Retrokritik: Ein Mann will nach oben

In Sachen Serie tut sich das deutsche Fernsehen seit einiger Zeit nicht mehr mit Innovationen hervor und selbst solide Standardkost (also Serien, die nicht total peinlich sind) ist mittlerweile ziemlich rar geworden. Das war nicht immer so, selbst das ZDF, das in den vergangenen Jahren außer KDD – Kriminaldauerdienst nichts Bemerkenswertes hervor gebracht hat – und KDD kam bei den typischen ZDF-Zuschauern ja leider nicht besonders gut an, obwohl das meiner Ansicht nach eines der wenigen interessanten deutschen Serienprojekte der letzten zehn Jahre war – hat ab und zu mal ein blindes Korn gefunden. Sozusagen. Ich trau mich das kaum zu sagen, aber früher war schon ab und zu mal etwas besser, es gab vor Jahrzehnten sogar mal brauchbare Serien im ZDF. Nein, ich meine nicht Die Schwarzwaldklinik. Sondern Projekte wie den Dreizehnteiler Ein Mann will nach oben nach dem Roman von Hans Fallada.

Nun ist eine Romanverfilmung natürlich nichts besonders Innovatives – aber mir ist die gelungene Serienadaption einer interessanten Geschichte, die sich bereits in der Buchvorlage bewährt hat, deutlich lieber als ein schlechtes Serienkonzept, das irgendwie innovativ sein will, aber tatsächlich nur teuerer Schrott ist. Viele erfolgreiche Fernseh-Serien beruhen auf Romanen, Game of Thrones, 13 Reasons Why, Dexter, Bosch – und eben auch Ein Mann will nach oben aus dem Jahr 1977.

Screenshot: Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Screenshot: Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Ich habe keins der diesen Serien zugrunde liegenden Bücher gelesen, weshalb ich nicht sagen kann, wie gut oder schlecht die Romanvorlage jeweils umgesetzt wurde, aber das ist ja auch egal, solange die jeweilige Serie als Serie funktioniert. Und das ist bei den genannten Beispielen der Fall. Ein Mann will nach oben war natürlich auch 1977 schon eine Retroserie, in der mit viel Liebe zum Detail eine längst vergangene Epoche wieder heraufbeschworen wurde. Wenn man das jetzt sieht, ist es quasi ein doppelter Retroeffekt, weil die Zehnerjahre des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive der 70er Jahre gezeigt werden, was nun auch schon wieder 40 Jahre her ist – und da war schon einiges anders.

Mal davon abgesehen, dass mit sehr viel längeren Einstellungen, viel weniger Schnitten und dafür oft ziemlich ausführlichen Dialogen gearbeitet wurde, was den Erzählfluß recht gemächlich macht und für heutige Sehgewohnheiten erst einmal ziemlich altbacken und ein bisschen langweilig wirkt, ist auch viel mehr von dem damaligen Anliegen des öffentlich-rechtlichen Staatsfernsehens zu spüren, die Zuschauer eben nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu informieren, ja sogar zu bilden – im Sinne von Ausbildung eines kritischen bürgerlichen Bewusstseins und natürlich guter Allgemeinbildung.

Screenshot: Karl Siebrecht (Mathieu Carrière) Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Screenshot: Karl Siebrecht (Mathieu Carrière) Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Gut, was die Leute denken sollen, spielt im heutigen Fernsehen natürlich auch eine enervierend wichtige Rolle, weshalb viele Leute inzwischen auch so genervt von den „Lügenmedien“ sind und lieber formal unprofessionelleren Lügnern auf den Leim gehen, aber das ist hier jetzt nicht mein Thema. Was ich meine, ist, dass es mich geradezu gerührt hat, das sogar im ZDF gelegentlich sozialkritische Töne angeschlagen wurden, wobei Hans Fallada, mit bürgerlichem Namen Rudolf Ditzen ja nicht unbedingt ein besonders linker oder sozialkritischer Schriftsteller war. Sondern ein unglücklicher Sohn aus einer großbürgerlichen Familie, der zeitlebens unter seiner Alkohol- und Morphiumsucht litt und als junger Mann nur knapp einen als Duell getarnten Doppelselbstmordversuch überlebte.

Fallada schlug sich ähnlich wie sein Held Karl Siebrecht aus Ein Mann will nach oben mit allen möglichen Hilfsjobs durch, in denen er dank seiner guten Schul- und Allgemeinbildung oft schnell reüssieren konnte. Bildung ist wichtig, das wird auch in der Serie klar, wer schreiben, lesen und rechnen kann, ist klar im Vorteil. Und natürlich braucht es auch „jenügend Vastehste im Koppe“, wie Rieke sagen würde, die Berliner Jöre aus dem Wedding, die nicht nur ein flottes Mundwerk, sondern auch das Herz auf dem richtigen Fleck hat. Und Karl Siebrecht hat nicht nur genügend Verstand, sondern er ist im Gegensatz zu seinen Freunden Rieke und Kalli auch ehrgeizig und hart genug, um Karriere zu machen.

Screenshot: Rieke Busch (Ursula Monn) und Tilda Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Screenshot: Rieke Busch (Ursula Monn) und Tilda Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Im Jahr 1909 verlässt der sechzehnjährige Karl (Mathieu Carrière), der früh seine Eltern verloren hat, sein Heimatdorf in der Uckermark, um in Berlin sein Glück zu machen. In jener Zeit war es tatsächlich möglich, vom Tellerwäscher zum Millionär aufzusteigen – Rieke wird später zu ihrem Sohn sagen, dass alle amerikanischen Präsidenten mit Zeitungen austragen angefangen hätten. Wir wissen zwar, dass das nicht stimmt, der aktuelle US-Präsident hat vermutlich nicht mal Zeitung gelesen, sondern einfach eine Hotelkette geerbt, aber das spielt für die hier behandelte Berliner Variante des amerikanischen Traums keine Rolle.

Im Zug trifft Karl auf die noch etwas jüngere Rieke (Ursula Monn), die Karl gleich in ihre Unternehmung einspannt: Sie war bei einer Tante auf dem Land, um sich einen Anteil vom Schlachtfest zu sichern und braucht jemanden, der ihr mit den schweren Körben und der kleinen Schwester hilft. Karl hilft – und hat mit Rieke auch eine treue Seele gefunden, die ihm in der fremden großen Stadt weiterhelfen kann. Karl zieht mit in die enge Arbeiterwohnung der Familie Busch, Küche und Stube teilt sich Rieke fortan mit ihrem Vater, der sich nach dem Tod seiner Frau vor allem dem Schnaps widmet, der kleinen Tilda und Karl, bald kommt auch noch Kalli Flau (Reiner Hunold) hinzu, der schlagkräftige Seemann, der ebenfalls in Berlin auf eine bessere Zukunft hofft.

