Rückblick Homeland Staffel 6

So, die sechste Staffel von Homeland ist auch schon wieder durch – und ich fand sie gar nicht so schlecht. Ich fand sie sogar besser als die meisten Staffeln zuvor – wobei das ja nicht so schwer ist. In dieser Staffel war es endlich wieder so spannend und vertrackt wie am Anfang der Serie, als ja auch nicht klar war, ob der einst vermisste, nach langer Gefangenschaft im Nahen Osten befreite US-Soldat Nicolas Brody ein endlich heimgekehrter Kriegsheld ist oder nicht vielleicht doch ein gefährlicher Terrorist.

Dieses Mal ging es um eine Verschwörung innerhalb des auch durch den massiven Ausbau in den Jahren nach 9/11 ziemlich unübersichtlich Geheimdienstapparates der USA, ein Thema, das durch Serien wie Quantico oder Designated Survivor derzeit ziemlich überstrapaziert wird, aber ich muss sagen, dass mir die Homeland-Variante dann doch deutlich besser gefallen hat. Schon weil diese Serie die derzeit coolste Titelmusik hat und auch sonst der Soundtrack viel weniger nervt als eben bei den anderen genannten Beispielen, wo eben alles fürchterlich brachial ist, leider vor allem die Musik.

Homeland: Carrie Mathison (Claire Danes) und Mrs President-elect Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel)

Homeland: Carrie Mathison (Claire Danes) und Mrs President-elect Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel) Bild: JoJo Whilden/SHOWTIME

Nun glänzt auch Homeland sonst nicht gerade mit Subtilität, aber immerhin trauen sich die Macher was, mir hat das fiese Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Geheimdienst-Veteranen Saul Berenson und Dar Adal gut gefallen, und auch, dass das Team um den Produzenten Alex Gansa genau wie so ziemlich alle anderen Kreativen in den USA bei den Präsidentschaftswahlen aufs falsche Pferd gesetzt hat – eine Mrs. President-elect war nun mal für das, was in der Staffel passiert, in jeder Hinsicht passender als eine Trump-Variante, die ohnehin nie so knallchargenhaft darstellbar wäre, wie der echte Trump agiert.

Homeland: Peter Quinn (Rupert Friend), Frannie (Claire McKenna) und Carrie Mathison (Claire Danes) Bild: Showtime

Homeland: Peter Quinn (Rupert Friend), Frannie (Claire McKenna) und Carrie Mathison (Claire Danes) Bild: Showtime

Elizabeth Keane als eine Präsidentin der vereinigten Minderheiten hingegen, die angetreten ist, um die Bürgerrechte zu stärken und Kriege zu beenden und deshalb ja auch mit knapper Mehrheit gewählt wurde, ist da für erfahrene Polit-Serien-Zuschauer doch viel glaubwürdiger, wenn sie sich am Ende als eiserne Lady entpuppt, die genau das Gegenteil von dem tut, was sie versprochen hat – hier gibt es eine Menge Parallelen zu Präsident Obama. Es ist ja nicht so, dass Keane sich nicht gegen die ihr vorgesetzten Lösungen des Staatsapparates auflehnen würde – sie versucht durchaus, eigene Akzente zu setzen. Mir hat vor allem die Folge nach dem Attentat gefallen, das Carries Schützling Sekou in die Schuhe geschoben wurde, in der sie mithilfe einer Haushälterin aus dem supersicheren Versteck entflieht, in das sie nach dem Anschlag routinemäßig gebracht wird, und nach New York zurückkehrt, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass sie sich eben nicht verstecken will.

Homeland: Saul Berenson (Mandy Patinkin), Bild: Showtime

Homeland: Saul Berenson (Mandy Patinkin), Bild: Showtime

Hier wird klar, dass es gewiss US-Kräfte sein müssen, die Keane unglaubwürdig machen und demontieren wollen, weil ihnen diese Präsidentin nicht passt. Natürlich wird auch hier dick aufgetragen, aber wie wir inzwischen aus dem wahren Leben wissen – manchmal ist die Realität noch schlimmer. Und dieser Brett O’Keefe (Jake Weber), ein selbsternannter Wahrheitsfanatiker, der eine provokante TV-Show betreibt, in der er „Lügen der Regierung“ aufdeckt, womit er natürlich nichts anderes als alternative Fakten produziert, die die Realität ebensowenig abbilden, wie andere fake news auch, ist leider eine Figur, die geradezu ekelhaft realistisch ist. Insofern ist es wirklich bitter, dass er am Ende dann auch noch irgendwie recht behält, weil die von ihm kritisierte Präsidentin Keane sich einmauert und knallhart ihr Ding durchzieht – natürlich bekommt sie nun von keiner Seite Lob, auch nicht von denen, die ihr unterstellt haben, dass sie genau dazu nicht fähig wäre.

Homeland: Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel), Dar Adal (F. Murray Abraham) und Rob Emmons (Hill Harper) Bild: JoJo Whilden/SHOWTIME

Homeland: Elizabeth Keane (Elizabeth Marvel), Dar Adal (F. Murray Abraham) und Rob Emmons (Hill Harper) Bild: JoJo Whilden/SHOWTIME

Für Carries langjährigen Vertrauten Peter Quinn geht die Staffel auch nicht besser aus – er hat dank Carrie die fünfte Staffel ja ohnehin nur knapp überlebt und hadert nun mit seinen körperlichen Einschränkungen nach seiner Beinahe-Exekution als Versuchskaninchen für einen Giftgas-Anschlag des IS. Dass Carrie sich schuldig fühlt und ihn nach einigen Eskapaden bei sich zuhause aufnimmt, wird natürlich von Dar Adal auch ausgenutzt – aber eigentlich wollte ich auf etwas anderes hinaus: Peter Quinn ist natürlich trotz allem noch Peter Quinn, der erfahrene und selbst mit seinen Einschränkungen noch handlungsfähige, hochtrainierte CIA-Agent. Er kriegt heraus, was Carrie nur ahnt: Sekou war kein Attentäter, sondern nur ein Werkzeug.

Homeland: Astrid  (Nina Hoss) Bild: JoJo Whilden/SHOWTIME

Homeland: Astrid (Nina Hoss) Bild: JoJo Whilden/SHOWTIME

Peter setzt Carrie auf die richtige Spur, allerdings gerät er damit auch ins Fadenkreuz der Ermittler: Kann nicht auch ein verbitterter Veteran, dem übel mitgespielt wurde, hinter dem Attentat auf die US-Präsidentin stecken? Ironischerweise ist aber auch Peter nur ein Werkzeug in diesem bösen Ränkespiel, was Peter leider erst klar wird, als seine Freundin Astrid umgebracht wird, jene BND-Agentin, die er von früher kennt und die ihn jetzt eigentlich sanft aus dem Verkehr ziehen sollte, damit er den Keane-Gegnern nicht in die Quere kommt. Aber Quinn war ja schon immer die tragische Figur der Serie , daran ändert sich auch nichts.

Und Mrs Cry-Face Carrie? Die darf endlich einmal die richtigen Prioritäten setzen: Sich für ihre Tochter entscheiden und gegen den Job. Das wird ihr naturgemäß schwer gemacht, am Ende knickt sie aber ein, weil sie kapiert, dass Dar Adal hinter der Jugendamt-Sache steckt, mit der ihr ihre Tochter weggenommen wurde. Und weil Carrie irgendwie doch etwas gelernt hat, will sie nicht gegen Dar Adal gewinnen, sondern einfach ihr Kind wieder haben. Was am Ende sogar belohnt wird, denn Dar Adal erkennt schließlich auch, dass ihm die Sache, die er angezettelt hat, aus dem Ruder läuft und gibt Carrie den entscheidenden Tipp, der das Leben von Präsidentin Keane rettet.

Alles in allem also eine typische Homeland-Staffel, die sich auch meiner Sicht dieses Mal wirklich gelohnt hat. Und die siebte Staffel kommt – ich freu mich schon fast ein bisschen drauf.

Homeland: Brett O'Keefe (Jack Weber) Bild: SHOWTIME

Homeland: Brett O’Keefe (Jack Weber) Bild: SHOWTIME

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Big Little Lies: Kleine und große Lebenslügen

Am Sonntag lief die letzte Folge von Big Little Lies, einer neuen Mini-Serie von HBO – und ab dem 6. April ist sie auf Sky On Demand, Sky Go und Sky Ticket verfügbar. Wer immer die Möglichkeit hat, sollte sich den Siebenteiler ansehen, es lohnt sich. Inhaltlich und handwerklich ist Big Little Lies absolut auf der Höhe der Zeit, was man von einer HBO-Serie durchaus erwarten kann, auch wenn sich HBO in der letzten Zeit ja auch ein paar spektakuläre Fehlgriffe wie Vinyl geleistet hat. Und auch die zweite Staffel von True Detective war nicht so richtig gut.

Auch wenn ich mich ernsthaft frage, warum diese Serie als Dark Comedy beziehungsweise als Comedy-Drama einsortiert wird. Denn lustig ist daran überhaupt nichts, obwohl ich sie wirklich gut fand. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie gut die Amerikaner darin sind, Beziehungsdramen zu schildern. Denn darum geht es vor allem: Um Beziehungen, und wie verzweifelt die Menschen versuchen, das, was sie für eine gute Beziehung halten, irgendwie hinzukriegen, auch wenn alle Evidenz dagegen spricht, dass genau diese Beziehung, an der sie so verzweifelt festhalten, gut für sie ist.

