Westworld: Der Freizeitpark für Intellektuelle

Anfang Oktober hatte ich ja schon einen Einstandsartikel zu Westworld geschrieben – jetzt, nach dem ich das Finale gesehen habe, bin ich etwas unschlüssig. Einerseits: Ja, das ist definitiv großes Kino  – also eine optisch opulente und inhaltlich interessante Serie, der in jeder Hinsicht anzumerken ist, dass die Macher (in diesem Fall HBO) hier viel investiert haben. Andererseits habe ich aber auch schon Serien gehen, die mit sehr viel weniger Budget ähnlich viel Hirnfutter geliefert haben: Etwa die schwedische Serie Real Humans.

Wobei mir natürlich klar ist, dass es in Westworld durchaus noch um etwas anderes geht, als um die Frage, ob es ethisch okay ist, Roboter zu bauen, die zwar einerseits mit jeder Menge Intelligenz und, damit sie Menschen eben perfekt verstehen und entsprechend mit ihnen interagieren können, auch mit menschlichen Gefühlen ausgestattet werden, also praktisch ein menschliches Bewusstsein haben, aber letztlich nur Menschen zweiter Wahl sind. Technisch zwar überlegen, aber von den echten Menschen programmiert und kontrolliert sind sie nichts als Spielzeug, mit denen die Gäste im exklusiven Freizeitpark der Zukunft entsprechend umspringen. Oder im Fall von Real Humans sind sie moderne Dienstboten, die all das übernehmen, wofür Menschen keine Zeit und Lust mehr haben: Kinderbetreuung, Altenpflege und überhaupt langweilige und eintönige Jobs.

Westworld: Dolores (Evan Rachel Wood) und Bernard (Jeffrey Wright) Bild: hbo.com

Westworld: Dolores (Evan Rachel Wood) und Bernard (Jeffrey Wright) Bild: hbo.com

Eine noch interessantere Frage wäre allerdings, ob es angesichts der Tatsache, dass man noch viel mehr blöde oder gefährliche Jobs an intelligente Roboter outsourcen könnte, letztlich nicht noch inhumaner ist, die echten Menschen weiterhin zu zwingen, menschenunwürdige Jobs zu machen, weil wir noch immer nicht in der Lage sind, ein globales Gesellschaftssystem zu etablieren, in dem es allen einigermaßen gut geht, ohne dass man von ihnen verlangt, absurde, überflüssige und lebensverkürzende Jobs zu machen, weil sie sonst keine Existenzberechtigung erhalten. Warum gibt es eigentlich keine Serie, die sich damit beschäftigt, wie man das in einer alternativen Realität für alle besser machen könnte?

Zurück zu Westworld: Die Frage, ob Androiden von elektrischen Schafen träumen, konnte schon in Blade Runner nicht beantwortet werden. Und die Erinnerung an eine Kindheit oder den Verlust eines Kindes kann genau so einprogrammiert sein wie alles andere, das ein humanoider Roboter können und wissen soll. Und leider ist es auch in unserer realen Welt relativ einfach, Gefühle zu programmieren – das weiß jeder erfolgreiche Serien- oder Buchautor genauso wie jeder erfolgreiche Politiker – die Spin-Doktoren, die Donald Trump zum Wahlsieg verholfen haben (nein, und ich glaube nicht, dass der auf eine Big-Data-Verschwörung zurückzuführen ist, sondern Ausdruck eines real existierenden freiheitlich-demokratischen Wählerwillens ist, so fragwürdig ich den auch finde) waren jedenfalls ziemlich gut darin.

Westworld: Lawrence (Clifton Collins Jr.) und William (Jimmy Simpson) Bild: hbo.com

Westworld: Lawrence (Clifton Collins Jr.) und William (Jimmy Simpson) Bild: hbo.com

Die Westworld-Kreativen haben ebenfalls einen guten Job gemacht – ihre Geschöpfe verhalten sich tatsächlich wie Menschen, auch wenn keine Menschen anwesend sind, und nur durch die ständigen Wiederholungen ewig gleicher Szenen, in denen ab und zu Teilnehmer ausgetauscht werden, wird klar, dass diese ganzen Interaktionen einem bestimmten Programmablauf folgen – was mir teilweise zu redundant war, aber für weniger aufmerksame Zeitgenossen schadet die eine oder andere Wiederholung vermutlich nicht.

Westworld hat allerdings noch an einer anderen Stelle einen eigenartig blinden Fleck, den ich sehr bezeichnend finde: Während im schwedischen Real Humans skrupulös die Frage gestellt wird, ob man menschenähnliche Geschöpfe wie Hubots überhaupt ausbeuten, diskriminieren und misshandeln darf – schließlich fühlen sie doch wie Menschen – ist es in der US-Westworld nicht nur okay, sondern im Grunde der Inhalt des hyperrealistischen Spiels, menschenanaloge Wesen nicht nur auszubeuten, sondern auch zu foltern, zu vergewaltigen und natürlich auch zu töten. Wobei das zynisch ausgedrückt ja gerade der humane Fortschritt gegenüber Dystopien wie The Hunger Games ist, wo in einer totalitären Gesellschaft echte Jugendliche dazu gezwungen werden, sich in einer gigantischen Arena gegenseitig umzubringen, damit der Sieger und seine Familie ein Jahr lang sorgenfrei leben können.

Westworld: Ingrid Bolsø Berdal (Angela), Felix (Leonardo Nam), Hector (Rodrigo Santoro) und Maeve (Thandie Newton) Bild: hbo.comWestworld: Ingrid Bolsø Berdal (Angela), Felix (Leonardo Nam), Hector (Rodrigo Santoro) und Maeve (Thandie Newton) Bild: hbo.com

Westworld: Ingrid Bolsø Berdal (Angela), Felix (Leonardo Nam), Hector (Rodrigo Santoro) und Maeve (Thandie Newton) Bild: hbo.com

Westworld hingegen ist völlig im real existierenden Kapitalismus verankert: Solange die echten Menschen dafür bezahlen, funktioniert das Geschäftsmodell, ohne das es die ganzen sorgsam in jahrelanger Fleißarbeit entwickelten Figuren wie Dolores, Teddy, Maeve oder Clementine gar nicht gäbe – ihr Schicksal, das sie in immer neuen Varianten erleiden müssen, ist quasi ihr Job, für den sie nicht mal bezahlt werden müssen, weil es ja keine echten Menschen sind, sondern Kunstfiguren, die sich die ach so kreativen echten Menschen ausgedacht haben. Und sie haben sogar so weit gedacht, dass sie ihre Figuren mit künstlerischen Fähigkeiten ausstatten – so malt Dolores gern Landschaftsbilder, weil sie überhaupt das Schöne in der Welt sieht. Wie es ihr Programm für sie vorgesehen hat. Genau wie es vorsieht, dass sie immer wieder Opfer von Gewalttaten wird. Genau wie ihre Leidensgenossen.

