Preacher – Gebete um eine gute Serie wurden erhört!

Einen Serientipp hab ich noch vor meiner Sommerpause: Preacher.

Auch hier war ich erst skeptisch, weil Comic-Verfilmungen häufig nicht mein Ding sind – aber seit Jessica Jones bin ich in der Richtung deutlich aufgeschlossener, auch wenn vieles von dem ganzen Marvelzeugs weiterhin keine große Begeisterung bei mir auslöst. Andererseits habe ich ja durchaus was für schräge Fantasy-Serien übrig, True Blood beispielsweise fand ich ganz fantastisch.

Preacher - das Ensemble Bild: amc.com

Preacher – das Ensemble Bild: amc.com

Um ein ähnliches Kaliber handelt es sich bei Preacher – damit hat AMC doch mal wieder einen echten Knaller produziert. Es geht ziemlich zur Sache, man hat den Eindruck, dass Quentin Tarantino, David Lynch und die Jungs von Monty Python sich zusammengesetzt hätten, um gemeinsam eine Serie zu machen – tatsächlich stecken aber Evan Goldberg, Seth Rogen und Sam Catlin dahinter, die eine Comic-Geschichte von Garth Ennis und Steve Dillon verfilmt haben. Es geht – wie der Titel schon vermuten lässt – um einen eher mäßig begabten Prediger, der in einem gottverlassenen Nest im ländlichen Texas versucht, ein besserer Mensch zu werden.

Jesse Custer (Dominic Cooper) Bild: amc.com

Jesse Custer (Dominic Cooper) Bild: amc.com

Jesse Custer (Dominic Cooper) tut mit seinem neuen Job Buße für seine dunkle Vergangenheit. Die ihn in Form seiner Ex Tulip O’Hare (Ruth Negga) aber immer wieder einholt. Tulip ist eine extrem begabte Verbrecherin, die will, dass Jesse ihr bei einem Job hilft, den sie alleine nicht durchziehen kann. Aber Jesse hat dem Verbrechen abgeschworen und will nun zu den Guten gehören. Was ihm nicht leicht gemacht wird. Erst recht nicht, das Cassidy (Joseph Gilgun) auftaucht, ein irischer Vampir, der nach einer ausschweifenden Party an Bord eines Privatjets aus dem Flugzeug gesprungen ist, das er samt der dazugehörenden Mannschaft komplett verwüstet hat.

Cassidy hat keine Ahnung, wo er sich befindet, findet aber Gefallen an Jesse, der ausgerechnet heute Abend beschlossen hat, dass es manchmal auch nachhaltiger Gewaltanwendung bedarf, um etwas Gutes zu bewirken – er verprügelt einen gewalttätigen Ehemann, nachdem dessen Sohn ihn schon mehrfach um Hilfe gebeten hat. Zusammen landen sie im Knast, wo sie mal in Ruhe reden können.

Cassidy (Joseph Gilgun) Bild: amc.com

Cassidy (Joseph Gilgun) Bild: amc.com

Eins ist klar, diese Serie ist nichts für zartbesaitete, gleich am Anfang explodiert ein von einem geheimnisvollen außerirdischen Wesen heimgesuchter afrikanischer Prediger vor seiner Gemeinde, nachdem er sich für den Propheten hält. Überhaupt explodieren immer wieder falsche Propheten, so erfährt man nebenbei auf einem Fernsehschirm, dass Tom Cruise gerade explodiert ist. Das ist zwar nicht besonders subtil, aber Spaß macht es trotzdem. Genau wie es Spaß macht, Tulip zuzuschauen, wie sie ein paar böse Jungs erledigt, die es auf sie abgesehen hatten.

Nach einer rasanten Crashfahrt durch ein Maisfeld stopft sie dem Oberbösewicht noch mit einem finalen Maiskolben das Maul. Den beiden Kindern, die zufällig dabei zusehen, erklärt sie, dass das ein echt böser Mensch war. Und dann bringt sie ihnen bei, wie man aus den Hausmitteln, die sich auf der heruntergekommenen Ranch eines Schwarzbrenners so anfinden, eine Bazooka baut und dass man sich besser versteckt, wenn Erwachsene Verstecken spielen wollen. Die beiden vernachlässigten Gören – die Mutter ist tot, der Vater auf Arbeit – sind begeistert von der Show, die Tulip liefert – jede Wette, vor allem das Mädchen hat etwas fürs Leben gelernt: Frauen dürfen, können und müssen stark sein. Verdammt stark.