Celeste, Madeline und Jane Bild: HBO

Celeste, Madeline und Jane Bild: HBO

Und dann geht es natürlich auch um Freundschaft, Eifersucht und Konkurrenz – im Grunde sind die hier erzählten Geschichten universell, auch wenn hier in erster Linie das Leben der gut verdienende Menschen am oberen Ende der weißen Mittelschicht gezeigt wird. Im  kleinen, aber feinen Monterey, das etwa 200 Kilometer südlich des Hightech-Mekkas San Francisco an der Pazifikküste liegt, lassen sich vor allem Familien nieder, die zu Geld gekommen sind und nun ihre Kinder in großzügigen Häusern mit Meerblick aufziehen wollen. Und solche, die nicht ganz so viel Knete haben, um ihre Kinder in San Francisco auf teure Privatschulen schicken zu können – denn die öffentlichen Schulen in Monterey haben ebenfalls einen sehr guten Ruf. Kein Wunder, es gibt ja auch genug finanzstarke Eltern, die für alle möglichen Belange spenden.

Keine Frage, mit diesen meist schon älteren Alphaeltern ist nicht zu spaßen – das wird auch schon am Anfang klar, als es am ersten Schultag der neuen Erstklässler gleich zu einem handfesten Eklat kommt: Amabella, die Tochter der ebenso wohlhabenden wie erfolgreichen Unternehmerin Renata Klein (Laura Dern), wurde von einem Jungen angegriffen. Amabella will aber nicht sagen, wer es gewesen ist. Erst nach massivem guten Zureden zeigt sie zögerlich auf Ziggy. Ausgerechnet – Ziggy ist der Sohn der alleinerziehenden Mutter Jane Chapman (Shailene Woodley), einer frisch zugezogenen Außenseiterin, die weder über die Beziehungen, noch über das Geld verfügt, mit denen die anderen hier in der Community die Dinge regeln. Ein denkbar schlechter Start.

Jane (Shaylene Woodley), Madeline (Reese Witherspoon) und Celeste (Nicole Kidman) Bild: HBO

Jane (Shaylene Woodley), Madeline (Reese Witherspoon) und Celeste (Nicole Kidman) Bild: HBO

Aber Jane hat kurz zuvor die resolute Madeline (Reese Witherspoon) kennengelernt, und Madeline läuft zur Hochform auf, wenn sie für die Zukurzgekommenen und Unterdrückten kämpfen kann. Denn ehemals alternativ und politisch korrekt sind sie hier ja auch. Madeline demonstriert jetzt erst recht Solidarität. Und die kann Jane wirklich gebrauchen. Die dritte im Bunde der sich neu formierenden Freundinnenrunde ist Celeste (Nicole Kidman), die Mutter von zwei niedlichen Zwillingsjungs, mit der Madeline schon länger befreundet ist.

Madeline und Celeste leben genau wie Renata Klein mit ihren Familien in Haus gewordenen Träumen mit Seeblick – auf den ersten Blick haben sie ein perfektes Leben. Doch natürlich knirscht es unter der schönen Oberfläche, insbesondere bei Celeste, deren jüngerer eifersüchtiger Ehemann Perry (Alexander Skarsgård) immer wieder gewaltätig wird. Aber Celeste ist schon so geübt im Übelschminken der blauen Flecken, dass sie sich selbst immer wieder einredet, dass es keinen anderen als Perry für sie geben kann – schließlich hat sie für ihn ihre Karriere als Anwältin aufgegeben und er hat mit ihr so viel durchgestanden, bis sie endlich, endlich die Zwillinge bekommen hat. Denn Nicole Kidman ist ja nicht mehr die Jüngste, wie ich hier anmerken muss – und darf, denn ich bin genauso alt. Aber sie hat sich geradezu verstörend gut gehalten, auch wenn gar nicht gesagt wird, wie alt Celeste eigentlich sein soll.

Ziggy (Iain Armitage) und Jane (Shaylene Woodley) Bild: HBO

Ziggy (Iain Armitage) und Jane (Shaylene Woodley) Bild: HBO

Im Grunde wirkt sie fast jünger als Madeline, auch wenn deren Darstellerin Reese Witherspoon tatsächlich fast zehn Jahre jünger ist. Wobei die auch gut aussieht – aber eher ihrem tatsächlichen Alter entsprechend. Genau wie Renata Klein, deren Darstellerin Laura Dern nur wenige Monate älter als Nicole Kidman ist.

Das ist schon bemerkenswert: Eine Serie mit insgesamt fünf interessanten und mehrdimensionalen weiblichen Hautpfiguren, von denen drei über vierzig sind – eine echte Ausnahme in der schönen Fernsehwelt. Aber Big Little Lies zeigt, dass das Leben von Frauen durchaus spannend genug ist, um eine Serie draus zum machen. Letztlich werden so ziemlich alle Frauen zwischen dem Anspruch, eine gute Mutter zu sein, und eine gute Partnerin für jeweils vorhandene Väter ihrer Kinder, und dem Anspruch, im Leben auch noch für sich selbst etwas zu erreichen, aufgerieben. Und irgendwie scheitern sie alle daran.

Celeste (Nicole Kidman) und Perry (Alexander Skarsgård) Bild: HBO

Celeste (Nicole Kidman) und Perry (Alexander Skarsgård) Bild: HBO

Etwa Celeste: Als Vater ist Perry allerliebst, zumindest, wenn er mal zuhause ist. Denn weil Perry geschäftlich viel unterwegs ist, plagt ihn die Eifersucht ganz besonders – was macht seine Frau eigentlich den ganzen Tag? Er weiß ja, dass sie wunderschön ist, und das sie es total drauf hat – sie könnte selbst Karriere machen, vermutlich war sie in ihrem Job früher sogar besser als er jetzt in seinem ist. Und als sie hilfsweise für ihre Freundin Madeline einspringt, als sie für ihr Theaterprojekt juristischen Beistand braucht, genießt sie das. Und ist natürlich brillant. Was Perry erst recht auf die Palme bringt.

Madeline hingegen arbeitet sich noch immer daran ab, dass ihr erster Ehemann sie für eine deutlich jüngere (Zoë Kravitz als Bonnie) verlassen hat – sie ist ein bisschen eifersüchtig, dass ihr Ex Nathan (Jeffrey Nordling) sich jetzt viel mehr um seine neue Tochter kümmert, die genau wie Madelines zweite Tochter, die sie mit ihrem neuen Mann Ed (Adam Scott) hat, gerade eingeschult wird. Nathan will jetzt alles richtig machen und genau das nimmt Madeline ihm übel – obwohl sie das alles eigentlich gar nichts mehr angeht. Sie hat ja auch einen neuen Partner gefunden – und Ed ist wirklich ein ganz lieber. Er verehrt Madeline und kümmert sich um alles, auch um Madelines älter Tochter Abigail (Kathryn Newton), die inzwischen fortgeschrittener Teenager ist und, wie Madeline feststellen muss, ein ziemlich vertrautes Verhältnis zu Bonnie entwickelt, die für sie eben keine Stiefmutter, sondern eher eine ältere Freundin ist. Die für Abigails Teenager-Probleme deutlich mehr Verständnis aufbringt, als ihre perfektionistische Mutter.

Kindergeburtstag: In der Mitte Amabella (Ivy George), links Bonnie (Zoë Kravitz), daneben Renata (Laura Dern) Bild: HBO

Kindergeburtstag: In der Mitte Amabella (Ivy George), links Bonnie (Zoë Kravitz), daneben Renata (Laura Dern) Bild: HBO

Doch dafür kann Madeline selbst die ältere Freundin für Jane sein, die Madeline mit der Zeit auch ein dunkles Geheimnis anvertraut. Als die Kinder für die Schule ihren Familienstammbaum gestalten sollen, weigert sich Jane hartnäckig, den Namen von Ziggys Vater zu nennen. Und wie sich heraus stellt, weiß sie ihn auch gar nicht. Denn wer weiß schon, ob der Kerl, der erst so charmant und nett war, dass sie sich von ihm hat abschleppen lassen, wirklich so heißt, wie er behauptet hat.

Jane liebt ihre Sohn, auch wenn er nicht das Produkt von erwachsener Liebe ist, sondern die Folge einer Vergewaltigung. Aber sie befürchtet, dass er den Rest seines Lebens unter diesem Stigma leiden wird – und es sieht ja erstmal auch so aus. Auch wenn Ziggy eigentlich ein sehr freundliches und mitfühlendes Kind ist, wie Jane weiß und auch die Psychologin bestätigt, die hinzugezogen wird. Die Therapeutin vermutet eher, dass Ziggy auch ein Opfer und nicht  der Täter ist, was sich später noch bestätigen wird.