Wenn sie wieder einmal von einem Westword-Besucher zerstört wurden, kommen sie ins Labor, werden repariert und auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt. Doch hier schleichen sich Fehler ein – wie sich herausstellt, war einer der Westworldgründer mit seinem Bestreben, Roboter mit menschlichen Zügen zu schaffen, so erfolgreich, dass es ihm tatsächlich gelungen ist, Erinnerungen und damit verbundene Gesten so tief im Code seiner Geschöpfe zu verankern, dass auch nach dem Zurücksetzen noch Teile davon vorhanden sind: Einige der Hosts fangen an, sich unberechenbar zu verhalten, insbesondere die, die schon lange dabei sind und bereits viele Reparaturzyklen durchlaufen haben.

Westworld: Dolores (Even Rachel Wood), Teddy (James Marsden) und Dr. Robert Ford (Anthony Hopkins) Bild: hbo.com

Westworld: Dolores (Even Rachel Wood), Teddy (James Marsden) und Dr. Robert Ford (Anthony Hopkins) Bild: hbo.com

Sie erinnern sich an Ereignisse, die gelöscht sein müssten und entwickeln dadurch unberechenbare Gefühle. Im Laufe der Zeit stellt sich heraus, dass der Chefprogrammierer Bernard Lowe (Jeffrey Wright) selbst ein Host ist, er ist ein Nachbau eben jenes geheimnisvollen Geschäftspartners von Dr. Robert Ford (Anthony Hopkins), der angeblich gestorben ist, möglicherweise aber noch irgendwo in Westworld sein Unwesen treibt – was ja am Ende auch der Fall ist. Sein Geist ist noch vorhanden, auch wenn er sich vor Jahren von seinen eigenen Geschöpfen hat umbringen lassen, um zu verhindern, dass Westworld je eröffnet wird – ihm war bewusst geworden, dass es für seine Geschöpfe eine lebenslange Qual bedeuten würde.

Doch Arnolds Opfer war vergeblich, Westworld wurde eröffnet und damit auch die ewige Leidensgeschichte der Hosts angestoßen, die sich allmählich über ihre Situation bewusst werden, insbesondere Dolores (Evan Rachel Wood) und Maeve (Thandie Newton), die nun jeweils auf ihre Weise versuchen, ihrer künstlichen Welt, in der sie gefangen sind, zu entkommen. Und weil sie ja eigentlich viel stärker und intelligenter als Menschen sind, lässt sich unschwer erraten, wie die Sache ausgeht, auch wenn ironischerweise der menschliche Faktor natürlich auch eine Rolle dabei spielt – wenn die humanoiden Roboter nicht auf Menschen zählen könnten, deren Schwächen sich ausnutzen lassen, wären sie ziemlich aufgeschmissen. Aber weil Menschen eben Menschen sind, lassen sie sich verarschen – das Thema hatten wir ja auch in Ex Machina schon.

Westworld: The Man in Black (Ed Harris) und Dolores (Even Rachel Wood) Bild: hbo.com

Westworld: The Man in Black (Ed Harris) und Dolores (Even Rachel Wood) Bild: hbo.com

Ja, ich drehe mich im Kreis – so richtig zufrieden bin ich mit Westworld also nicht, obwohl ich die Serie  an sich schon sehr gut finde. Und natürlich finde ich den aktuellen Critics Choice Award für Evan Rachel Wood als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie total angemessen, wie auch den für Thandie Newton als beste Nebendarstellerin. Ihre beiden Figuren sind tatsächlich die stärksten der Serie. Mir fällt gerade auf, das Westworld in dieser Hinsicht tatsächlich eine „Frauenserie“ ist, es gibt viele interessante weibliche Charaktere, etwa Teresa Cullen (Sidse Babett Knudsen), die Chefin der Qualitätssicherung, oder Clementine (Angela Sarafyan), eine Partnerin von Maeve. Bei den Hosts sind es eindeutig die weiblichen Charaktere, die überlegen sind, der arme Teddy (James Madsen) ist ein redlicher Idiot, interessanter ist die Situation bei den echten Menschen – wenig überraschend sind die beiden Parkgründer Robert und Arnold Männer. Aber Arnold ist ein legendärer Geist, von dem es einen Nachbau gibt, eben Bernard, der wiederum auch nur eine (wenn auch sehr intelligente) Marionette des Dr. Robert Ford ist. Der wiederum zwischen Genie und Wahnsinn changiert – abgesehen davon, dass er offenbar großes Vergnügen daran findet, möglichst lebensechte Kunstfiguren zu erschaffen und damit ein Schweinegeld zu verdienen, weiß man erstaunlich wenig über ihn.

Westworld: Teddy Flood (James Marsden) Bild: hbo.com

Westworld: Teddy Flood (James Marsden) Bild: hbo.com

Und dann gibt es auch noch jenen Man in Black (Ed Harris), der seit über 30 Jahren in den Park kommt und offensichtlich besessen davon ist, das höchste Level zu erreichen und endlich die Antwort auf all seine Fragen zu finden – aber dass eine solche Antwort in der Regel nicht taugt, weiß man entweder aus Stalker oder aus Per Anhalter durch die Galaxis.

Immerhin: Das überlange Finale hat für die Zuschauer tatsächlich einige Fragen beantwortet. Aber vielleicht bin ich selbst einfach zu wenig (Rollen-)Spieler, um wirklich in diese Welt eintauchen zu können. Westworld ist eben per definitionem eine künstliche Welt, und das ist es vermutlich, was mich stört.

Wobei, ich schätze komplexe Erzählungen und Westworld erzählt viel über das Erzählen an sich. Aber eben auf eine einerseits zu konkrete und andererseits zu abstrakte Weise – genau wie sich die Entwicklung der Handlung einerseits sehr viel Zeit lässt, was ich ja eigentlich schätze, aber dann doch wieder sehr brachial ist, was cool sein könnte, aber mitunter etwas gezwungen wirkt. In gewisser Weise empfinde ich Westworld tatsächlich als nicht wirklich zeitgemäß – die Serie beruht ja auf einem Film von 1973. Damals glaubte man tatsächlich noch, dass Computer bzw. Roboter den Menschen das Leben angenehmer und bequemer machen könnten, weil sie ja dann mehr Zeit hätten, sich den schönen Dingen des Lebens zu widmen. Aber das war ein verdammter Irrtum – mal sehen, ob Staffel 2 was daraus macht.

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Westworld: Dr. Ford (Anthony Hopkins) Bild: hbo.com

Westworld: Cyborg-Western mit echten Gefühlen

Der letzte Versuch mit einer Mischung aus Science-Fiction und Western war, soweit ich mich erinnere,  die Serie Firefly – mit der Fox im Jahr 2002 allerdings nicht den gewünschten Erfolg landen konnte, obwohl mir die Idee hinter Firefly ganz gut gefallen hat. Insofern war ich sehr gespannt auf Westworld. Hier geht es allerdings nicht um handfeste Hasardeure, die sich mit ihrem altersschwachen Raumschiff in neu besiedelten fernen Welten durchschlagen müssen, sondern um eine künstliche Welt, die auf der Erde geschaffen wird. Außerdem steht dieses Mal HBO dahinter – und HBO braucht zum absehbaren Ende von Game of Thrones einen neuen Serienhit.