Tulip (Ruth Negga) Bild: amc.com

Tulip (Ruth Negga) Bild: amc.com

Auch sonst gibt es ein Sammelsurium an schrägen Gestalten, vom opportunistischen Sheriff über unkaputtbare Vampirjäger, die Cassidy immer wieder ausspüren, obwohl er sie immer wieder umbringt. Dann gibt es Eugene, den Sohn des Sheriffs, der versucht hat, sich umzubringen, in dem er sich mit einer Schrotflinte in den Mund geschossen hat und nun wie ein Arschloch aussieht, die masochistische Frau des bösen Mannes, dem Jesse den Arm brechen musste und so weiter und so fort. Und schließlich ist da auch noch die alleinerziehende Emily (Lucy Griffith), die sich als Kellnerin durchschlägt und ansonsten um die Organisation der Gemeinde kümmert – und irgendwie scheint sie eine Schwäche für Jesse zu haben. Vermute ich jetzt mal – ich habe erst zwei Folgen gesehen, bin auf den Rest aber sehr gespannt.

Emily Woodrow (Lucy Griffith) Bild: amc.com

Emily Woodrow (Lucy Griffith) Bild: amc.com

Allein die visuelle Aufbereitung ist das Ansehen wert – wer die Bildersprache von Breaking Bad mag, wird auch von der dieser Serie angetan sein – allein dieses marode Gotteshaus auf seinem kläglichen Hügel inmitten der texanischen Prärie ist so beklagenswert, wie die Menschen, die dort die sonntägliche Predigt ihres Predigers über sich ergehen lassen – der natürlich am besten ist, wenn er gerade nicht predigt. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wohin das alles führen soll – religiöse Menschen könnten sich möglicherweise in ihren Gefühlen verletzt fühlen. Was ich auf jeden Fall als Pluspunkt für Preacher werte. Mal sehen, wie es ausgeht.

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Jessica Jones: Superheldin wider Willen

Das Marvel-Universum ist nicht gerade meine Heimat – überhaupt bin ich eine Comic-Banausin. Ich mag Bücher und ich mag Serien – aber diese gezeichneten Superheldengeschichten waren nie mein Ding. Ja ich weiß, es gibt ganz tolle Sachen in diesem Bereich und insbesondere die Belgier haben das Bande dessinée zu einer gehobenen Kunstform entwickelt – es ist keineswegs so, dass ich das komplette Genre nicht ernst nehmen würde. Aber ich habe halt andere Interessen und Prioritäten. Und die meisten Comic-Superhelden gehen mir einfach auf die Nerven – und vor allem nervt mich, dass diese ganzen Marvel-Superhelden-Filme diese öde Blockbuster-Monokultur zementieren, die seit Jahren dafür sorgt, dass man im Kino keine echten Überraschungen mehr erlebt.

Ja, man kann zwei Stunden Spaß haben und so teuer wie das alles ist, ist es natürlich auch gut gemacht – man hat auch keine negative Überraschung. Aber dieses Gefühl, gerade etwas Ungeheures erlebt zu haben, das die Sicht auf die Welt, wie man sie vorher hatte, irgendwie verändert – das hatte ich lange nicht mehr. Wobei na klar – früher war es einfach, die Leute zu beeindrucken, weil es ja vieles zuvor noch nicht gegeben hatte. Und dann ein Film wie Blade Runner. Oder wie Brazil. Womit ich nicht sagen will, dass es keine guten Filme mehr geben würde – in meinem Blog habe ich ja schon eine Menge davon besprochen. Aber ich schweife ab: Marvel. Netflix. Jessica Jones.

