Politik und Medien. Ein Kommentar

Es passiert wirklich: Donald J. Trump wird der 45. Präsident der USA. Ein ordinäres, rassistisches, hässliches, aber sehr reiches weißes Arschloch, das vermutlich gern das Wahlrecht für Frauen und sonstige Minderheiten (wobei Frauen natürlich keine Minderheit sind, genau wie Nicht-Weiße oder Nicht-Milliardäre oder sonstige Menschen, die nicht so sind, wie Donald Trump) wieder abschaffen würde. Ja, ich weiß, das sind alles Vorurteile. Aber wo wir schon bei Vorurteilen sind – die werden derzeit in jeder Hinsicht reichlich bedient. Etwa dass die Medien mit daran schuld sein könnten, dass Donald Trump überhaupt so populär werden konnte.

Gut, vielleicht ist da sogar etwas dran, denn es wurde enervierend viel über Donald Trump und seine diversen verbalen Ausfälle berichtet. Und gewiss war es auch nicht vorteilhaft für Hillary Clinton, dass diese E-Mail-Geschichte im letzten Moment noch einmal hochgekocht wurde. Aber vor allem hat sich doch gezeigt, dass TROTZ aller Berichterstattung für oder gegen bestimmte KandidatInnen die Wähler eben nicht so einfach zu beeinflussen sind, wie die Medienberater das gerne hätten.

Gestern noch waren sich Meinungsforscher und die einschlägigen Medien ziemlich einig, dass Trump nach seinem Achtungserfolg im schmutzigsten Wahlkampf aller Zeiten ziemlich schnell wieder in der Versenkung verschwinden würde, während Hillary einer Business-as-usual-Präsidentschaft nachgeht. Aber es ist ganz anders gekommen – und jetzt sind alle betroffen und faseln von der Welle, die keiner gesehen habe. Aber die Welle ist eher eine Blase, eine Filterbubble nämlich – heutzutage kann man sich nämlich dank Facebook, Twitter und YouTube genau die Nachrichten zusammenstellen, die man lesen oder sehen möchte. Oder von denen die Betreiber der jeweiligen Internet-Plattformen denken, dass wir sie sehen wollen. Und die kennen uns inzwischen besser als wir selbst – und auf diese Weise entstehen unterschiedliche Realitäten, die gelegentlich aufeinander prallen, genau wie es am gestrigen Wahltag in den USA passiert ist. Die Clinton-Befürworter waren sich sicher, dass ihre Wahrnehmung der Realität entsprach – nämlich, dass es zu Clinton keine Alternative gibt. Aber die Trump-Wähler sahen das anders – und setzen sich mit ihrer Wahrnehmung der Dinge durch. Was immer das für künftige Realitäten bedeutet.

By the way: Bernie Sanders wäre eine Alternative gewesen. Ich sage bewusst nicht eine bessere, sondern überhaupt eine. Mag sein, dass das Ergebnis am Ende gar nicht viel anders ausgefallen wäre als es jetzt ist – aber ich bin mir sicher, dass es sich weniger beschissen anfühlen würde. Bernie Sanders wäre auf jeden Fall ein glaubwürdigerer Kandidat gewesen, ein Außenseiter, der sich gegen das Establishment durchsetzen kann – genau diese Rolle konnte irrerweise jetzt Donald Trump besetzen, der gewiss nicht zum politischen Establishment der USA gehört, aber auf jeden Fall zu den rechten weißen Geldsäcken, die sich mit ihrem Geld eben auch eine Präsidentschaft-Kandidatur kaufen können. Und mit denen sich erstaunlicherweise mehr US-Wähler identifizieren konnten als mit einer vielleicht nicht ganz so reichen, aber politisch sehr erfahrenen und gut vernetzten weißen Frau, die von eben jenem inzwischen so verhassten Establishment als angeblich alternativlose Kandidatin durchgedrückt wurde.

Eins noch: An der Etablierung jener so genannten postfaktischen Politik, über die in der letzten Zeit viel schwadroniert wird und die sich mit der Tatsache bestätigt hat, dass ein grotesk unqualifizierter Typ wie Donald Trump ins wichtigste politische Amt der Welt gewählt werden konnte, sind die Mainstream-Medien diesseits und jenseits des Atlantik jedenfalls nicht unbeteiligt: Es gab jede Menge Skandalberichte a la Pussy-Gate oder E-Mail-Gate, ja, und Trump will die Mauer wieder aufbauen. Seriöse Analysen, wie es den Leuten mit der Politik geht, die derzeit gemacht wird – im Durchschnitt ziemlich schlecht nämlich – gab es kaum. Wieso auch – wenn über Krisengebiete in Afrika oder im Nahen Osten berichtet wird, kann man ja behaupten, dass es den Leuten da so schlecht geht, weil sich Freiheit und Demokratie in ihren Ländern noch nicht so richtig durchgesetzt haben. Aber wenn es den Leuten ausgerechnet dort beschissen geht, wo Freiheit und Demokratie quasi erfunden wurden, dann fällt die Erklärung dafür schwer, also lässt man es lieber.

Insofern erwartete ich für die kommenden Zeiten nichts Gutes – weder für die Entwicklung der medialen Berichterstattung, noch für die Politik, über die zu berichten sein wird.

eps2.5_h4ndshake.sme: Wer macht was?!

In der aktuellen Episode eps2.5_h4ndshake.sme gibt es dieses Mal keine spannenden Hacks, dafür aber einige längst überfällige Antworten – um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Mr Robot rückt endlich damit raus, dass er Tyrell Wellick erschossen hat – weil er keine andere Wahl hatte. Tyrell sei völlig abgedreht, nachdem Mr. Robot die Scripts für den Nine-Five-Hack gestartet hatte, von wegen gottgleich und so weiter. Und als Tyrell sich über den Mord an Sharon ausgelassen hatte, hätte er auch noch über weitere Morde fantasiert – der Mann war verrückt und musste unbedingt gestoppt werden. Elliot erinnert sich jetzt auch daran und korrigiert Mr. Robot hingehend, dass er selbst Tyrell erschossen habe: Es gab einfach keine andere Möglichkeit.

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Joanna Wellick (Stephanie Corneliussen)

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Joanna Wellick (Stephanie Corneliussen)

Gut, das hatte ich mir ohnehin schon gedacht. Denn Elliot wusste ja, wo Darlene die Waffe versteckt hatte.