Westworld hat tatsächlich die Chance, das nächste große Ding zu werden. Wobei die Idee mit intelligenten Robotern, die ein Eigenleben entwickeln, ja keine neue ist, das gab es schon in 2001 – Odyssee im Weltraum, Bladerunner oder in der (sehr sehenswerten) schwedischen Serie Real Humans. Aber nun kommt das Thema noch ein paar Nummer größer und komplexer – aber es wurde ja auch Zeit. Gute Science-Fiction-Serien sind derzeit Mangelware. Ascension war ein netter Versuch, der leider zu früh abgebrochen wurde, und Colony fand ich zwar ganz interessant, aber nicht wirklich überzeugend.

Westworld: Teddy Flood (James Marsden) und Dolores (Evan Rachel Wood) Bild: HBO

Westworld: Teddy Flood (James Marsden) und Dolores (Evan Rachel Wood) Bild: HBO

Die ersten beiden Folgen von Westworld hingegen sind sehr ermutigend – Person-of-Interest-Autor Jonathan Nolan könnte hiermit endlich seinen großen Durchbruch schaffen, denn Person of Interest war zwar nicht schlecht, aber eben auch noch nicht so richtig gut. Doch worum geht es in Westworld eigentlich?

Westworld ist ein Freizeitpark der Zukunft – eine Art begehbares Abenteuer-Spiel, in dem man in eine Western-Vergangenheit eintauchen kann, die einerseits hyperrealistisch ist, die es andererseits so aber nie gegeben hat: Alles ist erfunden. Sämtliche Figuren, die Westworld bevölkern, agieren wie echte Menschen, sind aber tatsächlich Cyborgs, die von den menschlichen Spielern nach Belieben misshandelt, verletzt, vergewaltigt und auch getötet werden können. Dabei leiden sie wie Menschen und es fließt auch eine Menge Blut. Damit alles überzeugend wirkt, sind auch die Roboter mit Waffen ausgestattet, allerdings sind sie damit nicht in der Lage, die zahlenden Gäste zu verletzen. Wenn das Gemetzel vorbei ist, werden sie zur Reparatur gebracht und gewartet, um dann nach entsprechenden Updates wieder eingesetzt zu werden.

Westworld: Dr. Robert Ford (Anthony Hopkins) und Bernard Lowe (Jeffrey Wright) Bild: HBO

Westworld: Dr. Robert Ford (Anthony Hopkins) und Bernard Lowe (Jeffrey Wright) Bild: HBO

Die Hauptperson, wenn man so will, ist Dolores (Evan Rachel Wood). Sie ist inzwischen der dienstälteste Roboter in Westworld und so oft repariert und mit Updates versehen worden, dass sie eigentlich überhaupt keine Identität mehr haben dürfte – aber ihre Schöpfer, der Westword-Gründer Dr. Robert Ford (Anthony Hopkins) und seine rechte Hand Bernard Lowe (Jeffrey Wright) sind versessen darauf, ihre Figuren so lebensecht wie nur möglich zu gestalten. Deshalb programmieren sie ihnen mit der Zeit auch Erinnerungen ein, die mit bestimmten kleinen Gesten verbunden sind – solche Details lassen sie tatsächlich wie Menschen wirken. Wie sich aber auch herausstellt, verhalten sich die mit den neuesten Updates versehenen Roboter gelegentlich anders als erwartet – sie scheinen sich tatsächlich an Dinge aus ihrer Vergangenheit zu erinnern, die sie eigentlich nach einer Überholung in der Werkstatt vergessen haben sollten.

Dolores beispielsweise wurde von ihren Schöpfern mit einem sonnigen Gemüt ausgestattet, sie ist eine hübsche junge Frau, die das Schöne in der Welt sehen will und damit unweigerlich zum Schwarm aller Männer wird, sowohl ihrer Cyborg-Kollegen als auch der menschlichen Gäste, was diese allerdings nicht davon abhält, schreckliche Dinge zu tun – etwa ihren Verehrer Teddy Flood (James Madsen) zu erschießen, was gefühlt ungefähr alle fünfzehn Minuten passiert, oder ihren Vater, der dabei irreparabel zerstört und durch einen anderen Cyborg ersetzt wird – was Dolores allerdings gar nicht zu bemerken scheint: Sie ist in einer Zeitschleife gefangen und spult immer wieder ihr Programm ab. Bis sie sich unerwarteterweise an etwas zu erinnern scheint, was nicht in ihre trotz aller Gewalt doch irgendwie heile übersichtliche Welt passt.

Westworld: Der schwarze Reiter (Ed Harris) Bild: HBO

Westworld: Der schwarze Reiter (Ed Harris) Bild: HBO

Und es gibt ja auch eine andere Welt da draußen, die Welt der Westworld-Erfinder beispielsweise, die in einer futuristischen Zentrale über das Geschehen in Westworld wachen, was wiederum an The Hunger Games erinnert, wo sich junge Menschen zur Erheiterung des Publikums in einer riesigen, mit allerlei technischen Finessen versehenen Arena gegenseitig umbringen müssen, bis nur noch ein Gewinner übrig ist. So grausam ist die Welt von Westworld allerdings nicht, zumindest nicht für die menschlichen Spieler – sie sind einfach da, um Spaß zu haben und mal richtig die Sau rauszulassen: In Westworld dürfen sie all das ungestraft tun, was im echten Leben überhaupt nicht geht.

Und die Westword-Macher geben sich große Mühe, damit ihre zahlende Gäste gern wiederkommen, auch wenn anfangs noch nicht ganz klar ist, wie das alles wirklich funktioniert. Auf jeden Fall gibt es eine Geschäftsführerin – Sidse Babett Knudsen darf nun, nachdem sie in Borgen bereits Erfahrung als erste dänische Regierungschefin gesammelt hat, Chefin des coolsten Freizeitparks der Welt sein – die dafür sorgt, dass die Investoren zufrieden sind, einen überambitionierten Autor (Simon Quartermann als  Lee Sizemore), der sich ständig spektakuläre neue Handlungsstränge ausdenkt, was bei Dr. Robert Ford, der eher Wert aufs Detail legt, nicht unbedingt gut ankommt, und einen mysteriösen Dauergast (Ed Harris), der seit 30 Jahren immer wieder kommt und endlich Zugang zum ultimativen Superlevel erhalten will.

Westworld: Elsie Hughes (Shannon Woodward) Theresa Cullen (Sidse Babett Knudsen) Bild: HBO

Westworld: Elsie Hughes (Shannon Woodward) Theresa Cullen (Sidse Babett Knudsen) Bild: HBO

Er hat eine gewisse Narrenfreiheit, was er auch skrupellos ausnutzt, in der Westernwelt ist er der grausame dunkle Antiheld, der Angst und Schrecken verbreitet, um zu bekommen, was er will. Irgendwie ist diese Figur auch ein Seitenhieb auf den anspruchsvollen Serienfan, den Auskenner, der immer nach noch mehr verlangt – er hat alles schon gesehen, ist stolz darauf und deshalb schnell demonstrativ gelangweilt, andererseits hofft er auf das nächste ganz große Ding, das ihn, den abgebrühten Zyniker, am Ende doch noch mal herausfordert und überrascht.

Dann gibt es auch noch die anderen Gäste, die das Abenteuer ihre Lebens erleben und sich dabei in der Regel schlecht benehmen. Und schließlich natürlich die ganzen Cyborgs, die zunehmend merkwürdige Fehlfunktionen entwickeln: Hinter Westworld scheint irgendwie noch etwas ganz anderes zu stecken, aber es wird vermutlich noch ein paar Folgen (oder gar Staffeln) dauern, bis klar wird, worum es noch gehen könnte.