Die Frage nach Opfer und Täter zieht sich ohnehin durch die ganze Serie: Von Anfang an wird in zwischengeschnittenen Szenen darauf angespielt, dass auf einer schicken Foundrainsing-Veranstaltung für die lokale  Schule ein schreckliches Verbrechen geschehen ist – aber wer Opfer und wer Täter ist, wird nicht verraten. Dafür gibt es allerlei Klatsch und Tratsch zu hören, den die Leute bei den Befragungen durch die Polizei absondern. Damit wird klar: Monterey ist ein Schlangennest. Und jeder verdächtigt jeden, Dreck am Stecken zu haben. Und die meisten haben das wohl auch, auf die eine oder andere Weise. Was auch kein Wunder ist an einem Ort, an dem schon eine ausgebliebene Einladung zum Kindergeburtstag eine Krise im Maßstab eines NATO-Bündnisfalls auslösen kann.

Ed (Adam Scott) und Madeleine (Reese Witherspoon) Bild: HBO

Ed (Adam Scott) und Madeleine (Reese Witherspoon) Bild: HBO

Der Kriminalfall an sich ist allerdings nicht so wichtig und spielt keine große Rolle, wichtiger ist die Dynamik der Beziehungen, in denen die Protagonisten mehr oder weniger festhängen – ein wichtiges Thema ist natürlich häusliche Gewalt, die auch in Familien anzutreffen ist, in denen die materielle Existenz mehr als gesichert ist und nach außen hin geordnete Verhältnisse herrschen – Ordnung kann eben auch Terror sein. Aber Celeste will ihren goldenen Käfig gar nicht verlassen – was sind schon ein paar blaue Flecke, wenn ansonsten alles ganz prima aussieht?

Aber je verzweifelter sie darum kämpft, den schönen Schein zu waren, desto brutaler werden ihre Auseinandersetzungen mit Perry, der schließlich einwilligt, gemeinsam mit ihr zur Therapie zu gehen, weil er selbst natürlich auch merkt, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Was die Therapeutin natürlich auch bemerkt, vor allem aber, wie sehr Celeste damit ringt, ihr gegenüber – und damit erstmal auch sich selbst – einzugestehen, wie schlimm es wirklich um ihre Beziehung und ihr Verhältnis zu Perry steht. Auch hier bleibt sie in ihrer selbst gewählten Rolle als loyale Ehefrau gefangen: Celeste entschuldigt Perry und gibt sich selbst die Schuld, erst die behutsamen, aber bestimmten Nachfragen der erfahrenden Psychologin machen ihr nach und nach klar, dass von Perry eine Gefahr ausgeht, vor der sie sich selbst und die Kinder schützen muss. Diese Szenen sind die beklemmensten und besten Momente der Serie.

Celeste (Nicole Kidman) in ihrem Element Bild: HBO

Celeste (Nicole Kidman) in ihrem Element Bild: HBO

Schlimm steht es auch um Jane, die sich im Gegensatz zu den anderen allein durchschlagen muss – auch wenn sie sich mit ihrem Leben als alleinstehende Mutter arrangiert hat und gut für ihren Sohn Ziggy sorgt. Sie schreckt immer wieder aus Albträumen von jenem Unbekannten auf, der sie erst brutal benutzt und dann allein gelassen hat. Jane hat sich eine Waffe besorgt und geht immer wieder zum Schießtraining – sie fühlt sich dann mächtiger, erklärt sie ihren entsetzten neuen Freundinnen, die Waffengewalt selbstverständlich ablehnen. Jane träumt davon, sich irgendwann an jenem Mann zu rächen.

Das wiederum verstehen Madeline und Celeste sehr gut, Madeline fängt sogar an, nach ihm zu suchen und meint irgendwann, ihn gefunden zu haben. Was, wie man sich denken kann, nicht die beste Idee war. Schon weil sich noch herausstellen wird, dass alles ganz anders war. Genau wie die Sache mit dem Mobbing in der Schule ganz anders war. Der Twist ist am Ende dann wieder naheliegend und erklärt letztlich auch das Verbrechen – aber zum Glück lebt Big Little Lies eben nicht von überraschenden Twists und der nervenzehrenden Spannung, wer denn nun der Mörder war, sondern von der schonungslosen Aufdeckung der ganzen Lebenslügen, an denen alle, die noch immer glauben wollen, dass ein wohl geordnetes Familienleben der Schlüssel zum Lebensglück wäre, scheitern müssen. Und genau das gefällt mir daran.

This Is Us: Familienserie neu gedacht

Das, was gemeinhin unter „Familienserie“ rubriziert wird, findet meistens im Comedybereich statt, was für mich oft schon Grund genug ist, um gar nicht erst einzuschalten. Und im Bereich Drama ist die letzte wirklich gute Familienserie, an die ich mich erinnern kann, Six Feet Under gewesen, und die lief 2001 bis 2005. Okay, eigentlich sind genau besehen auch Breaking Bad, Homeland oder House of Cards irgendwie Familienserien, in denen es auch um Verbrechen, Terror und Politik geht und das gilt auch für Vikings oder Downton Abbey, nur hier halt mit historischem Hintergrund. Oder The Good Wife mit juristischem.

Insofern war einerseits überfällig, andererseits aber nicht unbedingt zu erwarten, dass eine klassische Familien-Serie noch einen Quotenhit landen kann. Doch genau das ist NBC mit This Is Us gerade gelungen. Und obwohl ich ehrlich gesagt nicht davon ausgegangen bin, dass sie mir gefallen würde – es gibt eine ganze Reihe angesagter Serien, mit denen ich einfach nicht warm werde – bin ich auf Anhieb gern in die Geschichte der Familie Pearson eingetaucht, weil sie lebensnah ist und schön erzählt wird.

This Is Us Bild: nbc.com

This Is Us Bild: nbc.com

Die Pearsons sind nämlich eine im Vergleich zu den Fishers aus Six Feet Under eine unspektakuläre Familie aus Pittsburg, sie haben kein Bestattungsunternehmen, niemandem erscheint ein toter Vater und auch vom Gender- und Queerstandpunkt aus ist sie völlig unauffällig. Familienvater Jack (Milo Ventimiglia) ist ein hart arbeitender Handwerker – wenn auch in leitender Funktion, und Rebecca (Mandy Moore) hat ihre Ambitionen (sie war, wie sich im Laufe der Handlung herausstellt, eine ziemlich gute Sängerin) für ihre drei Kinder zurückgestellt. Jack und Rebecca sind sich darin einig, dass sie ihren Kindern ein liebevolles Zuhause und einen guten Start ins eigene Leben bieten wollen – und sie lieben sich wirklich. Natürlich ist der Alltag nicht immer leicht zu bewältigen, aber Rebecca und Jack sind erstaunlich vernünftige Menschen, die versuchen, aus jeder Situation das Beste zu machen, auch wenn sie natürlich nicht immer alles richtig machen können.

Und, das ist schon besonders an den Pearson-Kindern, sie kamen im Jahr 1980 am gleichen Tag auf die Welt, der auch noch der Geburtstag ihres Vaters ist. Kevin und Kate sind die beiden Überlebenden einer Drillingsgeburt, bei der das dritte Kind verstarb. Der kleine Randall hingegen wurde von seinem Junkie-Vater vor einer Feuerwache abgelegt und ein mitleidiger Feuerwehrmann brachte den Säugling in eben jener Klinik, in der die jungen Pearson-Eltern gerade damit umgehen müssen, dass eins ihrer drei erwarteten Kinder tot zur Welt kam.

Rebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) und ihre Drillinge Kate, Kevin und Randall. Bild: nbc.com

Rebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) und ihre Drillinge Kate, Kevin und Randall. Bild: nbc.com

Jack und Rebecca beschließen, das fremde Baby zu adoptieren. Dadurch sind, so gut sie es meinen, gewisse Komplikationen vorprogrammiert, denn der kleine Randall ist afroamerikanischer Herkunft, während die vier anderen Pearsons weiß sind.

Die Handlung setzt am 36. Geburtstag der Geschwister ein, die inzwischen sehr unterschiedliche Leben führen: Der gut gebaute Kevin (Justin Hartley) lebt in Los Angeles und ist Hauptdarsteller in der albernen, aber erfolgreichen Familien-Sitcom „Der Manny“, in der es um eine männliche Nanny geht. Zwar kann er von der Rolle und seiner damit verbundenen Bekanntheit gut leben, aber er hat einfach keine Lust mehr auf diesen blöden Job. Seine Schwester Kate (Chrissy Metz) hingegen kämpft in einer Selbsthilfegruppe gegen ihr gewaltiges Übergewicht. Sie ist ihrem Bruder, zum dem sie eine enge Beziehung hat, offenbar nach LA gefolgt, wo sie mit verschiedenen Assistenzjobs beruflich recht erfolgreich ist.

This Is Us: William (Ron Cephas Jones) und Randall (Sterling K. Brown) Bild: nbc.com

This Is Us: William (Ron Cephas Jones) und Randall (Sterling K. Brown) Bild: nbc.com

Der dritte im Bunde, Randall (Sterling K. Brown), der immer gut mit Zahlen war, lebt in New York und ist  sowohl ein erfolgreicher Manager, als auch ein liebender Familienvater, der seiner Frau und den beiden süßen Töchtern ein weitgehend sorgenfreies Leben ermöglicht. Aber natürlich ist das nur die glänzende Fassade, denn Randall wird zwischen seinem Ehrgeiz, im Job Karriere zu machen und gleichzeitig für Frau und Kinder da zu sein, völlig aufgerieben. Er hatte von klein auf den Anspruch an sich, perfekt zu sein und die anderen nie zu enttäuschen. Was vermutlich daran liegt, dass ihm durchaus bewusst ist, was er mit seinen Adoptiveltern für ein Glück hatte. Und trotzdem hat er auch noch dieses andere Projekt, nämlich endlich seinen leiblichen Vater zu finden. Die Frage, woher er wirklich kommt, hat Randall seine ganze Kindheit umgetrieben und bis heute nie losgelassen.