In dieser Folge wird aber eine noch erschütterndere Wahrheit über Elliot ans Tageslicht kommen. Doch die interessanteste Entwicklung gibt es meiner Ansicht nach bei Angela – Angela beweist gegenüber Agent DiPierro jetzt doch eine bewundernswerte Nervenstärke und schafft es, eine einleuchtende Erklärung für ihren Ausflug in den 23. Stock zu finden, die bei entsprechender Überprüfung sogar wasserdicht seit wird: Dieser Agent Dingsbums hat ihr ja nun tatsächlich ein Lunch-Date abringen können. Beim Griechen, gleich um die Ecke.

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Elliot (Rami Malek)

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Elliot (Rami Malek)

Trotzdem ist Dom nicht überzeugt: Sie erklärt Angela, dass sie von ihrer Karriere total fasziniert sei: Eine Woche vor dem Five-Nine-Hack wechselt Angela von Allsafe zu E-Corp und steigt hier erstaunlich schnell in Schlüsselpositionen auf. War sie einfach nur rechten Zeit am rechten Ort? Kaum zu glauben: Ein solches Ausmaß an glücklichen Zufällen ist nun wirklich ziemlich unwahrscheinlich. Keine Frage, Dom ist davon überzeugt, dass Angela in den Five-Nine-Hack verwickelt ist. Und wir wissen ja, dass Dom damit richtig liegt, auch wenn sie vermutlich noch keinen Schimmer hat, auf welche Weise Angela tatsächlich daran beteiligt ist.

Und es stellt sich auch heraus, dass Angela auf jeden Fall noch etwas bei E-Corp vor hat – sie bittet Philip Price, sie in eine andere Abteilung zu versetzen, nämlich eine, in der sie Zugriff auf Akten über aktuelle Schadensfälle hat, die E-Corp krisenmanagementmäßig behandeln muss, Fälle wie den Giftmüllskandal in Washington Township. Aktuell geht es um einen Fall mit kontaminiertem Wasser – wird hier auf den tatsächlichen Trinkwasser-Skandal in Flint angespielt?

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Darlene (Carly Chaikin)

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Darlene (Carly Chaikin)

Wie auch immer – Angela bringt sich in Stellung, was etwas verwundert, denn ausgerechnet sie will nun die Washington-Township-Klage fallen lassen: Es sei doch gar nicht gesagt, dass E-Corp noch lange genug existiere, um überhaupt noch Schadensersatz zu zahlen. Angelas Vater ist entsetzt: Was ist mit seiner Tochter los? Hat sie sich nach ihrem jahrelangen Kampf um Gerechtigkeit für ihre früh verstorbene Mutter jetzt von deren Mördern kaufen lassen? Oder hat sie, wie Philip Price vermutet, ebenfalls eine geheime, kleine, dreckige Agenda? Wie jeder Mensch im Universum von Philip-Price eine hat?

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Dom DiPierro (Grace Gummer)

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Dom DiPierro (Grace Gummer)

Denn Price hat nun schließlich eine – was dealt er unter dem Tisch eigentlich mit Whiterose aus? Und noch viel interessanter: Worauf ist Whiterose eigentlich aus? Schwer vorstellbar, dass ein antikapitalistischer Hacker und der Sicherheitsminister einer in der kapitalistischen Konkurrenz in der Welt aufstrebenden Volksrepublik China dasselbe Ziel haben könnten. Aber wie wir wissen, handelt es sich um ein und die selbe Person – aber selbst wenn sie, wie Elliot in mehrere alternative Persönlichkeiten aufgespalten ist: Elliot und Mr. Robot unterscheiden sich nur durch die Mittel ihrer Wahl, nicht aber in ihren Zielen. Sie beide wollen die Menschen aus der Knechtschaft der Lohnarbeit, aus Schuldknechtschaft, letztlich also vom Kapitalismus befreien (auch wenn das leider so nie formuliert und ausgeführt wird, aber wenn das nicht das Ziel sein sollte, wäre alles, was Elliot und fsociety angestoßen haben, komplett sinnlos). Was dagegen die Dark Army vor hat und was Philip Price, ist viel weniger klar. Ich wäre schwer enttäuscht, wenn es das naheliegende wäre: Einfach ein gutes Geschäft zu machen. Das will jeder – aber dafür braucht es keine neue Serie, die Predigt hören wir gerade von fuckin‘ Donald Trump.

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Elliot (Rami Malek)

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Angela (Portia Doubleday)

Aber zurück zu Angela: auf jeden Fall arbeitet sie wie wir jetzt wissen, mit Darlene und ihren Anarcho-Freunden von fsociety zusammen, auch wenn Angela Darlene klar macht, dass sie Angela die ganze Zeit unterschätzt habe. „Ihr dachtet immer, ihr wäret so viel schlauer als ich!“ Aber auch Darlene und ihre schlauen Freunde waren auf Angelas Hilfe angewiesen, um das FBI zu hacken. Angela hat nun bei Darlene etwas gut – aber umgekehrt hat ihr Elliot auch wieder den Arsch gerettet, weil er hinter dem Masterplan für den Hack steht. Hier ist wirklich nicht klar, wer wem was schuldet – aber ich finde, dass das eigentlich auch scheißegal ist – wegen E-Corp sind Angela, Darlene und Elliot in dieser Scheiße gelandet. Und so unterschiedlich sie auch agieren mögen – eigentlich haben sie doch ein gemeinsames Interesse.Und ich hoffe, dass sie sich auch darauf besinnen, wenn es drauf ankommt. Aber das ist jetzt wieder mein persönliches Interesse.

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Mr. Moss (Don Sparks)

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Mr. Moss (Don Sparks)

Ach ja, Joanna Wellick kommt auch wieder vor – erst wird sie nicht zu unrecht als Kapitalistenschwein beschimpft und mit roter Farbe angegriffen, dann setzt ihr neuer Lover sie unter Druck – wenn sie nicht endlich als seine Freundin mit auf seine  Geburtstagsparty heute Abend kommt, ist Schluss. Derek will sich nicht mehr als Toyboy vorführen lassen – und siehe da, Joanna kommt zwar nicht mit auf die Party, sondern überreicht ihm ihren Scheidungsantrag. Weiß sie vielleicht doch, dass Tyrell tot ist? Doch von wem kommen dann die ganzen Aufmerksamkeiten, mit denen irgendjemand weiterhin um ihre Aufmerksamkeit, um ihre Liebe buhlt? Unwahrscheinlich, dass sie von Elliot kommen. Hat vielleicht Whiterose ihre Hand im Spiel?