Screenshot: Vater Busch ((Walter Buschhoff), Rieke (Ursula Monn) und Karl (Mathieu Carrière) Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Screenshot: Vater Busch ((Walter Buschhoff), Rieke (Ursula Monn) und Karl (Mathieu Carrière) Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Rieke versorgt ihre Familie, so gut sie kann und geht nebenher noch in die Schule – wie so viele Frauen arbeitet sie praktisch rund um die Uhr, denn Haushalt ist Frauensache und zu jener Zeit noch ein echter Knochenjob, außerdem geht sie putzen und lernt nähen, denn das Leben ist teuer und Geld immer knapp.

Karl schlägt sich mit Gelegenheitsarbeiten durch – gleich am ersten Tag heuert er auf einer Baustelle an, von denen es viele gibt im der Berliner Gründerzeit. Sein Job ist es, Koks für die Trockenwohner in die Wohnungen zu schleppen. Arme Familien, die sich keine Mietwohnung leisten können, entgehen mit dem Trockenwohnen der feuchten Neubauten der Obdachlosigkeit – auf Kosten der Gesundheit natürlich, aber so ist das eben. Als der naive Karl sich gegenüber seinem Arbeitgeber, dem Immobilienhai Kalubrigkeit empört über diese Zustände zeigt, ist er seinen Job gleich wieder los: So einen roten Bubi will der nicht in seinen Diensten. Karl muss feststellen, dass es offenbar nicht nur darauf ankommt, gute Arbeit leisten zu wollen, sondern auch darauf, gegenüber Höhergestellten Demut und Gehorsam zu zeigen. Das fällt ihm schwer, denn Karl hat seinen Stolz. An dem er auch stur festhält.

Screenshot:  Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Screenshot: Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Karl, Rieke und Kalli müssen sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, denn viele ihrer Versuche, mit ehrlicher Arbeit Geld zu verdienen, scheitern daran, dass Karl und Rieke einfach noch zu jung sind, um Verträge zu schließen, weshalb sie immer wieder betrogen und über den Tisch gezogen werden. Schließlich versuchen Karl und Kalli sich als Gepäckträger, was einerseits ein einträgliches Geschäft ist, denn Berlin hat, wie viele Großstädte zu jener Zeit, eine ganze Reihe großer Kopfbahnhöfe, die am Rand des Zentrums liegen, aber jeweils nicht durch Bahnstrecken miteinander verbunden sind. S- und U-Bahnen waren zu jener Zeit noch in Planung bzw. im Bau. Passagiere und Gepäck müssen also jeweils durch die Innenstadt zum nächsten Bahnhof befördert werden. Doch weil im preußischen Berlin alles seine Ordnung hat, braucht man dafür eine Lizenz als Dienstmann.

Und Karl und Kalli sind auch dafür noch zu jung, und dann muss man sich auch noch mit der Innung gut stellen, um eine Lizenz als Dienstmann übernehmen zu können, wenn etwa einer aus Altersgründen ausscheidet. Also arbeiten sie als Haifische – so werden die Gepäckbeförderer ohne Lizenz genannt, die denen mit Lizenz die Fuhren wegschnappen, weil sie schwarz arbeiten und ihre Dienste entsprechend billiger anbieten. Diese illegale Konkurrenz ist natürlich keineswegs beliebt, und die Rotmützen drohen dem alten Kürass, der sich von Karl und Kalli helfen lässt, an, seine Karre zu zerstören, weil die drei natürlich mehr wegschaffen können, als jeweils einer allein.

Screenshot: Kalle Flau (Rainer Hunold) und Karl Siebrecht Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Screenshot: Kalle Flau (Rainer Hunold) und Karl Siebrecht Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Ganz aus ist es dann, als Karl auch noch auf die Idee kommt, die Gepäckbeförderung mit einem Pferdefuhrwerk zu rationalisieren – damit lässt sich mit einer Fuhre noch viel mehr transportieren. Karl leiht sich bei dem windigen Fuhrunternehmer Wagenseil (Harald Juhnke in einer Vorstudie zu seiner Rolle in Der Trinker) Pferde und Wagen und bietet den Dienstmännern an, ihr Gepäck zu befördern – für die Hälfte ihrer Taxe. Das sorgt für Empörung: So ein grüner Junge macht ihnen das Geschäft kaputt! Denn natürlich sehen die ehrbaren Dienstmänner Karls Initiative nicht als Arbeitserleichterung und Win-Win-Situation an, wie Karl sich das eigentlich vorgestellt hat: Da kommt einer, der was Neues ausprobieren will – und das ist erstmal ein Ärgernis.

Aber der sture Karl hält tatsächlich durch und kann mit Kallis schlagkräftiger Unterstützung seinen Hauptfeind Kiesow schließlich zur Aufgabe des für alle beteiligten destruktiven Boykotts zwingen: Die Gepäckbeförderungsfirma Siebrecht & Flau entwickelt sich schnell zu einem erfolgreichen Unternehmen. Jetzt stellt sich allerdings auch heraus, dass der gerissene Wagenseil Karl einen ungünstigen Vertrag angedreht hat – vor allem die Klausel, dass Karl die Gespanne ausschließlich bei Wagenseil beschaffen muss, wird zum Klotz am Bein. Außerdem macht Karl es zunehmend zu schaffen, dass Wagenseil einen erheblichen Anteil seiner Einnahmen kassiert, ohne selbst einen Finger krumm zu machen und beschließt, in die Offensive zu gehen: Er bewirbt sich um eine Generallizenz für die Einrichtung von Gepäckaufgabestellen in allen Berliner Bahnhöfen und bootet Wagenseil aus, der sich ebenfalls darum beworben hat.

Screenshot:  Wagenseil (Harald Juhnke) und Karl Siebrecht  Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Screenshot: Wagenseil (Harald Juhnke) und Karl Siebrecht Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Doch Wagenseils Rache ist bitter: Er stellt Karl nur noch die schwächsten Klepper und die brüchigsten Wagen – die Gepäckbeförderung bricht schnell zusammen. Karl, Rieke und Kalli müssen einen neuen Rückschlag verkraften. Doch es zeichnet sich eine neue Chance ab: Die Stammkneipe von Vatern Busch steht zum Verkauf. Wenn sie ihre Ersparnisse zusammenschmeißen, können sie Die Funzel kaufen – das wäre zumindest Riekes und Kallis Lebenstraum. Doch sie müssen sich schnell entscheiden, der Verkäufer will am nächsten Morgen in sein neues Leben aufbrechen. Auch wenn Karl nicht wirklich überzeugt ist, macht er mit – und es stellt sich schnell heraus, dass die drei schon wieder auf einen Betrüger hereingefallen sind. Nur weniger Stunden zuvor ging das Objekt an einen Architekten, der Vertrag, den die drei gegen ihr Bargeld bekommen haben, ist wertlos, sämtliche Ersparnisse futsch.

