zuvor kaum zugetraut hätte.

Bisher sind drei der insgesamt acht Teile gelaufen, die große Lust darauf machen, weiter zu sehen, auch wenn ich von Deutschland 83 nicht so hin und weg gerissen bin wie von Mr. Robot. Aber mal sehen, was die kommenden Teile jeweils bringen – UFA Fiction hat hier jedenfalls eine erstaunlich moderne und clever konstruierte Serie abgeliefert – genau das, was ich sonst im deutschen Fernsehen so vermisse.

Screenshot Deutschland 83 Auch die Generäle Jackson (Errol T. Harewood ) und Edel (Ulrich Noethen) haben in Brüssel eine eigene Agenda...  via sundance.tv

Screenshot Deutschland 83 Auch die Generäle Jackson (Errol T. Harewood ) und Edel (Ulrich Noethen) haben in Brüssel eine eigene Agenda… via sundance.tv

Better Call Jimmy – zurück im Breaking-Bad-Universum

Inzwischen geht mir die penetrante Werbung auf die Nerven, mit der Netflix für Better Call Saul wirbt – man hat das Gefühl, dass nicht nur ganz Berlin, sondern auch das ganze Internet damit zugekleistert ist. Wobei die Kampagne natürlich gut ist: „Dein One-Night-Stand war hässlich? Verklag die Brauerei!“, „Das Wetter nervt? Verklag deine Wetter-App!“ oder „Kriminelle sind Menschen wie du und ich!“ – das ist Saul Goodman.

Dabei ist Better Call Saul gar keine Netflix-Serie, auch wenn Netflix so tut – aber immerhin wird sie hierzulande zuerst auf Netflix gezeigt, wenn auch nicht im üblichen Netflix-Modell für Binge-Watcher. Nach der Doppelfolge, die am 11. Februar veröffentlicht wurde, darf auch Netflix nur eine Folge pro Woche zeigen – genau wie AMC das tut. Denn genau wie das geniale Breaking Bad ist Better Call Saul natürlich eine AMC-Serie.

Better Call Saul - Noch heit Saul Jimmy McGill (Bob Odenkirk)

Better Call Saul – Noch heißt Saul Jimmy McGill (Bob Odenkirk) – Bild: amctv.com

Ich war schon skeptisch, ob das funktionieren kann: Aus einer Kultserie, bei der ein Ensemble sehr markanter, eigenwilliger Figuren eine wendungsreiche, aber gnadenlos auf ein böses Ende zugespitzte Handlung durchexerziert, eine wichtige Nebenfigur zu nehmen, und einfach eine weitere Serie daraus zu machen. Aber genau das ist erstaunlich gut gelungen – und mir fällt jetzt erst richtig auf, was diesen einzigartigen Breaking-Bad-Stil ausmacht: Diese unglaubliche Detailverliebtheit! Jedes noch so kleine Ding ist wichtig. Jede Einstellung wird wie ein Gemälde durchkomponiert, jedes Geräusch mit Bedeutung aufgeladen – und jede noch so nachvollziehbare, vielleicht sogar liebenswerte Marotte kann verhängnisvoll werden.

Das war es, was das Besondere an Breaking Bad war und Vince Gilligan und Peter Gould schaffen es tatsächlich, eben dieses Breaking-Bad-Universum gleich mit der ersten Folge wieder zu erschaffen. Das fängt schon mit der nur wenige Minuten langen Vorspann-Sequenz an, die erst einmal nichts mit der danach einsetzenden Handlung zu tun haben scheint – aber irgendwann später einen Sinn bekommen wird.