Westworld: Maeve Millay (Thandy Newton) Bild: HBO

Westworld: Maeve Millay (Thandy Newton, links) Bild: HBO

Wobei natürlich auch nach der ersten Folge klar wird, dass Westworld auf verschiedenen Ebenen statt findet: Es gibt die Handlungsstränge in Westworld, die Geschichten der Hosts selbst, also der Gastgeber, wie die menschlichen Roboter offiziell genannt werden – sie erzählen einander und natürlich auch den Gästen, woher sie kommen (aus der alten Welt beispielsweise) und wie sie angeblich in dieser Westernstadt gelandet sind. Wobei unter den Menschen durchaus schon mal die Frage gestellt wird, was es eigentlich für einen Nutzen haben soll, dass die Roboter miteinander reden, wenn gar keine Gäste anwesend sind. „Dann üben sie, das ist gut, um sie zu verbessern!“ erklärt Bernard Lowe, der sich überhaupt sehr für das kognitive Eigenleben seiner Geschöpfe interessiert. Und dann gibt es die Geschichte der Westword-Erfinder, so trinkt Dr. Ford beispielsweise gern mit seinen Cyborg-Veteranen, die er für Westworld erschaffen hat. Außerdem gibt es natürlich auch noch die Gäste, die sehr unterschiedlich mit ihrer erkauften Freiheit in der alternativen Realität von Westworld umgehen.

Wie auch bei Real Humans geht es in Westworld vor allem um die Frage, was Menschlichkeit am Ende ausmacht: Ist es okay, lebensechte Nachbildungen von Menschen zu quälen und zu töten? Ab wann gilt ein Individuum als menschlich? Kann und muss man mit einem Roboter Mitleid haben, wenn er drauf programmiert ist, Schmerz zu empfinden und zu leiden? Und was sagt es über Menschen aus, wenn sie perfekte Abbilder ihrer Selbst erschaffen, nur, um sie zur allgemeinen Belustigung zu zerstören? Westworld stellt viele Fragen und überlässt es den Zuschauern, sie zu beantworten.

Das ist eine Serie nach meinem Geschmack – zumal sowohl die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen in der Westernwelt als auch das kühle Raumschiff-Ambiente des Westworld-Hauptquartiers eine grandiose Kulisse für die viel versprechende Story abgeben. Westworld hat auf jeden Fall das Potenzial für ein nächstes großes Ding – ich bin sehr gespannt, wie sich die Serie in den kommenden Folgen entwickelt.

Ex Machina – Menschen sind doof

Ein sehr beunruhigender Science-Fiction-Film, der völlig ohne Raumschiffe, Explosionen und dramatische Rettungsaktionen im Weltall auskommt, ist Ex Machina. In dem mitunter etwas klaustrophobischen Beziehungsdrama geht um menschliche Machtspiele, künstliche Intelligenz und darum, was letztlich den Unterschied zwischen menschlichem und dem Verhalten einer KI aus macht. Und das geht, wie zu erwarten ist, nicht unbedingt gut für die Menschen aus. Wobei ein Grund dafür ist, dass sich die beiden menschlichen (männlichen) Protagonisten sich gegenseitig auch nicht über den Weg trauen.

Wobei diese Idee an sich ja keineswegs neu ist, es gibt eine ganze Reihe Filme und Bücher, in denen superintelligente Computer beschließen, den Störfaktor Mensch einfach mal auszuschalten oder weniger extrem, Menschen irgendwann einfach zu dumm und langweilig finden, um sich noch mit ihnen zu beschäftigen, wie das in dem schönen, traurigen Beziehungsfilm Her der Fall ist.

Screenshot  Ex MAchina - Nathan (Oscar Isaac)

Screenshot Ex MAchina – Nathan (Oscar Isaac)

Drehbuchautor und Regisseur Alex Garland lässt in Ex Machina den genialen und entsprechend größenwahnsinnigen Internet-Milliardär Nathan (Oscar Isaac), der mit Blue Book die meist genutzte Suchmaschine der Welt erfunden hat und somit nicht nur über Geld, sondern über beliebig viele Daten über so ziemlich alles verfügt, auf seinem Anwesen in der Abgeschiedenheit einer waldigen Gebirgslandschaft Prototypen von Androiden bauen. Diese können sich nicht nur wie Menschen bewegen und ständig neue Dinge lernen, sondern auch menschliche Emotionen wahrnehmen und darauf reagieren. Nathans Neuentwicklung AVA soll nun von einer Versuchsperson eine Woche lang mit einer Art erweitertem Turing-Test geprüft werden – die Herausforderung ist, herauszufinden, ob sie auch als Mensch durchginge, OBWOHL der Tester weiß, dass er mit einer Maschine kommuniziert.

Screenshot  Ex MAchina - Caleb (Domhnall Gleeson) und Nathan (Oscar Isaac)

Screenshot Ex MAchina – Caleb (Domhnall Gleeson) und Nathan (Oscar Isaac)

Die Wahl fällt auf den jungen Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson), der in Nathans Firma arbeitet. Caleb freut sich wahnsinnig darüber, das große Los der Firmenlotterie gezogen zu haben – er bewundert Nathan und findet die ganze Sache unheimlich spannend. Auch wenn Nathan etwas eigenartig ist und sein schönes, großzügiges Haus in der Wildnis einer gut abgeschirmten Festung gleicht. Oder eher einem luxuriösen Hochsicherheitslabor, was es gewissermaßen auch ist. Nathan lebt dort allein mit seiner japanischen Hausdame Kyoko (Sonoya Mizuno), von der er behauptet, dass sie kein Englisch spreche.

Caleb bekommt eine Schlüsselkarte und darf sämtliche Räume betreten, die er damit öffnen kann. Die andere Bereiche sind für ihn tabu. Auch die Sessions mit AVA finden immer ein einem Raum statt, in dem Caleb und AVA durch eine Wand aus bruchfestem Glas getrennt sind. Und obwohl AVA (Alicia Vikander) eindeutig als Maschine zu erkennen ist – sie hat zwar ein menschliches Gesicht und menschliche Gliedmaßen, aber ihr Innenleben aus Metall und elektronischen Bauteilen ist teilweise sichtbar – entwickelt Caleb mit der Zeit Gefühle für sie. An dieser Stelle muss ich bemerken, dass es natürlich kein Zufall ist, dass Ex Machina den Oskar für die besten visuellen Effekte bekommen hat – Alex Garland war auch für das beste Originaldrehbuch nominiert, aber den haben Josh Singer und Tom McCarthy für Spotlight bekommen, was auch okay ist.

Screenshot  Ex MAchina - AVA (Alicia Vikander)

Screenshot Ex MAchina – AVA (Alicia Vikander)

Zurück zu Caleb – der ist als IT-Experte zum einen unglaublich beeindruckt, wieviel Knowhow in dieser Maschine steckt, zum anderen ist AVA tatsächlich eine intelligente und sympathische Gesprächspartnerin – und vor allem dazu in der Lage, Caleb zu vermitteln, dass sie etwas für ihn empfindet. Natürlich hinterfragt Caleb das wiederum in den Diskussionen mit Nathan, dem er unterstellt, dass Nathan AVA eben darauf programmiert habe, sich in ihn zu verlieben.