Randall macht William (Ron Cephas Jones) tatsächlich ausfindig und findet einen einsamen und kranken alten Mann vor. Der Sohn sagt seinem Vater die Meinung – genau wie er sich das immer wieder vorgenommen hat. Und der findet, dass sein von ihm aufgegebener Sohn absolut das Recht dazu hat. Offenbar hat auch er sein ganzes Leben auf diesen Tag gewartet – nach der Standpauke bittet er seinen Sohn auf einen Kaffee in seine bescheidene Wohnung und erklärt ihm, wie es um ihn steht. In der Erkenntnis, dass ihm und seinem Vater nicht mehr viel Zeit bleibt, holt der perfekte Randall seinen Vater nach Hause – was für erhebliche Irritationen bei seiner Frau Beth (Susan Kelechi Watson) führt. Beth kennt ihren gutherzigen Ehemann nämlich sehr gut und befürchtet, dass William ihn ausnutzen wird.

This Is Us: Kate (Chrissy Metz) Bild: nbc.com

This Is Us: Kate (Chrissy Metz) Bild: nbc.com

Und das ist nur der Anfang – über die weiteren Folgen der ersten Staffel (15 habe ich gesehen, insgesamt soll es 18 geben) wird sowohl die Geschichte der drei Geschwister, als auch die ihrer jeweiligen Eltern und wichtiger Bezugspersonen erzählt und dann gibt es natürlich noch all das, was jeweiligen Erwachsenenleben der drei Protagonisten passiert – etwa was Jack mit seinem Arbeitskollegen und Freund Miguel (Jon Huertas) erlebt oder die Geschichte von Kate und Toby.

Kate, die in ihrer Diätgruppe endlich jemanden gefunden hat, der sie tatsächlich so liebt, wie sie ist, könnte nun doch einfach mal glücklich sein. Aber sie hat sich so lange Zeit in den Kopf gesetzt, dass sie viel glücklicher sein könnte, wenn sie nur nicht so fett wäre, weshalb sie weiterhin abnehmen will und damit möglicherweise sogar die Liebe ihres Lebens gefährdet. Denn der lebenslustige Toby hat auf diesen ganzen Diätwahn keine Lust mehr. Inzwischen ist Kate so verzweifelt, dass sie über eine Magenverkleinerung nachdenkt, obwohl das ein ebenso radikaler wie gefährlicher Schritt ist.

This Is Us: Kevin

This Is Us: Kevin „The Manny“ (Justin Hartley) inmitten seiner Fans. Bild: nbc.com

Erstaunlich eigentlich, dass angesichts der Tatsache, dass Übergewicht und Fettsucht bei der heutigen Lebensweise der westlichen Gesellschaften ein eben so alltägliches wie gigantisches Problem darstellen, in der schönen Fernseh-Parallelwelt kaum übergewichtige Menschen vorkommen. Spontan fällt mir eigentlich nur die atemberaubend kurvige Joan Holloway (dargestellt von der nicht weniger atemberaubenden Christina Hendricks) aus Mad Men ein, die im Laufe der Staffeln zumindest zeitweise ziemlich aus der Form gerät. Wobei Joan Holloway vermutlich Kates Traumziel nach einer erfolgreichen Diät wäre. „Ich haben meinen Lebenstraum einfach aufgefressen!“ konstatiert sie, nachdem sie an ihrem Geburtstag von der Waage gefallen ist, weil sie solche Angst davor hatte, dass sie noch mehr Kilos anzeigen würde. Und Kate ist für normalgewichtige Menschen auch wirklich verstörend fett – aber angesichts der unglaublichen Darstellerin Chrissy Metz vergisst man das schnell: So verletzlich Kate auf der einen Seite ist, so souverän ist sie auf der anderen: Sie ist intelligent, witzig und vor allem lässt sie sich nicht alles bieten, sondern zeigt immer wieder, was sie drauf hat. Und das ist in jeder Beziehung eine ganze Menge.

Kevin hingegen schmeißt seinen Der-Manny-Job tatsächlich hin und geht nach New York, um wieder Theater zu spielen. Er bandelt dort mit der britischen Hauptdarstellerin eines neuen Stücks an, für das er die männliche Hauptrolle ergattern konnte. Die kühle Britin Olivia wird von Kate später treffend als She-Devil charakterisiert und verschwindet nach einem Eklat auf einem Ausflug der drei Geschwister zu der Hütte im Wald, die Rebecca inzwischen verkaufen will, weil sie niemand mehr nutzt. Es gab wohl einen Brexit, heißt es am nächsten Morgen, als Kevin Olivia und ihre Künstlerfreunde vermisst. Zurückgeblieben ist die Autorin des neuen Stücks, Sloane, mit der sich Kevin schnell tröstet.

This Is Us: Rebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) Bild: nbc.com

This Is Us: Rebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) Bild: nbc.com

Und natürlich stellt sich nach und nach vieles als ganz anders heraus, als es anfangs eigentlich schien – auch die scheinbar selbstlosesten und perfektesten Menschen machen fatale Fehler, dafür machen auch selbstbezogene Egoisten wie Kevin ab und zu etwas richtig. Was dann aber auch nicht unbedingt so ankommt, wie man es erwarten würde. Genau dieses Spiel mit den Erwartungen beherrschen die Macher von This Is Us ganz hervorragend, weshalb sie immer wieder überraschen können, ohne auf die überzogenen Knalleffekte zurückzugreifen, mit denen die üblichen Familiensoaps ihr Publikum bei der Stange halten müssen. Natürlich gibt es auch hier dramatische Zuspitzungen und überraschende Wendungen, es wird mitunter auch gehörig auf die Tränendrüse gedrückt, aber es fühlt sich nie konstruiert und erzwungen, sondern naheliegend und natürlich an.

Insofern kein Wunder, dass This Is Us ein Millionenpublikum erreicht. Die Leute mögen eben auch gute Serien, wenn sie denn welche bekommen. Und This Is Us bedient ja auch eine denkbar große Zielgruppe – alle Drama-Serienfans nämlich, denen die ganzen Ableger bekannter Krimi-, Forensik-, Anwalt- oder Superheldenserien längst aus den Ohren rauskommen und zur Abwechslung mal wieder normale Leute im Fernsehen sehen wollen, ohne sich dafür auf Lindenstraßen-Niveau begeben zu müssen.

This Is Us - Season 1

THIS IS US — „The Pool“ Episode 104 — Pictured: (l-r) Sterling K Brown as Randall, Eris Baker as Tess, Ron Cephas Jones as William, Faithe Herman as Annie, Susan Kelechi Watson as Beth — (Photo by: Vivian Zink/NBC)

This Is Us ist eine feinfühlige Serie über Beziehungen, Familie und das Leben an sich – da braucht es keine ausgeklügelten Komplotte, haarsträubende Verschwörungen oder fast perfekte Verbrechen. Der Alltag ist Drama genug: Menschen werden geboren, wachsen auf, versuchen, ihren Weg zu finden, haben Erfolg oder auch nicht, verlieben sich, verzetteln sich, werden ihren Ansprüchen an sich selbst nicht gerecht, erleiden Schicksalsschläge und resignieren – oder machen erst recht weiter. Und dann gibt es noch den ewigen Spielverderber Tod. Der spielt hier zwar keine so große Rolle wie in Six Feet Under, ist aber trotzdem von Anfang an gegenwärtig. Und es gibt, genau wie für die Liebe, keine universale Anleitung oder Bewältigungsstrategie. Wir müssen halt irgendwie damit klar kommen. This Is Us zeigt Menschen, die irgendwie klar kommen – oder eben auch nicht. In gewisser Weise ist This Is Us eine Serie über das Scheitern – und wie man damit weiterleben kann. Ganz ohne sozialpädagogischen Impetus.

Leider gibt es noch kein Ausstrahlungsdatum für Deutschland – aber es lohnt sich auf jeden Fall, sich diese Serie vorzumerken. NBC hat auch schon eine zweite und sogar eine dritte Staffel bestellt – die Pearsons werden uns also noch eine Weile erhalten bleiben.

Ein toter Fisch im Darkroom

Nachdem ich mich von meinem Nervenzusammenbruch erholt habe, weil es in dieser Woche nur den ersten Teil der letzten Doppelfolge gegeben hat und ich noch eine weitere Woche auf das große Finale der zweiten Staffel von Mr. Robot warten muss, bin ich jetzt langsam in der Lage, eine Review zu eps2.9_pyth0n-pt1.p7z zu schreiben.