Und dann sehen wir Saul Goodman (Bob Odenkirk), der allerdings noch Jimmy McGill heißt und als schlecht bezahlter Pflichtverteidiger dumme Jungs aus dummen Situationen herausholen muss, in die sie sich selbst gebracht haben. Obwohl er sich auf dem Klo auch auf diesen Auftritt so vorbereitet, als wäre es der große Auftritt eines Staranwaltes. Erstaunlicherweise vergisst man so fort, dass man Saul Goodman als gerissenen Winkeladvokaten und skrupellosen Geldwäscher kennengelernt hat – Jesse hat ihn in Breaking Bad entsprechend eingeführt: „Wir brauchen keinen Anwalt, wir brauchen einen Kriminellen!“

Better Call Saul

Better Call Saul – Jimmy McGills Büro ist überall – Bild: amctv.com

Und ein bisschen kriminell war Jimmy McGill schon immer – ob er nun als „Slipping Jim“ in seiner kalten Heimatstadt Cicero darauf gelauert hat, dass sich Menschen auf Glatteis die Knochen brechen, um an Schadensersatzklagen zu verdienen oder jetzt zwei nicht allzu intelligent erscheinende Skateborder für ähnliche Zwecke rekrutiert, nachdem sie versucht haben, eben jene Masche bei Jimmy abzuziehen. Dumm nur, dass seine neuen Partner ihre Skateboard-Nummer ausgerechnet mit dem falschen Wagen ausprobieren: Darin sitzt nämlich nicht die besorgte Familienmama, die Jimmy eigentlich als potenzielles Opfer auserkoren hatte, sondern die Abuelita von einem alten Bekannten aus Breaking Bad – dieser Cliffhanger funktioniert natürlich nur für Breaking-Bad-Kenner. Ich fand es jedenfalls großartig, dass Jimmy so schnell von seiner Zukunft eingeholt wird.

Jetzt muss Jimmy nämlich sein ganzes Verhandlungstalent aufbieten, um sich selbst und den beiden Skaterjungs, die er in eine dermaßen prekäre Situation gebracht hat, den Kopf zu retten. Natürlich will der Totalpsychopath Tuco die beiden umbringen, weil sie seine Abuelita beleidigt haben. Und Jimmy, der Anwalt, soll die angemessene Strafe bestimmen – und schon haben wir wieder eine Breaking-Bad-Standardsituation: Eine ausweglos scheinende Konfrontation in der Wüste um Albuquerque, bei der McGill zu Hochform auflaufen muss und das auch tut – über Erschießen, Blenden und den Verlust von Gliedmaßen handelt er die Strafe schließlich aufs Beinbrechen herunter: Eine beträchtliche Leistung, auch wenn die beiden Jungs das natürlich anders sehen.

Better Call Saul: Zurück im Breaking-Bad-Universum - Bild amc.com

Better Call Saul: Zurück im Breaking-Bad-Universum – Bild amctv.com

Jimmy ist tatsächlich meilenweit entfernt von seiner späteren Form – allein schon sein fensterloses Büro im Hinterzimmer eines asiatischen Kosmetik-Salons, in dem er auf der Couch schlafen muss, die tagsüber zum Empfang der Mandanten dient, ist so deprimierend, wie seine ganze erbärmliche Existenz. Um Mandanten von sich zu überzeugen, muss er ganz tief in die Trickkiste greifen. Gleichzeitig zeigt er aber noch Skrupel – die ihm dann aber auch wieder zum Verhängnis werden. Abseits dessen bahnt sich in der dritten Folge so etwas wie eine Annäherung von Jimmy und Mike (Jonathan Banks) an.

Ausgerechnet der mürrische Mike, der in den ersten beiden Folgen nichts anderes getan hat, als Jimmy immer wieder wegen der nicht korrekten Anzahl von Parkmarken auflaufen zu lassen, glaubt Jimmy in einem scheinbar abstrusen Fall über das Verschwinden einer Familie, der für die ermittelnden Polizisten eine klare, aber falsche Lösung hat. Und wir erfahren, dass Mike auch einmal Polizist war, gleichzeitig ist deutlich zu spüren, dass Mike für den ganzen Polizeiapparat nur noch Verachtung übrig hat. Hier wird es gewiss noch spannend, auch wenn es in der vierten Folge erst einmal um ganz andere Dinge geht.