Doch nun auf dem Tiefpunkt hysterischer Verzweiflung kommt Karl die rettende Eingebung: Wozu Pferdewagen mieten, wenn man Automobile haben kann? Karl setzt alles auf eine Karte und fährt zur Villa des Autohändlers Ernst Gollmer. Dessen Tochter Ilse hält Karl für den erwarteten Gärtner und lässt ihn hinein – die beiden hatten sich schon einmal kurz zuvor zufällig getroffen. Karl erklärt, dass er nicht der erwartete Gärtner sei, stellt sich aber durch seine Jugend auf dem Land als patent genug heraus, den von ihm erwarteten Job zu erledigen. Damit hat er das Interesse von Ilse und ihrem Vater geweckt – Karl darf sein Projekt pitchen, wie man heute sagen würde, und er präsentiert dermaßen überzeugend, dass der alte Gollmer gleich einen Businessplan aufstellt und Karl zu seinem Geschäftspartner in Sachen Hauptstadtgepäckbeförderung macht. Gollmer liefert fünf Lastwagen an Siebrecht &Flau und Karl fängt an, sein Unternehmen zu professionalisieren – er stellt einen Buchhalter ein, womit er seine bisherige Sekretärin Fräulein Palude tief kränkt, und auch Rieke und Kalli sind mit den Entwicklungen überfordert und beschließen, stattdessen die Funzel zu pachten. Deren Käufer hat den beiden ein entsprechendes Angebot gemacht, weil sie ja offenbar mit Herzblut bei der Sache sind.

Screenshot:  Die missgünstigen Dienstmänner  Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Screenshot: Die missgünstigen Dienstmänner Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Damit bricht die jahrelange Wohn- und Schicksalsgemeinschaft der drei Freunde auseinander – Rieke und Kalli richten sich mit der Funzel ein, Karl hingegen pendelt zwischen der Grunewald-Villa seiner neuen Freundin Ilse und dem proletarischen Wedding. Aber in keiner dieser Welten ist er wirklich zuhause. Und dann kommt der erste Weltkrieg – sowohl Karl als auch Kalli werden einberufen und müssen an die Front. Und weil man ja nicht weiß, was kommt, verbringt Rieke sowohl mit Karl als auch mit Kalli jeweils eine Liebesnacht – dabei ist Rieke eigentlich nicht so eine, und die Freunde hatten sich vor Jahren auch gegenseitig versprochen, dass sie sich bei Rieke zurückhalten wollen, um sie nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Aber Rieke wird natürlich prompt schwanger – und sie ist ganz sicher, dass Karl der Vater ist. Was auch zutrifft. Kalli aber stört das nicht, als er als Kriegsversehrter nach Hause kommt – er hat an der Ostfront seine linke Hand verloren.

Karl hingegen ist an der Westfront gelandet und hat prompt wieder Ärger mit einem Vorgesetzten, was in diesem Fall lebensgefährlich ist, denn er wird auf ein Himmelfahrtskommando geschickt. Aber auch hier kann er sich mit kühlem Kalkül, Mut und etwas Glück wieder aus der Affäre ziehen – allerdings erblindet er nach einem Giftgasangriff vorübergehend und gerät in französische Kriegsgefangenschaft. Er gilt als verschollen. Rieke und Kalli schlagen sich Zuhause mit Vater, Kind und der heranwachsenden Tilda in der Funzel durch die Kriegs- und Nachkriegszeit. Die beiden beschließen, endlich zu heiraten. Doch ausgerechnet da kommt der langvermisste Karl zurück.

Screenshot:  Karl und Kalli  Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)Screenshot:  Karl und Kalli  Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Screenshot: Karl und Kalli Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Rieke ist überglücklich und heiratet ihren Karl, auch wenn der schon wieder mit anderen Dingen beschäftigt ist – er ist in Schiebergeschäfte mit Freikorpssoldaten verwickelt, denn sowohl das Taxigeschäft, als auch die Kneipe werfen einfach nicht genug Gewinn ab. Natürlich geht die Sache mit Rieke und ihm nicht gut, sie lassen sich schließlich einvernehmlich scheiden. Jetzt hat endlich der geduldige Kalli seine Chance und natürlich nimmt er Rieke – er hat ja nie etwas anderes gewollt.

Karl hingegen trifft Ilse Gollmer wieder, die mit ihrem Vater ein Fluggeschäft in Tempelhof aufbaut. Der alte Gollmer stellt Karl natürlich ein, er weiß ja, dass Karl ein tüchtiger Geschäftsmann ist. Und er hätte zu gern, dass Karl Ilse heiratet, eine Familie gründet und den Betrieb übernimmt. Doch die jungen Leute haben heutzutage andere Pläne…

Alles in allem erzählt Ein Mann nach oben also von der Sehnsucht nach Glück und den unterschiedlichen Definitionen davon – während Rieke und Kalli schon selig sind, wenn sie sich zum Frühstück warme Schrippen mit Honig und echten Bohnenkaffee leisten können, hastet Karl schon zum nächsten Geschäftstermin weiter. Mit gutem Essen und edlem Schampus ist er nicht zufrieden, auch wenn ihm das natürlich gefällt, genau wie ein maßgeschneiderter Anzug mit einem elegantem Hut. Karl will beeindrucken, und er will immer noch mehr, er will besser sein, cleverer, er ist einer, der sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen kann, jedenfalls fast, aber er ist kein Betrüger, im Gegenteil, er ist für diese Welt eigentlich zu ehrlich. Wenn er ab und zu mal fünfe grade sein lassen könnte, ginge es ihm und seinen Freunden sicherlich besser.

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Screenshot: Die „Dreier-WG“ Karl, Rieke und Kalli Ein Mann will nach oben (Deutschland 1977)

Aber Karl Siebrecht kann eben nicht raus aus seiner Haut. Das macht ihn dann doch wieder sympathisch, weil er eben nicht einer dieser modernen Strebertypen ist, die für ihren Erfolg über Leichen gehen, sondern einfach ein pfiffiger junger Mann mit Ambitionen und Prinzipien. Überhaupt sind die Typen in Ein Mann will nach oben alle herrlich menschlich – Hans Fallada hatte ein Herz für Verlierer, soviel steht fest. Aber er hat auch nichts dagegen, wenn seine Helden ab und zu ein bisschen Glück haben – vor allem der großherzigen Rieke würde man noch ein bisschen mehr davon gönnen. Aber die gehört ja zu denen, die nicht rumjammern, sondern die Ärmel hochkrempeln und aus allem das Beste machen. Rieke würde definitiv Limonade machen, wenn das Leben ihr Zitronen gäbe, wie es in This Is Us so schön heißt. This Is Us ist ja ein aktuelles Beispiel dafür, dass man aus dem Leben an sich noch immer serientaugliche Geschichten machen kann – man braucht nur jemand, der es wagt, sie zu erzählen.