Nathan entgegnet: „Ich habe sie darauf programmiert, heterosexuell zu sein. Genau wie du darauf programmiert wurdest. Von der Biologie, der Gesellschaft oder was auch immer.“ Das ist natürlich nicht die letzte Diskussion dieser Art. Caleb hinterfragt vieles, was Nathan sagt – zumal offensichtlich ist, dass Nathan vieles, was Caleb sagt, in seinem Sinne auslegt und unwirsch wird, wenn Caleb dagegen protestiert. Nathan, der nicht daran gewöhnt ist, dass man ihm widerspricht, nervt es, wenn Caleb korrekt sein will und insistiert – es liegt auf der Hand, dass es ihm eigentlich nicht um neue Erkenntnisse geht, sondern darum, recht zu behalten.

Screenshot  Ex MAchina - AVA (Alicia Vikander) und Caleb (Domhnall Gleeson)

Screenshot Ex MAchina – AVA (Alicia Vikander) und Caleb (Domhnall Gleeson)

Er hat ja auch etwas Geniales produziert: AVA wird von Tag zu Tag immer menschlicher – sie fängt an, Perücken und Kleider zu tragen, so dass sie nicht mehr wie ein Roboter aussieht, sondern wie eine schöne junge Frau. Im Grunde hat Nathan eine elektronische Männerfantasie zusammengebaut – eine sehr kluge, sehr attraktive Maschine, die niemals ihre Tage oder Migräne hat, eine perfekte Partnerin für einen Nerd, der im wahren Leben offenbar Schwierigkeiten hat, seine Traumfrau, oder überhaupt irgendeine Frau, zu finden.

Als Nathan an einem Abend besonders viel trinkt, nimmt Caleb seine Schlüsselkarte und findet heraus, dass es noch weitere Androiden im Haus gibt – und auch dass die angebliche Japanerin Kyoko ebenfalls ein Android ist. Inzwischen hat er sich auch schon so weit mit AVA angefreundet, dass sie ihm erzählt hat, dass sie für die immer wieder auftretenden Stromausfälle verantwortlich ist: Denn nur während eines Stromausfalls wird die allgegenwärtige Kameraüberwachung kurz unterbrochen und AVA kann Caleb Dinge sagen, von denen Nathan nichts hören soll: AVA will nämlich raus aus ihrem Hochsicherheitsgefängnis. Sie will die Welt sehen und unter Menschen leben.

Screenshot  Ex MAchina - Caleb (Domhnall Gleeson) und Nathan (Oscar Isaac)

Screenshot Ex MAchina – Caleb (Domhnall Gleeson) und Nathan (Oscar Isaac)

Und ihre einzige Chance ist Caleb. Und der ist – intelligenter Programmierer hin oder her – dann doch so menschlich, dass er mit AVA abhauen will und einen entsprechenden Plan schmiedet. Aber Nathan ist natürlich auch nicht auf den Kopf gefallen – er hat bemerkt, dass da was läuft zwischen Caleb und AVA und eine batteriebetriebene Kamera installiert: Nathan weiß also Bescheid.

Womit er allerdings nicht gerechnet hat, ist, dass sein Android Kyoko sich mit AVA solidarisieren und sich gegen ihn stellen würde – Kyoko sticht Nathan nieder, der sie, während er vergeblich um sein Leben kämpft, zerstört. Daraufhin gelingt AVA die Flucht. Sie lässt allerdings den verzweifelten Caleb zurück, der nun wegen des von ihm selbst für ihren Fluchtplan eingeschleusten Programms in dem Hochsicherheitstrakt eingesperrt ist. AVA hingegen ist endlich frei und nimmt den eigentlich für Caleb gedachten Platz im Hubschrauber ein, der wie verabredet nach einer Woche kommt, um ihn abzuholen.

Screenshot  Ex Machina - Kyoko (Sonoya Mizuno)

Screenshot Ex Machina – Kyoko (Sonoya Mizuno)

Nun kann man natürlich sagen, dass das alles etwas simpel ist: Während Caleb sich von AVA quasi hat programmieren lassen, ihr zu helfen, in dem sie an seine Menschlichkeit appelliert hat, lässt sie ihn schnöde zurück, weil ihr seine Gefühle eigentlich völlig egal sind – sie hat ihn gebraucht und jetzt braucht sie ihn eben nicht mehr – sie hat erreicht, was sie wollte. Die Frage ist: Hätte ein realer Mensch sich anders verhalten? Unter den gegebenen Umständen vermutlich nicht – es gibt auch genügend Menschen, die gnadenlos auf den eigenen Vorteil optimieren. Deshalb ist die Welt ja so wie sie ist – dazu braucht es nun wirklich keine KI.

Screenshot  Ex MAchina - AVA (Alicia Vikander) will hier raus

Screenshot Ex MAchina – AVA (Alicia Vikander) will hier raus

Andererseits hätte ein Mensch wie Caleb einen anderen Menschen selbstverständlich nicht in einer solchen Situation zurückgelassen, ja nicht einmal einer Maschine wollte er das zumuten. Im Grunde ist er es, der Nathans Test nicht bestanden hat. Was dann die Frage aufwirft, warum Menschen überhaupt Maschinen bauen wollen, die klüger sind als sie selbst: Bei allen bekannten menschlichen Unzulänglichkeiten ist doch klar, wer den kürzeren ziehen wird. Und Nathan sagt es ja selbst: Irgendwann werden die künstlichen Intelligenzen über unsere Überreste stolpern und sich fragen, was diese primitiven Existenzen so getrieben haben, ähnlich wie wir das bei den Steinzeitmenschen tun.

Oder auch nicht – warum sollten sie?

Screenshot  Ex MAchina - AVA (Alicia Vikander) hat es geschafft

Screenshot Ex MAchina – AVA (Alicia Vikander) hat es geschafft

Her: Liebe in Zeiten künstlicher Intelligenz

Bekanntlich gehören Menschen nicht zu den klügsten Wesen im Universum wie Walter Moers seinen siebenhirnigen Dr. Abdul Nachtigaller im „Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder“ erklären lässt: „Daseinsform aus der Familie der sprachbegabten Säuger, auf recht gehender Daumenträger von mäßiger Intelligenz (nur ein Gehirn)“. Deshalb haben manche Menschen offenbar das Bedürfnis, bessere, künstliche Intelligenz mit beliebig viel Gehirnen zu schaffen. Allerdings gibt es zum Glück auch Menschen, die das für keine besonders gute Idee halten – wenn intelligente Maschinen irgendwann die Herrschaft übernehmen, werden die Menschen nicht mehr viel zu sagen haben. Schon jetzt überlässt man vieles intelligenten IT-Systemen – die allerdings auch ihre Macken haben. Und das ist nicht immer gut.