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Elliot (Rami Malek)

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Elliot (Rami Malek)

Zumindest hat Whiterose einen sehr langen Arm, wie sich heraus stellt, denn Elliots neuer Freund Leon entpuppt sich als sein persönlicher Beschützer, der Elliot im Auftrag von Whiterose Ärger vom Leib hält. Denn – wie immer jetzt dieses Ding mit Ray und seiner Darknet-Plattform abgelaufen ist (ich persönlich halte es für ziemlich ausgeschlossen, dass jemand eine solche Plattform unterhalten kann, ohne zu kapieren, was da eigentlich abgeht, aber wenn Ray behauptet, es Langezeit nicht gewusst zu haben) – Elliot hat echt Stress deswegen. Wie  wir wissen, deshalb sieht er ja auch so ramponiert aus. Interessanterweise sieht er das in den aktuellen kompromittierenden Szenen aber nicht – weshalb ich zu der Annahme neige, dass Elliot auch die Konfrontation mit Ray nur erfunden hat. Aber um sich damit vor was zu schützen?

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Krista (Gloria Reuben)

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Krista (Gloria Reuben)

Den Kniff mit seiner Therapeutin finde ich ziemlich gut: Krista sagt Elliot, dass er doch ziemlich genau wisse, wo er jetzt tatsächlich sei – er soll aufhören, so zu tun, als sei er bei seiner Mutter: Diese strikte Tagesordnung, die er am Anfang der neuen Staffel angeblich für sich selbst erfunden habe, diene nur dazu, ihm seinen tatsächlichen Alltag erträglich zu gestalten: Elliot ist im Knast. Vermutlich durch diese Ray-Aktion, von der ich noch immer gespannt bin, wie sie tatsächlich zustande kommen ist: Wo hat Elliot Ray getroffen? Vermutlich im Gefängnis. Aber wie hatten sie da Internetzugang?

Es gibt viele Gründe dafür, dass Elliot im Knast ist – spannend wird sein, wofür er tatsächlich eingefahren ist. Und auch, warum er jetzt bald wieder rauskommt – genau das legt sein Dialog mit Krista ja nahe: Er darf wieder raus, auf Bewährung. Hat er Ray ausgeliefert?

Wie auch immer: Es bleibt spannend!

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Elliot (Rami Malek) und Krista (Gloria Reuben)

Screenshot Mr Robot eps2.5_h4ndshake.sme: Elliot (Rami Malek) und Krista (Gloria Reuben)

eps2.3_logic_b0mb.hc: Und jetzt?!?

In der fünften Folge von Mr. Robot wird es nach der anfänglichen Durststrecke, in der viel erklärt wurde, aber nicht dermaßen viel passiert ist, wieder richtig spannend: Elliot hackt das FBI – eps2.3_logic_b0mb.hc beginnt mit sehr viel Code, den Elliot produziert, während er von seinem ersten Hack erzählt. Mit elf Jahren hat er die Bibliothek von Washington Township gehackt. Nicht, um etwas anzurichten, sondern um zu sehen, wie es geht. Und um dieses Gefühl zu genießen, dass man derjenige ist, der die Kontrolle über alles hat. Ja, Elliot ist ein Kontrollfreak, genau deshalb tut er, was er tut. Inzwischen hat er so viel Wissen, Erfahrung und Übung, dass er, während er an Rays Computer die Migration einer Website auf einen anderen Server vornimmt, den FBI-Hack quasi nebenbei vorbereiten kann – er braucht dann nur noch jemand, der ein entsprechend präpariertes Gerät, das sich in eine bestimmte FBI-Femtozelle einloggt, an den richtigen Ort bringt.

Screenshot Mr Robot - Elliot (Rami Malek) is hacking

Screenshot Mr Robot – Elliot (Rami Malek) is hacking

Nach Darlenes Vorstellung wird das Angela sein – sie hat schließlich Zugang zu dem Gebäude, in dem das FBI ein temporäres Büro zur Ermittlung des E-Corp-Hacks eingerichtet hat. Doch Elliot will nicht, dass Angela in diese Sache hineingezogen wird. Er hat Angela immer beschützt und will das auch weiterhin tun. Aber Darlene macht ihren Job gut – sie erklärt Angela, dass es die einzige Chance sei, ihre und Elliots Spuren zu verwischen – schließlich waren sie beide bei Allsafe an der Vorbereitung des Five-Nine-Hacks beteiligt. „Ich hoffe, dass niemand außer dir von der CD weiß.“

Verdammt noch mal, der blöde Ollie weiß davon. Also trifft sich Angela mit Ollie – der weiterhin behauptet, Angela zu lieben und sicherheitshalber auch gleich einen Lebenslauf mitgebracht hat – Angela macht ja jetzt Karriere, vielleicht kann sie etwas für ihn tun. Als Ollie von sich aus diese Sache mit der CD zur Sprache bringt, ist Angela alarmiert und stellt fest, dass Ollie ihr Gespräch mit seinem Handy aufzeichnet. Er versucht, sich herauszureden, aber damit macht er Angela erst recht misstrauisch: Sie ist inzwischen sicher, dass er beim FBI gequatscht und sie somit keine andere Wahl hat, als Darlene und Elliot dabei zu helfen, das FBI zu hacken, um ihre Spuren zu verwischen.