Erzählungen wie Ein Mann will nach oben sind in diesen Zeiten natürlich nicht mehr zeitgemäß – aber irgendwie dann wieder doch, einfach um sich klar zu machen, dass wir derzeit einen unglaublichen und ärgerlichen gesellschaftlichen Rückschritt erleiden: Vor gut hundert Jahren bedeutete es einen ungeheuren Aufstieg, wenn man sich aus der engen Hinterhofwohnung in die Belle Etage im Vorderhaus hocharbeiten konnte. Aber der war mit Fleiß und Bildung möglich. Heute ist es eher so, dass man sich trotz guter Ausbildung und einer Menge Einsatz dem ständig drohenden Abstieg gegenüber sieht, der erfolgt, sobald man einen halbwegs vernünftig bezahlten Job verliert und das eigene Haus oder die zentral gelegene Wohnung nicht mehr bezahlen kann. Heute wäre das Thema also eher: Ein Mensch will nicht nach unten. Eine solche Geschichte sollte es doch auch wert sein, erzählt zu werden. Aber vermutlich macht heutzutage kein Sender dafür Produktionsgelder locker – heute soll das Volk nicht mehr ausgebildet und aufgeklärt, sondern eingelullt werden. Die da oben wissen schon, was gut für uns ist. Wir haben ja Freiheit und Demokratie, wenn jetzt alle die die Hände spucken und ranklotzen, wird alles gut.

Wers gloobt, dem vakoof ick nen Jebrauchtwagen.

Rückblick Homeland Staffel 6

So, die sechste Staffel von Homeland ist auch schon wieder durch – und ich fand sie gar nicht so schlecht. Ich fand sie sogar besser als die meisten Staffeln zuvor – wobei das ja nicht so schwer ist. In dieser Staffel war es endlich wieder so spannend und vertrackt wie am Anfang der Serie, als ja auch nicht klar war, ob der einst vermisste, nach langer Gefangenschaft im Nahen Osten befreite US-Soldat Nicolas Brody ein endlich heimgekehrter Kriegsheld ist oder nicht vielleicht doch ein gefährlicher Terrorist.

Dieses Mal ging es um eine Verschwörung innerhalb des auch durch den massiven Ausbau in den Jahren nach 9/11 ziemlich unübersichtlich Geheimdienstapparates der USA, ein Thema, das durch Serien wie Quantico oder Designated Survivor derzeit ziemlich überstrapaziert wird, aber ich muss sagen, dass mir die Homeland-Variante dann doch deutlich besser gefallen hat. Schon weil diese Serie die derzeit coolste Titelmusik hat und auch sonst der Soundtrack viel weniger nervt als eben bei den anderen genannten Beispielen, wo eben alles fürchterlich brachial ist, leider vor allem die Musik.

Homeland: Carrie Mathison (Claire Danes) und Mrs President-elect Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel)

Homeland: Carrie Mathison (Claire Danes) und Mrs President-elect Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel) Bild: JoJo Whilden/SHOWTIME

Nun glänzt auch Homeland sonst nicht gerade mit Subtilität, aber immerhin trauen sich die Macher was, mir hat das fiese Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Geheimdienst-Veteranen Saul Berenson und Dar Adal gut gefallen, und auch, dass das Team um den Produzenten Alex Gansa genau wie so ziemlich alle anderen Kreativen in den USA bei den Präsidentschaftswahlen aufs falsche Pferd gesetzt hat – eine Mrs. President-elect war nun mal für das, was in der Staffel passiert, in jeder Hinsicht passender als eine Trump-Variante, die ohnehin nie so knallchargenhaft darstellbar wäre, wie der echte Trump agiert.

Homeland: Peter Quinn (Rupert Friend), Frannie (Claire McKenna) und Carrie Mathison (Claire Danes) Bild: Showtime

Homeland: Peter Quinn (Rupert Friend), Frannie (Claire McKenna) und Carrie Mathison (Claire Danes) Bild: Showtime

Elizabeth Keane als eine Präsidentin der vereinigten Minderheiten hingegen, die angetreten ist, um die Bürgerrechte zu stärken und Kriege zu beenden und deshalb ja auch mit knapper Mehrheit gewählt wurde, ist da für erfahrene Polit-Serien-Zuschauer doch viel glaubwürdiger, wenn sie sich am Ende als eiserne Lady entpuppt, die genau das Gegenteil von dem tut, was sie versprochen hat – hier gibt es eine Menge Parallelen zu Präsident Obama. Es ist ja nicht so, dass Keane sich nicht gegen die ihr vorgesetzten Lösungen des Staatsapparates auflehnen würde – sie versucht durchaus, eigene Akzente zu setzen. Mir hat vor allem die Folge nach dem Attentat gefallen, das Carries Schützling Sekou in die Schuhe geschoben wurde, in der sie mithilfe einer Haushälterin aus dem supersicheren Versteck entflieht, in das sie nach dem Anschlag routinemäßig gebracht wird, und nach New York zurückkehrt, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass sie sich eben nicht verstecken will.

Homeland: Saul Berenson (Mandy Patinkin), Bild: Showtime

Homeland: Saul Berenson (Mandy Patinkin), Bild: Showtime

Hier wird klar, dass es gewiss US-Kräfte sein müssen, die Keane unglaubwürdig machen und demontieren wollen, weil ihnen diese Präsidentin nicht passt. Natürlich wird auch hier dick aufgetragen, aber wie wir inzwischen aus dem wahren Leben wissen – manchmal ist die Realität noch schlimmer. Und dieser Brett O’Keefe (Jake Weber), ein selbsternannter Wahrheitsfanatiker, der eine provokante TV-Show betreibt, in der er „Lügen der Regierung“ aufdeckt, womit er natürlich nichts anderes als alternative Fakten produziert, die die Realität ebensowenig abbilden, wie andere fake news auch, ist leider eine Figur, die geradezu ekelhaft realistisch ist. Insofern ist es wirklich bitter, dass er am Ende dann auch noch irgendwie recht behält, weil die von ihm kritisierte Präsidentin Keane sich einmauert und knallhart ihr Ding durchzieht – natürlich bekommt sie nun von keiner Seite Lob, auch nicht von denen, die ihr unterstellt haben, dass sie genau dazu nicht fähig wäre.

Homeland: Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel), Dar Adal (F. Murray Abraham) und Rob Emmons (Hill Harper) Bild: JoJo Whilden/SHOWTIME

Homeland: Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel), Dar Adal (F. Murray Abraham) und Rob Emmons (Hill Harper) Bild: JoJo Whilden/SHOWTIME

Für Carries langjährigen Vertrauten Peter Quinn geht die Staffel auch nicht besser aus – er hat dank Carrie die fünfte Staffel ja ohnehin nur knapp überlebt und hadert nun mit seinen körperlichen Einschränkungen nach seiner Beinahe-Exekution als Versuchskaninchen für einen Giftgas-Anschlag des IS. Dass Carrie sich schuldig fühlt und ihn nach einigen Eskapaden bei sich zuhause aufnimmt, wird natürlich von Dar Adal auch ausgenutzt – aber eigentlich wollte ich auf etwas anderes hinaus: Peter Quinn ist natürlich trotz allem noch Peter Quinn, der erfahrene und selbst mit seinen Einschränkungen noch handlungsfähige, hochtrainierte CIA-Agent. Er kriegt heraus, was Carrie nur ahnt: Sekou war kein Attentäter, sondern nur ein Werkzeug.

