Dark: Zeit ist nur eine Illusion

Als die erste für Netflix produzierte deutsche Serie Dark Ende 2017 erschien, war ich ziemlich enttäuscht. Ich hatte so etwas wie Who Am I erwartet, jenem Hacker-Film von Baran bo Odar, der eine Art Vorläufer für die Ausnahmeserie Mr. Robot von Sam Esmail war. Oder eine vielschichtige Krimiserie wie The Killing. Aber Dark war etwas ganz anderes. Eine sehr deutsche Serie, die in der zwar fiktiven, aber eben auch sehr deutschen Kleinstadt Winden spielt. Und noch schlimmer: Dark war weder eine Krimi-, noch eine Hackerserie, sondern ein Mysterydrama. Und Mystery ist einfach nicht mein Ding. 

Ich habe mir Dark dann aber trotzdem angesehen, weil es schon gut gemacht ist, es gibt stimmungsvolle Bilder von deutschen Waldlandschaften, ein imposantes Kernkraftwerk und auch mit der sonstigen Ausstattung haben sich die Serienmacher große Mühe geben. Und irgendwie ist es auch eine Familienserie, es geht um das Schicksal von vier Familien, die in Winden leben: Die Dopplers, die Nielsens, die Kahnwalds und die Tiedemanns. Sie alle haben ihre Geheimnisse und pflegen die üblichen Lebenslügen. Die Handlung setzt am 21. Juni 2019 mit dem Selbstmord von Michael Kahnwald (Sebastian Rudolph) ein, der einen Brief hinterlässt, der nicht vor den 4. November um 22:13 geöffnet werden soll. Und es verschwinden Kinder. Im Jahr 2019 ist es Erik Obendorf, der vermisst wird.

Poster Netflix-Serie Dark

Poster Netflix-Serie Dark Bild: Netflix

Charlotte Doppler (Karoline Eichhorn) und Ulrich Nielsen (Oliver Masucci) von der örtlichen Polizeieinheit nehmen die Ermittlungen auf. Ulrich Nielsen ist Mikkels Vater, dem kleinen Bruder von Magnus und Martha, der als nächstes verschwindet. Mikkel war mit einer Gruppe Jugendlicher aus dem Ort unterwegs, die nach dem Drogenversteck gesucht hat, das Erik angeblich angelegt hat. Sie suchen in den Windener Höhlen, die eine zentrale Rolle in der Serie spielen.

Das weit verzweigte Höhlensystem birgt allerlei Geheimnisse und soll sogar bis unter das Gelände des Kernkraftwerks reichen, das für den ansonsten unspektakulären Ort der wichtigste Wirtschaftsfaktor ist. Nun ja, geologisch wirft das durchaus Fragen auf, aber Kernkraftwerke wurden auch in Deutschland nicht unbedingt an den dafür geeignetsten Standorten gebaut, sondern dort, wo der Widerstand in der Bevölkerung nicht unüberwindbar hoch war, insofern geht das schon klar. Das Atomkraftwerk spielt in der Serie durchaus eine Rolle, aber eher als geheimnisvoller Ort, an dem rätselhafte Dinge passieren, es geht in der Serie schließlich nicht um das Protokoll einer Atomkatastrophe, sondern um Zeitreisen.

Bei der Suchaktion der Polizei wird die Leiche eines Jungen gefunden, der am Kopf merkwürdige Verbrennungen hat. Es handelt sich allerdings weder um Erik, noch um Mikkel. Die Nervosität in Winden steigt, die Leute sind verunsichert und bekommen Angst. Mikkel hingegen taucht wieder auf und geht nach Hause, dort wohnen allerdings Menschen, denen er noch nie begegnet ist. Mikkel ist im Jahr 1986 gelandet. Danach springt die Handlung zwischen den Jahren 2019 und 1986 hin und her, wir erleben, wie Mikkel im Jahr 1986 fest hängt, während in Winden ein weiterer Junge verschwindet. Michael Kahnwalds Sohn Jonas (Louis Hofmann) bekommt von einem rätselhaften Fremden ein Paket, in dem neben einer coolen Lampe und einem Geigerzähler auch der verloren geglaubte Abschiedsbrief seines Vaters ist. Jonas erfährt, dass sein Vater Michael der kleine Mikkel Nielsen aus dem Jahr 1986 ist, der von Ines Kahnwald aufgezogen wurde. Anhand einer Karte der Windener Höhlen, die Jonas im Atelier seines Vaters gefunden hat, findet er den Durchgang, der die Zeitreisen ermöglicht.

Es kriselt in sämtlichen betroffenen Familien, die irgendwie mit dem Verschwinden ihrer Kinder und Geschwister klar kommen müssen. Da ist beispielsweise Ulrich Nielsen, dessen jüngerer Bruder Mads im Jahr 1986 verschwunden ist. Als sein Sohn Mikkel verschwindet, scheint sich alles zu wiederholen. Charlotte muss ihn schließlich wegen Befangenheit von dem aktuellen Vermissten-Fall abziehen. Aber Ulrich ermittelt auf eigene Faust weiter. Er findet heraus, dass die Kinderleiche, die gefunden wurde, sein Bruder Mads sein muss.

Aufgrund von Notizen in alten Polizeiakten verdächtigt Ulrich den inzwischen dementen Helge Doppler, etwas mit dem Verschwinden von Mads und Mikkel zu tun zu haben. Ulrich folgt Helge, als der aus dem Heim verschwindet und sich zu den Windener Höhlen aufmacht und findet auf diese Weise heraus, wo der Durchgang für die Zeitreisen ist. Allerdings landet Ulrich im Jahr 1953. Dort trifft er tatsächlich auf den kleinen Helge und versucht, ihn zu erschlagen, um zu verhindern, dass er als Erwachsener Mads und Mikkel ermorden kann, was er nicht getan hat, aber Ulrich ist davon überzeugt. Helge überlebt allerdings, auch wenn er für den erst seines Lebens von den schweren Kopfverletzungen gezeichnet bleibt.

Bevor Ulrich zurück in seine Zeit reisen kann, wird der vom jungen Polizist Egon Tiedemann aufgegriffen und verhaftet. Kurz zuvor wurden die Leichen von Erik Obendorf und Yasin Friese auf der Baustelle des künftigen Atomkraftwerks gefunden. Die Polizei kann sich keinen rechten Reim auf die merkwürdige Kleidung der Kinder machen, aber sie sind tot und der blutbeschmierte Ulrich ist mehr als verdächtig. Ulrich wird als verrückter Kindermörder für den Rest seines Lebens eingesperrt.

Am Ende der ersten Staffel landet Jonas in einer düsteren Zukunft, um das offensichtlich zerstörte Atomkraftwerk wurde eine Sperrzone errichtet. Jonas wird von einer Gruppe zerlumpter, bewaffneter Gestalten gefangen genommen, die junge Anführerin schlägt ihn mit den Worten „Willkommen in der Zukunft“ ohnmächtig.