Mr Robot - Elliot (Rami Malek) Bild: usanetwork.com

Mr Robot – Elliot (Rami Malek) Bild: usanetwork.com

Derweil räumt Joanna Wellick (Stefanie Corneliussen) mit unliebsamen Mitwissern auf – während sie ihr Baby liebkost lässt sie sich berichten, wie Mr. Sutherland (Jeremy Holm) den korrupten Parkplatzwächter Kareem umgebracht hat, nachdem der sich nicht mehr an die Regeln halten wollte. Warum er dem Typen dieses Mittel verabreichen sollte, will Mr Sutherland wissen. Ihm hätte es nichts ausgemacht, den Kerl auch einfach so umzubringen. Warum ihn erst lähmen? „Damit er weiß, warum er sterben musste,“ erklärt Joanna seelenruhig, „Wir lassen ihn mit einer Antwort sterben. Ansonsten wären wir ja gewissenlose Mörder.“

Derweil ist Agent DiPierro mit einer US-Delegation nach China geflogen, sie sollen dort in Sachen Five-Nine-Hack ermitteln. Whiterose tritt als Minister Zhang auf, der für die Sicherheit zuständig ist. Er lädt die Amerikaner zu einer Party in seinen eigenes Haus ein. Dom gerät auf der Suche nach einer Toilette zufällig einen Raum, in dem Zhang zahlreiche Uhren aufgestellt hat. Zhang entdeckt Dom und verwickelt sie in ein sehr persönliches Gespräch, in dem er Dom fragt, aus welchen Gründen ein ehrgeiziges Vorstadtmädchen wie sie beim FBI gelandet sei. Schließlich zeigt er ihr ein besonderes Werk revolutionärer chinesischer Kunst und dann etwas noch eigenartigeres: Eine Kollektion wertvoller historischer chinesischer Kleider, die angeblich seiner Schwester gehören.

Mr Robot -Darlene (Carly Chaikin) Bild: usanetwork.com

Mr Robot -Darlene (Carly Chaikin) Bild: usanetwork.com

Aber Dom findet natürlich heraus, das Zhang gar keine Schwester hat. Was Zhang über Dom heraus gefunden hat, ist weniger klar, aber ich bin sicher, dass es noch eine Rolle spielen wird. Schließlich fragt er sie, ob sie je darüber nachgedacht hätte, wie die Welt aussehen würde, wenn es den Five-Nine-Hack nicht geben hätte.

Im neuen Westen sucht Angela ihren alten Freund Elliot auf, der ihr weiterhin ausreden will, dass sie sich an dem Hack beteiligt. Doch Angela hat ihre Entscheidung bereits gefällt: Sie wird tun, was Darlene von ihr will. Und sie will Elliot mitteilen, dass es ihre Entscheidung ist. Angela erklärt Elliot, dass sie einfach eine Freundin sein und ihm helfen will.

Mr Robot - Angela (Portia Doubleday) Bild: usanetwork.com

Mr Robot – Angela (Portia Doubleday) Bild: usanetwork.com

Und Elliot kann wirklich Hilfe gebrauchen, aber an einer ganz andern Front. Denn, wie er mittlerweile herausgefunden hat, betreibt der nette Ray eine Art Silk Road, einen Marktplatz im Darknet, auf dem so ziemlich alles gehandelt wird, was es an illegalen Dingen gibt: Drogen, Waffen, Mädchen, Auftragskiller. Weil er Zugriff auf eine verschlüsselte Datenbank brauchte, hat er Ray dazu gebracht, dass er den ehemaligen Admin holt, damit der das Passwort eingeben kann, von Elliot zumindest behauptet, es nicht knacken zu können. Als Elliot wissen will, was mit dem offensichtlich ramponierten Mann passiert ist, will der nur, dass Elliot die Klappe hält. Aber als findige IT-ler finden die beiden eine Möglichkeit zu kommunizieren, ohne dass ihr Aufpasser etwas davon mitbekommt. OB Elliot tatsächlich nicht wisse, was das für eine Seite sei, an der er da arbeitet? Nein, aber das will Elliot jetzt natürlich wissen. Und RT logt sich auf einer unglaublich geheimen Seite mit der Endung .onion ein, und benutzt die Kennung „Dread Pirat Roberts“, das angebliche Pseudonym von Ross Ulbricht, der die echte Silk-Road-Plattform betrieben hat, wofür er zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Aber auch nach der Verhaftung von Ulbricht im Jahr 2013 tauchen immer wieder Admins auf, die sich Dread Pirat Roberts nennen.

Mr Robot ist gar nicht begeistert von Elliots Nebenprojekt, denn Elliot will Ray nun das Handwerk legen und ein paar Leben retten – Mr. Robot dagegen findet, dass er jetzt lieber mit seiner eigenen Mission fortfahren sollte, nämlich die Welt zu retten.

Natürlich hätte Elliot auf Mr. Robot hören sollen – aber jetzt ist es zu spät… ich hasse das konventionelle Modell der Serienausstrahlung. Wie soll ich denn die kommende Woche überleben?

Mr Robot - Dominique DePierro (Grace Gummer) Bild: usanetwork.com

Mr Robot – Dominique DePierro (Grace Gummer) Bild: usanetwork.com

Mr. Robot_dec0d3d.doc

Für alle, die es entweder gar nicht mehr erwarten können und jene, die immer noch nicht wissen, was sie eigentlich verpasst haben, hat USA Network Anfang der Woche ein Special gebracht: Mr. Robot_dec0d3d.doc

Auf der Seite von USA Network werden Nutzer aus unseren Breiten mit dem bekannt-beschissenem Geoblockig ausgesperrt. Was für passionierten Fans natürlich auch kein Hindernis darstellt. Aber für alle, deren Hacking-Skills sich in eben so engen Grenzen halten wie die Geschäftsmodelle von US-Kabelsendern, gibt es das Special auch auf YouTube:

 

 

Das Traurige daran ist – ich finde es gar nicht mal so gut. Was sicherlich daran liegt, dass ich die erste Staffel ohnehin langsam auswendig kenne, genau wie auch jeden öffentlich auffindbaren Kommentar dazu und insofern nicht mehr allzu viel Neues zu entdecken hatte. Und viele von den Dingen, die die Werbung für das Special versprochen hat, werden leider auch nicht eingelöst: Es ist ein einfach nur weiterer Aufguss ohnehin schon bekannter Dinge rund um die Serie Mr. Robot.

Was schon irgendwie interessant ist, sind die Statements der IT-Sicherheitsexperten und der Hacker, die die Serie und vor allem das darin gezeigte Hacking aus ihrer Sicht kommentieren – und dabei erklären, dass der einzige wirklich sichere denkbare Computer einer ist, den kein Mensch benutzen kann. Und für alle, die sich nicht ohnehin schon sämtliche Golden-Globe-, Critics-Choice- und What-The-Fuck-Award-Shows und auch sonst jeden Video-Schnipsel, der im Internet über Mr. Robot zu finden ist, reingezogen haben, gibt es vermutlich auch noch die eine oder andere neue Information über die erste Staffel an sich.