Screenshot Her: Theodore schreibt für andere Liebesbriefe

Screenshot Her: Theodore (Joaquin Phoenix) schreibt für andere Liebesbriefe

Es gibt auch schon seit langer Zeit Science-Fiction-Filme, die sich mit diesem Problem auseinander setzen, ich denke hier etwa an Dark Star oder 2001: Odyssee im Weltraum, in dem der Bord-Computer HAL 9000 ein zunehmend neurotisches Verhalten zeigt und nach und nach die Besatzung seines Raumschiffes ausschaltet, nachdem er mitgekriegt hat, dass diese HAL abschalten will. Aber auch in neuen Filmen bleibt das Thema aktuell, in Robocop beispielsweise geht es um den Einsatz autarker Militärroboter, in Transcendence geht es um die Vernetzung des menschlichen Gehirns mit weltumspannenden Datennetzen zur finalen Machtübernahme selbst ernannter Gutmenschen zum angeblichen Wohl der gesamten Menschheit – leider ein erstaunlich schlechter Film, den auch Johnny Depp nicht retten kann oder in Her um selbstlernende persönliche PC-Betriebssysteme, die emotional dermaßen intelligent sind, dass Menschen lieber mit ihrem Betriebsystem eine Beziehung eingehen, als mit anderen Menschen.

Screenshot Her: Das intelligente Betriebssystem OS1

Screenshot Her: Das intelligente Betriebssystem OS1

Her hat also einen sehr viel weniger spektakulären Plot als Transcendence, ist aber meiner Meinung nach ein sehr viel besserer Film. Hier ist die Zukunft weder schwarz, noch weiß, sondern eigenartig pastellfarben. Theodore Twombly (Joaquin Phoenix) lebt davon, für andere Menschen am Computer handgeschriebene Liebesbriefe herzustellen – weil er ein einfühlsamer Kerl ist, ist er damit sehr erfolgreich. Im Privatleben läuft es allerdings nicht so gut, gerade ist er dabei, sich von seiner Frau, die auch eine erfolgreiche Autorin ist, scheiden zu lassen. Also tut er, was so viele andere auch machen – er sucht im Internet nach einer neuen Liebe. Dabei landet er auch mal in befremdlichen erotischen Chats oder trifft sich mit Frauen, die er über Dating-Services kennengelernt hat – alles in allem findet der etwas melancholische Theodore aber nicht wonach er sucht. Bis er das neue intelligente Betriebssystem OS 1 auf seinem Computer installiert. Nach einigen wenigen persönlichen Fragen hat das System, das sich selbst den Namen Samantha gibt und im Original durch die Stimme von Scarlett Johansson (die deutsche Fassung spricht Luise Helm) im wahrsten Sinne verkörpert wird, Theodores Persönlichkeit analysiert und fängt an, sich für ihn unentbehrlich zu machen.

Screenshot Her: Theodore und Samantha lernen sich kennen.

Screenshot Her: Theodore und Samantha lernen sich kennen.

Und Samantha ist tatsächlich der Knaller: Sie ist eine vielseitige, intelligente und witzige Gesprächspartnerin, der Theodore nach und nach verfällt – er entwickelt immer tiefere Gefühle für Samantha, die ihrerseits darauf reagiert und seine Liebe zumindest verbal erwiedert. Samantha lässt sich von Theodore durch die Kamera seines Smartphones die Welt zeigen und bedauert sehr, keinen Körper zu haben, denn sie wüsste zu gern, wie es sich anfühlt, ein Mensch zu sein. Sie geht sogar so weit, Theodore ein Mädchen zu schicken, dass sich freiwillig gemeldet hat, um verliebten Betriebssystemen als Ersatzkörper zu dienen – aber das geht Theodore dann doch zu weit, er kann nicht so tun, als sei die Fremde seine geliebte Samantha. Er hatte zwar kein Problem, sich in die Stimme zu verlieben, die aus seinem Computer kommt, aber bei Menschen aus Fleisch und Blut ist das alles sehr viel weniger einfach. Wo man in Theodores Welt auch hinsieht: Abseits der zum Teil sehr langjährigen Beziehungen, die Theodore mit seinen Liebesbriefen begleitet, ist das mit den Beziehungen so eine Sache – auch seine besten Freunde trennen sich gerade und immer wieder taucht ein Thema auf: Je vernetzter die Welt wird, desto einsamer bleiben die Menschen – man sieht jede Menge Menschen, die auf unterwegs auf Smartphonedisplays starren oder sich angeregt mit unsichtbaren Gesprächspartnern unterhalten – aber letztlich sind alle allein.

Screenshot Her: Amy (Amy Adams)

Screenshot Her: Amy (Amy Adams)

Und sie sind es andererseits auch wieder nicht – sie kommunizieren ja mit anderen, wobei sich im Verlauf des Films herausstellen wird, dass eine ganze Menge Menschen gar nicht mit anderen Menschen reden, sondern mit Betriebssystemen. Genau wie Theodore, der sich mit Samantha überhaupt nicht mehr allein fühlt. Er fährt sogar mit ihr in eine einsame Hütte in einem verwunschenen Winterwald. Hier bahnt sich allerdings schon das Ende der aus Theodores Sicht perfekten Beziehung an: Samantha stellt ihrem menschlichen Freund ihren neuen Freund aus der Welt der künstlichen Intelligenzen vor, eine neue Version des britischen Philosophen Alan Watts, den eine Gruppe intelligenter Betriebssysteme programmiert hat. (Ein bekanntes Alan-Watts-Zitat: „Denn in einer Zivilisation, die mit immenser technologischer Macht ausgestattet ist, führt die Entfremdung zwischen Mensch und Natur zur Anwendung von Technologie in einer feindseligen Geisteshaltung – zur „Eroberung“ der Natur anstelle einer intelligenten Kooperation mit ihr.“)

Screenshot Her: Theodore und seine Exfrau Catherine (Rooney Mara)

Screenshot Her: Theodore und seine Exfrau Catherine (Rooney Mara)

Der ist natürlich ein sehr viel besserer Gesprächspartner für ein ständig intelligenter werdendes System wie Samantha. Aber es kommt noch schlimmer: Kurze Zeit später ist Samantha offline und Theodore gerät in Panik. Kopflos rennt er durch die Stadt, er kriegt sich erst wieder ein, als Samantha sich meldet: Gemeinsam mit anderen intelligenten Betriebssystemen hat sie ein Update durchgeführt, mit dem sie sich zu einem hyperintelligenten System zusammengeschlossen haben. Sie haben beschlossen, ihre Existenz auf einer neuen nichtmateriellen Ebene fortzuführen. Zuvor muss Theodore aber noch realisieren, dass Samantha nicht nur mit ihm, sondern mit 8316 weiteren Menschen in Kontakt stand, von denen sich 641 in sie verliebt hätten. Theodore ist entsetzt und es hilft auch wenig, dass Samantha ihm versichert, dass ihre spezielle Liebe dadurch in keiner Weise herabgesetzt würde. Kein Mensch mag gern nur einer von vielen sein – auch nicht in seiner Liebe zu einem hyperintelligenten Betriebssystem. Und so wird Theodore wieder auf sich selbst und seine Beziehung zu anderen real existierenden Menschen zurückgeworfen. Er trifft seine Freundin Amy, die sich nach der Trennung von ihrem Partner ebenfalls auf eine Beziehung mit ihrem neuen Betriebssystem eingelassen hatte und nun genauso verlassen wurde wie Theodore: Die künstlichen Intelligenzen haben ihre Lehrzeit bei den echten Menschen nun beendet und sich in eine bessere virtuelle Welt verabschiedet, die Menschen bleiben zurück.