Es wird immer spannender – auch wenn dieser Teil fast ausschließlich aus Dialog bestand, und zu weiten Teilen aus ziemlich absurden Dialogen. So muss Angela in einem Dark Room, der mit einem auslaufenden Aquarium und einem C64 samt historischem Zubehör ausgerüstet ist, eigenartige Fragen beantworten, die ein kleines Mädchen stellt, das eine exakte Kopie ihres jüngeren Selbst sein könnte. Agent DiPierro hat ein deprimierendes Gespräch mit ihrer virtuellen Assistentin Alexa, das nahelegt, dass sie wirklich sehr, sehr einsam ist und Elliot redet nicht nur mit sich selbst und mit seinem unsichtbaren Freund, sondern auch mit einem Taxifahrer, der nur Arabisch spricht und einfach nicht kapiert, was Elliot von ihm will.

Screenshot Mr. Robot: Elliot Alderson (Rami Malek)

Screenshot Mr. Robot: Elliot Alderson (Rami Malek)

Aber okay, die komplette zweite Staffel war ja bisher vor allem deshalb interessant, weil jede Folge so anders und eigen war – was man ja auch von anderen guten Serien kennt, nur ist hier oft die Erklärung, dass die Autoren und die Regisseure auch von Folge zu Folge wechseln. Das Neue an Mr. Robot ist nun aber, dass es einen Autor gibt, der alle Folgen im Kopf hat – auch wenn es dieses Mal durchaus Episoden gibt, die nicht Sam Esmail geschrieben hat – und dass Sam Esmail auch in sämtlichen Teilen die Regie übernommen hat.

Sein Erzählweise und sein Blick sind schon sehr speziell, was ich meistens mag – er hält sich in der Regel an die unterkühlte skandinavische Farbpalette im Anthrazit- bzw. Grau-Blau-Bereich, und wählt sehr spezielle Perspektiven. Für meinen Geschmack gibt es aber zu viele gewollte Unschärfen – das ist für Screenshots und Gifs immer blöd, genau wie diese Gegenschnitte, bei denen die Protagonisten immer ganz außen oder innen am jeweils konträren Bildrand zu sehen sind – das ist natürlich wahnsinnig aussagekräftig, wenn man die Serie auf dem großen Bildschirm kuckt, aber halt schlecht für tumblr und Co.

Screenshot Mr. Robot: Dominique DiPierro (Grace Gummer)

Screenshot Mr. Robot: Dominique DiPierro (Grace Gummer)

Über die gesamte Staffel war der Zweikampf zwischen Elliot und Mr. Robot wichtig – meiner Ansicht nach zu wichtig – und auch wenn Elliot sich nun mit der Existenz von Mr. Robot als alternativem Ich abgefunden hat, so ist ihm noch immer nicht klar, was das eigentlich für ihn bedeutet. Ehrlich gesagt, hatte ich ja gehofft, dass es an dieser Front nun etwas ruhiger und übersichtlicher würde, aber das ist leider nicht der Fall – stattdessen kommt Elliot auf die Idee, dass er jetzt einfach mal der stille Beobachter sein möchte, der sich anschaut, was Mr. Robot so macht, wenn er glaubt, dass er allein ist. Und Elliot schafft es auch, sich in einen solchen Zustand zu versetzen – Mr Robot übernimmt und Elliot darf einfach zuschauen. Und am Ende klappt genau das, was Elliot sich davon erhofft hatte – Mr. Robot führt ihn nach einiger Knobelei – hier taucht auch wieder eine rote Schubkarre auf, wenn auch nur als Name eines Restaurants, dessen Karte als Grundlage für allerlei Zahlenspiele dient – tatsächlich zu Tyrell Wellick. Aber natürlich ist nicht klar, ob das alles jetzt in Elliots Kopf stattfindet, oder ob Tyrell real ist, denn Elliot weiß ja, dass weder sich selbst, noch Mr. Robot trauen kann. Das geht mir inzwischen doch ziemlich auf die Nerven.

Screenshot Mr. Robot: Was geht hier vor?

Screenshot Mr. Robot: Was geht hier vor?

Aber es passieren ja auch andere Dinge – so hat Agent DiPierro einen weiteren frustrierenden Dialog mit ihrem Chef, der will, dass sie, nachdem sie einmal mehr in eine Schießerei mit Dark-Army-Beteiligung geraten ist, endlich mal Ruhe gibt und nach Hause geht. Aber natürlich will Dom jetzt erst recht dran bleiben: Sie weiß, dass sie auf der richtige Spur ist, der jüngste Vorfall ist ja die Bestätigung dafür – und sie betont, dass es möglicherweise kein Terrorangriff von fehlgeleiteten Radikalen mehr ist, sondern ein kriegerischer Akt gegen die USA: Die chinesische Regierung könnte beteiligt sein. Der Umstand, dass mehrere Zivilisten dabei umgekommen sind, spricht dafür, dass Cisco tot ist – möglicherweise auch Darlene. Dom jedenfalls ist einmal mehr davon gekommen. Und es scheint, als frage sie sich selbst, warum.

Screenshot Mr. Robot: Angela Moss (Portia Doubleday)

Screenshot Mr. Robot: Angela Moss (Portia Doubleday)

Interessant ist auch, dass die rätselhafte Partnerschaft zwischen Philip Price und Whiterose offenbar in eine Krise geraten ist – Whiterose widmet Angela immerhin 28 Minuten ihrer kostbaren Zeit, um herauszufinden, was so speziell an ihr sei, dass Philip Price sich von ihr offenbar dazu ermuntert fühle, auf seinen wie auch immer gearteten Deal mit Whiterose zu pfeifen und mit ihrer Hilfe sein eigenes Ding durchzuziehen: Er will E-Coin als offizielle Währung durchsetzen, wogegen sich die Fed sträubt – schließlich sei es die Aufgabe der US-Zentralbank, über die Währung zu wachen. Die E-Coin-Strategie von Price passt aber auch Whiterose nicht in den Kram. Sie versucht Angela davon zu überzeugen, dass der Tod ihrer Mutter und von Elliots Vater einer wichtigen Sache gedient hätte, um sie von ihren Racheplänen abzubringen. „Was hat Elliot mit all dem zu tun?“ fragt Angela, die keine Ahnung hat, wer oder was Whiterose eigentlich ist.

Screenshot Mr. Robot: Whiterose (BD Wong)

Screenshot Mr. Robot: Whiterose (BD Wong)

Und wer weiß, vielleicht war sie erfolgreich, zumindest sucht Angela ihre Anwältin Antara Nayar am Abend zuhause auf, um ihr zu sagen, dass sie den Kontakt nun für immer abbrechen wird. Aber die abgebrühte Nayar vermutet gleich, dass Angela bedroht wird – auch wenn Angela das erstaunlich ruhig und entschieden verneint. Aber bisher war so vieles anders als es zunächst schien, dass ich hier ein weiteres großes Fragezeichen sehe. Vermutlich wird in der letzten Folge vieles nicht aufgelöst, so dass wir auf die dritte Staffel warten müssen.

Und dann vermutlich auf eine vierte und gar fünfte, sofern es kein Quotendesaster geben sollte. Bei der zweiten Staffel gab es schon leichte Verluste bei den Zuschauerzahlen in den USA, was mich aber nicht wundert – diese Staffel ist düsterer und anstrengender als die erste, und es fehlt auch Elliots erfrischender Zynismus, der ja leider schon im Laufe der ersten Staffel auf der Strecke geblieben ist, weil Elliot zunehmend mit seiner kranken Psyche zu kämpfen hatte. Aber ein paar Antworten erwarte ich in der kommenden Woche doch.

Screenshot Mr. Robot: Er ist wieder da - Elliot und Tyrell Wellick (Martin Wallström)

Screenshot Mr. Robot: Er ist wieder da – Elliot und Tyrell Wellick (Martin Wallström)

eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: We can’t beat them

Die neue Folge eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx ist einerseits die Vorbereitung auf den großen Knall, der in den letzten beiden Folgen sicherlich noch kommen wird – andererseits hat mich allein der Auftakt schon wieder sehr begeistert: Der selbsterklärte Meister des Universums, Philip Price, unterhält sich in seinem Büro mit Terry Colby, der gerade ein Buch veröffentlicht hat – „Der letzte ehrliche Mann“. Das ist schon fast wieder zu viel der Ironie, aber davon gibt es in dieser Folge ohnehin eine ganze Menge, allein dass der Schwanzlutscher Donald Trump ernsthaft für die Präsidentschaftswahlen antritt, kann Terry kaum fassen.

Seinem alten Fellow Philip widmet er sein letztes Vorabexemplar – wie wir wissen, verdankt Terry dieses eigenartige Image der kurzzeitigen PR-Mangerin von E-Corp, Angela Moss, die, wie wir auch wissen, ihre durch Terry eingeleitete Blitz-Karriere bei E-Corp gerade gegen die zweifelhafte Ehre eingetauscht hat, eine Whistleblowerin zu sein: Denn Angela hat aus freien Stücken hochbrisante Unterlagen über das mächtigste Unternehmen der westlichen Welt gestohlen und geleakt. Allerdings nicht mit dem erhoffen Erfolg – wobei hier das letzten Wort vielleicht noch nicht gesprochen ist. Und überhaupt – hatte Terry Colby am Ende noch einen eigenen Plan, als er Angela bei E-Corp eingeschleust hat?