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Erstaunlich gut – meine mittlerweile erwachsenen Kinder haben mir diese Serie unabhängig voneinander empfohlen, nach dem Motto: „Ich weiß ja, dass du es nicht so mit Marvel hast, aber…“. Und ich dachte mir, wenn die beiden Jessica Jones gut finden – und sie finden keineswegs immer dasselbe gut – dann könnte es sich lohnen, hineinzusehen. Und es hat sich gelohnt, denn ich habe durchaus etwas übrig für Privatdetektive, insbesondere, wenn sie zum Frühstück schon billigen Bourbon trinken und auch sonst unleidlich sind. Und wenn sie dann auch noch so aussehen wie Krysten Ritter, die fatale Jane Margolis aus Breaking Bad. Es ist noch immer nicht selbstverständlich, dass Frauen geniale, immer schlecht gelaunte Serien-Helden mit unterdurchschnittlicher Sozialkompetenz sein dürfen – insofern gibt es hierfür einen Extrabonus.

Jessica Jones ist verbissen wie Kommissarin Lund, stark wie Pippi Langstrumpf und cool wie Philip Marlowe. Und ein bisschen erinnert sie mich an meine Lieblingsheldin ever – die Eisexpertin Smilla Jaspersen aus Fräulein Smillas Gespür für Schnee von Peter Høeg. Smilla ist keine Superheldin im marvelschen Sinne, aber sie hat, dank ihrer Mutter, die Inuit war, besondere Fähigkeiten: Sie kann Spuren im Schnee lesen, sie weiß, wie man im ewigen Eis überlebt und sie lässt sich von niemanden beeindrucken. Die Konventionen der dänischen Gesellschaft sind ihr herzlich egal – auch wenn sie die Position ihres Vaters, der ein angesehener Herzchirurg in Kopenhagen ist, durchaus für sich zu nutzen versteht.

Jessica Jones (Kristen Ritter)

Jessica Jones (Kristen Ritter)

Bei Jessica ist das alles weniger subtil motiviert – das genau ist es, was ich an diesen Marvel-Stories ja kritisiere. Es gibt immer diese haarsträubenden pseudo-wissenschaftlichen Erklärungen, die alles noch viel schlimmer machen: Hier ein aus dem Ruder gelaufenes Experiment und dort einen tragischen Unfall und plötzlich haben die Betroffen übermenschliche Fähigkeiten. Was für ein Blödsinn, aber egal, wir sind hier ja im Reich der Fiction, wieso also nicht. Auch wenn dieses ganze Superheldentum totaler Bullshit ist – Spaß macht es irgendwie doch. Und natürlich ist es schon irgendwie cool, dass Jessica Vorhängeschlösser einfach mit einem Ruck aufziehen kann wie andere ihre Schnürsenkel. Da stört es dann auch nicht, dass es auch noch andere Typen besonderen Begabungen gibt, Luke Cage (Mike Colter) etwa, der eine unkaputtbare Haut hat oder und dann natürlich Kilgrave (David Tennant), der bad guy der Serie, der die Fähigkeit hat, anderen seinen Willen aufzuzwingen.

Aber natürlich ist auch der fiese Kilgrave das Opfer eines zweifelhaften Experiments, das seine Eltern – beide besessene und ziemlich zwielichtige Wissenschaftler – an ihm vorgenommen haben. Wobei sich herausstellt, dass sie es alles gar nicht so böse gemeint haben, wie es erst aussah und sich für den kleinen Kevin anfühlen musste. Eltern sind hier überhaupt ziemlich böse – auch die Mutter von Jessicas Adoptivschwester Trish Walker (Rachael Taylor), die Jessica nach dem Unfalltod ihrer Eltern und ihres Bruders adoptiert hat. Die ehrgeize Dorothy hat ihre Tochter Trish durch harten Drill zu einem Kinderstar aufgebaut, aus dem später eine erfolgreiche Radiomoderatorin geworden ist.

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Jessica (Kristen Ritter) und Trish (Rachael Walker)

Trish ist der einzige Mensch, an dem Jessica wirklich etwas liegt und wie sich herausstellt, auch ohne Superkräfte ziemlich überlebenstüchtig – Tigermama sei dank. Und dann gibt es noch Jessicas drogensüchtigen Nachbarn Malcolm (Eva Darville), der eigentlich Sozialarbeiter werden wollte, aber selbst irgendwie auf die schiefe Bahn gerät, den guten Cop Will Simpson (Wil Traval), ebenfalls ein Opfer von Kilgrave, der sich in Trish verliebt und die abgefeimte Anwältin Jeri Hogarth (Carrie-Anne Moss), über die Jessica zumindest einen Teil ihrer Aufträge bekommt.