Wer sich also endlich auf den Stand bringen will, um am 13. Juli mit der zweiten Staffel einsteigen zu können, hat mit Mr. Robot_dec0d3d.doc letztlich doch ein ziemlich gutes Sprungbrett. Weshalb ich als Fan hiermit darauf hingewiesen habe.

Info in eigener Sache: Derzeit habe ich leider nicht so viel Zeit für neue Serien und Filme, was ich natürlich total schade finde, aber irgendwovon muss ich ja leben – und diese Seite ist das definitiv nicht. Ich muss jetzt noch eine Woche durchackern und dann habe ich endlich Urlaub – in dem ich viel unterwegs, aber eben nicht im Internet sein werde. Insofern werde ich den Staffelstart der neuen Folgen von Mr. Robot nicht so zeitnah kommentieren können, wie ich das bei der ersten Staffel getan habe – aber selbstverständlich werde ich das nachholen und dann dran bleiben!

 

In Bestform: House of Cards

Nachdem ich vergleichsweise lange gebraucht hatte, um mir die dritte Staffel von House of Cards anzusehen, die aber zum Ende hin dann doch noch richtig zugelegt hat, so dass es entgegen meiner Befürchtungen doch ein Vergnügen war, sie fertig zu sehen, habe ich mir die vierte Staffel jetzt quasi am Stück reingezogen – sie ist tatsächlich sehr, sehr gut, zumal sie das für Europäer völlig irre wirkende US-Wahlspektakel für das Jahr 2016 schon mal komplett vorwegnimmt. Wobei die Präsidentschafts-Kandidaten in House of Cards trotz ihrer perfiden Ränkespiele erschreckenderweise doch viel seriöser wirken als diejenigen, die derzeit in der Realität antreten.

Obwohl – Hillary Clinton wäre abgefeimt genug für einen House-of-Cards-Charakter, wobei mir persönlich Bernie Sanders als Kandidat der Demokraten sympathischer wäre, auch wenn er weder eine Frau, noch farbig ist. Immerhin gehört er zur sehr kleinen Minderheit der irgendwie noch linken Politiker in den USA, auch wenn das Etikett „Sozialist“ bestenfalls eine Verleumdung ist. So etwas gibt es im Politikbetrieb nicht mehr – und schon gar nicht in den USA.

Allein die Initialen! FU 4 President Bild: fu2016.com

Allein die Initialen! FU 4 President Bild: fu2016.com

Bei den Republikanern sieht es dagegen ganz düster aus, da ist einer schlimmer als der andere und einen wie Donald Trump kann sich kein Drehbuchautor ausdenken, weil einem das niemand abnehmen würde, wenn es denn Fiktion wäre. Insofern ist der republikanische Gegenkandidat William Conway in House of Cards reichlich unrealistisch, aber für mich natürlich ein großer Pluspunkt, weil er von Joel Kinnaman gespielt wird, der auch in dieser Rolle überzeugt, obwohl wenn ich den Typ nicht ausstehen kann.

Der attraktive, junge New Yorker Gouverneur William Conway ist ein echter Gegner für den alten Fuchs Frank Underwood (Kevin Spacey). Der schneidige Will hat nicht nur Jura studiert, sondern war auch bei der Air Force und hat somit die Unterstützung der Militärs, die Frank Underwood, der nie gedient hat, nicht wirklich ernst nehmen. Außerdem hat er die perfekte Familie mit einer schönen Frau und zwei niedlichen Kindern und inszeniert sein Privatleben publikumswirksam im Internet. Und noch schlimmer: Der Chef der Suchmaschine Pollyhop arbeitet mit Will zusammen – und mit den wertvollen Daten, die aus den Pollyhop-Suchanfragen generiert werden können, ist der smarte Conway Frank mit seiner Kampagnenplanung überlegen.

House of Cards: Will Conway (Joel Kinnaman) und Hannah (Dominique McElligott) Bild:http://houseofcards2013.tumblr.com

House of Cards: Will Conway (Joel Kinnaman) und Hannah (Dominique McElligott) Bild:http://houseofcards2013.tumblr.com

Dagegen sieht der politisch viel erfahrenere Frank mit seiner gescheiterten Ehe mit Claire (Robin Wright), die ebenfalls Ambitionen auf ein politisches Amt entwickelt und ihn folgerichtig am Schluss der dritten Staffel verlassen hat, nicht gut aus. Zumal seine politischen Programme allesamt nicht so funktionieren, wie er sich erhoffte – für Frank läuft es derzeit einfach nicht. Obwohl er selbst mit allen Wassern gewaschen ist und die ausgefuchstesten Spin-Doktoren der Welt an Bord hat: Auf seinen ebenso loyalen wie effektiven Problemlöser Doug Stamper (Michael Kelly) ist weiterhin Verlass.

Und was ist schon eine Suchmaschine, wenn man als US-Präsident auf eine Institution wie die NSA zurückgreifen kann? Man braucht nur die entsprechende terroristische Bedrohung, um die Gerichte im Land in Stellung zu bringen. Da kommt eine extremistische Islamisten-Gruppe wie die ICO gerade recht, die sich in Syrien breit gemacht hat. Natürlich findet sich auch ein Datenexperte, der besessen und korrupt genug ist, einen solchen Geheimauftrag anzunehmen – wann kriegt man sonst schon einmal Zugriff auf sämtliche Daten, von denen man nie zu träumen gewagt hätte?!

Vor allem muss Frank aber seine abtrünnige Frau wieder auf Linie trimmen, denn nach der Niederlage bei der Vorwahl in New Hampshire ist klar, dass er ohne die in der Bevölkerung beliebte Claire keine Chance hat. Doch Claire ist in ihr Elternhaus in Texas zurückgekehrt, um sich dort für die Wahlen zum Kongress in Stellung zu bringen. Das wird keine leichte Aufgabe, denn die schwarze Amtsinhabern Doris Jones will ihren Platz an ihre Tochter Celia weitergeben, die schon lange darauf wartet, dass ihre Mutter ihr den Weg frei macht. Claire als weiße Außenseiterin muss sich wirklich etwas einfallen lassen und natürlich fällt ihr etwas ein: Sie verspricht, die Finanzierung einer Spezialklinik für Brustkrebserkrankungen zu sichern, an denen schwarze Frauen noch immer häufiger und früher sterben als weiße.