Homeland: Astrid  (Nina Hoss) Bild: JoJo Whilden/SHOWTIME

Homeland: Astrid (Nina Hoss) Bild: JoJo Whilden/SHOWTIME

Peter setzt Carrie auf die richtige Spur, allerdings gerät er damit auch ins Fadenkreuz der Ermittler: Kann nicht auch ein verbitterter Veteran, dem übel mitgespielt wurde, hinter dem Attentat auf die US-Präsidentin stecken? Ironischerweise ist aber auch Peter nur ein Werkzeug in diesem bösen Ränkespiel, was Peter leider erst klar wird, als seine Freundin Astrid umgebracht wird, jene BND-Agentin, die er von früher kennt und die ihn jetzt eigentlich sanft aus dem Verkehr ziehen sollte, damit er den Keane-Gegnern nicht in die Quere kommt. Aber Quinn war ja schon immer die tragische Figur der Serie , daran ändert sich auch nichts.

Und Mrs Cry-Face Carrie? Die darf endlich einmal die richtigen Prioritäten setzen: Sich für ihre Tochter entscheiden und gegen den Job. Das wird ihr naturgemäß schwer gemacht, am Ende knickt sie aber ein, weil sie kapiert, dass Dar Adal hinter der Jugendamt-Sache steckt, mit der ihr ihre Tochter weggenommen wurde. Und weil Carrie irgendwie doch etwas gelernt hat, will sie nicht gegen Dar Adal gewinnen, sondern einfach ihr Kind wieder haben. Was am Ende sogar belohnt wird, denn Dar Adal erkennt schließlich auch, dass ihm die Sache, die er angezettelt hat, aus dem Ruder läuft und gibt Carrie den entscheidenden Tipp, der das Leben von Präsidentin Keane rettet.

Alles in allem also eine typische Homeland-Staffel, die sich auch meiner Sicht dieses Mal wirklich gelohnt hat. Und die siebte Staffel kommt – ich freu mich schon fast ein bisschen drauf.

Homeland: Brett O'Keefe (Jack Weber) Bild: SHOWTIME

Homeland: Brett O’Keefe (Jack Weber) Bild: SHOWTIME

Romanze wird Albtraum: London Spy

Vielleicht liegt es nur an meiner Wahrnehmung – aber Spionage-Serien aus Großbritannien fristen hierzulande derzeit nur ein Schattendasein, denn gemessen an dem Wirbel der etwa um die neue Staffel der US-Serie Homeland gemacht wurde, gibt es derzeit eigentlich keine. Wobei das durchaus  sachgerecht ist, denn Spione sind natürlich dann am besten, wenn man sie nicht wahrnimmt. Andererseits ist das ziemlich schade, denn die Briten sind nun einmal Meister in Sachen Spionage. Was nicht nur die Existenz eines überaus kompetenten Überwachungsdienstes wie dem GCHQ beweist.

Mir fallen spontan jede Menge einschlägiger britischer Serien ein – von Klassikern wie Mit Schirm, Charme und Melone über The Prisoner, Dame König As, Spion bis hin zu The Secret State und ja, selbst in The Hour gibt es dieses Katz-und-Maus-Spiel zwischen der BBC und den Schnüfflern im Auftrag ihrer Majestät. Aber es gibt eine ganze Reihe aktueller Serien aus diesem Genre, die meiner Ansicht nach mehr Aufmerksamkeit verdient hätten, etwa The Game oder London Spy.

Aufgrund meiner persönlichen Präferenzen fange ich mit London Spy an – der von mir sehr geschätzte Ben Whishaw spielt hier die Rolle des Daniel Edward Holt und auch bewährte Größen wie Jim Broadbent  und Charlotte Rampling sind mit von der Partie. Das Drehbuch stammt von Tom Rob Smith – wobei ich kein ausgesprochener Fan von Tom Rob Smith bin. Ich habe Kind 44, Kolyma und Agent 6 zwar gelesen, weil ich die drei Romane interessant genug fand, um sie auch bis zum Ende durchzuhalten – inzwischen fühle ich mich längst nicht mehr verpflichtet, schlechte Bücher zuende zu lesen, denn so viel Zeit habe ich einfach nicht. Aber so richtig gut fand ich sie eben auch nicht. Wobei Kind 44 noch am besten war – leider ist ja die Verfilmung davon auch nicht so richtig gut geworden, wenn auch nicht so schlecht, wie sie von der Kritik gemacht wurde.

Mit London Spy habe ich genau das gleiche Problem: Die Idee ist wirklich interessant, die Charaktere haben Potenzial, der Plot ist spannend – aber die Motivation der jeweiligen Figuren kapiere ich einfach nicht. Das ist halt der Unterschied zwischen richtig guten Autoren, die Charaktere mit wenigen treffenden Beschreibungen für uns da draußen nachvollziehbar machen können –  wie Peter Høeg (Fräulein Smillas Gespür für Schnee), Jean-Claude Izzo (Die Marseille-Trilogie) oder, was Drehbuch angeht, Sam Esmail (Mr. Robot) und denen, die zwar eine echt gute Idee haben, aber sie leider nicht angemessen umsetzen können.

London Spy - Danny (Ben Whishaw) and Alex (Edward Holcroft) Bild: telegraph.co.uk

London Spy – Danny (Ben Whishaw) and Alex (Edward Holcroft) Bild: telegraph.co.uk

Tom Rob Smith bleibt immer holzschnittartig – wobei er sich eine Menge traut und auch viel recherchiert, weshalb ich dann doch wieder dabei bleibe, auch wenn mir das alles letztlich zu wenig subtil ist: Es wird sehr dick aufgetragen, aber am Ende gibt es keine einleuchtende Erklärung für das Warum. Dabei bin ich durchaus bereit, auch absurde Erklärungen zu akzeptieren, wenn sie denn originell sind. Aber am Ende fehlt eben genau das: Die Geschichte nimmt zwar die immer schlimmstmögliche Wendung – was aber nur okay geht, wenn man denn wüsste, warum. Aber genau das wird nicht geliefert. Es ist eben so, weil der Autor mir beweisen will, dass er knallhart ist und es einfach drauf hat.

Aber lieber wäre mir, wenn er mir beweisen würde, dass seine Charaktere es drauf haben. Aber genau das ist eben nicht der Fall – und das macht mich so unzufrieden. Letztlich werden Motivationen immer durch äußere Umstände erklärt, denen die jeweiligen Figuren ausgesetzt sind, aber nicht durch eine Sicht auf die Innenwelt der Charaktere – London Spy leidet an derselben Schwäche wie die Leo-Demidow-Trilogie: Wir erfahren ausführlich, was die jeweiligen Protagonisten tun, und das sind durchaus extreme Dinge – aber nicht, was sie dabei fühlen und denken, also warum sie das alles tun. Und genau das wäre der wirklich spannende Teil.