Eines Tages soll Jessica für Barbara und Bob Shlottman ihre Tochter Hope finden. Hope ist nämlich ein gutes Mädchen – die verschwindet nicht einfach so. Natürlich nicht. Jessica findet heraus, dass Hope ein ähnliches Schicksal erleidet wie sie selbst – sie ist in die Fänge von Kilgrave geraten. Jessica war ebenfalls ein Opfer von Kilgrave – er hat sie dazu gebracht ihn zu lieben und sie für seine Machenschaften benutzt. Das ist ein wichtiges Thema der Serie: Missbrauch und wie die Opfer damit umgehen. Wie kommt man aus der Opferrolle wieder raus?

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Kilgrave (David Tennant)

Nachdem Kilgrave Jessica dazu gebracht hat, für ihn einen Mord zu begehen, ist ihr die Flucht gelungen – aber wie sich nun herausstellt, ist er noch immer hinter ihr her. Kilgrave benutzt Hope, um sich an Jessica zu rächen, so bringt er Hope dazu, ihre eigenen, ausnahmsweise mal gar nicht so üblen, Eltern zu ermorden. Und Jessica gibt sich tatsächlich die Schuld daran – auch wenn sie natürlich gar nichts dafür kann, denn es ist ja Kilgrave, der hinter allem steckt.

Aber genau das ist die Entwicklung, die Jessica durchmachen muss – sich eben nicht mehr für die Dinge, für die sie nun wirklich nichts kann, schuldig zu fühlen, sondern stattdessen die Dinge zu ändern, die sie  – und nur sie – ändern kann. Und weil es sehr schwer ist, jemanden zur Strecke zu bringen, der jeden in seinem Umfeld nach Belieben nach seiner Pfeife tanzen lassen kann, muss Jessica jetzt das werden, was sie eigentlich nie sein wollte – eine Superheldin.

Eine Superheldin wider Willen, die sich eigentlich lieber in ihrer schäbigen Detektei – praktischerweise ist ihr Büro zugleich auch ihre Wohnung oder umgekehrt – zu Tode saufen würde, wenn sie nicht gerade für Jeri Hogarth in der dreckigen Wäsche ihrer Mandanten wühlen muss, das ist dann doch nach meinem Geschmack. Und Jessica ist eine tolle Rolle für Krysten Ritter, die herrlich ruppig, wütend und dann auch wieder verzweifelt und verletzlich sein kann. Natürlich ist auch David Tennant als Kilgrave ein überzeugender Bösewicht – es lohnt sich schon allein wegen seines britischen Akzents die Originalversion anzusehen. Doch, ja, Jessica Jones hat mich überzeugt: Wenn schon eine Superhelden-Serie, dann diese.

Wenn Pflanzen tanzen: Guardians of the Galaxy

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich mir zwei Stunden Film ansehen würde, in dem ein genmanipulierter Waschbär und ein (zugegebenermaßen äußerst liebevoll animierter) Haufen Holz Hauptrollen spielen. Aber ich habe es jetzt doch getan und muss zugeben, dass ich mich köstlich amüsiert habe. Obwohl ich mit Marvel-Comics sonst eher nichts anfangen kann – abgesehen vom Asterix-Pflichtprogramm kenne ich in diesem Genre nicht sehr viel, obwohl ich weiß, dass es auch grafisch unglaublich niveauvolle bandes dessinées gibt. Aber ich habs halt eher mit klassischen Romanen, beim Lesen brauche ich keine Bilder.

Aber als Film ist das natürlich gleich ganz anders und Guardians of the Galaxy ist dermaßen gaga, dass der aus Prinzip schon wieder gut ist. Mich erinnert bei dem Film einiges an Firefly oder Defiance – und das sind Sci-Fi-Serien, die ich zwar nicht herausragend, aber doch ganz gut finde.