In der zweiten Staffel wird die Figur von Jonas noch wichtiger, er glaubt, dass er derjenige ist, der alles, was durch die Fehler in der Zeit schief gegangen ist, wieder in Ordnung bringen kann. Er ist allerdings nicht der einzige, der alte Fehler ausbügeln will. So kommen Egon Jahrzehnte später (also 1986) Zweifel, ob er damals richtig gehandelt hat. Seine überaus intelligente Tochter Claudia (Julika Jenkins) ist die inzwischen erste Chefin eines Atomkraftwerks in Deutschland, worauf Egon sehr stolz ist, auch wenn das Verhältnis zu seiner Tochter und seiner Enkelin Regina sonst eher kühl ist. Egon will, bevor er in Rente geht, das Verschwinden von Mads Nielsen aufklären und erinnert sich an den Fall von 1953.

Claudia hingegen verschwindet in gewisser Weise ebenfalls, sie streift als Zeitreisende durch die Epochen. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, die Sic-Mundus-Organisation zu bekämpfen, ein Geheimbund von Zeitreisenden, den es bereits seit 1921 gibt. Claudia lässt auch die Zeitmaschine bauen, sie bringt dem Uhrmacher H. G. Tannhaus im Jahr 1953 die Pläne für eine komplizierte mechanische Maschine, die erst 33 Jahre später fertig sein wird. Die Zeitmaschine wird mit Cäsium-137 betrieben. Cäsium ist das Element, dessen Frequenz für die Atomuhren genutzt wird, mit denen die gültige Weltzeit bestimmt wird. Als Chefin eines Kernkraftwerks kommt sie natürlich an eine solche Substanz, die bei der Kernspaltung entsteht.

Gleich am ersten Tag als Nachfolgerin des bisherigen Chefs des Windener Atomkraftwerks, Bernd Doppler, dem Vater von Helge Doppler, hat sie herausbekommen, dass kurz zuvor ein atomarer Störfall vertuscht wurde. Claudia will damit an die Öffentlichkeit, lässt sich aber vom alten Doppler überzeugen, dass ein Aus für das AKW den wirtschaftlichen Niedergang für die ganze Region bedeuten würde. Als es einen weiteren Zwischenfall gibt, wertet Claudia die Daten aus und entdeckt darin den Nachweis für die Existenz des so genannten Gottesteilchens, des Higgs-Bosons. Leider kann sie diese sensationelle Entdeckung nicht veröffentlichen, ohne die Störfälle bekannt zu machen. Also hält sie ihre Entdeckung geheim, stellt aber weitere Nachforschungen an. Sie will ihre Erkenntnisse ebenfalls dazu nutzen, um die Dinge in Winden wieder in Ordnung zu bringen. Mit ihren älteren Ich nimmt sie in unterschiedlichen Zeiten zu verschiedenen Windenern Kontakt auf, um ihr Wissen mit ihnen zu teilen, damit sie in ihrer jeweiligen Zukunft richtig handeln können. Allerdings muss sie dabei erkennen, dass sie dadurch genau die Ereignisse erst verursacht, die sie eigentlich verhindern wollte.

Es bleibt nicht aus, dass immer mehr Menschen in Winden von der Existenz der Zeitreisen und der Zeitmaschine erfahren. Das macht die Sache aber noch viel komplizierter, weil es immer mehr Interaktionen in den unterschiedlichen Zeitebenen gibt, die wiederum Konsequenzen auf das künftige Leben aller anderen haben können. Wer auf derartige Mindfuck-Geschichten steht, kann mit Dark ziemlich glücklich werden. Ich liebte in den 80ern Zurück in die Zukunft, allerdings war gerade der erste Film der Trilogie sehr viel lustiger als Dark. Das ist auch eins der Probleme dieser Serie, die sich überaus philosophisch und total ernst gemeint gibt und deshalb leider vollkommen humorfrei ist. Ab und zu mal ein Augenzwinker-Moment und dafür weniger schwülstiges Geschwurbel aus dem Off, und Dark wäre eine richtig gute Serie geworden, der man das eine oder andere schwarze Logik-Loch verzeihen kann, weil sie wenigstens gut unterhält. So macht es Dark einem aber schwerer als nötig, den ganzen Handlungssprüngen, Zeitschleifen und Paradoxien zu folgen. Wobei ich auch sagen muss, dass ich die zweite Staffel besser fand als die erste. Vielleicht hatte ich mich jetzt auch einfach darauf eingelassen, dass Dark eben so ist, wie es ist. Vielleicht reißt es die dritte Staffel ja endgültig heraus, nach der dann für immer Schluss sein wird.

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Was man besser nicht googeln sollte

Netflix hat eine weitere deutsche Serie produziert, und dieses Mal ist es tatsächlich gut gegangen – bekanntlich sind alle guten Dinge drei: Nach der ambitionierten, aber irgendwie dann doch enttäuschenden Mysterieserie Dark und dem gründlich misslungenen Versuch, mit Dogs of Berlin eine coole Verbrecherserie im Gang-Milieu von Berlin abzuliefern, die tatsächlich einfach nur eine manchmal alberne, oft aber ärgerliche Aneinanderreihung dämlicher Klischees war, ist How to Sell Drugs Online (Fast) eine erstaunlich unterhaltsame Teenager-Serie, an der auch Erwachsene Spaß haben können.

Die Serienidee beruht auf der wahren Geschichte eines Schülers, der unter dem Alias Shiny Flakes aus seinem Kinderzimmer heraus einen illegalen Drogenhandel im Darknet betrieb, der mehrere Millionen Euro Umsatz machte. Die Serienmacher haben die Handlung von Leipzig in die fiktive Kleinstadt Rinseln im Umland von Köln verlegt, deren beeindruckende Trostlosigkeit es locker mit Niederkaltenkirchen aufnehmen kann, der hässlichsten (ebenfalls fiktiven) Stadt in Niederbayern, bekannt aus den Eberhofer-Krimis. Für die Serie verantwortlich zeichnet übrigens die bildundtonfabrik aus Köln-Ehrenfeld, die unter anderem auch das Neo Magazin Royale produziert. How to Sell Drugs Online (Fast) ist die erste fiktionale Serie der Ehrenfelder.

How To Sell Drugs Online (Fast): Serienposter Bild: Netflix

How To Sell Drugs Online (Fast): Serienposter Bild: Netflix

Es geht um den siebzehnjährigen Moritz (Maximilian Mundt), der sehnsüchtig darauf wartet, dass seine Freundin Lisa (Lena Klenke) wieder nach Hause kommt. Sie war für ein Austauschjahr in den USA und es kommt, wie es kommen muss, sie interessiert sich nun für andere Dinge und Menschen. Sie macht zwar nicht gleich komplett mit Moritz Schluss, aber will erstmal auf die Pausetaste drücken. Wie man das heute so nennt, wenn man eigentlich nicht mehr will, aber keine Lust auf den Stress einer richtigen Trennung hat.

Natürlich kapiert Moritz das und leidet fortan unter unerträglichem Liebeskummer, sein Lebenssinn ist nun dahin und darunter wiederum leiden in der Folge andere. Lenny (Danilo Kamperidis) zum Beispiel, der beste (und offenbar einzige) Freund von Moritz, der aufgrund einer schweren Erkrankung im Rollstuhl sitzt. Er teilt Moritz Begeisterung für Computerspiele und alles, was sonst mit Computern zu tun hat. Die beiden Nerds planen, ein Start-Up für virtuelle Computerspielausrüstung aufzuziehen, die man für echtes Geld kaufen kann. Doch der Pitch für MyTems geht gründlich schief, weil Moritz nicht bei der Sache ist.