Obwohl London Spy trotzdem gar nicht schlecht ist, weshalb ich ja an dieser Stelle dafür Werbung mache. Denn auch eine etwas unausgegorene Spionage-Geschichte von BBC Two ist immer noch besser als das meiste, was hierzulande produziert wird. Und wie für britische Gruselgeschichten typisch gibt es menschliche Abgründe, dunkle Geheimnisse und depressive Stimmung – und das muss nicht immer logisch sein. Es funktioniert über eine gewisse Atmosphäre: Nachts im Nebel an der Themse. Oder morgens im ausklingenden Rausch nach einer durchgetanzten Nacht.

Überflüssig zu erwähnen, dass ich einfach ein Fan von London bin. Ich kenne mich da nicht wirklich aus, aber ich war einige Male für ein paar Tage dort und ich habe mich dort immer wohl gefühlt – trotz der Abzockerpreise und des verstörenden Nebeneinanders von Arm und Reich, von Luxus und Schäbigkeit. Oder vielleicht gerade deswegen.

Danny, wie Daniel Edward Holt von seinen Freunden und Mitbewohnern genannt wird, vertritt das Underdog-Segment: Er ist einer der vielen jungen Londoner, die sich irgendwie durchschlagen, er fristet seinen Lebensunterhalt, in dem er Pakete im Lager einer Logistik-Firma hin-und-her schiebt und wohnt in einer heruntergekommenen WG. Danny ist schwul, was heutzutage eigentlich kein Problem ist, und er ist romantisch und sentimental, was sich noch als Problem erweisen wird.

Eines Tages kommt er angeschlagen aus einem Nachtclub, offenbar hat er irgendwas eingeworfen und die Nacht durchgetanzt. Als er versucht, mit seinem Handy zu telefonieren, fällt es ihm herunter – genau in dem Moment als Alex vorbeikommt, der sein morgendliches Lauftraining absolviert. Boy meets Boy – es kommt, wie es kommen muss. Alex, der wie wir noch erfahren werden, eigentlich Alistair Turner heißt, fragt Danny besorgt, ob er denn okay sei und natürlich ist genau diese zufällige (?) Begegnung der Ausgangspunkt für den Rest der Geschichte.

Alistair alias Alex ist nämlich ebenfalls schwul – und ein Genie, das für einen britischen Geheimdienst arbeitet. Zwei Welten treffen sich – aber eben auch zwei Liebende. Alex hat bereits mit 15 angefangen Mathematik zu studieren, er wohnt in einer piekfeinen, großzügigen und superordentlichen Wohnung, die ohne Zweifel atemberaubend teuer ist. Dennoch findet er Gefallen am chaotischen Danny, der ganz offensichtlich aus einer anderen Welt kommt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine Romanze, die einige Monate andauert – der erste Teil des Fünfteilers handelt hauptsächlich von der Liebesgeschichte zwischen Danny und Alex, was mir sehr gut gefällt. Denn sie ist wirklich wichtig, sonst würde der Rest der Serie wenig Sinn ergeben.

Denn Alex verschwindet plötzlich – und Dannys Leben verwandelt sich in einen Albtraum. Jetzt herrscht natürlich Spoiler-Alarm und weil meine Kinder immer mit mir schimpfen, dass ich ständig zu sehr spoilere, versuche ich, mich ausnahmsweise mal zu beherrschen. Natürlich ist das Ganze nicht mehr so richtig spannend, wenn man weiß, worauf es am Ende hinausläuft.

London Spy ist alles in allem natürlich eine ganz schlimme Geschichte – wenigstens das kann ich schon sagen. Wenn man den zweiten Teil angesehen hat, ist das auch nicht wirklich überraschend. Überraschend ist eher, dass Danny, der erstaunlicherweise über seinen väterlichen Freund Scottie (Jim Broadbent) doch in hochgestellte und überaus klandestine Kreise vordringen kann, am Ende frustrierend wenig mit seinem überbordenden Engagement ausrichten kann. Er versucht wirklich alles, aber die Übermacht, gegen die er ankämpft, ist einfach zu mächtig: Du kannst nichts tun, wenn alle gegen dich sind. Kein Schwein interessiert sich für die Wahrheit. Außer Danny. Der aber denkbar schlechte Voraussetzungen hat, sie herauszufinden und noch weniger, sie zu kommunizieren: Danny ist nämlich kein Genie. Auch wenn er nicht auf den Kopf gefallen ist und sich wirklich große Mühe gibt. Gerade weil er so hartnäckig und naiv ist, kann er sogar ein paar Punkte gegen diese übermächtigen Feinde machen – aber das Spiel gewinnen kann er nicht.

Insofern ist London Spy durchaus eine sehr wahrhaftige und zeitgemäße Serie, selbst wenn ich einige Plottwists durchaus fragwürdig finde. Am Ende bleiben eine Menge Fragezeichen. Verdammt, jetzt habe ich doch wieder gespoilert. Aber das ist es eben, was ich dann letztlich überzeugend fand: Wer immer verhindern wollte, dass das, was Alex heraus gefunden hat, in die Welt kommt – er oder sie sind wahnsinnig gut.

Homeland: The Tradition of Hospitality

Jetzt hat es mich doch wieder gepackt: Mit der zweiten Folge der fünften Staffel hat das alten Homeland-Feeling wieder eingesetzt, das mir über die dritte Staffel abhanden gekommen ist – ich will jetzt wirklich wissen, wie es weiter geht. The Tradition of Hospitality ist zwar mitunter ziemlich unsubtil, dafür aber herrlich finster – es ist auf niemanden Verlass und so ziemlich jeder spielt ein dreckiges Spiel.

Nur Carrie nicht, interessanterweise, sie – wie immer – ist unfassbar loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber. Sie zieht wirklich alle Register, um ihren Job gut zu machen, eben für die Sicherheit von Otto Düring zu garantieren – und lässt sich nicht darauf ein, auch guten alten Kollegen von der CIA irgendwelche Insider-Tipps zu geben. Was diese um so mehr dazu veranlasst, zu glauben, dass Carrie und Saul ihr bewährtes Spiel spielen – bestimmt hat Saul Carrie bei der Düring Foundation platziert, um irgendein ganz großes Rad zu drehen.

Screenshot Homeland Staffel 5 - Brandenburger Tor

Screenshot Homeland Staffel 5 – Brandenburger Tor

Aber wie wir wissen, ist es dieses Mal wirklich anders. Oder nicht…? Carrie hat jedenfalls wieder keinen einfachen Job: Sie hat es zwar geschafft, für Düring eine offizielle Einladung für seinen Besuch in dem Flüchtlingscamp im Libanon zu bekommen, aber vor Ort gibt es weitere Schwierigkeiten: Offenbar sind sich die Chefs der Milizen vor Ort untereinander nicht einig: Zwar hat der eine Hisbollah-Chef gegen ein Schutzgeld für Dürings Sicherheit garantiert, aber der andere weiß davon nichts – Carrie muss also wieder einiges regeln. Und sie ist auch nur halbwegs erfolgreich – eine Stunde bekommt sie für den Rucksack voll Geld. Aber eine Stunde ist besser als nichts.