Hier legt sich Jimmy nämlich mit der übermächtigen Konkurrenz an, die er nicht nur mit Frisur und Kleidungsstil, sondern auch dem kompletten Logo frech kopiert – was zu einem David-gegen-Goliath-Prozess führt, für den sich die Medien aber leider gar nicht interessieren wollen. Das ändert sich erst, als er sich auf schmierigste Weise als Retter in höchster Not inszeniert – mich würde sehr wundern, wenn ihm dieser Stunt später nicht wieder auf die Füße fällt.

Wir treffen uns im Waschsalon - Bild:  http://www.kolle-rebbe.de

Wir treffen uns im Waschsalon – Bild: http://www.kolle-rebbe.de

Tucos Kumpel Nacho Varga ist mit Jimmys Performance jedenfalls noch nicht so richtig zufrieden, obwohl der ihn dank der wiedergefundenen Familie Kettleman aus dem Knast geholt hat. Und die Kettlemans selbst wollen nicht Jimmys Klienten werden, weil er ja so ein Anwalt ist, den sich die Leute nehmen, die schuldig sind. Und sie wollen nicht schuldig aussehen. Lieber nötigen die Kettlemans Jimmy ein Schweigegeld auf, das er in seinen Feldzug gegen die Kanzlei Hamlin investiert.

Und die Frage, auf welche Weise Jimmys Bruder Chuck (Michael McKean) eigentlich zu dem neurotischen Wrack geworden ist, das sich nun nur noch einer abschirmenden Rettungsfolie aus dem Haus traut und ansonsten Elektrizität und alles, was damit zusammenhängt hysterisch vermeidet, ist auch noch nicht geklärt… es lohnt sich also, dran zu bleiben. Eigentlich ist es doch ganz schön, jetzt wieder ein paar Wochen dieses alte Serien-Gefühl zu genießen, bis man endlich, endlich den nächsten Teil sehen kann…

Berlin Babylon: Gereon Rath wird Fernsehkommissar!

Wie schrieb ich doch gleich in meinem Beitrag vom ersten September?

Ich schlage hiermit vor, endlich mal die Krimis des leider viel zu früh verstorbenen Jakob Arjouni zu verfilmen – die Kayankaya-Romane hätten es wirklich verdient. Oder die Gereon-Rath-Romane von Volker Kutscher, die im Berlin der Weimarer Republik spielen. Gut, das ist ausstattungstechnisch natürlich wieder ein bisschen anspruchsvoller, aber für Schmozetten wie „Das Adlon“ hat das deutsche Fernsehen das ja auch hingekriegt. Wenns drauf ankommt, ist schon immer erstaunlich viel Geld da. Macht doch einfach mal was draus!

Manchmal werden Wünsche tatsächlich erfüllt, gestern machte die Meldung die Runde, dass die Gereon-Rath-Krimis von Volker Kutscher tatsächlich verfilmt werden sollen! Das Serienprojekt heißt „Babylon Berlin“, das Konzept haben Tom Tykwer, Hendrik Handloegten, Achim von Boris und Stefan Arndt entwickelt. Tom Tykwer wird auch Regie führen. Die deutschsprachige, international finanzierte TV-Serie soll ab ist für Mitte 2015 gedreht werden. Ist das aufregend!

Berlin, Stresemannstraße bei Nacht

Berlin, Stresemannstraße bei Nacht, Bild hab ich von der Seite http://www.gereonrath.de/

Das kann endlich mal wieder ein anständiges deutsches Serien-Projekt werden – Tom Tykwer hat ja schon richtig gute Filme gemacht, ich sage nur Winterschläfer oder Cloud Atlas. Lola rennt oder The International fand ich auch okay, aber eben nicht so dermaßen wahnsinnig supertoll. Hoffentlich geht das gut – das Berlin der 20er Jahre ist natürlich schon eine großartige Kulisse, wobei das ja auch schief gehen kann.