Damit ist auch klar, wo Frank ansetzen kann, um ihr Vorhaben zu unterlaufen – was er auch tut. Frank zerstört Claires Ambitionen, in den Kongress einzuziehen, so nachhaltig, dass nicht einmal LeAnn (Neve Campbell) das wieder gerade biegen kann. LeAnn ist so etwas wie Claires Doug Stamper – eine knallharte Beraterin mit besten Verbindungen und wie Frank oder Claire jederzeit bereit und Willens, das jeweils Nötige zu tun. Mit LeAnns Hilfe ist Claire in der Lage, Frank ebenfalls empfindlich zu treffen – der dann allerdings Opfer eines Attentats wird, mit dem eine fast vergessene Partei wieder ins Spiel kommt: Der Journalist Lucas Goodwin, der mehr über Frank und die Morde an Zoe Barnes und Peter Russo weiß als gut für ihn ist und den Frank deshalb durch eine Intrige in den Knast bracht hat.

House of Cards: Claire (Robin Wright) und Frank Underwood (Kevon Spacey) Bild:http://houseofcards2013.tumblr.comHouse of Cards: Claire (Robin Wright) und Frank Underwood (Kevon Spacey) Bild:http://houseofcards2013.tumblr.com

House of Cards: Claire (Robin Wright) und Frank Underwood (Kevon Spacey) Bild:http://houseofcards2013.tumblr.com

Weil Goodwin den Ermittlungsbehörden in einer anderen Sache behilflich ist, kommt er vorzeitig frei und wird in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Goodwin spürt Franks Konkurrentin Heather Dunbar auf und kontaktiert sie – Heather will aber nichts von all dem wissen, was Goodwin ihr gegenüber andeutet. Daraufhin versucht der verzweifelte Goodwin, Frank auf andere Weise stoppen: Nach einer Rede an einer Universität versucht er, Frank zu erschießen. Franks Leibwächter Edward Meechum wird dabei tötlich getroffen, aber er konnte den Attentäter ausschalten, Frank wird jedoch lebensgefährlich verletzt.

Sein Vize Donald Blythe übernimmt die Amtsgeschäfte des Präsidenten. Der fühlt sich in dieser Rolle extrem unwohl und ist froh, die First Lady Claire Underwood an seiner Seite zu haben, die sofort ihre Chance wittert und ihre Pläne vorantreibt. Wegen einer Ölpreiskrise gibt es Spannungen mit Russland, die Beziehungen sind wegen des Engagements beider Länder im Nahen Osten ohnehin nicht die besten. Frank hatte vor, gegenüber Russland Stärke zu demonstrieren und auf damit eine Militärische Intervention zu riskieren, Claire hingegen überzeugt Blythe davon, China einzubeziehen und mit dem russischen Präsidenten Petrov (Lars Mikkelsen) zu verhandeln. Während des G7-Gipfels in Brandenburg (was denken die Amis eigentlich, wo oder was dieses Brandenburg ist? Bestimmt nicht unser einziges, aber durchaus sympathisches  Bundesland mit dem Loch in der Mitte, wo das supercoole Berlin liegt) bootet Claire auch die Außenministerin Catherine Durant aus und übernimmt die Verhandlungen selbst, während Frank in den USA durch eine Lebertransplantation gerettet wird.

Interessant ist auch die Beziehung von Claire zu ihrer schwerkranken Mutter Elizabeth (Ellen Burstyn), die nun erstmals auftaucht – dass die beiden eine schwierige Beziehung haben, kann man sich denken. Die Mutter hat nie verstanden, warum Claire Frank geheiratet hat, der in ihren Augen kein würdiger Partner für ihre Tochter ist – selbst als Präsident der USA. “He is a classless graceless shameless barbarian” erklärt sie gegenüber ihren alten Freundinnen, die sie auffordert, die Kampagne ihrer Tochter finanziell zu unterstützen: “I hope he dies.”

Die beiden schwierigen Frauen kommen sich im Angesicht des Todes wieder näher – am Ende bittet die Mutter Claire, sie mit einer Überdosis Morphium zu erlösen, wohl wissend, dass der Zeitpunkt ihres Todes für Claires Karriere ausgesprochen günstig sein wird. Mit dabei ist auch der Schriftsteller Thomas Yates (Paul Sparks), der seinen Auftrag mit dem Buch über die Underwoods aus der dritten Staffel leider zu gut erledigt hat – so dass Frank die entlarvend ehrliche Analyse der Beziehung von Frank und Claire vor der Veröffentlichung stoppen musste: Er wollte schließlich Unterstützung für sich selbst und nicht für seine Frau, die Thomas als treibende Kraft hinter seinen Erfolgen erkannt hat.

 

House of Cards 4: Jackie Sharp (Molly Parker), Seth Grayson (Derek Cecil), Robin Wright (Claire Hale Underwood), Francis Underwood (Kevin Spacey), Kate Baldwi(Kim Dickens), Vicot Petrov (Lars Mikkelsen), Remy Danton (Mahershala Ali)

House of Cards 4: Jackie Sharp (Molly Parker), Seth Grayson (Derek Cecil), Robin Wright (Claire Hale Underwood), Francis Underwood (Kevin Spacey), Kate Baldwin (Kim Dickens), Victor Petrov (Lars Mikkelsen), Remy Danton (Mahershala Ali)

Elizabeth mag Thomas und findet, dass er eigentlich ein besserer Partner für Claire gewesen wäre. Claire beginnt eine Affäre mit Thomas – aber kehrt am Ende doch wieder zu Frank zurück, weil nur Frank ihr dabei helfen kann, ihr Ziel zu erreichen: Vizepräsidentin zu werden. Genau diese Position wollte Frank ihr eigentlich nicht zugestehen: Sie hätte das nicht verdient, weil sie nicht wisse, wie es ist, um alles kämpfen zu müssen, brüllte er noch einige Folgen zuvor. Inzwischen ist aber klar, dass Claire die einzig realistische Option ist, denn nur sie ist in der Lage und Willens, diesen Job wirklich gut zu erledigen. Sowohl Blythe als auch Durant haben sich als schwächere Kandidaten als Claire erwiesen. Und so booten Frank und Claire als eingespieltes Gespann sämtliche Gegenkandidaten aus, um gemeinsam nominiert zu werden.