Guradians of the Galaxy - offizielles Filmfoto

Guradians of the Galaxy – offizielles Filmfoto

Guardians of the Galaxy ist eben auch ganz gut, wenn auch als Science-Fiction-Abenteuer nicht herausragend – aber beliebig oft kann man Blade Runner, Dark Star oder Star Wars (die ersten drei Teile) halt nicht wiederholen. Und das sage ich, obwohl der Soundtrack zu Guardians of the Galaxy zu einem Großteil aus 80er-Jahre-Songs besteht, die ich schon damals eher blöd fand. Dabei gibt es durchaus brauchbare 80er-Jahre-Musik, die ich bis heute höre – aber dieses ganze Footloose-Zeug gehört definitiv nicht dazu. Oh ja, es gab schreckliche Tanzfilme in den 80ern – dafür aber ziemlich gute Sciencefiction-Klamotten wie Zurück in die Zukunft (leider auch mit schlechter 80er-Jahre-Musik). Zu Tanzfilmen der 2010er kann ich dagegen wenig sagen, weil mir keine einfallen (ist dieses Genre am Ende endlich ausgestorben?), aber eine gute Sci-Fi-Klamotte ist für das Jahr 2014 auf jeden Fall dabei!

Die Geschichte ist recht simpel und schnell erzählt: Die Mutter des kleinen Peter Quill stirbt 1988 an Krebs – und der Junge wird von Außerirdischen entführt. 26 Jahre später ist Peter ein Ravanger geworden, ein Trickser, Betrüger und Plünderer, der sich Star Lord nennt und mit einer Bande von Yondu Udonta durch den Weltraum tourt. Von der Erde hat er nur noch seinen antiken Walkman und eine nicht weniger antike Kassette mit Lieblingsliedern, die seine Mutter für ihn aufgenommen hat. Ein lustiges Gerät in seinem Raumschiff ist infolgedessen auch ein gigantischer Retro-Kassettenrekorder als Herzstück seiner Musikanlage.

Eines Tages klaut Peter als Auftragsräuber eine merkwürdige Metallkugel, den Orb – und wird von nun an von ganz fiesen Typen verfolgt, die es ebenfalls auf den Orb abgesehen haben. Ihr Chef ist ein gewisser Ronan, ein Möchtegern-Darth-Vader, mit dem allerdings auch nicht zu spaßen ist. Er gehört zu den Kree, ein Volk aus Weltraum-Wikingern – inklusive Thorshammer für den Chef. Ronan hat zwei Adoptiv-Töchter, die Cyborgs Gamora und Nebula, beide sind ziemlich verkorkst und extrem tödlich. Gamora wird losgeschickt, um den Orb zu beschaffen. Außerdem sind die Kopfgeldjäger Rocket (der mutierte Waschbär) und Groot (der Holzhaufen) hinter Peter her.

Am Ende landen Peter, Gamora, Rocket und Groot im Knast und treffen dort auf Drax. Drax ist ein imposant tätowierter Muskelhaufen, der ebenfalls noch eine Rechnung mit Ronan offen hat – den Fünf gelingt die Flucht aus dem Kyln und fortan sind sie als Guardians of the Galaxy unterwegs, denn sie wissen inzwischen, dass der Orb ein Spezialgefäß ist, das einen unglaublich mächtigen Infinity-Stein birgt, der wahnsinnig viel Energie aus dem Urknall des Universums enthält und in den falschen Händen unvorstellbare Zerstörung anrichten kann. Gamora überzeugt die anderen, dass der Infinity-Stein dem Nova Corps übergeben werden muss, der einzigen halbwegs vertrauenswürdigen Großmacht in der Galaxy (Glenn Close spielt übrigens Nova Prime, die Regentin des Nova Corps).

Das geht freilich nicht ohne Komplikationen ab, aber am Ende gewinnt das Gute und die Solidarität – so wie sich die Kampfflieger von Nova Corps zu einem gigantischen Netz gegen das Horrorschiff der Kree zusammentun (und dabei größtenteils zerstört werden), umschließt auch Groot seine Freunde in einem Kokon aus Zweigen, die er aus sich heraus wachsen lässt – zuvor hat er mit „Wir sind Groot“ endlich den einzigen Satz abgewandelt, den er immer wieder sagt, weil er eben nur diesen Satz sagen kann: „Ich bin Groot!“

Damit rettet Groot seine Freunde samt des Infinity-Steins. Und, klare Sache, seine Freunde retten ein Zweiglein aus der Asche und pflanzen in einem Blumentopf einen neuen Groot, der zur bisher niedlichsten Tanzszene einer Pflanze in einem Hollywood-Film gut gewesen sein dürfte. Wenn das nichts ist…