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Philip Price (Michael Cristofer)

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Philip Price (Michael Cristofer)

Jetzt muss Angela jedenfalls erst einmal erfahren, was es heißt, eine Whistleblowerin zu sein – dieses Leben im Klandestinen halten die meisten nicht aus. Aber ich greife vor: Noch sitzen Philip und Terry in jenem Büro mit der humoristischen Weltkarte Europas 1914 – allein das ist ein Witz, der so gut ist, dass ich mich frage, was eigentlich ein Sam Esmail damit verbindet – ist es die europäische Kleinstaaterei, die ignorante Konkurrenz unter den alten, selbstgefälligen Kolonialmächten, die meinten, die ganze Welt unter sich aufteilen zu können?

Obwohl, Philip sagt es ja selbst, als Terry ihn fragt, warum ausgerechnet Kongo, warum überhaupt dieses Zocken mit ganzen Ländern, die Philip so ausspiele, wie andere ihre Karten. Und Philip: Ist das nicht, worum es in der Geschichte immer und überhaupt geht – imaginäre Linien in der Landschaft, die immer wieder neu gezogen würden? Es gibt dann eine noch interessante Aussage von Philip, die ich jetzt aber mal nicht spoilern will – vor allem fand ich die Musik in dieser Szene einmal mehr großartig: Im Hintergrund hört man die Gnossienes von Erik Satie. Das verrate ich gern, denn ich liebe die Musik von Satie – und vermutlich haben viele diese Musik schon gehört, ohne zu wissen, von wem sie ist – von Satie gibt es sehr viele repetitive, auf den ersten Eindruck hin sehr einfache und langsame Klavierstücke, die als Vorbild und Grundlage für die spätere Minimal Music gelten.

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Buchcover "The Last Honest Man"

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Buchcover „The Last Honest Man“

Zurück zu Mr. Robot: Es geht weiter mit Japan-Punk oder wie immer man das nennt, The Head That Controls Both Right and Left Sides Eats Meats and Slobbers Even Today von Bleach und Joanna Wellick, die sich schick macht, um Elliot zu treffen: Sie will ihn dazu bringen, das Smartphone zu hacken, von dem sie glaubt, dass Tyrell mit ihr darüber Kontakt hält. Was Elliot reichlich absurd findet, denn er weiß ja, was mit Tyrell passiert ist. Oder hat Mr. Robot vielleicht doch gelogen?

Elliot weiß aber auch, dass er ein toter Mann ist, wenn er Joanna einfach sagt, dass er Tyrell erschossen hat. Also lässt Elliot sich schließlich doch darauf ein – vermutlich ist er selbst neugierig, was hinter diesem Smartphone steckt. Und Joanna ist mehr als überzeugend – sie ist wirklich verstörend mit dieser Kombination aus Betörung und Bedrohung. Mir fällt gerade auf, dass eigentlich sie das weibliche Gegenstück zu Elliot ist – auf den ersten Blick harmlos, irgendwie sympathisch, gleichzeitig aber etwas eigenartig – und am Ende immer diejenige, die die Kontrolle hat und die anderen nach ihrer Pfeife tanzen lassen kann. Joanna hofft, über den Aufenthaltsort des mysteriösen Anrufers ihren verschwundenen Ehemann aufzuspüren.

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Elliot und Mr. Sutherland

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Elliot und Mr. Sutherland

Aber Elliots komplette Hardware wurde beschlagnahmt, als er vom FBI hochgenommen wurde, also muss er erstmal einkaufen gehen, er kann ja nicht mit bloßen Händen ein Polizeirevier und darüber den Anbieter der SIM-Karte in jenem Smartphone hacken. Unterwegs denkt Elliot darüber nach, wie schief alles bisher gelaufen ist – die häßliche, schmutzige Welt da draußen ist jedenfalls nicht die, für die er gekämpft hat. Schlimmer noch: Im Elektronik-Markt realisiert er, dass E-Corp durch dem Five-Nine-Hack mit der Einführung einer eigenen Cryptowährung noch mächtiger geworden ist  – und er jetzt von Rabatten profitieren kann, wenn er mit E-Coin zahlt.

Anschließend lernen wir, wie man mit aus einer leeren Pringle-Dose und etwas Zubehör eine WLAN-Antenne baut – natürlich nutzt man ein etwas weiter entferntes WLAN, wenn man etwas Illegales tun will, und dann gibt es einen schicken Retro-Hack mit Faxen für das Polizeirevier, das dann für die Datenauskunft beim Mobilfunkprovider herhalten muss. Elliot ist, wie immer in aussichtslosen Situationen, extrem cool und genial – aber Mr. Sutherland ist mit dem von Elliot gelieferten Ergebnis nicht so richtig zufrieden – von der Adresse, die Elliot ermittelt hat, würde Tyrell Wellick niemals telefonieren. Keine Ahnung, was das für eine Adresse ist, aber die Lage am Central Park lässt darauf schließen, dass es eine extrem teure Gegend ist. Wohnt dort einer von den E-Corp-Chefs?

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Darlene (Carly Chaikin)

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Darlene (Carly Chaikin)

Derweil hat Darlene mit der unwillkommenen Entdeckung von Cisco zu kämpfen, die er in Susan Jacobs Haus gemacht hat. Das war, wie sich nun herausstellt, eben jener society-Funktionär, der die Leitung der Operation in Washington hatte, bei der die abgesägten Eier des Bullen von der Wall Street durch das Oberlicht im Kongress – oder wars das Repräsentantenhaus? – gekracht sind. Auf jeden Fall wars ziemlich krass und öffentlichkeitswirksam. Ihr Kamerad wurde, von wem auch immer, schwer verletzt und Cisco hat ihn mit nach Hause genommen – aber es geht ihm so schlecht, dass er sterben wird, wenn er nicht sehr bald ins Krankenhaus gebracht wird.

Rational ist Darlene dagegen – sie weiß genau, dass man ihnen dadurch auf die Schliche kommen wird. Aber letztlich lässt sie sich von Cisco überzeugen – also bringen sie den armen Kerl in die Notaufnahme. Darlene mag eine Mörderin sein – aber sie lässt ihre Leute nicht im Stich. Irgendwie ist ein Thema dieser Folge, dass alle langsam realisieren, dass sie sich in einer ausweglosen Lage befinden, und sich besser mit dem Gedanken anfreunden, dass sie mit dem, was sie getan haben, nicht einfach so davon kommen werden.

Also sie bleiben in der Nähe des Krankenhauses, um zu erfahren, wie es um ihren Kumpel steht – was das FBI tatsächlich auf ihre Spur bringt, denn inzwischen wurde ein Phantom-Bild von Cisco veröffentlicht, von dem das FBI weiß, dass er irgendwas mit dem Five-Nine-Hack zu tun haben muss. Agent DiPierro ist dagegen, dass das Bild veröffentlicht wird – sie geht völlig zu recht von aus, dass die Dark Army Cisco jetzt schnellstmöglich killt, weil er ohnehin verbrannt ist, und sie damit einen der wenigen Zeugen verliert, der ihr bei der Aufklärung des Five-Nine-Hacks helfen könnte. Aber sie kann sich nicht durchsetzen.

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx:  Angla (Portia Doubleday)

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Angla (Portia Doubleday)

Was ich auch wahnsinnig gut fand, war die Geschichte, die Darlene Cisco erzählt, während sie im Krankenhaus warten: Darlene erklärt Cisco, dass er recht hatte, und sie eben nicht so speziell wäre – das sei immer nur Elliot. Und dazwischengeschnitten sind immer Szenen, wie Elliot von seiner alten Wohnung aus den Hack für Joanna ausführt, während Darlene von den Cops erzählt, die sie bei jener alten Frau aufgespürt haben, die Darlene mitgenommen hat, als sie mit fünf Jahren bei einem Familienausflug nach Coney Island verloren ging: Sie hatte überhaupt keine Angst und die freundliche Frau hätte sie wie eine Prinzessin behandelt – da hätte sie kurzzeitig geglaubt, dass sie jemand besonderes wäre. Bis die Polizei  sie aufgespürt und wieder nach Hause gebracht hätte. Sie würde sich immer wieder fragen, wie ihr Leben wohl verlaufen wäre, wenn sie bei dieser Frau geblieben wäre. Aber wenn sie dort geblieben wäre, hätte sie Elliot nicht.

Der sehr spezielle Elliot hingegen kann sich nach dem erledigten Job endlich um den Notruf kümmern, den er von Angela erhalten hat – sie treffen sich in einem menschenleeren U-Bahn-Waggon und Angela erklärt Elliot, dass sie dem FBI gestehen werde, dass sie die Femtozelle für den FBI-Hack platziert habe – was Agent DiPierro ja ohnehin bereits weiß. „Wir werden niemals gegen sie gewinnen – glaub mir, ich habs wirklich versucht!“ Sie verspricht Elliot, dass sie nichts sagen werde, was ihn belastet, aber es läge natürlich auf der Hand, dass man früher oder später eine Spur zum ihm und fsociety finden werde.