Aber Tom Tykwer verspricht ja, das es gut gehen wird:

‚Babylon Berlin‘ ist ein breit angelegter, facetten- und figurenreicher Polizeifilm in historischem Kontext, der auf verblüffende Weise die deutsche und europäische Gegenwart spiegelt. Genrekino, epischer Atem und politische Spurensuche finden in diesem detailliert recherchierten und packenden Stoff auf einzigartige Weise zusammen. Toll, dass wir die Chance bekommen, in dieser innovativen Erzählform ein so faszinierendes Projekt zu entwickeln. Ich hoffe auf viele spektakuläre Staffeln!

Ich auch!!!

Netflix – eine erste, durchwachsene Bilanz

Netflix hat ganz eindeutig Vor- und Nachteile. Jetzt nach ein paar Tagen intensiven Testens habe ich festgestellt, dass das insbesondere das Filmangebot tatsächlich ziemlich schmal ist, wenn man genauer hinsieht. Es gab für mich zwar einige positive Überraschungen – etwa eine deutsche Fassung des Berlinale-Gewinners Tropa de Elite von José Padilha, Only Lovers Left Alive von Jim Jarmusch oder den Paolo-Sorrentino-Film Cheyenne mit einem herrlich depressiven Sean Penn als in die Jahre gekommenen Rockstar. Aber wenn ich nach meinen Lieblingsskandinaviern suche, wird es sehr übersichtlich – da gibt es nämlich fast gar nichts.

Bei den Serien ist es etwas besser, weil ja die hochgelobten Eigenproduktionen dabei sind – aber leider auch nicht alle. So vermisse ich beispielsweise Lilyhammer – das mag vielleicht nicht der Publikumsreißer sein, aber gehört als Netflix-Original-Serie ja wohl absolut ins Netflix-Pflicht-Programm. Auch ist mir aufgefallen, dass einige Serien, die anfangs angezeigt wurden, und die ich auch auf meine „Will-ich-noch-ansehen-Liste“ gesetzt habe, schon wieder verschwunden sind, etwa GSI Göteborg. Was ist da los? Wenn ich nicht mal eine Woche Zeit habe, mir etwas anzusehen, dann braucht ihr das auch gar nicht anbieten. Immerhin sind aber abseits von Netflix-Pflichtserien wie Fargo, Hause of Cards, Orange ist The New Black oder The Killing (immerhin alle vier Staffeln, auch wenn nur die vierte eine „echte“ Netflix-Produktion ist) auch weitere Schwergewichte wie Breaking Bad, The Walking Dead, Dexter oder Sons Of Anarchy dabei. Ja, es gibt auch einiges im Komödien-Bereich, aber das ist nicht so mein Ding. Schade finde ich übrigens, dass mir Netflix keine Option anbietet, um mir gezielt die Neuzugänge anzeigen zu lassen.

Was ich aber vor allem vermisse, ist ein Offline-Modus für mobile Geräte. Dass man immer zwingend eine Internetverbindung braucht, um Netflix-Inhalte anzuschauen, finde ich für PC und Smart-TV durchaus in Ordnung, aber für Laptops, Tablets oder Smartphones braucht man einfach einen Offline-Modus. Meinetwegen muss dann nicht unbedingt erlaubt sein, ganze Serien-Staffeln zu laden, aber so drei, vier Teile sollte man schon auf seinem mobilen Gerät für die nächste Zugfahrt oder ähnliches speichern können – man hat unterwegs ja nicht immer Zugang zu funktionierenden WLANs und mobiles Datenvolumen ist noch immer ziemlich teuer, wenn es in den Gigabyte-Bereich geht. Wenn Netflix will, dass ich noch länger dabei bleibe, muss hier noch was passieren!