Otto Düring kann sein Rede vor den Flüchtlingen und einen Scheck über 10 Millionen Euro in die Kamera halten – und er verspricht auch, weitere Geldgeber zu finden, damit aus diesem Camp ein gutes Beispiel für alle wird, die Kinder sollen zur Schule gehen, die Leute versorgt und die Kranken geheilt werden, junge Menschen eine Ausbildung bekommen und die Älteren weitergebildet werden – damit sie nach dem Krieg in Syrien ihr Land wieder aufbauen können. Ach ja, super Idee, wir brauchen einfach einen Otto Düring!

Aber natürlich geht etwas schief- oder fast, Carrie als Sicherheitsexpertin rettet Otto Düring natürlich vor dem Anschlag, der auf dem Rückweg auf ihn verübt wird. Derweil geht aber auch zuhause in Deutschland einiges schief: Durch jene Veröffentlichung eines geheimen Dokuments durch Laura Sutton ist die illegale Zusammenarbeit zwischen CIA und BND aufgeflogen – der BND übt nun Druck auf Laura aus, weil er die Quelle wissen will. Aber als gute Journalistin wird Laura eher sterben als ihre Quelle preiszugeben.

Der BND agiert, wie Geheimdienste das in der Regel tun – er setzt sich über geltendes Recht hinweg und tut, was er für richtig und angemessen hält. Wie das in der Öffentlichkeit ankommt, ist letztlich scheißegal – denn Geheimdienste machen eh, was sie wollen und letztlich spielt kaum eine Rolle, was die Medien darüber berichten: Wenns um die nationale Sicherheit geht, sind alle Mittel recht.

Das ist beim BND nicht anders als bei der CIA. Und wir wissen das – gelegentlich wird darüber ja ganz offiziell berichtet. Was aber nichts an der Praxis ändert. Insofern sehe ich Homeland auch eher als vergleichsweise ehrlichen Zustandsbericht, nicht aber als Kritik an diesen Zuständen: letztlich wirbt Homeland um Verständnis für alle Seiten – man kann die Protagonisten auf Seiten der Geheimdienste genauso verstehen, wie die auf der anderen Seite, die ja auch ihre Gründe haben. Immerhin das ist schon mal nicht schlecht: Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ mehr: Die Leute machen einfach ihren Job.

Und das ist auch wieder ekelhaft, wenn ich so darüber nachdenke. Immerhin machen die Leute in Homeland ihre Jobs jeweils gut – natürlich auch die dreckigen Jobs. So will sich die CIA-Chefin in Berlin nicht von Saul absägen lassen und intrigiert ihrerseits gegen ihn: sein Kopf sei doch viel wertvoller, wenn die Deutschen wegen dieser Geheimdienstäffäre denn unbedingt Köpfe rollen lassen wollen. Quinn hingegen geht weiterhin seinem Killerjob nach und killt eine Frau, die junge Mädchen für den IS anwirbt.

Carrie macht ihren Job, indem sie in Beirut bleibt, um herauszufinden, wer das Attentat auf Düring verübt hat. Und als sie in ihr Hotelzimmer zurück kommt, findet sie einen Hisbollah-Kämpfer vor, der ihr den Rucksack mit dem Geld zurück gibt – Araber-Ehre. Das mit dem Schutz hat nicht geklappt, daher gibt es das Schutzgeld zurück. Und Carrie bekommt noch eine entscheidende Information: Der Anschlag galt gar nicht Otto Düring. Er galt ihr.

Und als Sahnehäubchen obenauf bekommt Quinn am Ende einen neuen Auftrag: Der Name seines nächsten Opfers ist Mathison.

Und ja, es macht mir schon Spaß, dass so viel Deutsch gesprochen wird – und eben nicht dieses Deutsch, wie die Amis sich das vorstellen, sondern eben richtig, von echten deutschen Schauspielern gesprochen. Ich habe keine Ahnung, wie das dem US-Publikum gefällt, aber mir gefällt es. Und ich verstehe auch deren Englisch viel besser 🙂

Closed Circuit – Unter Beobachtung

Dass die Bürger von London derzeit die am häufigsten gefilmten Menschen der Welt sein dürften, weiß man ja – und auch, dass neben der NSA die britischen Geheimdienste besonders fleißig sind. Allerdings hat London bereits eine ganze Reihe von schweren Attentaten erleiden müssen, weshalb eine gewisse Paranoia durchaus verständlich ist. Von dieser Paranoia handelt der britische Thriller Unter Beobachtung (Closed Circuit; Regie John Crowley) aus dem vergangenen Jahr. Er beginnt mit den Bildern aus Übewachungskameras, die Menschen auf einem belebten Londoner Markt zeigen – der kurz darauf von einer gewaltigen Explosion verwüstet wird.

Screenshot Closed Circuit - Überwachungskameras 1

Screenshot Closed Circuit – Überwachungskameras 1

Damit setzt die eigentliche Handlung ein: Der Anwalt Martin Rose (Eric Bana, der mir als Avner in Steven Spielbergs München positiv aufgefallen ist) soll den mutmaßlichen Drahtzieher des verheerenden Bomben-Anschlags, bei dem 120 Menschen getötet wurden, Farroukh Erdogan (Dennis Moschitto, der dem deutschen Publikum aus Verschwende deine Jugend, Süperseks, Kebab Connection und natürlich Chiko bekannt sein sollte), in dem unvermeidlichen Jahrhundertprozess verteidigen – zumindest im öffentlichen Teil des Prozesses. Denn weil die Staatssicherheit ja dermaßen gefährdet ist, wird es zeitgleich auch einen Geheimprozess geben: Ein großer Teil des Beweismaterials darf aus Gründen der Sicherheit nicht veröffentlich werden.

Screenshot Closed Circuit - Überwachungskameras 2

Screenshot Closed Circuit – Überwachungskameras 2

Und weil weder der Angeklagte, noch sein Verteidiger (und die Öffentlichkeit schon gar nicht) wissen dürfen, was geheim bleiben soll, wird der Angeklagte im Geheimprozess von einer weiteren Verteidigerin vertreten – die aber wiederum keinerlei Kontakt mit dem Verteidiger aus dem öffentlichen Prozess haben darf. Das an sich macht das Verfahren schon absurd genug. Es kommt aber am Ende alles noch viel schlimmer: Der Generalstaatsanwalt (Jim Broadbent, den ich mir wegen seiner großartigen Performance in Der Wolkenatlas merken wollte – et voilà) bestimmt Claudia Simmons-Howe (Rebecca Hall) zu dieser Spezialverteidigerin. Pikant an der Sache ist, dass Martin gerade einen hässlichen Scheidungsprozess durchmacht, für den seine Affäre mit Claudia der Auslöser war – was die beiden Vorzeigejuristen allerdings verschweigen. Und noch pikanter ist, dass Martins Vorgänger in Sachen Verteidigung sich nach sechs Monaten intensiver Vorbereitung vom Dach gestürzt hat.