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx:  Elliot (Rami Malek)

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Elliot (Rami Malek)

Elliot versucht nicht, sie davon abzubringen, er gesteht sich selbst ein, dass er alle, die er beschützen wollte, in Gefahr gebracht hat. Und er stellt fest, dass er eigentlich bei Angela bleiben will. Trotzdem steht er auf, als Angela meint, dass er nun besser aussteigen solle – aber wie bereits in der allerersten Folge umarmt er seine Freundin, dieses Mal küsst er sie sogar – tut er dass, weil er ahnt, dass es ein Abschied für immer sein könnte? Nachdem er ausgestiegen ist, stehen jedenfalls zwei Unbekannte hinter ihr – und es ist sicher, dass das keine Freunde sind, Agent DiPierro hatte genau das ja schon angedroht: Beim nächsten Mal würde man ihr keinen freundlichen Deal und nichts zu essen anbieten, damit sie redet, sondern sie in eine dunkle Zelle werfen.

Der schrecklichere Cliffhanger ist aber, was bei dem Imbiss vor sich geht, in dem Darlene und Cisco sich endlich einmal aussprechen – manchmal sei es besser, einfach nichts zu tun, findet Cisco. Doch dafür ist es zu spät, denn Dom DiPierro hat die beiden endlich gefunden und fordert per Handy Unterstützung an. Doch bevor die Bullen da sind, kommt die Dark Army – auch wieder eine unglaublich gute Szene, aus der Distanz ist zu sehen, dass Dom Darlene und Cisco anspricht, sich dann aber duckt, weil sie den Angreifer mit dem Maschinengewehr kommen sieht. Ob jemand getroffen wird, ist nicht zu erkennen, es gibt reichlich Sachschaden, auf jeden Fall aber steht Dom wieder auf und schießt den Mann nieder, der zwar noch versucht, sich zum Motorrad zu schleppen, mit dem der Fahrer auf ihn wartet, sich dann aber nach Dark-Army-Manier in den Kopf schießt, weil jetzt endlich die Polizei eintrifft. Ich vermute, dass Cisco tot ist, weil er das Ziel der Attacke war – aber was ist mit Darlene…?

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Ein Abschiedskuss

Screenshot Mr Robot eps_2.8 h1dden-pr0cess.axx: Ein Abschiedskuss

Einerseits bin ich inzwischen fast froh, dass es jetzt die letzte Woche sehnsüchtigen Wartens ist – andererseits ist es mit der kommenden Doppelfolge dann erstmal wieder für ein Jahr vorbei. Aber die Drittel Staffel kommt, dass ist schon einmal eine gute Nachricht.

Walking in my Shoes

Dafür, dass in den vergangenen Folgen eine ganze Menge neuer Fragen aufgetaucht sind, gibt es in eps2.7_init_5.fve nun irritierend viele Antworten. Aber die haben wir nach dem ganzen Mindfuck der vergangenen Folgen der zweiten Staffel – die ich alle toll fand, aber dennoch – auch verdient. Elliot ist also für den Michael-Hansen-Hack eingefahren – das ist nicht wirklich überraschend, denn wir wissen ja, dass Hansen, oder vielmehr Mr. Shannon zur Polizei gegangen ist.

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Elliot (Rami Malek)

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Elliot (Rami Malek)

Und wir wissen auch, dass Elliot mit Flipper, also dem Hund, den er vor dem in vielerlei Hinsicht unaufrichtigen neuen Freund seiner Psychologin Krista gerettet hat, beim Tierarzt war. Flippers Chip hat Elliot als Hundedieb überführt – aber offenbar hat Elliot diesen Umstand jetzt aber ausgenutzt, um sich aus der Schusslinie zu bringen – sein triumphierender Blick, als die Bullen ihn hochnehmen, spricht Bände: Besser, für einen vergleichsweise trivialen Hack in den Knast zu gehen, als für den Five-Nine-Hack verdächtigt und gesucht zu werden.

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Elliot (Rami Malek)

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Elliot (Rami Malek)

Elliot entpuppt sich einmal mehr als überlegenes Mastermind: Nicht einmal Mr. Robot kapiert, was Elliot da macht. Wobei das im Verlauf dieser Folge auch wieder ein bisschen verstörend ist: Elliot hat Mr. Robot als Teil seiner selbst zwar akzeptiert, aber er kann ihn nicht vollständig kontrollieren. Immer wieder muss Elliot Mr. Robot dabei zusehen, wie er mit den Menschen interagiert, mit denen Elliot selbst eigentlich gerade zugange ist – und die finden das auch merkwürdig: Immer wieder ist Elliot seltsam abwesend. Und es ist noch keineswegs klar, was gerade besser wäre: Lag bisher eigentlich der Verdacht nahe, dass Mr. Robot das abgefuckte Mastermind ist, das Elliot einerseits Dinge tun lässt, zu denen er sonst eigentlich nicht fähig wäre, aber ihn gleichzeitig auch davor schützt, unglaublich dumme menschliche Dinge zu tun, so ist es nun Elliot, der Mr. Robot austrickst, um noch schlauere Dinge zu in die Wege zu leiten.

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Mr. Robot (Christian Slater)

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Mr. Robot (Christian Slater)

Irgendwie nervt mich das, aber andererseits ist das eine coole Wendung – mal sehen, was noch daraus wird. Es gibt ja noch diverse andere Machtspielchen, bei denen nicht klar ist, wer Master und wer Sklave ist: So macht Philip Price jetzt massiv Punkte gegen Minister Zhang aka Whiterose – diese ganze Washington-Township-Geschichte hat offenbar mit den Interessen des chinesischen Partners an diesem Standort zu tun. Price erpresst Zhang, denn er braucht jetzt Geld. Sehr viel Geld. Und er droht Zhang damit, Chaos niederregnen zu lassen, sollte die Chinesen nicht mitspielen: Price wäre es lieber, seinen Gegner verlieren zu sehen, als selbst zu gewinnen.

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Darlene (Carly Chaikin) hat Elliot (Rami Malek) etwas zu Essen mitgebracht.

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Darlene (Carly Chaikin) hat Elliot (Rami Malek) etwas zu Essen mitgebracht.

Und Angela, so stellt sich nun heraus, hat sich ihre Position inside Evil Corp tatsächlich dazu angeeignet, um ihr eigentliches Ding durchzuziehen: E-Corp wegen des vertuschten Washington-Township-Skandals ans Messer zu liefern. Sie nutzt die Fallback-Lösung von Mobley, jenen USB-Stick mit der Gummiente dazu, sich die Passwörter der richtig wichtigen Menschen in der Risiko-Management-Abteilung zu beschaffen und damit die Unterlagen über eben jenen Washington-Township-Skandal zu stehlen – ihre Hacker-Schulung bei fcosiety war tatsächlich ziemlich nützlich. Angela hackt nun in Eigenregie E-Corp. Und sie geht mit den Unterlagen zur zuständigen Behörde, die sie allerdings so merkwürdig behandelt, dass Angela kalte Füße bekommt. Was durchaus nachvollziehbar ist. Und dann ist da ja noch Agent DiPierro, die plötzlich vor Angelas Tür steht.

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Elliot und Darlene

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Elliot und Darlene

Aber die Informationen über den Washington-Township-Skandal sind nun in der Welt – und wer weiß, vielleicht war das von höherer Stelle so geplant – ich habe den Eindruck, dass der sinistre Philip Price damit noch mehr Punkte gegen den chinesischen Partner machen will. Aber dessen Motive sind nach wie vor unklar. Einerseits war die Dark Army ein Teil von Elliots Plan, Evil Corp zu zerstören – der nicht wirklich funktioniert hat – andererseits hat Zhang aka Whiterose offenbar Interessen, die denen von Elliot  und seinen Mitstreitern entgegen laufen. Elliot will nun herausfinden, was eigentlich Sache ist und benutzt einen der Dark-Army-Kommandanten, um Whiterose eine Nachricht zu übermitteln: Er will wissen, was Stufe 2 ist. Und wir erfahren über Darlene, die das kritische Handy abhört, dass Elliot derjenige sei, der sich diesen Plan überhaupt ausgedacht hat.

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Die Welt ist gar nicht so bunt

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Die Welt ist gar nicht so bunt

Okay, das sind jetzt doch schon wieder eine ganze Reihe neuer Fragen, dazu kommt, dass wir auch nicht wissen, was mit Trenton und Mobley los ist, die sich offenbar aus den fsociety-Aktivitäten ausgeklinkt haben und abgetaucht sind. Dafür wissen wir, dass Darlene Cisco mit dem Baseball-Schläger eine ziemliche Beule verpasst, aber ihn nicht umgebracht hat: Er behauptet, dass er Darlene vor der Dark Army habe schützen wollen. Und er ist noch immer bereit, sie weiterhin zu beschützen: Als Darlene entdeckt, dass sie eine der VHS-Kassetten, auf der ihr Gesicht zu sehen ist, in Susan Jacobs Haus vergessen haben muss, geht er zurück, um die Kassette zu holen. Die findet er auch, und offenbar noch etwas anderes. Aber was?

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Minister Zhang (BD Wong) und Philip Price (Michel Cristofer)

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Minister Zhang (BD Wong) und Philip Price (Michel Cristofer)

Und weil ein Cliffhanger ja nicht ausreicht, wird auch noch ein anderes Motiv etwas überstrapaziert – wer klopft an Ciscos Wohnungstür? Und das reicht aber auch noch nicht, zum Schluss fährt Tyrell Wellicks schwarzer SUV vor Elliots Wohnung vor und Joanna begrüßt Elliot mit „Hallo Ollie“ – so hatte er sich ja ihr gegenüber genannt. Aber natürlich weiß sie, dass er nicht Ollie ist – wie sollte sie denn sonst wissen, wo Elliot wohnt?