Doch, das hat großen Spaß gemacht und es gibt ein Wiedersehen mit vielen Bekannten aus den Staffeln zuvor – mich hat gefreut, dass etwa Freddy Hayes (Reg E. Cathay) die Gelegenheit bekommt, mit Frank abzurechnen: Als der ihm sagt, wie sehr er seine Spareribs vermisst, und ob er die mal wieder für ihn zubereiten könnte, erklärt Freddy, der wegen Frank sein Restaurant verloren hat, aber nun als Gärtner für das Weiße Haus arbeitet, dass er etwas anderes vorhabe – er habe ein Jobangebot in einem Blumenladen. Und Frank solle endlich aufhören, ihr Verhältnis immer nur so zu sehen, dass Freddy tun müsse, was Frank wünsche. Der genervte Freddy kündigt dem Präsident der Vereinigten Staaten den Job und die Gefolgschaft – so einen inneren Reichsparteitag (Achtung: ironische Metapher) können sich die meisten Menschen nicht leisten.

Und mir hat auch gefallen, dass der ehemalige Chefredakteur des Washington Herald, der auch Chef des verzweifelten Lucas Goodwin war, nun als Privatmann wieder recherchiert – einmal Journalist, immer Journalist. Natürlich ist an den Geschichten von Lucas Goodwin etwas dran. Und ausgerechnet Heather Dunbar setzt ihn auch noch auf die richtige Fährte – ich bin gespannt auf Staffel 5.

Halt and Catch Fire: Die Zukunft ist online

Eine Serie aus dem Hause AMC, die meines Erachtens total unterschätzt wird, ist Halt and Catch Fire. Okay, die erste Staffel hat tatsächlich noch einige Schwächen – aber sie war schon ziemlich gut. In der zweiten Staffel gewinnt die Sache jedoch noch an Fahrt, so dass ich hier eine ausdrückliche Empfehlung aussprechen möchte: Halt and Catch Fire ist ein Muss, und zwar nicht nur für technologie- und internetaffine Freaks. Genau wie Mad Men ja auch nicht nur ein Geheimtipp für Werbefuzzis ist oder Breaking Bad eine ausführliche Anleitung für angehende Drogenköche und -dealer. Es geht um sehr viel mehr.

Die Serie kommt zwar nicht an die beiden eben genannten AMC-Flaggschiffe heran – aber man muss sie keineswegs verstecken. Und um Halt and Catch Fire ist es erstaunlich still, deshalb muss ich jetzt hier ein bisschen Werbung machen. In meinem Artikel zur ersten Staffel von HCF habe ich mich noch darüber gewundert, wie wenige Filme und Serien es gibt, die sich mit der Computerisierung und Digitalisierung von Alltag und Arbeitswelt und den damit verbundenen Auswirkungen auf Menschen und Gesellschaft beschäftigen. Aber hier ist mit Mr. Robot ja inzwischen eine wirklich gute Serie zu diesen Thema hinzugekommen.

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Und in diesem Zusammenhang fand ich vor allem die zweite Staffel von Halt and Catch Fire besonders interessant, die den Fokus nun weniger auf die Hardware legt, deren Entwicklung in der ersten Staffel im Mittelpunkt stand, sondern zu dem, was man mit Computern außer Datenerfassung und -auswertung noch anfangen kann. Und da geht eine ganze Menge, wie der geniale, aber vergleichsweise erfolglose Computeringenieur Gordon Clark (Scort McNairy) in einem wegweisenden Aufsatz geschrieben hat, der Joe MacMillan (Lee Pace) am Anfang der ersten Staffel dermaßen begeisterte, dass die ganze Sache überhaupt ins Laufen gekommen ist.

Aber wir sind ja nun eine Staffel weiter. An der mir sehr gut gefällt, dass mit Cameron (Mackenzie Davis) und Donna (Kerry Bishé) nun zwei starke Frauen im Mittelpunkt stehen – das Alphatier Joe muss in der neuen Staffel erstmal ziemlich zurückstecken, genau wie auch Gordon, der sich nun mit dem Geld von Cardiff Electric nun ja, nicht zur Ruhe setzen, aber doch immerhin seiner Frau Donna den Rücken frei halten kann, weil sie jetzt mal dran ist, beruflich durchzustarten. Jedenfalls war das der Plan. Eigentlich.

Cameron macht gemeinsam mit Donna nun endlich ihr Ding und das ist Mutiny: In einem mit Computern vollgestellten Haus entwickelt sie gemeinsam mit einem Team aus verspielten Nerds neue Spiele, die die Mitglieder der neuen Community über das Telefonnetz miteinander spielen können. Ein paar der Typen waren vorher schon Entwickler bei Cardiff, andere stoßen neu hinzu. Sie sind damit beschäftigt, Camerons Online-Spiel Parallax weiter zu entwickeln. Dabei muss Cameron, die eigentlich gar keine Lust hat, Führungsverantwortung zu übernehmen, immer wieder Feuerwehr spielen: Die Community wächst, die Hardware und das Netzwerk sind damit völlig überlastet. Aber Donna will auf keinen Fall die Firmen-Mutter sein, das macht sie Cameron nachdrücklich klar.

 

halt-and-catch-fire-episode-201-pre-joe-pace-gordon-mcnairy-800x600Joe MacMillan (Lee Pace) und Gordon (Scoot McNairy)

Donna hat eine andere Vision: Sie entdeckt, dass die Chat-Funktion, mit der sich Spieler online unterhalten können, im Grunde viel interessanter für das Entstehen von Online-Communities ist, als die Spiele, die Cameron entwickelt. Die Menschen unterhalten sich online über alles mögliche – sogar über Dinge, über die man mit Freunden im echten Leben eher nicht redet. Und je mehr Zeit sie online verbringen, desto mehr kann man daran verdienen.

Klar, dass es zwischen Cameron und Donna weiterhin zu Reibereien kommt, denn Cameron will von Donnas Idee erstmal nichts wissen: Sie besteht darauf, dass es vor allem um die Spiele gehen muss, der Online-Chat ist eine in ihren Augen überflüssige Spielerei. Hier legt sie nun eine ähnliche Arroganz an den Tag wie ihr Ex-Lover und Ex-Chef Joe, auf den Cameron dauerhaft schlecht zu sprechen ist, weil er in der Staffel zuvor ihr neuentwickeltes Betriebssystem für den von Gordon entwickelten tragbaren PC Giant nicht eingesetzt hat.