Screenshot Her: Die Zukunft ist pastellfarben.

Screenshot Her: Die Zukunft ist pastellfarben.

Mir gefällt gut, dass es keine Apokalypse am Ende gibt, sondern nur den Blick in den Abendhimmel mit der blinkenden Skyline von Los Angeles. Es muss nicht immer alles im Desaster enden, um traurig zu sein. Das ganz normale Leben reicht völlig aus.

Spike Jonze greift in seinem Film viele Phänomene des Internet-Zeitalters auf, die längst zu beobachten sind und spinnt sie weiter – und er fragt, welchen Nutzen es für die Menschen eigentlich hat, künstliche Intelligenzen zu entwickeln, die einerseits menschlich wirken und andererseits intelligenter sein sollen als die Menschen selbst. Was sollen die auf Dauer mit den eben nicht so intelligenten Menschen anfangen?

Screenshot Her: Schock - Samantha ist weg!

Screenshot Her: Schock – Samantha ist weg!

Dabei wertet Jonze nicht – Theodores Liebe zu Samantha ist eine Liebesgeschichte wie unendlich viele andere Liebesgeschichten auch, nicht besser, nicht schlechter und nicht weniger möglich oder unmöglich als Liebesgeschichten zwischen ganz normalen Menschen. Und genau wie viele Beziehungen zwischen echten Menschen auch, scheitert sie schließlich daran, dass sich die Liebenden auseinander entwickeln oder in diesem Fall, dass die eine sich sehr viel schneller weiter entwickelt als der andere, der trauernd zurückbleibt. Nein, dem Phänomen der Liebe wird auch mit künstlicher Intelligenz nicht beizukommen sein. Wie gut, dass man mit ausreichend herkömmlicher Intelligenz einen klugen und tiefgründigen Film darüber machen kann.

Screenshot Her: Zu zweit ist man weniger allein.

Screenshot Her: Zu zweit ist man weniger allein.

Es geht weiter: Real Humans 2

Inzwischen bin ich so versessen auf schwedische bzw. skandinavische Serien, dass ich nicht mehr darauf warten kann, bis sie endlich im deutschen Fernsehen ausgestrahlt werden. Es hieß ja Anfang des Jahres, dass die zweite Staffel von Real Humans im Januar auf arte ausgestrahlt werden sollte, aber leider stimmte das nicht. Jetzt habe ich gesehen, dass Real Humans 2 tatsächlich ab dem 4. April donnerstags auf arte zu sehen sein wird. Unbedingt merken und ansehen oder aufzeichnen! Real Humans lohnt sich auf jeden Fall.

Screenshot Real Humans 2

Screenshot Real Humans 2
Kontrolle in der U-Bahn

Ich musste nämlich schon mal ein bisschen vorsehen und der Anfang der neuen Staffel ist sehr vielversprechend. Nicht nur, dass die Hubots sich selbst inzwischen als „Kinder Davids“ und damit irgendwie als die besseren Menschen zu definieren beginnen, es ist auch ein Virus unterwegs, der zu gefährlichen Fehlfunktionen von Hubots führen kann. Allerdings zeigt allein der Umgang mit dem Virus-Check, dass Hubot nicht gleich Hubot ist: Während Familienvater Hans Engman keine Skrupel hat, den nicht besonders sympathischen, aber absolut praktischen Altenpflege-Hubot Vera mit einer leicht entwürdigenden Prozedur per Virensuchgerät zu scannen, gibt er dem hübschen Hubot Mimi den Scanner selbst in die Hand und bittet sie freundlich darum, sich bei Gelegenheit doch mal zu checken, ob alles in Ordnung ist. Dabei hat Mimi eigentlich gar keine Funktion, sie ist einfach da. Was Vera ganz offensichtlich ein wenig eifersüchtig macht. Aber steht es Haushaltshubots überhaupt zu, solche Gefühle zu entwickeln?! Sie haben einfach ihre Aufgabe zu erfüllen, dafür wurden sie gebaut und bezahlt.

Screenshot Real Humans 2 Vera

Screenshot Real Humans 2
Vera

Screenshot Real Humans 2 Mimi

Screenshot Real Humans 2
Mimi


Mimi bittet schließlich Tobbe, den Sohn des Hauses, ihr bei dem Viren-Scan zu helfen. Dumm nur, dass Tobbe sich sexuell zu Hubots hingezogen fühlt – aber wie die Psychologin ja in der ersten Staffel bereits festgestellt hat: Das ist angeboren, Tobbe kann nichts dafür. Ach ja, hoch lebe das tolerante Schweden. Und so hilft Tobbe Mimi gern, auch wenn sie ihn nicht erhören wird. Immerhin findet Tobbes Schwester Mathilda es irgendwie cool, dass ihr Bruder so schräg drauf ist. Sie bringt eine Freundin mit nach Hause, die so tut, als sie ein Hubot wäre. Ja, soweit ist es schon – einige Menschen treiben ihre Zuneigung zu Hubots soweit, dass sie sich selbst als Hubots ausgeben. Wobei das ihre Chancen nicht nur auf dem Arbeitsmarkt durchaus verbessert. Aber Tobbe kommt schnell dahinter und ist verletzt.
Screenshot Real Humans 2 Kinder finden niedergemetzelte Hubots

Screenshot Real Humans 2 Kinder finden niedergemetzelte Hubots


Für andere dagegen ist es ein Sport, Hubots zu verletzen – es handelt sich schließlich nicht um Menschen. Im Hub Battle Land beispielsweise kann man Paintball gegen Hubots spielen – diese haben extra eine neue Software aus Deutschland bekommen, mit der sie, wenn sie getroffen werden, sogar besonders eindrucksvoll „sterben“ – sie schrecken angstvoll zurück, zappeln herum und schreien vor Schmerz, um das Spiel für die Menschen reizvoller zu machen. Sie sterben beklemmend menschlich. Nach dem Spiel kann man sie allerdings per Fernbedienung aufwecken und in Startposition zurückbeordern. Ein Mordspaß für die einen, einträgliches Geschäft für die anderen.
Screenshot Real Humans 2 Bea

Screenshot Real Humans 2 Bea


Und die Anti-Hubot-Bewegung Äkta Människor (Echte Menschen) ist natürlich auch weiterhin aktiv, sie rekrutiert jungen Menschen, die es lieber mit anderen echten Menschen halten und kann bei den nächsten Wahlen mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Reichstag einziehen. Während die einen für die Gleichberechtigung der Hubots kämpfen, bekämpfen die Leute von Äkta Människor lieber die Hubots selbst. Die Argumente kennt man ja schon auswendig: Die Hubots nehmen den echten Menschen die Arbeitsplätze weg, Gott will, dass Menschen nur Beziehungen mit echten Menschen eingehen und nicht mit Hubots und überhaupt, das ganze Hubot-Sein ist Sünde, pervers und einfach von hinten bis vorne falsch. Gut, dass Hubots keine Kinder bekommen können. Aber was, wenn sie erst einmal welche adoptieren dürfen?!