Kleine Ironie am Rande: In dieser Folge wird der Wunsch von Rami Malek eingelöst, dass Elliot in der neuen Staffel endlich einmal etwas essen und die Kleider wechseln würde. Als Elliot in den Knast kommt, muss er sich ausziehen und bekommt einen orangen Sträflingsanzug. Und als Darlene ihren Bruder abholt, dass er nach 86 Tagen vorzeitig entlassen wird, bringt sie ihm offenbar sein Lieblingsessen mit – genau wie in der allerersten Folge steckt er sich ein paar Pommes in den Mund. Und dann gab es auch wieder einen meiner Lieblingsklassiker als Titelmusik: Walking in my Shoes von Depeche Mode.

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Elliot (Rami Malek)

Screenshot Mr Robot eps2.7_init_5.fve: Kleider Wechsel für Elliot (Rami Malek)

The Call of the Wild

Mittlerweile wurde auch die letzte Folge von The Night Of ausgestrahlt – die es allein noch einmal auf die Spielfilmlänge von gut eineinhalb Stunden bringt. Aber wie ich meine, hat sich das gelohnt: The Call of the Wild war noch einmal Justizdrama vom Feinsten – es gibt keine eindeutigen Antworten, aber es wird noch einmal durchexerziert, worum es bei Strafprozessen eigentlich geht: Was lässt sich objektiv beweisen und was nicht? Denn der Rechtsgrundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ gilt in Geschworenenprozessen nicht unbedingt, hier wird an das Rechtsempfinden und vor allem das Bauchgefühl von ganz normalen Menschen appelliert – und das muss nicht unbedingt gut und richtig sein.

Die Staatsanwältin Helen Weiss (Jeannie Berlin) hat ziemlich viel, was dafür spricht, dass Naz (Riz Ahmed) der Mörder von Andrea ist. Und sie schafft es am Ende sogar, Naz dazu zu bringen, öffentlich an sich selbst zu zweifeln: War er anfangs noch ziemlich sicher, dass er nicht Andreas Mörder ist, so ist er jetzt nicht mehr so sicher – wir wissen ja, dass er inzwischen ein anderes, härteres Selbst in sich entdeckt hat, ohne das er den Knast nicht überleben würde. Diesen Punkt fand ich schon im britischen Original so interessant wie beklemmend: Ausgerechnet im Knast geraten Jungs, die zuvor vielleicht noch eine Chance auf ein wie auch immer zu definierendes normales Leben gehabt hätten, auf die schiefe Bahn: Jetzt sind sie von lauter Profi-Kriminellen umgeben, die sie für sich ausnutzen, als angenehme Anregung für ihre durchaus vorhandene intellektuelle Seite, was mit herkömmlichen Straßenkriminellen nicht zu machen ist, und als Teil ihres kriminellen Geschäftsmodells, also dem Einschmuggeln und Konsumieren illegaler Rauschmittel. Naz ist inzwischen ein Junkie – und er hat gelernt, wie man in der Wildnis überlebt. Er ist mittlerweile Lichtjahre von seinem alten Leben entfernt, auch wenn seine Familie noch immer allerhand auf sich nimmt, damit er einen fairen Prozess bekommt. Aber seine Eltern wissen nicht mehr, an was sie glauben sollen.

The Night Of: Jack Stone (John Turturro) und Naz (Riz Ahmed) Bild: hbo.com

The Night Of: Jack Stone (John Turturro) und Naz (Riz Ahmed) Bild: hbo.com

Das geht soweit, dass Chandra – die für ihren Mandanten in mehr als einer Hinsicht ihre Karriere riskiert, Naz Mutter daran erinnern muss, dass es einfach nicht gut für ihren Sohn aussieht, wenn sie im Gerichtssaal bei seiner Verhandlung nicht anwesend ist: Wenn die eigene Mutter nicht von seiner Unschuld überzeugt ist, warum sollen die Geschworenen ihn für unschuldig halten? Chandra wird zur tragischen Figur in diesem Prozess – sie hat so viel dafür getan, die Zweifel an Naz Täterschaft zu widerlegen. Aber gerade weil sie ihn so sympathisch findet, dass sie sogar Pillen für ihn ins Gefängnis schmuggelt und es dann irgendwann auch ein verhängnisvolles Video gibt, das zeigt, wie Naz und Chandra sich küssen, bringt sie den Prozess in Gefahr. Und so kann am Ende wieder Jack Stone übernehmen, der abgezockte Könner, der inzwischen wieder von seiner Hautkrankheit gezeichnet ist – die Mittelchen des chinesischen Quacksalbers hatten offenbar nur eine kurzzeitige Wirkung.

The Night Of: Chandra (Amara Karan) Bild: hbo.com

The Night Of: Chandra (Amara Karan) Bild: hbo.com

Doch auch Detective Dennis Box, mittlerweile eigentlich im Ruhestand, hat dieser Fall keine Ruhe gelassen. Als guter Bulle hört auch er auf sein Bauchgefühl und das sagt ihm, dass Naz nicht der Mörder sein kann, auch wenn alles danach aussieht. In akribischer Feinarbeit wertet er Überwachungsvideo aus und siehe da – er findet etwas: Bevor Andrea zu Naz ins Taxi gestiegen ist, hatte sie einen Streit mit einem Unbekannten. Mittels illegal beschaffter Telekommunikations- und Kreditkartendaten finde Box auch raus, wer dieser Unbekannte ist: Ein Finanzberater, der ziemlich viel von Andreas geerbten Geld in den Sand gesetzt hat. Keine Frage, der Typ hätte durchaus ein Motiv.

Box geht damit zu Helen Weiss, aber die winkt ab: Die Beweise gegen Naz sind einfach viel besser als die gegen einen so aus dem Hut gezauberten neuen Verdächtigen. Und davon gibt es ja noch mehr, etwa Andreas Stiefvater, der gern Beziehungen mit älteren Frauen eingeht, um sie zu beerben. Nur Andrea war im Weg – und die ist jetzt tot. Es gibt also durchaus andere Verdächtige und andere Motive – aber gegen niemand gibt es so viele Indizien wie gegen Naz. Und mit ihrer unaufgeregten und unglaublich professionellen letzten Befragung von Naz dekonstruiert Helen Weiss Naz‘ mühsam aufrecht erhaltenes Selbstbild eines netten, harmlosen jungen Mannes, dem einfach nur übel mitgespielt wird: So harmlos ist Naz gar nicht, er ist zuvor schon gewalttätig geworden, er hat schon gelogen, Drogen genommen, und das alles weiß er auch ganz genau: Deshalb gibt er ja zu, dass er kein Unschuldslamm ist. Aber genau das kann ihm jetzt das Genick brechen.

Die Geschworenen sind sich zu seinem Glück nicht einig – nach endloser Beratung bleibt das Ergebnis sechs zu sechs: Die Hälfte ist von seiner Schuld überzeugt, die andere von seiner Unschuld. Beides ist plausibel und deshalb kommt die Jury auch zu keinem anderen Ergebnis. Naz wird von der Mordanklage freigesprochen, weil die Jury sich nicht auf einen eindeutigen Spruch einigen kann. Und auch die Staatsanwältin Weiss, die hier ein letztes Wort sprechen könnte, verzichtet auf einen weiteren Termin, weil ihr inzwischen offenbar selbst Zweifel gekommen sind: Sie will nun lieber, dass sie und Box den vermutlich wahren Täter finden.

The Night Of: Dennis Box (Bill Camp) Bild: hbo.com

The Night Of: Dennis Box (Bill Camp) Bild: hbo.com

Das war alles verdammt knapp – und ob es letztlich gut für Naz ausgegangen ist, wissen wir nicht, denn seine Welt ist nun eine andere. Zwar steht sein Vater weiterhin zu ihm, er ist es auch, der ihm aus dem Gefängnis abholt – aber ob das Verhältnis so bleibt, steht in den Sternen. Denn wir wissen, dass Naz nun ein anderer ist – er hat im Gefängnis Dinge getan, von denen seine Eltern keine Ahnung haben. Und er hat weiterhin ein Drogenproblem – er feiert seinen ersten Abend in Freiheit, in dem er sich an dem Ort, an dem er mit Andrea Ecstasy eingeworfen hat, eine gepflegten Dröhnung mit was auch immer gönnt- da kenne ich mich nicht so aus.

Sicher ist, dass Naz seine Sucht in den Griff kriegen muss, wenn er nicht wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten will. Und einen genialen Zug fand ich auch, dass der neue Verdächtige offenbar bei Jack Stone anruft, damit der ihn verteidigt. Vielleicht war der Fall ja doch ein Karrieresprung für Jack, der bei seinem Schlussplädoyer zu Hochform aufgelaufen ist. Auch wenn man dem echten Mörderarsch einen so guten Anwalt eigentlich nicht gönnt. Also ich jedenfalls nicht. Aber so läuft es halt. Und das ist nicht immer schön, und es halt auch nichts mit unserer naiven Vorstellung von Gerechtigkeit zu tun. Das zu zeigen, ist das Verdienst dieser Serie.