Cameron und Donna haben aber erst einmal ganz andere Probleme: Sie brauchen bessere Computer für ihr Netzwerk und dann fangen gerade die guten Spieler an, ihre Spiele zu kopieren und ihnen Konkurrenz zu machen. Klar ist: Mutiny braucht einen erfahrenen Manager – Cameron setzt auf John Bosworth (Toby Huss), der in der Staffel zuvor in den Knast musste, weil er Firmengelder von Cardiff veruntreut hat, um dem Giant-Projekt zu helfen. Bosworth ergreift die Möglichkeit, die Cameron ihm anbietet und bringt Mutiny in einigen Dingen wirklich voran.

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Sara (Alkes Palladino) und Joe – Bild: amc.com

Das wiederum sorgt dafür, dass Donna kaum noch Zeit mit ihrer Familie verbringt – sie hat gar nicht mitbekommen, dass Gordon in der Zeit mit dem Giant-Projekt regelmäßig Kokain genommen hat, um den ganzen Stress auszuhalten. Jetzt hat Gordon zwar weniger Stress, aber ein Tüftler-Typ wie er kann nicht einfach so zuhause herum sitzen. Er zieht sich weiterhin immer mal eine Nase Koks rein und fängt an, auf eigene Faust eine Software zu entwickeln, mit der Mutiny die Aktivitäten seiner User im Netzwerk überwachen kann. Genau wie Donna ihm mit ihren Hardware-Kenntnissen bei Cardiff immer wieder den Arsch gerettet hat, will er nun etwas für Donna tun. Blöd nur, dass die Sache mit Sonaris am Ende nach hinten losgeht.

Überhaupt läuft es nicht so gut mit den beiden – nur dass es jetzt nicht Gordon ist, der vor lauter Arbeit nicht mehr mitbekommt, was zuhause los ist. Donna entwickelt genau den Tunnelblick, den Menschen nun einmal bekommen, wenn sie sich ganz und gar auf eine Sache konzentrieren müssen. Cameron ist da geschickter – sie lebt einfach in ihrem Projekt und holt sogar den nervigen Hacker Tom Rendon ins Team, der ihre Spielidee geklaut hat. Es dauert natürlich nicht lange, bis es zwischen den beiden funkt.

 

halt-and-catch-fire-episode-204-post-cameron-davis-800x600Cameron in Aktion

Und natürlich kann auch nicht ausbleiben, dass Cameron und Joe sich wieder über den Weg laufen. Joe ist solide geworden und hat Sara geheiratet – die Tochter eines Öl-Barons. Joe, der nach seiner Amok-Tat am Ende der ersten Staffel keinen Anteil aus dem Cardiff-Verkauf bekommen hat, muss nun kleine Brötchen backen. Er bekommt einen Job in der Datenverarbeitung in der Firma seines Schwiegervaters. Aber weil Joe ja Joe MacMillan ist, bleibt es nicht lange dabei – er kommt auf die Idee, dass man die Rechner, die nur zu den üblichen Arbeitszeiten mit Daten gefüttert werden, in der übrigen Zeit ja an andere Unternehmen vermieten könnte, die entsprechende Rechnerkapazitäten brauchen, sich aber keine eigenen Großrechner leisten können. Und überhaupt könnte man daraus ja gleich ein eigenes Geschäft machen…

halt-and-catch-fire-episode-210-post-gordon-mcnairy-joe-pace-800x600Gordon und Joe – Bild: amc.com

Doch, es ist einiges los in dieser Staffel und ich freue mich sehr, dass AMC beschlossen hat, der Serie auch noch eine dritte Chance zu geben, nachdem es mit den Zuschauerzahlen bisher ja nicht so geklappt hat. Aber hey, die ersten Staffeln von Breaking Bad sind auch weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit gelaufen – es hat halt ein bisschen gedauert, bis sich herumgesprochen hatte, das da etwas wirklich Großes läuft.

Nun ist Joe MacMillan kein Walter White, aber dafür gibt es ja auch noch Donna, Cameron und Gordon, die auch Ecken und Kanten haben und interessante Dinge erleben. Okay, vielleicht sind die 80er nicht jedermanns Sache, schon weil sie nicht so cool und elegant waren wie die 60er, die man in Mad Men bewundern kann. Aber für alle, die sich fragen, wie wir denn ins Internet gekommen sind, als es noch keine Smartphones gab, ist Halt and Catch Fire gewiss auch unterhaltsamer Geschichtsunterricht.

Ein paar Bilder aus Mr. Robot xpl0its.wmv

Manchmal sagen Bilder mehr als Worte – und hier wird sehr schön gezeigt, wie anhand virtueller Realitäten in unseren liebsten Online-Medien die tatsächliche Welt optimiert wird.

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: die fscoiety versucht Elliot (Rami Malek) in Steel Mountain einzuschleusen

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: die fscoiety versucht Elliot (Rami Malek) in Steel Mountain einzuschleusen

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Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: die fscoiety versucht Elliot (Rami Malek) in Steel Mountain einzuschleusen

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: die fscoiety versucht Elliot (Rami Malek) in Steel Mountain einzuschleusen

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Romero (Ron C. Jones) , Mr. Robot (Christian Slater) und Wobley (Azhar Khan)

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Romero (Ron C. Jones) , Mr. Robot (Christian Slater) und Wobley (Azhar Khan)

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Immerhin hat Elliot sich jetzt gemerkt, wer er ist.

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Immerhin hat Elliot sich jetzt gemerkt, wer er ist.

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Aber der arme Mann macht auch nur seinen Job

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Aber der arme Mann macht auch nur seinen Job

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Tja Mr. Robot - da gehen sie hin, deine Hoffnungen...

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Tja Mr. Robot – da gehen sie hin, deine Hoffnungen…

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: So ist das halt mit armen Angestellten...

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: So ist das halt mit armen Angestellten…

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: hallo fsociety - Elliot funktioniert so nicht

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: hallo fsociety – Elliot funktioniert so nicht

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Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: was soll der arme Mann denn machen?

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: was soll der arme Mann denn machen?

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Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Ist Google nicht eine geile Erfindung?

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Ist Google nicht eine geile Erfindung?

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Und Wikipedia auch...

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Und Wikipedia auch…

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Jeder darf mitmachen...

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Jeder darf mitmachen…

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Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Wer sagt's denn?

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: Wer sagt’s denn?

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: So entsteht Realität

Screenshot Mr. Robot eps1.4_3xpl0its.wmv: So entsteht Realität