Dafür entwickelt er eine andere Idee: Als er mitbekommt, dass der gut aussehende Dan (Damian Hardung) epische Parties im Haus seiner Eltern schmeißt, auf denen es Ecstasy-Pillen gibt, beschließt er, selbst ins Dealergewerbe einzusteigen, damit er endlich auch cool ist und Einladungen zu den wichtigen Events bekommt, mit denen er Lisa beeindrucken kann, die er um so ziemlich jeden Preis zurück gewinnen will.

Dabei verstrickt er sich in allerlei Schwierigkeiten, natürlich klappt alles nicht so wie geplant, vor allem ist mit Buba (Bjarne Mädel) nicht zu spaßen, dem brutalen Teilzeit-Dealer, der hauptamtlich einen Pferdehof betreibt. Doch Nerd Moritz, ein bekennender Steve-Jobs-Fan, denkt inzwischen in größeren Kategorien und  knüpft internationale Kontakte mit Drogenherstellern. Und er benutzt die hauptsächlich von Lenny entwickelte Verkaufsplattform für Gaming-Zubehör als Onlineshop für seine illegalen Geschäfte. Businessmäßig ist er auf dem Erfolgstrip, zwischenmenschlich entpuppt er sich immer wieder als selbstbezogenes Arschloch, das andere ausnutzt, um dann aber doch im richtigen Moment wieder sein Gewissen und sein Herz zu entdecken. Wie sonst ist denn ein Typ gestrickt, der seiner Angebeteten eine Gehirnzelle als Kuschelltier schenkt?!

How To Sell Drugs Online (Fast): Buba (Bjarne Mädel), Lenny (Danilo Kamperidis) und Moritz (Maximilian Mundt) Bild: Netflix

How To Sell Drugs Online (Fast): Buba (Bjarne Mädel), Lenny (Danilo Kamperidis) und Moritz (Maximilian Mundt) Bild: Netflix

Die Serie mag inhaltlich vielleicht nicht super originell sein, aber sie ist flott und verspielt gemacht. Es gibt eine Menge eingeblendeter Chats inklusive albernster Emojis, aber so kommunizieren die jungen Menschen heutzutage nun einmal. Und nebenbei gibt Moritz immer wieder Tipps, was man besser nicht online stellen sollte. How to Sell Drugs Online (Fast) spielt mit dem Selbstinszenierungszwang der Generation Social Media, dem leider nicht nur bei BWLern äußerst beliebten Bullshit-Bingo aus Motivations- und Coaching-Seminaren und der abgefuckten Business-Denke aktueller und bereits verblichener Silicon-Valley-Ikonen.

Zusätzlich gibt es unzählige Zitate und Querverweise aus anderen Filmen und Serien und eine ganze Reihe illustrer  Gastauftritte, etwa Ulrike Folkerts als Mutter von Lenny, Olli Schulz als Onkel einer Freundin oder Florentin Will als Polizist. Selbst die 90er-Ikone Jonathan Frakes ist dabei, der im besten X-Factor-Stil auftritt – alles in allem ein Riesenspaß, der leider schon allzu bald vorbei ist, denn HTSDO(F) besteht nur aus sechs halbstündigen Teilen.

Aber klar, besser eine gute Serie, die schnell weg gebinged ist, als ein zäher Brocken mit gefühlt unendlicher Laufzeit. Liebes Netflix, bitte mehr davon! Da sind doch noch ein paar weitere Staffeln drin! Und liebes deutsches Fernsehen, schau dir das mal an: So geht Serie Made in Germany. Man kann sich an die Sehgewohnheiten junger Menschen auch heranwanzen, ohne die intellektuellen Bedürfnisse der etwas älteren und nicht völlig ungebildeten Zuschauer komplett zu vernachlässigen. Ich meine jetzt die, die nicht der Hauptzielgruppe des ZDF entsprechen. Wobei, die ARD hat auch ihre Schwächen und ZDFneo ist manchmal sogar ganz hipp. Aber Netflix ist hipper. Leider. Denn den bekloppten Rundfunkbetrag muss ich ja trotzdem zahlen. Netflix zahl ich freiwillig.

Seven Seconds: Kein Handy am Steuer

Für Fans der leider nicht mehr auf Netflix verfügbaren Krimiserie The Killing hat die Plattform einen würdigen Ersatz im Programm: Den Zehnteiler Seven Seconds. Auch hier war Veena Sud für Drehbuch und Produktion verantwortlich. Wie schon bei The Killing  (und der großartigen dänischen Vorlage Forbrydelsen) geht es in der Krimi-Handlung nicht nur darum, einen Schuldigen zu finden, sondern auch zu zeigen, was der gewaltsame Tod eines geliebten Menschen für Auswirkungen auf die Überlebenden hat. Auf die Familie des Opfers, aber auch auf den Täter und sein Umfeld, und nicht zuletzt auf die Menschen, die ein solches Verbrechen als Angehörige von Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden aufzuklären und zu ahnden haben.

Serienposter seven seconds Bild: Netflix

Serienposter seven seconds Bild: Netflix

Genau wie bei The Killing es handelt es sich um ein Remake – in diesem Fall war es allerdings keine komplette Serie, deren Handlung in die USA verlegt wurde. Als Inspiration diente der russische Film Майор, der im Jahr 2013 sowohl in Cannes als auch auf den Filmfestival in Toronto vorgestellt wurde. In dem Film von Yuri Bykow überfährt der russische Polizist Sergei Sobolev versehentlich ein Kind, als er auf dem Weg zu seiner Frau ist, bei der die Wehen eingesetzt haben. Aus Korpsgeist vertuschen die Kollegen das Verbrechen, in dem sie die einzige Zeugin des Vorfalls, die Mutter des Jungen, in Misskredit bringen. Im Laufe der Zeit bereut Sobolev seine Entscheidung und beschließt, zu gestehen und die Strafe dafür in Kauf zu nehmen, doch seine Kollegen sind damit nicht einverstanden, denn jetzt hängen sie ja alle mit drin. Alles in allem handelt es sich um einen ziemlich brutalen Film über Korruption innerhalb der russischen Polizei, den ich mir schon deshalb angesehen habe, weil es auffallend wenig Filme aus Russland überhaupt auf westliche Filmfestivals schaffen.

Es ist kein schöner, sondern ein alles in allem sehr unangenehmer Film, der aber genau deshalb wieder gut ist, weil er genau das Übel, das sein Thema ist, schonungslos offenlegt. Ich kann mir vorstellen, dass die offiziellen russischen Behörden, um die es unter anderem geht, Probleme damit haben. Was wiederum auch erklärt, warum dieser Film im Westen gelaufen ist: Hier wird ja gern gezeigt, was in Russland nicht funktioniert und einfach nur schlimm ist.