Screenshot Closed Circuit - Anschlag in London

Screenshot Closed Circuit – Anschlag in London

Aber weil Martin nach eigener Auskunft ein karrieregeiles Arschloch ist, macht ihm das alles wenig aus – er beginnt damit, sich in den gigantischen Aktenberg einzuarbeiten, er hat ja keine Familie mehr und somit viel Zeit dafür. Natürlich dauert es nicht lange, bis ihm zahlreiche Ungereimtheiten auffallen. So wurde Farroukh erstaunlich schnell ermittelt und gefasst – seine angeblichen Komplizen kamen praktischerweise bei dem Anschlag ums Leben. Erdogan kam aus der Türkei über Deutschland nach London. Und obwohl er in Deutschland wegen Heroinbesitzes auffällig geworden war, bekam er in England überraschend schnell eine Aufenthaltserlaubnis – warum?

Screenshot Closed Circuit - Martin Rose (Eric Bana)

Screenshot Closed Circuit – Martin Rose (Eric Bana)

Rose fallen noch viele weitere Merkwürdigkeiten auf, so dass er schließlich doch mit der US-Journalistin Joanna Reece (Julia Stiles, bekannt als Lumen aus der 5. Staffel von Dexter) Kontakt aufnimmt, die er zuvor schon mehrfach hat abblitzen lassen. Reece bestätigt ihm, was sein Vorgänger und jetzt Martin selbst herausgefunden hat – Farroukh ist ein V-Mann des MI5. Sein Auftrag war offensichtlich, die Radikalen-Gruppe zu infiltrieren. Das ist ein Hammer – am Ende hat der Geheimdienst und damit der britische Staat sogar den Sprengstoff geliefert, mit dem der Anschlag ausgeführt wurde, bei dem so viele Londoner Bürger ums Leben kamen?! Die Frage ist jetzt, ob Farroukh reingelegt wurde – oder besser: von wem?

Screenshot Closed Circuit - Claudia (Rebecca Hall)

Screenshot Closed Circuit – Claudia (Rebecca Hall)

Claudia wird offensiv vom MI5 überwacht, allerdings hat sie als Vertreterin im Geheimprozess auch kaum etwas anderes erwartet. Trotzdem geht ihr der allzu aufdringliche Agent Nazrul Sharma schon ziemlich auf die Nerven. Sie stellt ebenfalls fest, dass einiges nicht stimmt – und auch die Familie von Farroukh verhält sich sehr eigenartig.

Trotz des Informationsverbots zwischen Martin und Claudia teilt Martin ihr heimlich mit, was er herausgefunden hat. Er ist dafür, das lieber im öffentlichen Teil des Prozesses zu behandeln, damit es nicht unter den Tisch gekehrt werden kann, aber die geheime Verhandlung findet zuerst statt. Claudia wittert eine Chance: Sie darf eine „Zeugin X“ genannte hochrangige MI5-Agentin befragen, deren Antworten sie darauf bringen, den Sohn des Angeklagten als Zeugen vernehmen zu wollen. Das gefällt der Agentin gar nicht, aber der Richter ordnet die Vernehmung an.

Keine Frage, spätestens jetzt wird alles richtig hässlich und falls die eine oder der andere den Film noch sehen will – was ich durchaus empfehlen kann – sollte ich jetzt nicht alles verraten, damit nicht jeder Thrill im Eimer ist, nachdem ich ja leider schon relativ viel verraten habe. Es passiert dann aber noch einiges und das Ende ist natürlich unbefriedigend – was aber daran liegt, dass es konsequent und durchaus realistisch ist.

Screenshot Closed Circuit - Martin (Eric Bana) und  Claudia (Rebecca Hall)

Screenshot Closed Circuit – Martin (Eric Bana) und Claudia (Rebecca Hall)

Selbstverständlich wird weiterhin vertuscht und unter den Teppich gekehrt, was nur geht – und wenn man konsequent durchgreift, geht eine Menge. Nach dem, was inzwischen durch die NSA- und hierzulande noch vielmehr durch NSU-Skandalserien über die Tätigkeit (bzw. Untätigkeit) von Geheimdiensten bekannt geworden ist, wundert einen ja kaum noch etwas. Es ist nichts Neues mehr, dass Geheimdienste gewisse Szenen über V-Leute erst mit entsprechenden Mitteln oder gar der passenden Ausrüstung versehen, damit sie überhaupt kriminell aktiv werden können. Nicht nur die rechte Szene und letztlich der NSU wurde von deutschen Inlandsgeheimdiensten alimentiert, auch in den 1960er Jahren wurde die linke Szene von V-Leuten mit Geld und Waffen versorgt, um eine Bedrohungskulisse aufzubauen, vor der unter anderem der Radikalen-Erlass und weitere Einschränkungen der Freiheitsrechte in Deutschland durchgedrückt werden konnten.

Insofern ist den Machern von Unter Beobachtung durchaus gelungen, mit ihrem Plot auf der Höhe (eigentlich müsste man sagen: in der Tiefe) der Zeit zu bleiben. Was aber auch wieder schade ist, obwohl der Film nichts dafür kann: So richtig überraschen können mittlerweile auch die abgefeimtesten Verschwörungsplots nicht mehr. In Wirklichkeit ist ja alles mindestens genauso schlimm.

Screenshot Closed Circuit - die Journalistin Joanna Reece (Julia Stiles)

Screenshot Closed Circuit – die Journalistin Joanna Reece (Julia Stiles)

Nur halt viel komplexer. Am Geheimdienst-Personal zum Beispiel wurde im Film ziemlich gespart, was ja in der Realität durchaus anders ist – dass ausgerechnet die MI5-Chef-Agentin den Terror-Anwalt selbst überwacht, glaub ich im Leben nicht – und auch nicht, dass der Geheimdienst solange das selbe Taxi schickt, bis es dem Überwachten endlich mal auffällt – wobei in dem Fall für den Plot schon wichtig, irgendwie musste Martin ja drauf kommen, dass er überwacht wird. Das Ding mit dem Haar an der Tür oder den UV-Markern kennen Thriller-Fans sowieso schon.

Screenshot Closed Circuit - Farroukh Erdogan (Dennis Moschitto)

Screenshot Closed Circuit – Farroukh Erdogan (Dennis Moschitto)

Relativ wenig haben sich die Filmemacher auch dafür interessiert, mit wem jetzt eigentlich Farroukh den Anschlag vorbereitet hat – aber auch das ist nachvollziehbar – man will so ein Attentat ja niemanden in die Schuhe schieben und damit Unmut verbreiten. Ist ja auch besser so, heutzutage, wo man nicht mehr durchblickt, wie mächtig welche Lobby jetzt gerade wirklich ist. Mir fällt gerade auf, dass das vielleicht eine Erklärung dafür ist, dass bei den Drehbuchautoren Umwelt-Terroristen derzeit so in Mode sind – von Umweltgruppen sind in der Realität eher keine blutigen Rache-Akte zu erwarten… auf jeden Fall ein sehenswerter Thriller aus Großbritannien.