Netflix, Deutschland Start, Berlin

Netflix, Deutschland Start, Komische Oper, Berlin

Wobei Schlimmes zu befürchten ist, Netflix-CEO Reed Hastings und Produktchef Neil Hunt haben in einem Interview mit DWDL leider schon geradezu idiotische Argumente bemüht, um ihre prinzipielle Abneigung gegen den Download zu rechtfertigen: Wenn die Kunden vorab planen müssten, dass sie sich Dateien für unterwegs herunterladen, widerspräche das der Netflix-Philosophie des einfachen Zugangs: Die Kunden sollen verdammt noch mal Inhalte streamen, wenn ihnen danach ist. Das ist natürlich ein Schuss ins eigene Knie, denn wenn man im Zug oder im Flugzeug keine Internet-Verbindung hat, kann man ganz einfach mal gar nichts sehen. Wenn Netlix das so will, werde ich mir halt einen anderen Anbieter suchen, der mir ermöglicht, mir Filme oder Serien-Teile für unterwegs runterzuladen. Denn bis es im Zug, im Flugzeug oder im Hotel flächendeckend einen brauchbaren und kostenlosen Internet-Zugang per WLAN geben wird, wird Netflix keine Kunden mehr haben, wenn die Jungs hier stur bleiben sollten.

Was ich dagegen gut finde: Es gibt tatsächlich die versprochenen Originalfassungen. Ich kann mir aussuchen, ob ich The Killing, A Young Doctors Notebook oder Arne Dahl in der synchronisierten oder in der Originalfassung ansehen möchte, und dann kann ich mir wahlweise auch Untertitel zuschalten – das geht sehr gut im laufenden Betrieb. Netflix merkt sich ja ohnehin, wo ich bei welchem Teil gerade gewesen bin. Das finde ich großartig, denn ich schaue mir ja gern Serien im Original an. Wenn ich etwas nicht verstanden habe, oder einfach nur neugierig bin, wie etwas übersetzt wurde, kann ich einfach umschalten und mir die Szene noch einmal ansehen. Damit habe ich auch eine Lösung für das Stimmen-Problem bei Arne Dahl – denn die ersten vier Teile kann ich mir jetzt auch auf schwedisch ansehen. Das ist tatsächlich ein Pluspunkt für Netflix – aber ob der auf Dauer reicht, wird sich noch heraus stellen müssen.

Fazit: Netflix funktioniert tatsächlich sehr einfach und der Stream kommt auch bei meinem für eine Großstadtlage nicht besonders schnellen Internet-Anschluss (die Leitung in meinem Wohnblock gibt maximal 12 MBit/s her, formal habe ich einen 16-MBit/s-ADSL-Anschluss) in vernünftiger Qualität an. Das Angebot ist nicht gerade überwältigend, aber für meine persönlichen Vorlieben ist schon einiges dabei, wie gesagt, ich sehe gern Originalfassungen und die werden angeboten, das sind schon einige Pluspunkte. Ein riesiger Minuspunkt ist dagegen der fehlende Offline-Modus für mobile Geräte.

Ich bin gespannt, wie sich das Angebot an Filmen und Serien in der nächsten Zeit entwickelt – Netflix hat bereits bewiesen, dass auch eine Internet-Streaming-Plattform sehr gute Eigenproduktionen auf die Beine stellen kann. Wenn es davon künftig noch mehr gibt – (und bitte nicht nur im Grusel-Mystery-Bereich wie Hemlock Grove, Penny Dreadful oder From Dusk Till Down. Die gehen schon okay, aber ich hätte gern mehr in Richtung Lilyhammer, Fargo oder meinetwegen House Of Cards) wäre auch das ein Argument für Netflix. Ich wüsste nicht, dass beispielsweise Maxdome oder Watchever irgendwelche selbstproduzierten Exklusivinhalte anbieten – okay, Amazon produziert inzwischen auch Serien, aber Amazon ist auch wieder ein Kapitel für sich.