Insofern ist es ein besonderes Verdienst von Veena Sud und ihrer Serie, dass sie dieses Übel überaus glaubwürdig in den US-Polizeiapparat verlegt hat: In den USA ist die Korruption im System nicht weniger schlimm. Ich persönlich fände ja auch mal eine Serie gut, in der die Korruption und der Korpsgeist innerhalb der deutschen Polizei einmal kritisch aufgearbeitet würde, die Mordserie des NSU beispielsweise wäre da ein schier unerschöpfliches Thema. Dafür könnte man gern ein paar Millionen aus dem Rundfunkbeitrag abzweigen, den ich jeden Monat zahlen muss, obwohl ich inzwischen lieber Netflix und Amazon kucke. Die ja letztlich auch nur böse Konzerne sind, die Geld scheffeln wollen.

Seven Seconds: Peter Jablonski (Beau Knapp), Felix Osorio (Raúl Castillo) und Mike DiAngelo (David Lyons) Bild: Netflix

Seven Seconds: Peter Jablonski (Beau Knapp), Felix Osorio (Raúl Castillo) und Mike DiAngelo (David Lyons) Bild: Netflix

Zurück zu Seven Seconds: Anders als in The Killing steht hier nicht eine Ermittlerin der Polizei im Vordergrund, die für die Aufklärung des titelgebenden Verbrechens nicht nur ihr Privatleben, sondern auch ihre berufliche Karriere ruiniert, sondern eine Schicksalsgemeinschaft aus sehr unterschiedlichen Menschen, deren Lebenswege sich durch einen tragischen Unfall kreuzen: Als der junge Drogenfahnder Peter Jablonski (Beau Knapp)  an einem kalten Wintermorgen auf dem Weg zu seiner schwangeren Frau ist, die wegen Blutungen ins Krankenhaus musste, telefoniert er mit dem Handy und achtet ein paar Sekunden nicht auf die Straße. Er kollidiert plötzlich mit etwas, was sich wenig später als ein Radfahrer herausstellt – unter dem Fahrzeug ragt der Hinterreifen eines teueren BMX-Rads hervor, in dem eine Pappmaché-Möwe steckt.

Voller Panik informiert der junge Polizist seinen Vorgesetzten Mike DiAngelo (David Lyons), der sich mit seinen Team sofort an den Unfallort begibt. Dem abgebrühten Cop ist gleich klar, dass das nicht gut aussehen wird – ein weißer Bulle überfährt ein schwarzes Kind. Und weil das teure Fahrrad darauf hinweist, dass der Junge zu einer in Jersey City berüchtigten Gang gehört, trifft Captain DiAngelo die folgenschwere Entscheidung, die Sache zu vertuschen. Eigentlich will der ehrliche Cop Jablonski sich stellen, doch DiAngelo überredet ihn, ins Krankenhaus zu seiner Frau zu fahren und ihm und den beiden Kollegen den Rest zu überlassen. Damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf.

Wie in der russischen Vorlage Майор sind die handelnden Personen gezwungen, im Verlauf der Handlung immer schlimmere Dinge zu tun, um ihre Story glaubwürdig erscheinen zu lassen. Und weil eine Serie sehr viel mehr Zeit für Nebenhandlungen hat, gibt es in Seven Seconds noch zwei bemerkenswerte Antagonisten: Die ermittelnde Staatsanwältin KJ Harper (Claire-Hope Ashitey) und den skeptischen Bullen Joe „Fish“ Rinaldi (Michael Mosley).

Das schwarze Waisenkind KJ wurde von weißen Eltern in einem komfortablen Vorort von New York aufgezogen, konnte von einer erstklassigen Ausbildung profitieren und ist doch ein Wrack, sie hat eine verhängnisvolle Beziehung zu Gin und zu Karaoke-Bars. Im Verlauf der Handlung kommt ihre verstörende Geschichte ans Licht; in ihrer Funktion als Vollstreckerin der Staatsgewalt muss sie Dinge anordnen, die mitunter fatale Auswirkungen auf Unbeteiligte haben. Das musste KJ auf die harte Tour lernen und sie ist daran zerbrochen.

Insofern ist es nicht unbedingt ein Glück für die Eltern von Brenton Butler, dass ihr Fall ausgerechnet bei KJ landet. Aber – wie wir als ausgebufftes Serienpublikum ahnen – KJ wird diesen Fall zu ihrer persönlichen Definition von Sieg oder Niederlage machen und damit dann entweder mit wehenden Fahnen untergehen, oder einen unerwarteten Sieg einfahren. Oder auch keins von beiden, denn das Justizsystem der USA ist, nun ja, kompliziert.

Seven Seconds: Die Eltern Latrice Butler (Regina King) und Isaiah Butler (Russell Hornsby) Bild: Netflix

Seven Seconds: Die Eltern Isaiah Butler (Russell Hornsby) und Latrice (Regina King) Bild: Netflix

 

Der Fall erweist sich für alle Beteiligten als harte Nuss. Das Umfeld von Brenton Butler ist nicht unbedingt ideal: Auch wenn seine Mutter eine Mittelschullehrerin ist und sein Vater ein hart arbeitender Mann, der immer seine Schulden bezahlt und beide Eltern in ihrer Kirchengemeinde gut integriert sind: Der kleine Bruder des Vaters ist Mitglied einer berüchtigten Gang in New Jersey, und dieses teure Fahrrad, mit dem Brenton zum Zeitpunkt des Unfalls unterwegs war, unterstützt die These seiner Gangzugehörigkeit. Und klar, das ist rassistisch, aber dennoch ein Umstand, der gegen ihn spricht: Mitglieder von kriminellen Gangs kommen nun mal schneller unter ungeklärten Umständen zu Tode als unbescholtene Bürger. Angesichts der Faktenlage ist es also naheliegend, Brenton Butler als Opfer eines Konfliktes unter rivalisierenden Gangs zu deklarieren.

Natürlich sind Brentons Eltern mit dieser Erklärung nicht zufrieden. Ihr Junge war ein guter Junge, und sie bekommen starken Rückhalt in der Black-Lives-Matter-Bewegung. Mit der hat Detective Rinaldi zwar nichts am Hut, aber auch ihm fällt auf, dass hier irgendwas nicht stimmen kann. Er gehört nicht zur eingeschworenen Bruderschaft in seinem Polizeirevier, er ist ein streitbarer Außenseiter, der seinen Job ernst nimmt. Entsprechend hartnäckig ermittelt er in diesem unbefriedigenden Fall, den seine Vorgesetzten nur zu gern zu den Akten legen würden.

Seven Seconds: KJ Harper (Claire-Hope Ashitey) und Joe "Fish" Rinaldi (Michael Mosley) Bild: Netflix

Seven Seconds: KJ Harper (Claire-Hope Ashitey) und Joe „Fish“ Rinaldi (Michael Mosley) Bild: Netflix

Wie in der Vorlage führt der Ermittlungsdruck dazu, dass die Polizisten zu immer extremeren Maßnahmen greifen müssen, um ihre Version des Vorfalls zu stützen. Natürlich bleibt es auch Jablonskis Frau Marie nicht verborgen, dass etwas passiert sein muss: Ihr Peter ist nicht mehr derselbe. Nach und nach gerät das Leben sämtlicher Beteiligten aus den Fugen.