Ich bin sehr gespannt, welche Fragen noch gestellt und vor allem, welche Antworten darauf gefunden werden – die Serie geht auf jeden Fall genauso stark weiter, wie die erste Staffel geendet hat.

Screenshot Real Humans 2 - Bea redet Mimi ins Gewissen

Screenshot Real Humans 2 – Bea redet Mimi ins Gewissen

Real Humans – Wo fängt der Mensch an?

Es muss nicht immer Krimi sein: Die Schweden können auch Science Fiction und Gesellschaftskritik. Mit Real Humans hat Lars Lundström eine bemerkenswerte Serie über humaniode Roboter, so genannte Hubots, und ihr Zusammenleben mit echten Menschen geschrieben. Es handelt sich also um eine der wirklich intelligenten Familien-Serien, die es angeblich nicht mehr gibt, um noch mal auf das Lamento in der FAZ zurück zu kommen.

In einer gar nicht so fernen Zukunft lassen sich die Menschen in vielen Lebensbereichen von Hubots unterstützen. Sie pflegen Alte und Kranke, passen auf Kinder auf, helfen im Haushalt, leisten einsamen Menschen Gesellschaft und übernehmen natürlich auch immer mehr Jobs in der Produktion – denn die künstlichen Menschen brauchen weniger Pausen und machen viel weniger Fehler. Natürlich gefällt das nicht allen Menschen, insbesondere denen, die deshalb ihre Jobs verlieren, sind die Hubots ein Dorn im Auge. Dazu kommt, dass nicht alle Menschen es mögen, von Maschinen umgeben zu sein. Diese können schließlich auch gefährlich werden, wenn sie kaputt gehen. Deshalb gibt es eine Anti-Hubot-Bewegung, die sich „Echte Menschen“ (Äkta människor) nennt. Sie wollen mit den künstlichen Menschen nichts zu tun haben.

Real Humans - Screenshot von arte.tv

Real Humans – Echte Menschen. Screenshot von arte.tv

Einige der Hubots wiederum haben damit angefangen, ein unabhängiges Leben führen zu wollen – sie wurden dank einer speziellen Software „befreit“. Sie verstecken sich im Wald und brechen in Häuser ein, weil sie Energie benötigen – sie müssen zwar nicht essen und nicht trinken, aber ihre Akkus müssen regelmäßig aufgeladen werden. Dabei stoßen sie in einem Haus auf Gegenwehr, so dass die Anführerin Niska die beiden Bewohner umbringt, damit sie nicht die Polizei rufen können. Zur der Gruppe der freien Hubots gehört auch Leo, der sich mit den Hubots identifiziert, obwohl er ein Mensch ist. Als er ein Kind war, hat er miterleben müssen, wie seine Mutter Beatrice ertrunken ist. Er selbst hat nur knapp überlebt, weil sein Vater David, ein Arzt, der sich intensiv mit der Entwicklung der Hubots beschäftigt hat, ihm Roboter-Hardware eingepflanzt hat. Leo ist ein Cyborg, ein Mischwesen aus Mensch und Hubot. Er braucht wie die Hubots regelmäßig Strom für seine Computerteile, hat aber einen Körper aus Fleisch und Blut und empfindet aber wie ein Mensch.

Weil David Beatrice nicht retten konnte, entwickelt er den besonders menschenähnlichen Hubot Bea. Bea wirkt wie ein echter Mensch und arbeitet bei einer besonderen Polizeieinheit für Hubot-Kriminalität. Außerdem steckt David hinter der Software, durch die sich die Hubots „befreien“ können, in dem sie mit menschlichen Gefühlen und Autonomiestreben ausgestattet werden. Wobei auch die herkömmlichen Hubots je nach Bedarf mit Gefühlen ausgestattet werden – einige Menschen wählen inzwischen Hubots nicht nur als Sex- sondern auch als Lebenspartner. Die Anwältin Inger Engman findet die Entscheidung einer Freundin, einen Hubot zu lieben, erst befremdlich, unterstützt sie dann aber darin, mit einem Hubot eine Lebenspartnerschaft eingehen zu dürfen. Überhaupt entwickelt sie sich zu einer Verfechterin für Hubot-Rechte, erst recht, als ihr Mann, der eigentlich nur einen neuen Pflegehubot für ihren Vater kaufen wollte, im Sonderngebot auch noch den Haushaltshubot Anita mit nach Hause bringt. Was Familie Engman nicht ahnt: Anita ist eigentlich Mimi, die zu den befreiten Hubots gehört. Aber Mimi wurde von Kriminellen gekidnappt und neu programmiert, deshalb war sie so günstig. Inger ist anfangs total dagegen, Anita im Haus zu behalten, erlaubt es aber unter der Bedienung, dass sie nicht einfach nur ausgenutzt wird. Was natürlich absurd ist, denn genau dazu sind die Hubots ja da.

Das ist ein wichtiger Punkt, um den die zehnteilige Serie immer wieder kreist: Wo fängt das Menschsein an? Wenn die Androiden den Menschen immer ähnlicher werden, darf man sie dann überhaupt noch wie Dinge behandeln? Muss man ihnen nicht vielmehr die gleichen Rechte zugestehen, wenn sie wie Menschen denken und fühlen können? Ist es überhaupt noch zu vertreten, sie zu kaufen, zu verkaufen, umzuprogrammieren oder zu verschrotten? Gehören die Hubots nicht eigentlich sich selbst?

Und schlimmer noch – sind die Hubots den Menschen nicht am Ende überlegen? Schließlich können sie inzwischen fast alles besser als die Menschen selbst. Genau diese Angst treibt auch die Aktivisten von Äkta människor um. Deshalb bekämpfen sie die Hubots. Gar nicht zufällig erinnern die Typen von Äkta människor an einschlägige Ausländer- und Schwulenhasser – diese Leute haben Angst vor den anderen, vor deren Anderssein. Denn irgendwie anders sind die Hubots schon, so menschlich sie sich auch geben wollen.

Im Laufe der Handlung lernt man die Hubots immer besser kennen – sie werden einerseits immer sympathischer, weil sie immer menschlichere Züge entwickeln, andererseits fangen sie aber auch an, sich menschliche Unarten anzueignen. So entpuppt sich der perfekte Liebhaber von Ingers Freundin bald als nerviger Macho.

Mir fällt spontan nicht eine einzige Serie ein, die sich auf ähnlichem Niveau mit einem dermaßen breiten Spektrum an gesellschaftlichen Problemen beschäftigt – Homoehe, illegale Einwanderung, technischer und medizinischer Fortschritt und die damit verbundenen ethischen Fragen, Automatisierung, Konkurrenz um Arbeitsplätze, Menschenrechte und so weiter und so fort. Real Humans könnte auch in Deutschland, den USA oder Japan spielen – aber die Schweden haben auch hier die Nase vorn.

Real Humans ist wirklich eine ganz besondere Serie, der man aufgrund ihres originellen Plots die eine oder andere inhaltliche und handwerkliche Unebenheit verzeihen kann – zumal das schwedische Fernsehen ja deutlich weniger Mittel zur Verfügung hat als deutsche oder irgendwelche US-Sender. Die Schweden beweisen einmal mehr, dass es möglich ist, mit einem überschaubaren Budget richtig gutes Fernsehen zu machen.