Insgesamt handelt es sich also um eine reichlich düstere Geschichte, in der am Ende alle verlieren. Aber genau das macht die Qualität dieser Serie aus: Die handelnden Personen haben alle vermeintlich gute Gründe, für das, was sie tun. Oder lassen. Ihren persönlichen Maßstäben nach wollen sie einfach das Richtige tun, was sich dann aber als falsch herausstellt. Und auch die Eltern des Opfers Brendon Butler müssen erkennen, dass sie ihren Sohn nicht wirklich gekannt haben. Seven Seconds ist eine mutige und wichtige Serie über soziale und rassistische Vorurteile und gleichzeitig eine Reflexion über Schuld und Sühne. 

Das Verschwinden von Madeleine McCann

Es gibt immer wieder Kriminalfälle, die ein größeres Publikum erreichen als andere – und hier spielen die Medien oft eine unrühmliche Rolle. Bad news is good news, manches Verbrechen wird nur durch das so genannte öffentliche Interesse ein Skandalfall, also durch Geschäftsmodelle von Medien, die auf die Sensationslust des Publikums setzen. Im Zeitalter von Social Media dreht sich diese Schraube noch schneller, jetzt sind es oft nicht einmal mehr bezahlte Profis, die entsprechend aufbereitete Nachrichten verbreiten, sondern irgendwelche Gaffer, die zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und ungefiltert jeden Scheiß posten, auf dass er massenhaft geteilt und verbreitet werde. Auch deshalb wird es immer schwieriger, zwischen fake news und seriöser Information zu unterscheiden. Und einem Großteil des Publikums ist das vermutlich sowieso egal, das klickt einfach auf alles, was zum eigenen Weltbild passt.

Insofern tue ich mich auch mit den durch vergleichsweise seriöse Contentproduzenten wie Netflix verbreiteten True-Crime-Serien schwer, Stichwort Sensationslust. Obwohl ich andererseits auch wieder gern Dokumentationen sehe, in denen historische Ereignisse aufbereitet werden. Die sind mir zwar oft zu tendenziös, aber man kann nebenbei durchaus interessante Dinge erfahren. Insofern war ich mir nicht sicher, ob ich die seit kurzer Zeit verfügbare Netflix-Doku über den Fall Maddie McCann wirklich ansehen wollte. Ich habs jetzt doch getan, aber aus rein wissenschaftlichem Interesse versteht sich.

Das Verschwinden von Madeleine McCann Bild: Netflix

Das Verschwinden von Madeleine McCann Bild: Netflix

Die kleine Maddie verwand im April 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal, während ihre Eltern mit Freunden in einem Tapas-Restaurant zu Abend aßen. Der Fall ist bis heute nicht gelöst, es wurde weder ihre Leiche gefunden, noch der Verbleib des Kindes aufgeklärt. Der Fall an sich stellt ein reichlich dunkles Kapitel sowohl in Sachen Berichterstattung als auch Polizeiarbeit dar, weshalb sich die Netflix-Doku dann doch lohnt, denn genau hier setzt der Achtteiler an: Die Ereignisse selbst, der Fortgang der Ermittlungen, die Berichterstattung und deren Auswirkungen auf alle Beteiligten werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet.

Wobei die Berichterstattung über diese Doku an sich auch schon wieder ziemlich hysterisch ist: Es mögen vielleicht einzelne Journalisten, die in der Doku zu Wort kommen, aber nicht „die Presse“ an sich etwas aus der zum Teil desaströsen Berichterstattung über diesen Fall gelernt haben. Angeblich neue Erkenntnisse aus der Serie werden derart weitergedreht, dass sich noch die eine oder andere klickträchtige Schlagzeile herrausschinden lässt. Und tatsächlich sind eine ganze Reihe der Fakten, die in den acht Teilen der Serie zusammengetragen werden, im Rückblick geradezu verstörend. Aber das sollte doch gerade Anlass sein, erstmal die Luft anzuhalten und dann noch einmal nachzudenken, anstatt einmal mehr irgendwelche Halbwahrheiten zu neuen Fakten aufzublasen.

Nachdem ich nun alle Teile gesehen habe, kann ich sagen, dass ich die Doku alles in allem ausgewogen und informativ fand, auch wenn ich die ablehnende Haltung der Eltern gegenüber diesem Projekt verstehen kann. Was mich andererseits aber auch wieder ein bisschen wundert, denn in der Vergangenheit haben Kate und Gerry McCann unglaubliche Mittel und Anstrengungen aufgeboten, um in den Medien immer und immer wieder auf das Verschwinden ihrer Tochter hinzuweisen. Was nicht immer und überall gut angekommen ist: So verständlich es ist, dass Eltern alles versuchen, ihr geliebtes Kind zu finden – so drängt sich doch die Frage auf, ob man mit den mehr als elf Millionen Pfund, die diese Suche bisher gekostet hat, nicht auch viele andere Kinder hätten retten können, deren Eltern eben kein Geld und keine großzügigen Sponsoren hatten.

Klar, das ist auch wieder eine dieser zynischen Neiddebatten, die ich zum Kotzen finde, denn es wird in dieser Welt so viel Geld für irgendwelchen Scheißdreck verbrannt, während gleichzeitig Millionen Menschen aus Geldmangel verrecken. Aber hier wird dieses Missverhältnis einmal mehr deutlich: Die einen verkaufen ihre kleinen Kinder für eine Handvoll Dollar an solvente Touristen, die anderen geben Millionen aus, um ihre Kinder vor einem solchen Schicksal zu bewahren. Und selbst das gelingt nicht immer, das ist in diesem Fall noch einmal extra bitter. Zumindest kann man den Eltern von Maddie McCann nicht vorwerfen, dass sie nicht alles versucht hätten, um ihre Tochter wiederzubekommen.

Unter anderem mit diesem Bild bitten die Eltern von Madeleine McCann um Hinweise über den Verbleib ihrer Tochter.

Unter anderem mit diesem Bild bitten die Eltern von Madeleine McCann um Hinweise über den Verbleib ihrer Tochter. Bild: findmadeleine.com

An Anfang der Doku wird noch einmal minutiös aufgedröselt, was am 3. Mai 2007 in Praia da Luz geschah. Dabei kommen Zeugen, Ermittler und Journalisten zu Wort. Insgesamt wird versucht, die unterschiedlichen Interessen und Standpunkte aller Beteiligten an diesem Fall darzulegen: Da sind die britischen Eltern und deren Freunde (auch fast alle Eltern), die ohne ihre Kinder Essen gegangen sind, was bei den Portugiesen vor Ort die Frage provoziert, warum diese Leute ihre kleinen Kinder allein in einer Ferienwohnung gelassen haben, statt sie einfach mit ins Restaurant zu nehmen? Und warum haben sie nicht wenigstens eine Kinderbetreuung engagiert, wo es in der Anlage sogar einen entsprechenden Service gegeben hätte? 

Interessante Frage. Es gibt heute allgemein die Tendenz, dass Kinder zu sehr behütet werden, was ich durchaus auch kritisch sehe. Aber wirklich kleine Kinder, eine nicht einmal Vierjährige mit zwei zweijährigen Geschwistern allein in einer für sie fremden Umgebung (Ferienwohnung) zu lassen, finde ich grenzwertig – warum haben die Erwachsenen der Gruppe sich nicht koordiniert und ihre Kinder gemeinsam in einer Wohnung schlafen lassen, während abwechselnd einer von ihnen Stallwache hatte? Offenbar sind die Erwachsenen dieser Reisegruppe davon ausgegangen, dass ihre Kinder sich wohl fühlen und friedlich schlafen. Sie haben nicht damit gerechnet, dass fremde Menschen in die Anlage eindringen, um ein Kind mitzunehmen, was den aktuellen Erkenntnissen zufolge geschehen sein muss.

Im Verlauf der Doku stellt sich allerdings auch heraus, dass Maddie nicht das einzige Kind ist, das in dieser Gegend verschwand. Und es kommen eine ganze Reihe Fällen sexueller Belästigung von kleinen Kindern ans Licht, die den Verdacht nahelegen, dass die beliebte Urlaubsgegend an der portugiesischen Algarve auch bei Pädophilen beliebt ist, die sich hier in entspannter Atmosphäre den Objekten ihrer Begierde nähern können, ohne dass das weiter auffällt. Die portugiesische Polizei ermittelte auch in diese Richtung, konzentrierte sich in der Folge aber darauf, den Verdacht gegen die Eltern von Maddie zu erhärten. Es gab einige, wenn auch sehr dünne Spuren, die vermuten ließen, dass Maddie in der Wohnung gestorben sein und die Leiche später von den Eltern versteckt worden sein könnte. Hier wurden offenbar auch Informationen an die Presse weiter gegeben, die sich später als falsch herausstellten, erst einmal aber für eine bösartige Berichterstattung sorgten. Mehrere Boulevardzeitungen entschuldigten sich später bei der Familie McCann und zahlten hohe Entschädigungssummen.

Die McCanns stoppten auch ein Buch von Gonçalo Amaral, dem ersten Chefermittler des Falls, der die These vertrat, Madeleine sei vermutlich durch einen tragischen Unfall gestorben und die Eltern hätten eine Entführung vorgetäuscht und die Leiche verschwinden lassen. Zwei portugiesische Gerichte verboten den Verkauf des Buches und sprachen den Eltern eine Entschädigung zu, die Urteile wurden allerdings von Revisionsinstanzen wieder aufgehoben. Den Schadensersatzprozess vor dem Obersten Gericht in Portugal verloren die McCanns im Jahr 2017 endgültig, weil das Gericht befand, dass Amarals Thesen von der Meinungsfreiheit gedeckt seien.

Eine Entschädigung bekam auch der als Entführer von Madeleine verdächtigte Brite Robert Murat, der in der Nähe der Ferienanlage wohnte und in den Fokus der Ermittler geriet, eben weil er ständig vor Ort war. In der Doku kommt er ausführlich zu Wort, genau wie auch einer der später von einem britischen Millionär angeheuerten Privatdetektive, der ausführlich in Pädophilenforen ermittelt hat, um Maddie zu finden. Auch wenn er dieses Kind nicht gefunden habe, so konnte er doch umfangreiches Material zusammentragen und der Polizei übergeben, was zur Festnahme einiger der kriminellen Hintermänner geführt hat.

Auch wenn die Doku keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse bietet, so wird in den acht Teilen doch klar, dass die Ermittlungen in diesem Fall häufig mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten können und auch, welche Auswirkungen die gewaltige Medienresonanz hatte, die unter anderem zahlreiche Trittbrettfahrer dazu animierte, angebliche Erkenntnisse teuer verkaufen zu wollen oder mit Fakeseiten im Internet von der Spendenbereitschaft der Leute zu profitieren.

Wer also auf der Suche nach einer interessanten Serie mit einer außerordentlich komplexen Krimihandlung, Einblick in die Abgründe der menschlichen Natur sowie gesellschaftlicher Relevanz ist, wird mit dieser Dokuserie gut bedient. 

The Break: Grüße aus Heiderfeld

Ein Verdienst von Netflix ist zweifelsohne, dass die Plattform sich ausdrücklich auch um die Interessen ihrer Nicht-US-Kunden bemüht, weshalb es für das europäische Publikum eine ganze Reihe europäischer Serien gibt. Selbst in den einschlägigen US-Foren lese ich inzwischen Dinge wie „vergesst das US-Remake von Broadchurch, schaut euch lieber das Original an!“ Den Titel Broadchurch kann man selbstverständlich durch andere ersetzen, US-Remakes von europäischen Serien gibt es ja mehr als genug. Weiterer Vorteil: Netflix bietet viele Originalversionen an. Vor einiger Zeit bin ich auf die belgische Serie La Trêve gekommen, die für deutsche Kunden unter dem Titel The Break angeboten wird. Der Zehnteiler spielt in der Wallonie, die Originalsprache ist also Französisch, was gut zu meinem Vorsatz passt, meine Französischkenntnisse mit entsprechenden Serien wieder aufzupolieren.

The Break Belgische Serie auf NetflixThe Break Belgische Serie auf Netflix

The Break Belgische Serie auf Netflix Bild via youtube

Nach dem Tod seiner Frau kehrt Kriminalkommissar Yoann Peeters (Yoann Blanc) der belgischen Hauptstadt Brüssel den Rücken und zieht mit seiner Teenagertochter Camille (Sophie Breyer) wieder aufs Land, zurück nach Heiderfeld, das Peeters vor vielen Jahren verlassen hat. Zu Peeters Erstaunen hat sich gar nicht viel verändert: Heiderfeld ist noch immer die piefige Kleinstadt, in der jede und jeder meint, jeden und jede zu kennen. Aber wie Peeters inzwischen erfahren musste, kennt man die Menschen niemals wirklich. Und natürlich wird er damit recht behalten: Im Laufe der Handlung kommen eine ganze Menge irritierender Details über die Bewohner von Heiderfeld als Licht, die mehr schmutzige Geheimnisse haben, als man ihnen zutrauen würde.

Vorerst jedoch sieht alles nach einer halbwegs harmonischen Heimkehr aus, unter anderem will Peeters seine Tochter Camille vor den Gefahren der Großstadt schützen. Aber wie sich ahnen lässt, wird das nicht funktionieren. Jugendliche wollen nun einmal Dinge ausprobieren und die Erwachsenen können  nichts dagegen tun, das gilt auf dem Land genau wie in der Großstadt.

Überhaupt scheint das Leben in Heiderfeld nicht ungefährlich zu sein: Der Kommissar hat noch gar nicht damit angefangen, seine Umzugskartons auszupacken, da klingelt es an der Tür. Der junge Kollege Sebastian Drummer (Guillaume Kerbusch) steht vor der Tür, es ist Sonntag, er hat den Chef nicht erreicht und es wurde eine Leiche im Fluss gefunden. Vermutlich ein Selbstmord, aber es ist Drummers erster Toter. Deshalb bittet er den erfahrenen Kollegen um Hilfe.

Es stellt sich schnell heraus, dass Kommissar Peeters Vorstellungen von professioneller Polizeiarbeit nicht mit dem Alltag der dörflichen Polizeistelle von Heiderfeld kompatibel sind: Schaulustige haben sich um die Leiche versammelt, die fröhlich sämtliche Spuren zertrampeln, die es eventuell gegeben hätte. Für die Leute im Ort ist die Sache klar: Der junge Mann hat sich von der alten Eisenbahnbrücke in den Fluss gestürzt, aus dem er nun geborgen wurde. Es sei nicht der erste, heißt es. Nicht umsonst werde die Brücke „Selbstmörderbrücke“ genannt.

Bei dem Toten handelt es sich um Driss Amani (Jérémy Zagba), einen jungen Schwarzafrikaner, einen begabten Fußballer. Dank Driss ist Heiderfeld in die 3. Liga aufgestiegen. Peeters ist mit der Selbstmordtheorie nicht zufrieden. Als sein direkter Vorgesetzter Rudy Geeraerts (Jean-Henri Compère) ihm weitere Ermittlungen praktisch verbietet, weil der eine Obduktion der Leiche für überflüssig hält, ist Peeters davon überzeugt, dass an der Sache irgendetwas extrem faul ist.

Und faul ist in Heiderfeld so einiges. Die Methoden etwa, mit denen die Bürgermeisterin Brigitte Fischer (Catherine Salée) ein ehrgeiziges Infrastrukturprojekt durchdrücken will: Einen Staudamm, der Energie erzeugen und Arbeitsplätze in die strukturschwache Region bringen soll. Allerdings müssen dafür ein Dutzend alteingessener Bauern überzeugt werden, ihr Land aufzugeben. Keine leichte Aufgabe bei den Heiderfelder Sturköppen. Und der Fußballverein wird ausgerechnet von einem Manager betreut, der jahrelang wegen Korruption gesperrt war. Egal welchen Stein Peeters umdreht, er entdeckt dunkle Geheimnisse, mit deren Aufdeckung der Fall immer mysteriöser wird.

Dazu kommt, dass Peeters nicht der diplomatischste Typ ist und aufgrund der stressigen Situation immer mehr Medikamente einwirft. Dass die Sache nicht gut ausgegangen sein kann, ist von Anfang an klar, denn Peeters befindet sich in einer psychiatrischen Anstalt, wo er von der kriminologischen Gutachterin Dr. Orban (Jasmina Douieb) befragt wird. Peeters leidet an einer Amnesie und versucht gemeinsam mit Dr. Orban die Erinnerungslücken zu füllen. Das wird ein Stück harter Arbeit, macht die Sache aber bis zum Schluss spannend: Mit jedem Detail, an das Peeters sich wieder erinnert, nimmt der Fall eine neue Wendung.

Dazu passend wird die Handlung mit ungewöhnlichen Landschaftsaufnahmen illustriert, die zerklüfteten Schluchten der Ardennen mit ihren dichten Wäldern erscheinen so schroff und düster wie das Innenleben des Yoann Petersen. Insofern ist La Trêve nicht nur für Krimifans interessant, die Serie bietet auch Einblicke in eine geheimnisumwitterte Region mitten in Europa. 

 

Matrjoschka: Sterben ist einfach, leben ist hart

Nachdem es inzwischen eine ganze Reihe von Netflix-Serien gibt, die ich gar nicht so gut finde, habe ich jetzt eine entdeckt, die mir wirklich Spaß gemacht hat: Matrjoschka. Obwohl ich auch hier anhand der Kurzbeschreibung erst einmal vermutet hatte, dass sie ebenfalls nichts für mich sein würde: Eine Serie über eine New-Yorkerin, die ihren 36. Geburtstag immer wieder feiern muss, in dessen Verlauf sie jedes Mal stirbt?! Nee, nicht mein Ding. Deshalb habe ich den Zwangsvorspann, den Netflix mir aufdrängte, einige Male abgebrochen.

Nadia Vulvokov (Natasha Lyonne) Bild: Netflix

Nadia Vulvokov (Natasha Lyonne) Bild: Netflix

Aber dann las ich einen Tweet von Mr.-Robot-Schöpfer Sam Esmail, der Russian Doll als „funny, creative and moving“ sowie „deliciously batshit weird“ anpries. Und wenn der Erfinder einer meiner absoluten Lieblingsserien das findet, dann lohnt sich möglicherweise doch ein Versuch. Also habe ich beim nächsten Mal auf Netflix einfach auf „Play“ gedrückt. Und siehe da, die launige Spiele-Programmiererin Nadia Vulvokov (Natasha Lyonne) gefiel mir so gut, dass ich mir die Serie gleich komplett reinziehen musste, was für geübte Bingewatcher auch keine besondere Herausforderung ist, da sie leider nur aus acht etwa halbstündigen Teilen besteht.

Nadia weiß nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, auch wenn sie es immerhin geschafft hat, 36 zu werden. Sie hat offenbar alles, was man zum Leben braucht, also einen Job, von dem sie existieren kann und Freunde, die ihr eine Party ausrichten. Gleichzeitig macht sich aber auch ein gewisser Überdruss bemerkbar: Nadia raucht zu viel, trinkt zu viel, zieht sich unterschiedlichste Drogen rein und schleppt Männer ab – sie sinniert darüber, ob sie möglicherweise schon in einer frühen Midlife Crisis steckt, falls auch Frauen so etwas haben sollten.

Nadias Freundinnen Lizzy (Rebecca Henderson) und Maxine (Greta Lee)

Nadias Freundinnen Lizzy (Rebecca Henderson) und Maxine (Greta Lee)

Aber wer kennt das nicht? Einerseits ist das Leben okay und man versucht, es entsprechend zu feiern und gleichzeitig weiß man nicht so recht, was das alles eigentlich soll. Mir geht es seit Jahrzehnten so und ich hoffte, dass es irgendwann wieder aufhören würde. Aber das tut es nicht, im Gegenteil: Es wird schlimmer und schlimmer. Also das mit den Parties wird weniger, aber dieses Gefühl, dass ich irgendwie im falschen Leben stecke, geht nicht weg. Und genau darum geht es in Matrjoschka.

Nun bin ich ja eine notorische Spielverderberin, weil ich immer zu viel spoilere. Aber im Fall dieser Serie verdirbt es wirklich den Spaß und die Spannung. Deshalb verrate ich jetzt nichts weiter zur Handlung, die alles in allem auch relativ übersichtlich ist, weil wir Nadias Geburtstag ja immer wieder erleben, allerdings in immer neuen Varianten. Es gibt allerdings Hinweise darauf, das die Zeit trotzdem immer weiter fortschreitet – es ist einfach spannend, dabei zuzusehen, wie Nadia versucht, ihr Schicksal zu überlisten, das ihr immer und immer wieder ein Bein stellt.

Gefangen in parallelen Zeitschleifen: Alan Zaveri (Charlie Barnett) und Nadia (Natasha Lyonne)

Gefangen in parallelen Zeitschleifen: Alan Zaveri (Charlie Barnett) und Nadia (Natasha Lyonne)

Und ich muss auch sagen, dass ich den Tenor einiger Kritiken, die ich zur Serie gelesen habe, nicht nachvollziehen kann: Die Auflösung des Plots sei letztlich irgendwie zu moralisch. Ja meine Fresse, wie soll man denn so etwas auflösen?! Es mag zwar naiv sein, an das Gute im Menschen zu glauben. Verwerflich finde ich das nicht. Und warum sollte sich nicht auch eine raubeinige, sarkastische und in jeder Beziehung schlagfertige Egozentrikerin wie Nadia nicht ab und zu auch um menschliche Wesen Sorgen machen anstatt immer nur um den meistens abwesenden Kater Oatmeal?

Netflix-Serie Matrjoschka: Hier ist irgendwas faul... x

Netflix-Serie Matrjoschka: Hier ist irgendwas faul…

So viel muss ich dann doch verraten: Nadia trifft irgendwann auf Alan (Charlie Barnett), der im wahrsten Sinne ihr Alter Ego ist. Also einerseits ihr Doppelgänger, der genau das durchmachen muss, was sie durchmacht, der aber gleichzeitig so ganz anders drauf ist. Nadia ist impulsiv, Alan ist beherrscht, Nadia liebt den Exzess, Alan die Kontrolle, Nadia ist eigentlich alles scheißegal und Alan hat einen strikten moralischen Kompass. Klar, das ist alles Klischee hoch zehn, aber ich finde, dass es in diesem Fall unterhaltsam und ansprechend aufbereitet wurde. Und das, obwohl ich inzwischen ziemlich abgefressen bin, was Zeitschleifen-Geschichten betrifft, wie heißt es so schön in Ijon Tichy: Raumpilot (bitte mit pseudo-polnischem Akzent): „aber das ist Science Fiction, da alles geht!“

Nein, da geht eben nicht alles. Insofern ich rechne den Matrjoschka-Autorinnen hoch an, dass sie konsequent in ihrem konkreten New Yorker Zeitschleifenuniversum bleiben und da eben kein kosmisches Ding draus machen. Das mag einigen dann am Ende zu profan sein. Aber so profan ist das Leben halt.

When Heroes Fly: Kaputte Helden im Dschungel

Auch wenn mir Netflix mit unpassenden Serienverschlägen oft auf die Nerven geht, sind ab und zu tatsächlich Serien dabei, die mir dann doch gefallen. Etwa die israelische Serie When Heroes Fly von Keshet International, die auf den ersten Blick wie ein Kriegsepos aussieht, auf das ich überhaupt keine Lust hatte, sich dann aber unerwartet als spannender Thriller herausstellt. Einst waren Aviv, Benda, Dubi und Himmler (der eigentlich Dotan heißt) unzertrennliche Freunde, die zusammen gedient und gefeiert haben – Team Azulay, benannt nach ihrem hochverehrten Kommandeur bei der israelischen Armee.

Team Azulay: Benda (Moshe Ashkenazi), Himmler (Michael Aloni), Yael (Ninet Tayeb), Aviv (Tomer Kapon) und Dubi (Nadav Netz)

Team Azulay: Benda (Moshe Ashkenazi), Himmler (Michael Aloni), Yael (Ninet Tayeb), Aviv (Tomer Kapon) und Dubi (Nadav Netz)

Die Armee spielt im Leben der Israelis eine große Rolle, die Wehrpflicht beträgt für Männer drei Jahre, für Frauen zwei, danach gibt es für Männer noch den Reservedienst bis sie 51 Jahre als sind, und zwar bis zu 39 Tage im Jahr. Das ist bei den vier Freunden nicht anders, 2006 werden die Reservisten von Team Azulay einberufen und auf eine Mission in den Libanon geschickt. Auf dem Rückzug geraten sie in einen Hinterhalt der Hisbollah, Azulay wird schwer verwundet und befiehlt Aviv, der als einziger den Rückzugsweg kennt, sich mit den anderen zurückzuziehen und ihn zurückzulassen. Aviv befolgt den Befehl und rettet damit den anderen das Leben, aber die Sache lässt ihn nicht mehr los. Insbesondere Himmler wirft ihm vor, nicht alles versucht zu haben, um Azulay zu retten oder zumindest seine Leiche zu bergen. Denn wenn man als Jude nicht möglichst vollständig beerdigt wird, kann man am jüngsten Tag nicht auferstehen. Nach dem Tod von Azulay lebt sich Team Azulay auseinander – die vier haben sich nichts mehr zu sagen.

Bis Benda, der nach Kolumbien ausgewandert ist und mit seiner Freundin Maria ein israelisches Restaurant in Bogotá betreibt, zufällig auf einem Bild in der Zeitung Yael erkennt. Yael, die Schwester von Dubi, die mit Aviv zusammen war und vor vielen Jahren bei einem Autounfall in Kolumbien ums Leben gekommen sein soll. Benda ruft Aviv an, der unter schweren Depressionen leidet und wieder bei seiner Mutter lebt, weil er nach jenem fatalen Einsatz nicht mehr in sein vorheriges Leben zurückgefunden hat. Es kommt, wie es kommen muss: Nach anfänglichem Unwillen lässt sich Aviv überzeugen, dass Yael möglicherweise noch lebt und er sie unbedingt finden muss. Auch Dubi und Himmler beschließen, Aviv zu begleiten. Und so haben die vier schließlich wieder eine gemeinsame Mission, auch wenn jeder von ihnen eigene Gründe hat, daran teilzunehmen.

In Rückblenden wird erzählt, was die vier inzwischen erlebt haben. Der religiöse Dubi ist Lehrer geworden und hat Frau und Kinder. Allerdings ist er sich mit dem Glauben nicht mehr so sicher. Himmler hat von seinem Vater einen Konzern geerbt, den er nun führt. Er hat eigentlich alles, Erfolg und Geld ohne Ende, aber da ist diese Diagnose. Benda hingegen war ganz unten, aber hat sich Maria zuliebe wieder aus dem Drogensumpf herausgearbeitet. Aviv ist noch immer unten, hat jetzt aber vielleicht die Chance, endlich einmal etwas richtig zu machen. Also wird die Reise in den kolumbianischen Dschungel für die Freunde vor allem eine Reise zu sich selbst. Und gleichzeitig ist es die vielleicht letzte Gelegenheit, die Dinge zu bereinigen, die zwischen ihnen stehen. Und es stellt sich heraus, dass da viel mehr ist, als anfangs zu vermuten war.

Natürlich gibt es dann auch noch eine solide Thrillerhandlung drumherum, es geht in Kolumbien nicht ohne skrupellose Drogenkartelle und korrupte Polizisten. Und die israelische Polizei ist auf der Suche nach der Quelle dieser neuen Droge, die immer mehr junge Israelis das Leben kostet. Die Freunde kommen auf ihrer Suche nach Yael ausgerechnet dem Drogenboss in die Quere, dem auch eine hartnäckige israelische Ermittlerin auf der Spur ist, die noch eine sehr persönliche Rechnung mit ihm offen hat. Die eine oder andere Verwicklung wirkt am Ende doch ein bisschen weit hergeholt, aber alles in allem ist die Geschichte spannend und gut erzählt, so dass die zehn Teile der Serie viel zu schnell vorbei sind. Fazit: When Heroes Fly ist eine gewagte, aber durchaus gelungene Mischung aus Actionthriller, Mystery- und Psychodrama. Davon gern mehr.